E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

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Liesel Weppen
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Liesel Weppen »

Akabei hat geschrieben: 28.08.2019 22:49 Nö, die Sportart ist immer noch CS und das Sportgerät sind Maus und Tastatur und wie beim "normalen" Sport auch, ist deren Wahl eher zweitrangig.
Nein, CSGo ist die Disziplin. Sportgerät ist Maus und Tastatur. Und wie bei anderen Sportarten hat auch das Sportgerät eine Auswirkung (je nach eigenem Skill mehr oder weniger). Ob ich nun beim Skislalom meine Skier mit Bienenwachs aus ökologischem lokalem Anbau oder mit der neuesten Nanobschichtung vom Chemiekonzern wachse, macht durchaus einen vergleichbaren Unterschied, wie wenn ich mit der 5€-Amazon-Maus mit 50dpi oder der Razor-Super-Gaming-Maus mit 8000dpi spiele.
Zumal beim e-Sport Turniere afaik nicht am eigenen Rechner mit der eigenen Maus ausgetragen werden, sondern an gestellten, für alle gleichen Rechnern, mit den selben Eingabegeräten usw. um eben genau diese Unterschiede auszuschließen. Daher könnte man sogar die Frage stellen: Was ist fairer? E-Sport mit geleichen Vorraussetzungen für alle, oder diverse andere Sportarten, wo durchaus der Geldbeutel entscheidet, wer sich die bessere Ausrüstung leisten kann?
Zumindest wird beim E-Sport, vorallem im professionellen Bereich in der Hinsicht aktiv für Chancengleichheit gesorgt.
Akabei hat geschrieben: 28.08.2019 22:49 Das Verständnisproblem haben aber offenbar ein paar Leute hier, wenn ich mir so durchlese, was hier bereits über Fußbälle, Trikots und deren Vergleichbarkeit mit einem Videospiel gepostet wurde.
Auf der selben Basis könnte man dein Wissen über E-Sport hinterfragen. Sonderlich umfangreich scheint das auch nicht gerade zu sein.
johndoe1238056
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe1238056 »

Meinetwegen ist es nicht die Sportart sondern die Disziplin, ändert aber nichts daran, dass es mit Sicherheit nicht das Sportgerät ist.

Mir ist zudem immer noch unklar, wie eine rechtliche Gleichstellung von e-Sport mit Sport dem gemeinen Counterstrike-Spieler weiterhelfen sollte. Kriegt dessen Clan dann von den Fördergeldern eine Wohnung gestellt, in der sie sich zum Spielen treffen? Wohl eher nicht.
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Hokurn
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Hokurn »

Das ist auch ok, dass einem für manches das Verständnis fehlt.
In meinem Alter kenne ich vllt 2,3 Personen, die sich für E Sport interessieren. Das war in der meinungsbildenden Phase der Jugend einfach kein Thema. Als junger Erwachsener und später ist das doch meistens eh zu spät. Jetzt kann ich mir vorstellen, dass die Gruppe an 14,15 Jährigen etc einfach viel größer ist.

Mein Problem als dann wohl zu alter Mensch ist einfach, dass ich alles mögliche dann zur Sportart reden kann. Das ist bei mir aber ne reine Gefühlssache. Mit den Argumentationen in diesem Thread ist das Wettessen oder ein Selbstbefriedigungswettbewerb auch schnell in der Sportecke. Da kommt mir E-Sport einfach genauso befremdlich bei dem Thema vor.
Ich bin aber wie gesagt eher in der Kunstecke und vergleiche Spiele mit Filmen, Büchern oder Musikalben anstatt mit Leichtathletik. ;)

Aber ganz ehrlich. Mir wird nichts weggenommen. Sollen sich Menschen nem E-Sportverein anschließen. Klavier oder Mau Mau wird ja auch gespielt. ;)
Davon sind wir aber Generationen entfernt und eine Nische wirds auch eher bleiben.
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sabienchen.banned
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von sabienchen.banned »

Also von Clans und Wohnungen habe ich auch schon mal gehört.
Doc Angelo
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Doc Angelo »

greenelve hat geschrieben: 28.08.2019 21:02 Motorsport. Ferrari macht nicht öffentlich, wie die einzelnen Bauteile im F1 Auto funktionieren und zusammengebaut sind. Stellt der Hersteller seine Beteiligung am "Sport" ein, kann dies das komplette Aus einer Disziplin bedeuten.
Ich bin ne Weile nicht mehr im Thema, aber Ferrari nimmt doch nur an der Formel 1 teil, mit einem Ferrari-Fahrzeug. Natürlich machen sie nicht öffentlich wie und was sie genau da basteln, aber es gibt die Regeln der FIA, die bekannt sind und denen die Teilnehmer entsprechen müssen. https://de.wikipedia.org/wiki/Formel-1-Regeln

