HellToKitty hat geschrieben: ↑03.02.2019 22:01
Ich verstehe deine hätte-hätte-Fahrradkette-Rhetorik nicht ganz. Man muss die Dinge doch sehen wie sie sind. Natürlich gibt es unzählige theoretische Möglichkeiten Computerspiele zu verbreiten. Man könnte auch auf der Straße rumlaufen um den Leuten persönlich Kopien zu verkaufen. Gewinnbringend scheint das aber nicht zu sein. Zumindest benutzen Hersteller in der Praxis fast alle Steam und viele davon ausschließlich, weil es sich offensichtlich als die beste Möglichkeit durchgesetzt hat, PC-Spiele zu verkaufen. Mit all seinen Vor- und Nachteilen. Übersetzt heißt das: Wenn du mit deinem PC-Spiel Geld verdienen willst, heißt du entweder EA oder Ubisoft und verwendest durch deine Reichweite deinen eigenen Client oder du verkaufst es über Steam. Natürlich gibt es noch GOG und jetzt Epic aber in der Praxis gibt es sehr viele Spiele exklusiv nur bei Steam. Ob das jetzt eine freiwillige Entscheidung war, oder aufgrund von Notwendigkeiten oder gar Zwang getroffen wurde, spielt doch für mich als Kunde keinerlei Rolle. Ich werde dazu gezwungen Steam zu verwenden, wenn ich diese Spiele zocken will.
Etwas, das sich durchsetzt ist aber eben nicht zwangsläufig auch gleich ein Monopol. Etwas, dass viel, vorwiegend oder sogar fast ausschließlich genutzt wird, ist ebenfalls nicht zwangsläufig ein Monopol. Aber okay, hängen wir uns mal nicht weiter an diesem Wort auf, sondern sehen wir die Dinge doch einmal, wie sie sind: digitale Distribution auf Steam hat sich durchgesetzt. Es hätte Alternativen gegeben, aber kein Publisher wollte sie bisher - die letzten 8 Jahre oder wann auch immer die ersten alternativen Plattformen auftauchten - war es also völlig egal, dass Steam immer weiter wächst. Man hat diese Alternativen - und diesen Punkt ignorierst du irgendwie komplett - ja größtenteils nicht einmal zusätzlich zu Steam genutzt, was man problemlos hätte tun können (und müssen um sie zu etablieren). EA, Blizzard, Ubisoft und Co haben sich ja auch nicht deshalb von Steam abgewandt, weil sie irgendetwas gegen die Marktmacht von Steam tun wollten oder weil sie Steam nicht mehr mochten, sondern weil sie einfach höhere Gewinne einstreichen wollten. Der Unterschied ist: die haben das wenigstens nur mit ihren eigenen Titeln gemacht - alles was du dort von Third-Partys findest, findest du auch woanders.
Bei all diesen Diensten mit Ausnahme von GOG bist du im Regelfall gezwungen, ihre Plattform und ihren Launcher zu nutzen, bei keiner der Entscheidung ging es um dich als Kunden.
Um was geht es dir hier also eigentlich? Darum, dass du Steam nicht magst, weil sie die ersten waren, die dir digitale Spieledistribution samt "DRM" auf's Auge gedrückt haben? Fein, kein Problem damit. Hätte ich mir auch anders gewünscht. Aber das ist nichts, was du jetzt noch irgendwie ändern kannst. Wenn du als Kunde nicht zu irgendwas gezwungen werden willst, bleibt dir halt nur deinen Kram bei GOG zu kaufen... mehr Käufe heißt mehr Wachstum, Wachstum heißt Marktmacht, Marktmacht heißt, es werden mehr Spiele dort landen. Epic passt in diese Gleichung so schlicht nicht - nicht nur deshalb nicht, weil sie für dich als Kunden eigentlich alles schlechter machen als sämtliche Alternativen, sondern eben auch, weil sie ebenfalls die Launcher-/Plattform-Anforderung haben, um die es dir ja scheinbar primär zu gehen scheint.