Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

Benutzeravatar
thormente
Beiträge: 948
Registriert: 03.11.2017 16:15
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von thormente »

Heruwath hat geschrieben: 12.11.2018 23:57 Daher stelle ich die Frage auch an dich, welche deiner persönlichen Werte werden durch die aktuelle Entwicklung, oder ganz spezifisch die Aktion von Blizzard auf der BlizzCon veletzt.
Äh? Ok, ich denke, jeder weitere Wortwechsel in der Richtung ist ohne Sinn.

Das ist ein guter Punkt. Und ich bin leicht überrascht davon, dass die Leute bei Blizzard, oder besser gesagt die Entscheidungsträger bei Blizzard das nicht kommen sehen haben. Ich sage leicht überrascht, weil ich durchaus verstehe, wie schnell so etwas übersehen werden kann. Betriebsblindheit und keine Verschnaufpause.
Klar. Deshalb hat man unmittelbar bekannt gegeben, neben Diablo Immoral an weiteren Mobiltitel zu arbeiten. Wofür hauseigene Devs missbraucht werden.

Betriebsblind? Man muss totaler sensorischer Deprivation unterzogen worden sein, damit es zu so einer versehentlichen Fehleinschätzung kommen kann.

Fantum, Fanatiker? Das ist am Kunden vorbei und für solche Faux pas rollen normal Köpfe. Verstärkt durch Kurssturz eines am börsennotiertes Unternehmen. Schlicht und einfach.
Benutzeravatar
SethSteiner
Beiträge: 11871
Registriert: 17.03.2010 20:37
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von SethSteiner »

Obendrein nicht nur hauseigene Devs, sondern auch noch DIE BESTEN. Ich hab auch keine Ahnung wie die Spiele aussehen sollen, wenn sie angeblich soviele Projekte haben und dann die besten sich gar nicht um die PC Titel kümmern.
Heruwath
Beiträge: 1023
Registriert: 26.03.2008 12:06
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Heruwath »

thormente hat geschrieben: 13.11.2018 15:16
Heruwath hat geschrieben: 12.11.2018 23:57 Daher stelle ich die Frage auch an dich, welche deiner persönlichen Werte werden durch die aktuelle Entwicklung, oder ganz spezifisch die Aktion von Blizzard auf der BlizzCon veletzt.
Äh? Ok, ich denke, jeder weitere Wortwechsel in der Richtung ist ohne Sinn.

Das ist ein guter Punkt. Und ich bin leicht überrascht davon, dass die Leute bei Blizzard, oder besser gesagt die Entscheidungsträger bei Blizzard das nicht kommen sehen haben. Ich sage leicht überrascht, weil ich durchaus verstehe, wie schnell so etwas übersehen werden kann. Betriebsblindheit und keine Verschnaufpause.
Klar. Deshalb hat man unmittelbar bekannt gegeben, neben Diablo Immoral an weiteren Mobiltitel zu arbeiten. Wofür hauseigene Devs missbraucht werden.

Betriebsblind? Man muss totaler sensorischer Deprivation unterzogen worden sein, damit es zu so einer versehentlichen Fehleinschätzung kommen kann.

Fantum, Fanatiker? Das ist am Kunden vorbei und für solche Faux pas rollen normal Köpfe. Verstärkt durch Kurssturz eines am börsennotiertes Unternehmen. Schlicht und einfach.
Wenn du dieser Meinung bist, dann lohnt sich wirklich keine weitere Diskussion. "sensorische Deprivation"? Hast du überhaupt eine Ahnung, was der Aufgabenbereich dieser Leute ist? Hast du selbst schon mal ein Event in der Größenordnung einer BlizzCon geplannt? Wenn nicht, wer bist du noch mal hier ohne Wissen solche Vorwürfe und Beleidigungen anderen an den Kopf zu werfen?

Du hast gerade sehr explizit gezeigt, dass du weder Ahnung noch ein Interesse an einer Verbesserung hast. Du hast auch hervorraggend gezeigt, dass du dir auch nicht die Mühe gemacht hast richtig zu lesen. Auch hast du grandios gezeigt, dass du an einer Diskussion nicht interessiert bist. Wer bist du nochmal, dass andere dir zuhören sollen?

So einfach ist das!
Benutzeravatar
thormente
Beiträge: 948
Registriert: 03.11.2017 16:15
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von thormente »

Heruwath hat geschrieben: 13.11.2018 17:48
Hast du überhaupt eine Ahnung, was der Aufgabenbereich dieser Leute ist?
Nein, warum auch? Diese Leute müssen aber eine Ahnung haben, was die (Stamm)Kundschaft erwartet.

Man stelle sich vor, ein renommierter Hersteller von Sportwagen würde auf einer hauseigenen Veranstaltung den Sportwagenfans einen Motorroller als neuestes Produkt anpreisen.

