E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

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Raskir
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Raskir »

Liesel Weppen hat geschrieben: 27.08.2019 16:54
camü hat geschrieben: 27.08.2019 16:38 Bei keinen Sport der Welt ist diese Abhängigkeit von einem Unternehmen vorhanden. Wenn Valve die server abstellt, kann keiner mehr diesem e-sport nachgehen.
Auch für dich nochmal: Die Sparte ist Taktikshooter, Counterstrike ist nur die Ausführung. Wenn Valve Counterstrike einstellt, dann spielt man eben in Zukunft Rainbow 6 oder was weiß ich (ich spiele keine derartigen Shooter).

Bei den meisten Spielen sind die Mechaniken ausserdem relativ genau bekannt, häufig sogar vom Anbieter bewusst offengelegt. Wie sich ein Treffer mit welcher Waffe auf welchen Körperteil mit welcher Schutzausrüstung genau auswirkt, ist afaik auch in Counterstrike bekannt und wenn Valve irgendwelche Werte ändert, ist das nichts anderes als wenn beim Skislalom irgendein neuartiger Ski reglementiert wird, weil man dadurch übermäßige Vorteile hätte. Ebenso die technischen Beschränkungen der Formel 1. Die ändern sich auch jährlich und das wird halt "einfach" von der FIA bestimmt.

Wenn die UEFA dicht macht, gibts auch keine Champions League mehr. Deswegen ist aber Fussball nicht gestorben.
Das sind Genre, haste im Sport ja auch. Ballsport, ski, schwimmen, laufen, reiten, fahren. Jedes Sprössling davon ist aber ein eigener Sport. So müsste es dann quasi auch beim esport sein ;)

Ansonsten kann mir keiner weiß machen, dass rugby und football weiter voneinander entfernt sind als cs und rainbow six
Oder noch krasser, pool und snooker
Zuletzt geändert von Raskir am 27.08.2019 17:12, insgesamt 1-mal geändert.
johndoe711686
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe711686 »

Stryx hat geschrieben: 27.08.2019 16:58 Ein Fußballer muss seinen Körper trainieren, Ausdauer aufbauen, Muskulatur aufbauen, Ballgefühl trainieren und taktisches Verständnis erlangen, Bewegungsabläufe üben. Ein Fifaspieler hingegen muss, mal ganz salopp ausgedrückt, lernen im richtigen Moment den richtigen Knopf zu drücken. Der Begriff e-Sport würde einen Fußballer und einen Fifaspieler auf Ebene heben und das halte ich für falsch.
Und ein Schachspieler ist dann ebenso kein "echter" Sportler wie ein Fußballer? Wenn man sich mal einige Interviews von Fußballern anhört, hätten sie vielleicht mal mehr Schachtraining bekommen sollen. ;-)

Sport immer an diesem körperlichen Gedanken fest zu machen, finde ich genau so falsch, wie Arbeit an körperlichen Dingen fest zu machen. Oder willst du sagen der Büromitarbeiter sollte sich auch nicht Arbeiter nennen dürfen, wie der Erntehelfer?
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SethSteiner
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von SethSteiner »

yopparai hat geschrieben: 27.08.2019 17:04 Natürlich tun wir das alle, deshalb dürfen wir uns ja auch alle eine Meinung erlauben. Das ist eben meine. Und nein, Bolzen gehn tun die Kids nicht, wenn sie besonders in Städten keinen Platz haben, wo sie das dürfen. Und den muss eben irgendwer bezahlen.
Wir dürfen uns alle eine Meinung erlauben, weil das eines der fundamentalen Rechte in einer jeden freiheitlichen Demokratie ist. Das hat nichts damit zutun das man Steuern zahlt. Und klar gehen die Kids weiterhin Bolzen, Platz findet sich immer. Dosenfußball haben wir auch schon erwähnt. Der Fußball braucht keine Förderung um zu überlegen und die Kids brauchen keine Gönner um Fußball zu spielen.