greenelve hat geschrieben: 28.08.2019 21:02 Spiele müssen nicht Open Source sein, damit Vereine gezielt trainieren können. Clans, was im Grunde Vereine sind, können bereits gezielt trainieren, und dies ohne Open Source. Spezielle Trainingsarten obliegen Regelwerk, äußeren Umständen und Geld. Rennfahrer haben nicht vollständigen Zugriff auf sämtliche Trainingsmöglichkeiten. Ich verstehe den Wunsch nach Open Source und somit mehr Kontrolle als Endkonsumer, aber für (Hochleistungs)Sport ist das nicht zwingend notwendig.
Was ich meine ist die Frage nach der Förderung, die ja im Sinne des Gemeinwohls vergeben wird. Wenn die Regeln an eine Privatfirma gebunden sind, und diese die Regeln nach gut dünken ändern darf, oder gleich den Service einstellen kann... wenn der Nachfolger rauskommt, dann hat man einfach keine Kontrolle mehr.

Wochenlang eine bestimmte Taktik trainiert? Morgen kommt der Patch, die Taktik ist geschwächt oder gar nicht mehr möglich. Pech gehabt. Oder das Waffenhandling wird einen Tag vor einem lokalen Turnier umgebaut. Und so weiter. Da gibts einen ganzen Haufen von Dingen, die in der GaaS-Welt vollkommen normal sind, die einen Vereinsbetrieb unmöglich machen. Zumindest nicht im gleichen Sinne wie Fußball und Schach, denn hier kann einem niemand die Regeln von heute auf morgen ändern. Die Mindestvorraussetzung wäre deswegen das man eigene Server aufsetzen kann und ein bestimmtes Patchlevel einstellen kann.

Vom Verschwinden der Server wegen Abschaltung ganz zu schweigen.

Dann noch das Problem der nachvollziehbaren und garantierten Fairness. Woher will man wissen, das ein Spiel, sein Client und der Server, wirklich fair funktionieren? Garantieren kann man das nur, wenn man den gesamten Quellcode lesen kann und verifizieren kann, das alles rechtens zugeht. Da ist dermaßen viel Potential für Schweinereien vorhanden - und das wird auch schon längst genutzt. Man denke an das Patent zur psychologischen Manipulation von In-Game-Shop-Käufern. Da kann man sich gerne mal überlegen was noch so geht, und sich dann fragen, ob das nicht schon längst passiert. Und noch viel mehr. Gerne auch an Facebook denken, die schon so einiges gemacht haben, von psychologischer Manipulation von Usern zu Forschungszwecken bis zu Wahlmanipulation. Und all das, was nicht an die Oberfläche gekommen ist.

Überprüfbare Fairness gibts nur mit Open-Source-Servern und -Clients. Alles andere ist Hoffen und Glauben. Wer sich darauf verlässt, das die Veranstalter und Medienkonzerne, die mit der ganzen Sache ihr Geld verdienen wollen, nicht das volle Potential zur Spielmanipulation einsetzen werden, der ist naiv.
johndoe1544206
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe1544206 »

Wer ernsthaft meint e-sport wäre Sport, sollte sich mal untersuchen lassen.

Gut, dass die Studie hier mal wieder in die richtige Richtung weist.
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Bachstail
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Bachstail »

Oder hat mehr Ahnung vom Thema.
johndoe1238056
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe1238056 »

sabienchen hat geschrieben: 28.08.2019 23:24 Also von Clans und Wohnungen habe ich auch schon mal gehört.
Staatlich finanziert? Hm, ich nicht.

Hier geht offenbar jeder von Profisport aus. Die existierenden Fördergelder fließen doch auch nicht in neues Connolly-Leder für die Sitze der VIP-Logen im Signal-Iduna Park, sondern in so etwas wie den Erhalt oder Bau eines Bolzplatzes. Wohin sollten denn solche Gelder beim e-Sport fließen?
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Kobba
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Kobba »

Akabei hat geschrieben: 29.08.2019 06:57
sabienchen hat geschrieben: 28.08.2019 23:24 Also von Clans und Wohnungen habe ich auch schon mal gehört.
Staatlich finanziert? Hm, ich nicht.

Hier geht offenbar jeder von Profisport aus. Die existierenden Fördergelder fließen doch auch nicht in neues Connolly-Leder für die Sitze der VIP-Logen im Signal-Iduna Park, sondern in so etwas wie den Erhalt oder Bau eines Bolzplatzes. Wohin sollten denn solche Gelder beim e-Sport fließen?
Das ist doch die eigentliche Frage! Wohin sollen die Gelder fließen und macht es gesellschaftlich überhaupt Sinn ESport zu fördern. Der Rest ist nur Semantik.
johndoe1544206
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe1544206 »

Internetausbau
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mindfaQ
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von mindfaQ »

Wortgewandt hat geschrieben: 28.08.2019 16:01 Gnadenlos haltloses Argument. Als Dota-Progamer fokussierst du dich auf allerhöchstens 10 Helden, von den restlichen weißt du was die können. Dann geht es um das Abspulen eines immer gleichen Early und Midgames.