Oder Sony würde auf der E3 2021 ein God Of War anteasern... exklusiv... für Android/iOS... mit weiblicher Hauptbesetzung... gefolgt vom Versprechen nun den Fokus vermehrt auf Mobil zu setzen...

"Is this an out of season april fools joke?"


https://www.thegamer.com/diablo-immorta ... ools-joke/
Benutzeravatar
Stalkingwolf
Beiträge: 8525
Registriert: 25.06.2012 07:08
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Stalkingwolf »

Da kommen ja täglich neue Hiobsbotschaften.
https://www.youtube.com/watch?v=kvhmGPKlL1g
Hier kann man sich dann auch vorstellen wofür die Kooperation mit NETEASE eingegangen wird.

Wenn das Spielmodell wirklich die Zukunft ist, dann gute Nacht.
Heruwath
Beiträge: 1023
Registriert: 26.03.2008 12:06
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Heruwath »

thormente hat geschrieben: 13.11.2018 21:31
Heruwath hat geschrieben: 13.11.2018 17:48
Hast du überhaupt eine Ahnung, was der Aufgabenbereich dieser Leute ist?
Nein, warum auch? Diese Leute müssen aber eine Ahnung haben, was die (Stamm)Kundschaft erwartet.
Ich habe dir in den letzten Tagen ganz genau den Grund dargestellt, warum es ratsam ist eine Ahnung zu haben.

Nun gut, ich werde es nochmal erklären. Es ist ratsam eine Ahnung zu haben, weil der Gehalt und die Wertigkeit deiner Argumente dadurch gravierend erhöht wird. Das hat zufolge, dass die Zuhörer eher geneigt sind dir zuzuhören und auch viel offener deinen Vorschlägen gegenüber sind. Das hat auch zur Folge, dass du selbst davon absiehst die Leute direkt an den Pranger zu stellen und dich auf das Problem und nicht die Person fokusierst, was an sich viel an unnötigem and ablenkenden Themen und Gefühlen aus der Diskussion nimmt und die Beteiligten sich dadurch auf das eigentliche Thema fokusieren können.

Ich würde auch gerne auf deine Aussage zurückkommen: "Diese Leute müssen aber eine Ahnung haben, was die (Stamm)Kundschaft erwartet." Ja müssen sie, allerdings können sie auch Fehler machen, denn jeder macht Fehler. Was ich an sehr vielen Aussagen der "Kritiker" so abstossend finde, ist das fehlende Einräumen der Tatsache, dass Leute Fehler machen können, obwohl die Kritiker selbst 100% wissen, das das ein Fakt ist. Es hat den Anschein hier wird Perfektion erwartet, was einfach nicht realistisch ist.

Deswegen gibt es ja auch den Ratschlag besser zu werden indem man vor seiner Tür kehrt und so lernt. Allein dadurch hast du immer im Kopf, dass Leute Fehler machen können und du lernst auch zu verstehen, dass die zig anderen Situation, welche genauso schief gehen könnten durch die Fähigkeiten der selben Leute abgefangen wurden. Warum man zu diesem Wissen kommt, weil man es an sich selbst auch nicht anders kennt. Im eigenen Job immer das beste geben und das Meiste richtig und gut machen, bis auf einen Fehler, der nun mal passiert. Stellst du dich dann auch hin und "kritisierst" dich selbst bis zu dem Punkt, wo du dich selbst als unfähig darstellst und auch der Überzeugung bist, dass jetzt eigentlich dein Kopf rollen sollte?

Man stelle sich vor du würdest einen Fehler bei deiner Arbeit machen.
Benutzeravatar
SethSteiner
Beiträge: 11871
Registriert: 17.03.2010 20:37
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von SethSteiner »

Niemand erwartet Perfektion oder Fehlerfreiheit. Warum wohl haben Spieler so wenig Probleme mit Verschiebungen? Selbst wenn man Day One Patches nervig findet, würde wohl kaum jemand zurückwollen in die Zeit der 00er und 90er als man noch mühsam sich Patches einzeln besorgen musste und solange ein Spiel nicht rauskommt wie Mass Effect Andromeda oder Colonial Marines ist man auch sehr nachsichtig mit Fehlern. Besonders hilft hierbei übrigens auch immer Kommunikation, je transparenter man mit Fehlern umgeht, desto eher ist man auch bereit zu vergeben oder man muss gar nicht erst vergeben, weil man eben direkt kein Problem sieht.

