Ich hab das früher oft gemacht, was bei mir aber eine direkte Folge der Bekehrungsversuche von Christen war. Die wollten mich, schon in der Grundschule, davon überzeugen, dass ganz eindeutig und zweifellos ein Gott existiert. In Religion hab ich sogar mal eine 6 bekommen, weil ich mich geweigert hab, öffentlich zu sagen, ich würde an Gott glauben. Solche Erfahrungen haben dann Trotzreaktionen heraufbeschworen und in der Pubertät wurde das richtig schlimm. Da war das wirklich extrem, mein Gott, was hab ich mir für Wortschlachten geliefert. Hatte auch den Vorteil, dass ich mich eingehend mit Physik beschäftigt hab, ein sehr spannendes Thema.Jondoan hat geschrieben: ↑11.09.2017 16:25 [...]
In dem von mir genannten Zitat von Alan Watts ging es aber um die Vehemenz, mit der viele Atheisten ihren Unglauben verbreiten - und damit über das Säkularisierungsanliegen hinaus gehen. Das ist meiner Meinung nach auch nichts anderes als missionarischer Eifer. Man sucht die Konfrontation mit Gläubigen, will sie bekehren, so wie manche Gläubige umgekehrt die Ungläubigen bekehren wollen. Bei Alan Watts geht es häufig um solche Beziehungen scheinbar gegenteiliger Elemente, die letztlich doch mehr gemeinsam haben, als man auf den ersten Blick glaubt.
Naja, wie auch immer. Mit der Zeit wurde ich älter und hab alles wieder lockerer gesehen. Auf Missionierungsversuche reagiere ich immer noch allergisch und kann dann schon mal, wenn man es übertreibt, in alte Muster zurückfallen. Aber für gewöhnlich lebe ich nach dem Prinzip Leben und Leben lassen. Aber so manches Mal, nicht immer, animieren einen gewisse religiöse Menschen auch dazu, sozusagen den Atheismus zu missionieren. Das wollte ich damit nur am Rande anmerken. *g*
