Das steht ja ausser Frage. Es gibt immer jemanden, für den Produkt/Dienstleistung XYZ eine Geldausgabe wert ist. Die Frage hier ist nur: Gibt es genug potentielle Interessenten für Spiele-Streaming? Ich sage, nein, bei weitem nicht genug. Nicht wegen mangelndem DSL-Ausbau (Onlive hat beeindruckende Leistungen selbst mit schwachen Anschlüssen zeigen können), sondern weil Spiele-Streaming kaum jemand haben möchte. Onlive musste nicht Insolvenz anmelden, weil die bestehenden Kunden keinen flüssigen Spielaufbau bekamen, sondern weil es selbst auf dem großen US-Markt, trotz expliziter Unterstützung durch Majors wie EA schlichtweg zu wenig potentielle Interessenten gab. Spiele-Streaming bedient im Gegensatz zum Musik- und Bewegtbilderbereich keine nennenswerte Bedarfslücke. Da wird auch in Zukunft keine entstehen.
Weil, warum? Musik-Streaming wurde groß, weil klassische Radios wegbrechen, die Hörer aber gerne weiterhin mit Mukke zugedudelt werden wollen. Da will niemand Kaufen zum Besitzen , sondern einfach nur unkompliziert hören. Film-Streaming wurde groß, weil vor allem in den USA die Kunden die Schnauze voll von Kabelgesellschaften haben und die On-Demand-Mentalität des Internets nicht durch klassisches Push-TV abgedeckt werden kann, wo man sich an fixe Programmschemata halten muss. Gibt es irgendwo im Spielebereich den großen, dominanten Wunsch nach einem Angebot, wo man Spiele nach Belieben streamen kann? Ist das ein relevantes Thema bei Hardcore-Zockern wie uns? Laufen da draußen hunderttausende potentielle Kunden herum, die angenervt ihr Smartphone wegwerfen, weil sie nur dann spielen können, wenn sie sich für X Cent ratzfatz ne App aus dem 24/7 offenen App-Store runterladen können?
Spiele-Streaming? What? Why? Für die drei Hansel, die vielleicht in die winzige Bedarfsnische passen, in der Spiele-Streaming sinnvoll sein könnte?
Aber man kann damit geile Potemkinsche Dörfer für ahnungslose Investoren aufbauen, die den Begriff "Stream" in Verbindung mit Netflix und Amazon bringen und vor lauter Gier schon ganz kleine Schweinsäuglein bekommen
Spiele-Streaming mag maximal nur eine Ergänzung des Angebotes werden, aber nicht einmal ansatzweise in der Nähe der feuchten Träume kommen, die der EA-CEO hier von sich gibt.