Man erwartet aber die Nachfrage zu kennen und die Nachfrage zu bedienen und nicht die Nachfrage zu übergehen und zu ignorieren. Und nein, das ist wirklich nicht so schwer, das ist so ziemlich die Basis eines Unternehmens. Ein Handygame auf der Blizzcon als Hilight vorzustellen ist kein kleiner Fehler oder ein Versehen, vor allem wenn man eben auch die Pressekonferenz anschaut und sich anhört was dort zu Journalisten (also noch nicht mal dem eigenen Publikum) gesagt wird. Das ist Arroganz, Inkompetenz und allen voran Ignoranz. Übrigens, selbst zu Diablo Immortal hat es selbst Netease gepackt mehr Infos rauszurücken als Activision Blizzard selber. Also sogar wenn man diesen Titel verkaufen will, ist der eigene Kooperationspartner informativer.
Benutzeravatar
thormente
Beiträge: 948
Registriert: 03.11.2017 16:15
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von thormente »

Heruwath hat geschrieben: 14.11.2018 09:00 Im eigenen Job immer das beste geben und das Meiste richtig und gut machen, bis auf einen Fehler, der nun mal passiert. Stellst du dich dann auch hin und "kritisierst" dich selbst bis zu dem Punkt, wo du dich selbst als unfähig darstellst und auch der Überzeugung bist, dass jetzt eigentlich dein Kopf rollen sollte?
Immer das Beste? Das ich nicht lache. Die besten Zeiten in dieser Branche sind lange vorbei.

Wenn ich mir in meiner Arbeit mit gleicher Graviation sowas leisten würde, dann wäre das mutwillige Zerstörung, oder würde mindestens als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden.
Heruwath
Beiträge: 1023
Registriert: 26.03.2008 12:06
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Heruwath »

SethSteiner hat geschrieben: 14.11.2018 09:19 Niemand erwartet Perfektion oder Fehlerfreiheit. Warum wohl haben Spieler so wenig Probleme mit Verschiebungen? Selbst wenn man Day One Patches nervig findet, würde wohl kaum jemand zurückwollen in die Zeit der 00er und 90er als man noch mühsam sich Patches einzeln besorgen musste und solange ein Spiel nicht rauskommt wie Mass Effect Andromeda oder Colonial Marines ist man auch sehr nachsichtig mit Fehlern. Besonders hilft hierbei übrigens auch immer Kommunikation, je transparenter man mit Fehlern umgeht, desto eher ist man auch bereit zu vergeben oder man muss gar nicht erst vergeben, weil man eben direkt kein Problem sieht.

Man erwartet aber die Nachfrage zu kennen und die Nachfrage zu bedienen und nicht die Nachfrage zu übergehen und zu ignorieren. Und nein, das ist wirklich nicht so schwer, das ist so ziemlich die Basis eines Unternehmens. Ein Handygame auf der Blizzcon als Hilight vorzustellen ist kein kleiner Fehler oder ein Versehen, vor allem wenn man eben auch die Pressekonferenz anschaut und sich anhört was dort zu Journalisten (also noch nicht mal dem eigenen Publikum) gesagt wird. Das ist Arroganz, Inkompetenz und allen voran Ignoranz. Übrigens, selbst zu Diablo Immortal hat es selbst Netease gepackt mehr Infos rauszurücken als Activision Blizzard selber. Also sogar wenn man diesen Titel verkaufen will, ist der eigene Kooperationspartner informativer.
Ich stimme dir in sehr vielen Punkten zu. Bei einem davon stimme ich dir nicht zu, nämlich dem, dass es nicht so schwer ist. Wenn es nicht so schwer wäre, dann würden sehr viel mehr Leute sehr viel mehr richtig machen.

Bei einer Entscheidung ist es wahrscheinlicher, dass sie negative Folgen haben wird, als das sie positive Folgen haben wird. Um die Wahrscheinlichkeit der negativen Folgen zu reduzieren erfordert es ein ungleich schwierigere und aufwändigere Analyse der möglichen Folgen. Ein weiterer Punkt kommt hinzu. Die Schwierigkeit steigt mit der Reduktion der Wahrscheinlichkeit von negativen Folgen. Der Schritt von 50/50 (positiv/negativ) zu 60/40 ist ungleich schwerer und aufwändiger als der Schritt von 40/60 zu 50/50. Der dritte Punkt, der noch hinzukommt ist das Gewicht der Folgen. Wenn du die Folgen größtenteils ins positive bewegt hast und das über einen recht großen Zeitraum, dann trifft jede negative Folge um einiges härter, weil die Leute in diesem Fall viel öfter positive Folgen gespürt haben und viel weniger mit negativen Folgen gerechnet haben.

Wir wissen das, denn wir wissen auch dass es niemals 100/0 erreichen kann, deswegen ist Perfektion ja nicht möglich.

Diese Schwierigkeit sorgt dafür, dass je mehr Variablen ich bei einer Entscheidung beachten muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine davon übersehe und desto schwerer ist die Folge dieser einen Variable.