@Ryan2k6
Die Sache ist doch eher, dass man einfach nicht anerkennen will, dass der Körper mehr ist als nur Beine und Arme und verschiedene Tätigkeiten den Körper auf unterschiedliche Weise und auch andere Teile beanspruchen. Aber nein, sobalds kein Schweiß auf muskulösen Waden gibt ist etwas plötzlich keine Arbeit mehr oder eben kein Sport.
Zuletzt geändert von SethSteiner am 27.08.2019 17:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Raskir
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Raskir »

Aber seien wir mal ehrlich. Wenn nicht mal ein großer teil der Gamer (nicht gleichzusetzen mit Mehrheit), esport als Sport anerkennen will, wie soll man das vom rest der Welt erwarten? Sehe dafür echt schwarz in den nächsten 10 Jahren

Und ich muss auch gestehen, als gamer sehe ich eher darts als Sport als gaming.
Zuletzt geändert von Raskir am 27.08.2019 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
yopparai
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von yopparai »

Ryan2k6 hat geschrieben: 27.08.2019 17:07 Aber warum bist du dagegen? Ob du mit deinen Steuergeldern jetzt den Bolzplatz im Dorf oder den PC für den Jungen des Nachbarn finanzierst ist doch egal? Und ob du jetzt Sport finanzierst der die Beine trainiert oder den Kopf ist doch ebenso egal? Oder geht es nur darum, dass du Schach nicht magst und es deswegen nicht finanzieren willst? Weil wenn es nur nach Sympathie geht, gibt es bald wirklich nur noch Fußballförderung, oder gar keine.
Weil ich persönlich der Ansicht bin, dass sportliche (körperlich gemeint) Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche einen höheren Stellenwert besitzen sollten, als sie das derzeit tun. Ich empfinde da ein Ungleichgewicht, ich kenne selbst Vereine in meiner Gegend, die Probleme haben eine Halle von der Stadt zu bekommen. Da würde ich gern mein Geld sehen, wenn ich mir das aussuchen könnte. Den Kopf strengen die morgens in der Schule genug an. Deshalb finanziere ich dem Nachbarskind eben lieber den Sportverein als seine Zockerausrüstung.

@Seth: Klar darf man sich die auch sonst erlauben, nur ob ich die dann ernst nehme ist ne andere Frage. Und ich rede jetzt rein von der Investition dieser Gelder.
Zuletzt geändert von yopparai am 27.08.2019 17:17, insgesamt 1-mal geändert.
Doc Angelo
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Doc Angelo »

Sport verbinde ich persönlich auch mit körperlicher Betätigung. Sport ist nicht die einzige Art einen Wettbewerb zu veranstalten. Das genaue Wort ist nicht das eigentliche Problem. Ansonsten kann ich die Diskussion verstehen, weil es so einige "Sportarten" gibt, die scheinbar als "Gemeinwohl" angesehen werden, die praktisch identisch zu Computer-Wettbewerben sind.
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Stryx
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Stryx »

Ich sag ja, ich würde einen Schachspieler als Wettkämpfer verstehen, mehr nicht.

Und ich halte für falsch virtuellen Wettkampf mit realen Wettkampf zu vergleichen, da liegen Dimensionen dazuzwischen. Wäre ich professioneller Fifaspieler, würde ich mich sicherlich nicht als Sportler sehen.
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danke15jahre4p
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von danke15jahre4p »

kids die eher motorisch nicht veranlagt sind, sprich eher kein fussball spielen und ihren wettstreit dann im gedankensport wie schach suchen, sollten von einer förderung ihrer sportart schach durch steuergelder nicht profitieren weil sie im hohen alter angeblich dann nicht so fit wie fussballspieler sind und deswegen nicht unserer rente zuträglich sind?

