Bitte ein paar Quellenangaben. Ich habe das Gefühl, du vermischt da verschiedene Dinge.billy coen 80 hat geschrieben: ↑24.10.2017 22:59Zum Thema "Auch bei uns starke Schieflage" Kurzfassung: Nein!Chibiterasu hat geschrieben: ↑24.10.2017 13:10 Leider irrst du dich, wenn du glaubst, dass die Frauen hier Männern in nichts nachstehen.
Es geht hier nicht nur um unsere aufgeklärte, moderne Blase - sondern um weltweit relevantes Thema.
Es gibt wohl sogar bei uns ne starke Schieflage in der Täter/Opfer-Verteilung aber in manchen Ländern ist das Machtverhältnis so arg verschoben, dass ein gewisser fragwürdiger Umgang der Männer mit Frauen schon fast zum guten Ton gehört.
Das mit Arschlöcher sind halt Arschlöcher ist ein lieber Satz - aber wenn in der Praxis nunmal beim Thema sexuelle Belästigung eine starke Korrelation zwischen Arschloch und Mann besteht, dann muss man auch darüber sprechen dürfen, weshalb das so ist.
Man muss sich als Mann nicht automatisch schuldig fühlen aber man sollte anerkennen können, dass es ein schwerwiegendes Problem gibt.
Eine Unterstützung von betroffenen Frauen fängt eben damit an, dass man das Problem überhaupt mal sieht.
Und dann, dass man diesbzgl. Geschichten ernst nimmt. Nicht automatisch glauben aber ernst nehmen.
Und nicht abtun a la "die wollte das ja, weil dies und das" oder "sie soll sich nicht so anstellen".
Längere Fassung für Interessierte:ShowGab erst vor einiger Zeit eine Untersuchung zum Them Sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Zuerst war die Verteilung derer die sagten, schon einmal Belästigungen ausgesetzt gewesen zu sein: Männer 8 %; Frauen 17 %. Danach wurde aufgeklärt, welche Verhaltensweisen laut AGG und anhängiger Praxis als Belästigung gelten. Unter diesen Kriterien war dann das Ergebnis der Befragten, die angaben, derlei Dinge schon erlebt zu haben: Männer 52 %; Frauen 47 %.
Auch bei den "Tätern" waren Frauen ganz gut mit dabei (mindestens jeder Vierte Täter). Es gab aber wohl signifikante Unterschiede im Verhalten. Männer, von denen Belästigungen ausgingen, taten dies meist alleine oder zu zweit. Frauen waren eher Täter in rein weiblichen oder gemischtgeschlechtlichen Gruppen.
Die Zuschreibung vom Tätergeshlecht Mann und Opfergeschlecht Frau ist ein urbaner Mythos, der wohl sehr stark durch den in uns verwurzelten Gynozentrismus am Leben erhalten wird. Wenn man sich mal mehr mit dem Thema befasst, stellt man fest, dass fast auf alles das Label "Frauen am stärksten betroffen" draufgeklatscht wird, selbst wenn teils die Empirie sogar das genaue Gegenteil aussagt.
Dazu als Beispiel: ständig gibt es Kampagnen und aktuelle Stunden im Bundestag mit dem Thema "Gewalt gegen Frauen". Es wird so getan, als sei dies ein riesiges Tabu (wieviele Mainstream-Media-Artikel pro Woche und aktuelle Stunden im Bundestag braucht ein Thema eigentich, damit es kein Tabu mehr ist?). Auch die EU hat in ihrer Istanbul Konvention das Thema Gewalt nur auf weibliche Opferschaft beschränkt. Das fatale daran: von Gewalt im öffentlichen Raum sind laut Kriminalstatistiken recht konstant Männer doppelt so häufig betroffen. Häusliche Gewalt ist, gemäß inzwischen fast 600 internationalen Studien, zwischen den Geschlechtern sowohl bei den Opfern als auch den Tätern relativ gleich verteilt.
Problematisch daran ist: gemäß der orchestrierten Meinung werden auch die Hilfsangebote verteilt. Es gibt in Deutschland meines Wisssens über 400 Frauenhäuser, aber derzeit nur 2 Einrichtungen für von häuslicher Gewalt betroffene Männer; davon eines nur über Spenden finanziert, das zweite wird, meine ich, von einem Bundesland unterstützt. Auch Hilfetelefone richten sich ausschließlich an Frauen. Wenn Männer sich schlau machen, wo sie Anlaufstellen haben könnten, gibt es für sie nur Angebote unter dem Titel: "Kein Täter mehr sein!" oder ähnliches. Man kann sich vorstellen, wie sich da Opfer von Gewalt fühlen, wenn man ihnen nur anbietet, ihnen die Dinge abzugewöhnen, die ihnen von anderen angetan werden.
Das ganze wird sogar schon auf Kinder ausgedehnt. In Deutschland gibt es die "Kinderhilfsorganisation" Plan. Die wirbt sehr prominent mit großen Plakaten sowie Werbung in TV und Zeitungen mit dem Slogan "Keine Gewalt gegen Mädchen!" Dabei konzentrieren sie sich auf Länder der dritten Welt. Auf Nachfragen, was sie denn für Kinder, die leider nicht als Mädchen geboren worden sind zu tun gedenken, verwiesen sie anfangs auf ihre Statuten. Dort wurde als Jungenhilfe genannt, Jungen ein gesünderes Rollenbild beizubringen und sie einen respektvollen Umgang mit Mädchen und Frauen zu lehren. Inzwischen reagieren die Herrschaften dort gar nicht mehr auf derlei Anfragen.
Ja, in Ländern, in denen 80 % der Kindersoldaten Jungen sind, in denen 60 % der Kinderarbeit von Jungen verrichtet wird und in denen Gewalterfahrungen Jungen wie Mädchen zu gleichen Teilen machen, ist das gewiss das absolut wichtigste, was man für Jungen dort tun sollte: sie gendersensibler machen.
Das was du also als wichtigen Weg der "awareness" betrachtest, ist zwar gewiss aus deiner Perspektive gut gemeint, aber gesellschaftlich gesehen ist es der Versuch, einen Brand mit Benzin zu löschen. Die falsche, einseitige Empathie bei derlei Themen führt zu falschen, einseitigen Wahrnehmungen und zwangsläufig zu falschen, einseitigen Maßnahmen. Und das führt dazu, dass fast bzw. mehr als die Hälfte der Opfer ungehört und unbeachtet hinten runterfallen.
Diese ganze Aufzählung könnte ich hier noch schier endlos fortsetzen. Aber ich denke, ich habe meinen Standpunkt klar gemacht...![]()
Als Bonus noch einen kleinen Schmankerl des besonders prägnant ausgedrückten Gynozentrismus: "Frauen waren schon immer am stärksten von Kriegen betroffen. Sie verloren ihre Väter, Männer, Söhne." (Hillary Clinton; 1998)
Ja ja! Der Verlust eines Menschen ist natürlich gewiss viel schwerer zu werten, als der Verlust des verlorenen Menschen selbst; dem seines Lebens.
Ja, Männer sind sehr oft von Gewalt betroffen. Im öffentlichen Raum. Im Krieg.
Täter sind meist andere Männer.
Und in Familien richtet sich Gewalt von Müttern sicher auch nicht selten gegen die Kinder und somit auch Buben.
Von sexueller Belästigung und häuslicher Gewalt betroffene Ehemänner sollen aber im Vergleich zu Ehefrauen in der Überzahl sein? Diese Studie möchte ich wirklich komplett lesen bitte.
Genauso die Studie zur Belästigung am Arbeitsplatz.