Das ganze hat nicht unbedingt etwas mit Ignoranz, Inkompetenz und Arroganz zu tun, denn mein Ziel des ganzen ist sicherlich nicht negative Folgen explizit zu ignorieren, oder in anderen ein negatives Gefühl zu wecken. Würdest du jemanden als inkompetent bezeichnen, wenn diese Person 99 Sachen richtig gemacht hat und die 100te total vor die Wand fährt?

Natürlich kann man jetzt sagen, dass diese 100te Sache selbstverständlich ist und zu den basics gehört. Tja, die 99 anderen sind es wahrscheinlich auch.

Da hängt so viel mit drin, dass es nicht so einfach ist dieses Thema überhaupt zu analysieren. Allein in dieser Diskussion hier spielen so viele Variablen eine Rolle, dass es immer schwieriger wird zum Kern vorzudringen. Genau deswegen sollte ich nicht den Fehler machen und die Leute als ignorant, arrogant und inkompetent zu bezeichnen, denn schließlich kann ich durchaus eine Variable übersehen haben. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt aufhören sollte darüber zu reden um eine Lösung zu finden, auch nicht dass ich Sachen nicht kritisieren soll. Allerdings bedeutet das für mich noch genauer hinzuschauen und dieses genaue Hinschauen kann angelernt und verfeinert werden durch Praxis an sich selbst. Hier kommen wir wieder zu dem Punkt "vor seiner eigenen Tür kehren".

Als Abschluss möchte ich ein weiteres Video von Jordan Peterson verlinken. Falls du es dir anschaust, achte bitte auf die Details z.B. wie lange er sich Zeit nimmt bevor er antwortet und wie es sich auch mittendrin verbessert um seine Aussage zu verbessern. Und wir sprechen hier von einem klinischen Psychologen, der auf jahrzehnte an Erfahrung zurückgreifen kann. Selbst er mit seiner Erfahrung, der genau darauf achtet was er sagt kann auch durchaus was falsches sagen. Das gibt er recht oft in Diskussionen selbst zu.

https://www.youtube.com/watch?v=TCowBCMVhfU

PS.: Danke für diese Diskussion, sie bringt mich zum nachdenken und dazu meine eigene Meinung und meine Aussage immer wieder zu evaluieren.
thormente hat geschrieben: 14.11.2018 19:30
Heruwath hat geschrieben: 14.11.2018 09:00 Im eigenen Job immer das beste geben und das Meiste richtig und gut machen, bis auf einen Fehler, der nun mal passiert. Stellst du dich dann auch hin und "kritisierst" dich selbst bis zu dem Punkt, wo du dich selbst als unfähig darstellst und auch der Überzeugung bist, dass jetzt eigentlich dein Kopf rollen sollte?
Immer das Beste? Das ich nicht lache. Die besten Zeiten in dieser Branche sind lange vorbei.

Wenn ich mir in meiner Arbeit mit gleicher Graviation sowas leisten würde, dann wäre das mutwillige Zerstörung, oder würde mindestens als grobe Fahrlässigkeit gewertet werden.
Ich sprach damit uns an. Versuchst du nicht immer das Beste bei deiner Arbeit zu tun?
Benutzeravatar
SethSteiner
Beiträge: 11871
Registriert: 17.03.2010 20:37
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von SethSteiner »

Heruwath hat geschrieben: 14.11.2018 19:39
SethSteiner hat geschrieben: 14.11.2018 09:19 Niemand erwartet Perfektion oder Fehlerfreiheit. Warum wohl haben Spieler so wenig Probleme mit Verschiebungen? Selbst wenn man Day One Patches nervig findet, würde wohl kaum jemand zurückwollen in die Zeit der 00er und 90er als man noch mühsam sich Patches einzeln besorgen musste und solange ein Spiel nicht rauskommt wie Mass Effect Andromeda oder Colonial Marines ist man auch sehr nachsichtig mit Fehlern. Besonders hilft hierbei übrigens auch immer Kommunikation, je transparenter man mit Fehlern umgeht, desto eher ist man auch bereit zu vergeben oder man muss gar nicht erst vergeben, weil man eben direkt kein Problem sieht.

Man erwartet aber die Nachfrage zu kennen und die Nachfrage zu bedienen und nicht die Nachfrage zu übergehen und zu ignorieren. Und nein, das ist wirklich nicht so schwer, das ist so ziemlich die Basis eines Unternehmens. Ein Handygame auf der Blizzcon als Hilight vorzustellen ist kein kleiner Fehler oder ein Versehen, vor allem wenn man eben auch die Pressekonferenz anschaut und sich anhört was dort zu Journalisten (also noch nicht mal dem eigenen Publikum) gesagt wird. Das ist Arroganz, Inkompetenz und allen voran Ignoranz. Übrigens, selbst zu Diablo Immortal hat es selbst Netease gepackt mehr Infos rauszurücken als Activision Blizzard selber. Also sogar wenn man diesen Titel verkaufen will, ist der eigene Kooperationspartner informativer.
Ich stimme dir in sehr vielen Punkten zu. Bei einem davon stimme ich dir nicht zu, nämlich dem, dass es nicht so schwer ist. Wenn es nicht so schwer wäre, dann würden sehr viel mehr Leute sehr viel mehr richtig machen.