darüber bitte nochmal nachdenken yopparai, nicht nur aus fairnessgründen sondern vor dem hintergrund, dass selbstverständlich auch absolut unsportliche arbeitnehmer unserer rente zuträglich sind.

greetingz
johndoe711686
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von johndoe711686 »

Nur mal als Info:
Für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) steht beispielsweise die (körperliche) motorische Aktivität im Vordergrund. Denkspiele, die Dressur von Tieren sowie Motorsport ohne Einbeziehung solcher motorischer Aktivitäten entsprechen daher nicht dem Sport-Verständnis des DOSB.[5] Dennoch hat der DOSB Schach als Sportart anerkannt; das Internationale Olympische Komitee (IOC) sogar Schach und Bridge.
yopparai
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von yopparai »

dOpesen hat geschrieben: 27.08.2019 17:20 kids die eher motorisch nicht veranlagt sind, sprich eher kein fussball spielen und ihren wettstreit dann im gedankensport wie schach suchen, sollten von einer förderung ihrer sportart schach durch steuergelder nicht profitieren weil sie im hohen alter angeblich dann nicht so fit wie fussballspieler sind und deswegen nicht unserer rente zuträglich sind?

darüber bitte nochmal nachdenken yopparai, nicht nur aus fairnessgründen sondern vor dem hintergrund, dass selbstverständlich auch absolut unsportliche arbeitnehmer unserer rente zuträglich sind.

greetingz
Ich glaube du nimmst den Nebensatz mit der Rente etwas zu genau. Mir geht’s mehr darum dass ich bereit bin für die jüngere Generation etwas zu zahlen, weil ich weiß, dass die irgendwann den Laden schmeißt wenn ich nicht mehr kann. Und ich hoffe, dass sie das bei guter körperlicher Gesundheit tut.
camü
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von camü »

Liesel Weppen hat geschrieben: 27.08.2019 16:54
camü hat geschrieben: 27.08.2019 16:38 Bei keinen Sport der Welt ist diese Abhängigkeit von einem Unternehmen vorhanden. Wenn Valve die server abstellt, kann keiner mehr diesem e-sport nachgehen.
Auch für dich nochmal: Die Sparte ist Taktikshooter, Counterstrike ist nur die Ausführung. Wenn Valve Counterstrike einstellt, dann spielt man eben in Zukunft Rainbow 6 oder was weiß ich (ich spiele keine derartigen Shooter).

Bei den meisten Spielen sind die Mechaniken ausserdem relativ genau bekannt, häufig sogar vom Anbieter bewusst offengelegt. Wie sich ein Treffer mit welcher Waffe auf welchen Körperteil mit welcher Schutzausrüstung genau auswirkt, ist afaik auch in Counterstrike bekannt und wenn Valve irgendwelche Werte ändert, ist das nichts anderes als wenn beim Skislalom irgendein neuartiger Ski reglementiert wird, weil man dadurch übermäßige Vorteile hätte. Ebenso die technischen Beschränkungen der Formel 1. Die ändern sich auch jährlich und das wird halt "einfach" von der FIA bestimmt.

Wenn die UEFA dicht macht, gibts auch keine Champions League mehr. Deswegen ist aber Fussball nicht gestorben.
Naja, einen Dachverband wie die FIA mit valve zu vergleichen ist „sportlich“.

Genauso sportlich wie zu sagen, dass cs und rainbow 6 der gleiche e-sport wären.

Bei einem Dachverband handelt es sich um einen zusammenschluss verschiedener Verbände, so besteht die FIA z.b. aus den Verbänden deutscher Motorsport, deutscher automobilclub, österreichicher automobil-,mottorad und tuning club und viele mehr... die unter dem Dachverband aufgrund der technischen Schnelllebigkeit im Motorsport die Regeln anpassen.
Das komplette regelwerk liegt im Motorsport offen.
Wenn du so etwas im esport erreichen möchtest müsste CS:go folgendermaßen angepasst werden:

CS:go müsste komplett open source sein
Änderungen am Programm werden über einen Dachverband der sich aus mehreren e-sport vereinen zusammensetzt entschieden.