Ein fast schon spielentscheidender Moment ist der Pick, danach kommts darauf an, wie du 4 Skills einsetzt. Das ist natürlich Skill, ja.

Aber MEILENWEIT von der Denkleistung eines Schachsportlers entfernt, der sich über ne Stunde alleine hochkonzentriert auf das Board fokussiert. Wirklich NULL zu vergleichen. Sorry.

Und wie gesagt, was man diesen Rotzlöffeln an Gehältern und Preisgeldern zahlt - unverständlich!
Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen und dann irgendwie an den Haaren herbei gezogen, dass Schach schwieriger als Dota sei, obwohl beide Spiele unterschiedliche Skills benötigen und dadurch unterschiedliche Leute unterschiedliche Schwierigkeiten bei der einen oder anderen Disziplin haben werden.
Schach ist ein Mix aus Taktik und Strategie.
Dota ein Mix aus Teamplay, Reaktion, Taktik, Strategie, mechanischen Fähigkeiten.
Der Strategische Aspekt ist in Dota komplexer. Bei der Taktik hast du im Schach mehr Zeit diese zu überdenken, dadurch geht sie deutlich tiefer - dafür muss du bei Dota schnellere Entscheidungen treffen (auch schneller als beim Speedschach). Allein das Dota-Turnier was zuletzt ausgetragen wurde widerspricht allen deinen Behauptungen zum Spiel - da ist wirklich nicht eine korrekte Aussage dabei. Insofern ist dein Geplänkel realitätsfern.
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zmonx
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von zmonx »

Also wir hatten mal im Off-Topic einen Schach-Fachgesimpel Thread, wo ich alle platt gemacht habe. So kompliziert und schwierig ist dieser Sport nun auch wieder nicht... Mit etwas Hingabe und Training, ist man da denke ich schnell Großmeister. Ist doch auch bloß ne Abfolge von ein paar Strategien, die sich über die Jahre als erfolgreich herausgestellt haben. Copy -> Paste.

Aber die alten Herren, die sowas entscheiden sollen, oder es jetzt entschieden haben, wissen schon was sie machen. Hoch das Glas ^^
johndoe711686
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe711686 »

Doc Angelo hat geschrieben: 28.08.2019 23:26 Wochenlang eine bestimmte Taktik trainiert? Morgen kommt der Patch, die Taktik ist geschwächt oder gar nicht mehr möglich. Pech gehabt.
Jahrelang die F1 dominiert mit Red Bull? Regeln geändert, Auto jetzt zu schwach und Mercedes dominiert. Millionen an Einnahmen weg, Pech gehabt.
johndoe711686
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe711686 »

Akabei hat geschrieben: 29.08.2019 06:57
sabienchen hat geschrieben: 28.08.2019 23:24 Also von Clans und Wohnungen habe ich auch schon mal gehört.
Staatlich finanziert? Hm, ich nicht.

Hier geht offenbar jeder von Profisport aus. Die existierenden Fördergelder fließen doch auch nicht in neues Connolly-Leder für die Sitze der VIP-Logen im Signal-Iduna Park, sondern in so etwas wie den Erhalt oder Bau eines Bolzplatzes. Wohin sollten denn solche Gelder beim e-Sport fließen?
In Konkurrenzfähige Hardware für jedes Kind. Der Bürger-PC (Und eine stabile Leitung für alle wäre auch nicht schlecht) :)
johndoe1238056
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe1238056 »

Ryan2k6 hat geschrieben: 29.08.2019 09:24
Akabei hat geschrieben: 29.08.2019 06:57
sabienchen hat geschrieben: 28.08.2019 23:24 Also von Clans und Wohnungen habe ich auch schon mal gehört.
Staatlich finanziert? Hm, ich nicht.

Hier geht offenbar jeder von Profisport aus. Die existierenden Fördergelder fließen doch auch nicht in neues Connolly-Leder für die Sitze der VIP-Logen im Signal-Iduna Park, sondern in so etwas wie den Erhalt oder Bau eines Bolzplatzes. Wohin sollten denn solche Gelder beim e-Sport fließen?
In Konkurrenzfähige Hardware für jedes Kind. Der Bürger-PC (Und eine stabile Leitung für alle wäre auch nicht schlecht) :)
Aha, also geht es nicht darum, sich mit Sport gleich zu stellen, sondern besser zu stellen.

Ich musste jedenfalls meine Fußballschuhe, Tennisschläger, Rennräder und sonstigen Sachen immer selbst bezahlen. Mit ein wenig Glück hat sich eine Privatperson wie ein Handwerker erbarmt und Trikotsätze gespendet.

Meine Eltern können froh sein, dass ich als Kind nicht auf die Idee kam Kartrennen fahren zu wollen, dann hätte ein Elternteil nämlich noch einen Zweitjob annehmen müssen.