Bei einer Entscheidung ist es wahrscheinlicher, dass sie negative Folgen haben wird, als das sie positive Folgen haben wird. Um die Wahrscheinlichkeit der negativen Folgen zu reduzieren erfordert es ein ungleich schwierigere und aufwändigere Analyse der möglichen Folgen. Ein weiterer Punkt kommt hinzu. Die Schwierigkeit steigt mit der Reduktion der Wahrscheinlichkeit von negativen Folgen. Der Schritt von 50/50 (positiv/negativ) zu 60/40 ist ungleich schwerer und aufwändiger als der Schritt von 40/60 zu 50/50. Der dritte Punkt, der noch hinzukommt ist das Gewicht der Folgen. Wenn du die Folgen größtenteils ins positive bewegt hast und das über einen recht großen Zeitraum, dann trifft jede negative Folge um einiges härter, weil die Leute in diesem Fall viel öfter positive Folgen gespürt haben und viel weniger mit negativen Folgen gerechnet haben.

Wir wissen das, denn wir wissen auch dass es niemals 100/0 erreichen kann, deswegen ist Perfektion ja nicht möglich.

Diese Schwierigkeit sorgt dafür, dass je mehr Variablen ich bei einer Entscheidung beachten muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine davon übersehe und desto schwerer ist die Folge dieser einen Variable.

Das ganze hat nicht unbedingt etwas mit Ignoranz, Inkompetenz und Arroganz zu tun, denn mein Ziel des ganzen ist sicherlich nicht negative Folgen explizit zu ignorieren, oder in anderen ein negatives Gefühl zu wecken. Würdest du jemanden als inkompetent bezeichnen, wenn diese Person 99 Sachen richtig gemacht hat und die 100te total vor die Wand fährt?

Natürlich kann man jetzt sagen, dass diese 100te Sache selbstverständlich ist und zu den basics gehört. Tja, die 99 anderen sind es wahrscheinlich auch.

Da hängt so viel mit drin, dass es nicht so einfach ist dieses Thema überhaupt zu analysieren. Allein in dieser Diskussion hier spielen so viele Variablen eine Rolle, dass es immer schwieriger wird zum Kern vorzudringen. Genau deswegen sollte ich nicht den Fehler machen und die Leute als ignorant, arrogant und inkompetent zu bezeichnen, denn schließlich kann ich durchaus eine Variable übersehen haben. Das bedeutet nicht, dass ich jetzt aufhören sollte darüber zu reden um eine Lösung zu finden, auch nicht dass ich Sachen nicht kritisieren soll. Allerdings bedeutet das für mich noch genauer hinzuschauen und dieses genaue Hinschauen kann angelernt und verfeinert werden durch Praxis an sich selbst. Hier kommen wir wieder zu dem Punkt "vor seiner eigenen Tür kehren".

Als Abschluss möchte ich ein weiteres Video von Jordan Peterson verlinken. Falls du es dir anschaust, achte bitte auf die Details z.B. wie lange er sich Zeit nimmt bevor er antwortet und wie es sich auch mittendrin verbessert um seine Aussage zu verbessern. Und wir sprechen hier von einem klinischen Psychologen, der auf jahrzehnte an Erfahrung zurückgreifen kann. Selbst er mit seiner Erfahrung, der genau darauf achtet was er sagt kann auch durchaus was falsches sagen. Das gibt er recht oft in Diskussionen selbst zu.

https://www.youtube.com/watch?v=TCowBCMVhfU

PS.: Danke für diese Diskussion, sie bringt mich zum nachdenken und dazu meine eigene Meinung und meine Aussage immer wieder zu evaluieren.
Die zwei wichtigsten Mechanismen in der Marktwirtschaft sind Angebot und Nachfrage. Ich sehe als Firma eine Nachfrage und sorge für ein Angebot. Nun haben wir hier eine Firma, welche mit PC Spielen bekannt und großgeworden ist und wenn sie nun überlegt, was für ein Produkt sie als nächstes produziert und anbietet, ist doch die erste Aufgabe zu schauen was die Kunden die sie gewonnen haben wollen und die Kunden sprachen nicht über "boah, ich bin so scharf auf ein Handygame, wärs nicht geil wenn sie als Höhepunkt der BlizzCon eine App ankündigen?!". Wir leben nicht mehr in den 80ern, sondern in einer Zeit in der Kommunikation allgegenwärtig ist und man seit nun sicher 20 Jahren die eigene Kundschaft in Foren versammelt hat, wo sie konstant ihre Wünsche äußern.