Dann würde der vergleich passen... ist aber nicht der Fall.

Und zu sagen, dass sowohl cs:go und rainbow six der gleiche esport ist, ist ungefähr so wie wenn ich sagen würde, dass Tennis und Federball der gleiche Sport ist...
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Wortgewandt »

Bei den Preisgeldern, die man diesen Bälgern und Rotzlöffeln zählt, mutet es widerlich an, dass man noch steuerliche Vorteile erwirtschaften will - mit einer sitzenden Tätigkeit, wo man lediglich Finger bewegt.

Schach ist so unterrepräsentiert - da kann ich diese Einordnung verstehen, um diese geniale Spiel weiter zu fördern und am Leben zu erhalten.

Desweiteren würde mich mal interessieren, was das eigentliche Sportgerät der sogenannten E-Sportler sein soll. Ist es das Spiel an sich oder der Rechner? Wenn das das Spiel ist, möchte ich keinen Sport ausüben, wo jeder geringste Patch meinen Sport über den Haufen schmeisst. Und das jeden Monat aufs Neue. Was soll das für ein Sport sein - ohne die geringste Konstante. Totaler Blödsinn.

E-sport ist kein Sport!
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SethSteiner
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von SethSteiner »

Für jemanden der sich Wortgewandt nennt, scheinst du (aber nicht nur du) den Sportbegriff nicht so wirklich zu kennen und zu verstehen. Woher wohl kommt die Wendung "einen Sport aus etwas machen"? Daher dass Sport sich dadurch auszeichnet, dass man Kraft aufwendet? Nee, aus dem Wettkampf und den damit verbundenen Regeln. Das ist für Sport eben relevant. Ich finde es auch ulkig, bei Schach ein Auge zuzudrücken, weil es "genial" ist.

Es ist halt so, dass eSport sehr wohl Sport ist aber man sich den Begriff uminterpretiert um.. keine Ahnung, so ganz klar ist mir die Motivation nicht. Vielleicht ein Verlustgefühl? So ein Männlichkeitsding, dass man sich da bedroht sieht, wenn man angeblich unsportlichen Menschen zubilligt dass sie eine sportliche Tätigkeit ausüben?
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Bachstail
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von Bachstail »

Es geht übrigens nicht nur um steuerliche Vorteile und finanzielle Förderung, sondern auch um Dinge wie Visa.

Der diesjährige Tekken-EVO-Champion hatte in der Vergangenheit zum Beispiel des Öfteren Probleme, in das Ausland zu reisen und an Turnieren teilzunehmen, die Klassifizierung des eSports als Sport würde es solchen Menschen erleichtern, in das Ausland zu reisen und an Turnieren teilzunehmen, da sie dafür dann spezielle Visa bekämen.
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DonDonat
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Re: E-Sport ist "kein Sport im Sinne des geltenden Rechts"

Beitrag von DonDonat »

Meine persönliche Meinung ist, dass E-Sport kein Sport im Sinne einer körperlichen Betätigung ist aber sehr wohl im Sinne eines Wettkampfes oder einer organisierten Tätigkeit mit dem Ziel eines Wettkampfes.

Rein rechtlich wird aber wohl am aller ehesten problematisch sein, dass E-Sport IMMER ein nicht-gemeinnützige Tätigkeit ist: hinter jedem einzelnen E-Sport Titel steht eine Firma, die damit direkt Geld verdient. Im Gegensatz dazu die anderen "Pseudo-Sport-Arten" (Schach, Dart...) bei denen dass eben nicht der Fall ist.

Würde man aber ein Open-Source-Spiel entwerfen, an dem keiner direkt Geld verdient, dann wäre es wohl auch rechtlich kaum noch möglich E-Sport nicht als Sport anzuerkennen.