Das hier ist kein komplexes Wahrscheinlichkeitsspiel, hier dreht sich alles nur um eine einzige Frage, um einen einzigen Punkt. 1. Und das ist Nachfrage. Gab es eine Nachfrage nach einem Handygame? Nein. Gab es eine Nachfrage nach einem neuen Teil? Ja. Gab es eine geringere Nachfrage nach einem Addon? Ja. Gab es eine ebenso geringere Nachfrage nach einem Remaster? Ja. Es war also klar im Vorfeld erkennbar, wie die eigene Kundschaft reagieren würde, nicht klar war es natürlich en detail. 100%ige Zufriedenheit können wir ausschließen, klar. Ein Diablo dass sich stilistisch an den Originalen orientiert? Hätte hohen Zuspruch gefunden. Ein Diablo dass sich am letzten Teil orientiert? Einen geringeren. Beide hätten wiederum mehr Zuspruch gefunden als bloßes Addon oder Remaster aber beides wiederum höheren Zuspruch als ein Handygame, da beim Addon ein Kontrast erwartbar wäre aufgrund eines neuen Gebiets und kaum Stein des Anstoßes und bei einem Remaster nur dann Probleme entstünden würde man sich vom Kernmaterial entfernen.

Und hier kommt dann eben ein Begriff wie Ignoranz. Es ist ignorant, die Nachfrage des eigenen Publikums, dass man den Ruhm und die Größe zu verdanken hat, zu ignorieren um ihnen etwas zu verkaufen, nach dem keine Nachfrage bestand. Hier kommt auch der Begriff Arroganz zum tragen, da man so eingebildet ist zu denken die Konsumentenschaft würde alles feiern was man ihnen vorsetzt, unabhängig davon ob es ein Interesse und eine Nachfrage danach hegt oder nicht. Und hier haben wir dann die Inkompetenz. Denn die Unfähigkeit im Vorfeld zu erkennen, dass von all den Dingen die das Publikum sehen möchte, ein Handygame von einer chinesischen Schweinefarm das ist was man am aller wenigsten will, ist schlichte Inkompetenz.

Deine Analogie hat hierbei nebenbei bemerkt zwei Probleme. Erst mal ist eine Firma kein Mensch. Blizzard ist nicht Blizzard. Blizzard ist Activision Blizzard und ständiger Veränderung unterworfen. Das Unternehmen, dass Warcraft, Diablo, Starcraft und Co. gemacht hat existiert schon lange nicht mehr. Das ist was anderes als irgendeine Person die 99 Sachen richtig und 1 falsch macht. Das zweite Problem ist, dass du vermutlich bei der Frage erwarten würdest, dass ich "nein" sage. ich sage aber "ja", wobei ich es abhängig vom Einzelfall machen würde und nicht generalisieren. Arbeitet diese Person in einem Büro und benennt zig Dateien richtig, schreibt die Dokumente korrekt, vergisst aber den Anhang in irgendeiner E-Mail? Nein, sicher nicht. Ist diese Person 90 und immer korrekt gefahren, nun aber direkt verantwortlich für einen Autounfall mit Todesfall? Ja, absolut. Die Art des Fehlers und der Kontext in dem es zu ihm gekommen ist, ist immer entscheidend. Nicht jede Fehlentscheidung oder Nachlässigkeit ist gleichwertig. Dass Fehler passieren, egal wie oft man etwas macht, ist völlig normal und absolut menschlich, bedeuten aber im Umkehrschluß nicht, dass ein Fehler nicht das Produkt von Ignoranz, Arroganz und Inkompetenz sein kann. Das gilt für Einzelpersonen aber noch viel mehr für Organisationen von der Firma bis zur Behörde, in denen nämlich anders als bei einer Einzelperson noch so Elemente aktiv sein sollten wie Kontrollorgane, Mehraugenprinzip und spezialisierte Abteilungen. Und an dieser Stelle, ich habe keine einzelne Person mit einem dieser Begriffe belegt, sondern die Organisation.

Und um als aller letztes noch auf die eigene Tür zurück zu kommen - ein Beispiel. Es hat seinen Grund warum ich bspw. niemals einen Führerschein machen und ein Auto fahren würde. Ich weiß um meine Unzulänglichkeiten, niedrige Aufmerksamkeitsspanne, leichte Ablenkung und dementsprechend die Gefahren, die das im öffentlichen Straßenverkehr mit sich bringt. Ich arbeite in einem Büro und kenne die üblichen Fehlerquellen, sowohl bei mir als auch anderen und ziehe aus diesem Wissen heraus den Schluß, mit entsprechenden Fehlern auch angemessen umzugehen, Fehler nach ihren Auswirkungen zu beurteilen und ihre Ursachen zu erforschen um sie in Zukunft zu vermeiden oder wenigstens minimieren. Der Umgang ist gemeinhin ungeheuer nachsichtig, weil die Fehler trivialster Natur sind und keine nennenswerten Auswirkungen haben. Die Fehlerquellen liegen ebenso häufig in schlechter Kommunikation (wenn nicht sogar mehr) wie in simpler Schußeligkeit und Ablenkung. Um an dieser Stelle den Bogen zurück zum Ausgangsthema zu spannen, denke ich dass hier und anderswo die Reaktionen deshalb nicht nachsichtig sind, weil sich eben genau in diesen Fragen so eklatante Unterschiede offenbaren.
Benutzeravatar
greenelve
Beiträge: 48763
Registriert: 07.04.2009 19:19
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von greenelve »

Niemand hatte 2014 nach Overwatch gefragt und doch wurde es auf der Blizzcon vorgestellt. Und die Vorstellung hat funktioniert.

Die Blizzcon, auf der Fans sehr viel Geld bezahlen, ist wahrlich keine guter Ort ein Handyspiel vorzustellen, wenn quasi nur Hardcorefans vor der Bühne stehen. Die Mechanismen der Marktwirtschaft mit Angebot und Nachfrage ist allerdings kein gutes Argument, die Ablehnung von Immortal untermauern zu wollen. Wenn es nach der Befriedigung der Nachfrage geht, die für den Markt wichtig ist, gäbe es nur noch Fortsetzungen und Spin Offs. Hauptsache mehr von bekannten Namen, denn das wollen die Fans.


Overwatch kannte vorher keiner, es wollte auch kein Fan. Wie auch, wie soll man etwas wollen, was man nicht kennt? Aber auch hier gibt es Marktwirtschaft: Ein Bedürfnis schaffen, wo vorher keines war. Bis zum Release von Overwatch wurde dieses Bedürfnis u.a. durch Trailer geschaffen und die Leute wollten es spielen.

Ob Immortal am Markt auf eine Nachfrage trifft, wird sich letztlich erst bei Release herausstellen. Bis dahin ist noch Zeit über Werbung für eine Nachfrage zu sorgen. Dies bedeutet nicht PC Spieler zu konvertieren, es bedeutet lediglich die Vorteile des Spieles herauszustellen und der Zielgruppe bekannt zu machen. Wie es eben bei jeder Marketingkampagne abläuft.
Und die Gemüter werden sich bis dahin beruhigen und die Sachlage neu bewerten.


ps:
"Es ist ignorant, die Nachfrage des eigenen Publikums, dass man den Ruhm und die Größe zu verdanken hat, zu ignorieren um ihnen etwas zu verkaufen, nach dem keine Nachfrage bestand."
Den Part mit "Ruhm und Größe verdankt" finde ich leicht vermessen. Allein schon wer nur WoW gekauft hat, dessen Nachfrage wird ein Diablo 4 nicht befriedigen. Ein Diablo wäre dann an denen vorbei, die Blizzard groß gemacht haben und es wird ihnen etwas verkauft, was sie gar nicht wollen.
Es gibt dieses Phänomen, wenn man etwas Unbekanntes entdeckt und mit Mund zu Mund Propaganda mithilft, dass es mehr Käufer findet, fühlt man sich als ein Teil davon und für den Erfolg (mal mehr, mal weniger) mitverantwortlich. Dies ist dann wohl die Gegenseite, von einer Firma ein Produkt gekauft zu haben und dann zu denken: Wegen mir seid ihr groß, ohne mich wärt ihr viel kleiner. Und damit auf ein Anrecht zu bestehen.
Ansonsten siehe Overwatch: Keiner wollte, es ist keine Stütze mit der Blizzard groß und berühmt geworden ist.
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Kajetan »

greenelve hat geschrieben: 15.11.2018 01:16 ...
Auf der BlizzCon hat ja auch kein Produktversagen stattgefunden, sondern ein Marketingversagen. Immortal wird schon seine Zielgruppe finden, die damit glücklich werden. Blizzard hat aber vollkommen ignoriert, vor welchen Leuten sie so ein Spiel als Hauptevent präsentieren, nachdem sie wochenlang diese Leute mit Andeutungen und Gerüchten den Mund wässrig gemacht haben. Was glaubt man denn, wer zur BlizzCon kommt? Ja, ich weiß, es kommen Leute, die auch Smartphones haben ...

Dafür, dass sich Blizzard immer noch gerne mit dem Ruf schmückt, nah am Puls seiner Kunden zu sein, wie "Gamer" zu denken, war das eine ziemlich entlarvende Vorstellung.
Benutzeravatar
sphinx2k
Beiträge: 4057
Registriert: 24.03.2010 11:16
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von sphinx2k »

Ich meine die Quartalszahlen von Activision/Blizzard sind interessant.
https://investor.activision.com/static- ... ea074b896f

Monatlich aktive Benutzer: Activision 46M, Blizzard 37 und King 262M
Einnahmen: Activision 397M, Blizzard 636M und King 506M
Schaut man sich wieder an wie viel die operating margin aussieht (aka wie viel Gewinn man pro Dollar den man ausgibt macht)
Activision 112M (28%), Blizzard 189M(30%) und King 184M(36%)

Zwar alles nicht so weit weg was den Gewinn angeht. Die paar Prozent mehr die Mobile Games aber bringen sind bei den Geldbeträgen aber ganz ordentlich.

Interessant fand ich auch das das WoW Addon sich am Release Tag 3,4 Millionen mal verkauft hat. Klar kaufen nicht alle am ersten Tag (Die Frage ist sind da Preorder mit drin?). Ich schätzte aber mal die Mehrheit der aktiven Spieler wird zum Release eines neuen Addons dieses kaufen. Kann man daraus auf die Spielerzahlen schließen?
Benutzeravatar
Kajetan
Beiträge: 27139
Registriert: 13.04.2004 10:26
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Kajetan »

sphinx2k hat geschrieben: 15.11.2018 09:18 Kann man daraus auf die Spielerzahlen schließen?
Nein. In meinen aktiven Gildentagen gab es genug Leute, die Addons erst deutlich verspätet geholt haben, weil sie noch mit dem bisherigen Content beschäftigt waren. Und seitdem Blizzard regelmäßig die Inhalte der Addons dem Basis-Spiel zufügt, besteht für Leute, die eher langsam und gemütlich spielen, die nicht nach neuem Raid-Content ausgehungert sind, fast kein Grund sich ein Addon zum Release zu kaufen.
Heruwath
Beiträge: 1023
Registriert: 26.03.2008 12:06
Persönliche Nachricht:

Re: Diablo Immortal: Das Ausmaß des Gegenwinds hat Blizzard selbst überrascht; kein Reskin eines NetEase-Spiels

Beitrag von Heruwath »

SethSteiner hat geschrieben: 14.11.2018 20:42
Die zwei wichtigsten Mechanismen in der Marktwirtschaft sind Angebot und Nachfrage. Ich sehe als Firma eine Nachfrage und sorge für ein Angebot. Nun haben wir hier eine Firma, welche mit PC Spielen bekannt und großgeworden ist und wenn sie nun überlegt, was für ein Produkt sie als nächstes produziert und anbietet, ist doch die erste Aufgabe zu schauen was die Kunden die sie gewonnen haben wollen und die Kunden sprachen nicht über "boah, ich bin so scharf auf ein Handygame, wärs nicht geil wenn sie als Höhepunkt der BlizzCon eine App ankündigen?!". Wir leben nicht mehr in den 80ern, sondern in einer Zeit in der Kommunikation allgegenwärtig ist und man seit nun sicher 20 Jahren die eigene Kundschaft in Foren versammelt hat, wo sie konstant ihre Wünsche äußern.

Das hier ist kein komplexes Wahrscheinlichkeitsspiel, hier dreht sich alles nur um eine einzige Frage, um einen einzigen Punkt. 1. Und das ist Nachfrage. Gab es eine Nachfrage nach einem Handygame? Nein. Gab es eine Nachfrage nach einem neuen Teil? Ja. Gab es eine geringere Nachfrage nach einem Addon? Ja. Gab es eine ebenso geringere Nachfrage nach einem Remaster? Ja. Es war also klar im Vorfeld erkennbar, wie die eigene Kundschaft reagieren würde, nicht klar war es natürlich en detail. 100%ige Zufriedenheit können wir ausschließen, klar. Ein Diablo dass sich stilistisch an den Originalen orientiert? Hätte hohen Zuspruch gefunden. Ein Diablo dass sich am letzten Teil orientiert? Einen geringeren. Beide hätten wiederum mehr Zuspruch gefunden als bloßes Addon oder Remaster aber beides wiederum höheren Zuspruch als ein Handygame, da beim Addon ein Kontrast erwartbar wäre aufgrund eines neuen Gebiets und kaum Stein des Anstoßes und bei einem Remaster nur dann Probleme entstünden würde man sich vom Kernmaterial entfernen.

Und hier kommt dann eben ein Begriff wie Ignoranz. Es ist ignorant, die Nachfrage des eigenen Publikums, dass man den Ruhm und die Größe zu verdanken hat, zu ignorieren um ihnen etwas zu verkaufen, nach dem keine Nachfrage bestand. Hier kommt auch der Begriff Arroganz zum tragen, da man so eingebildet ist zu denken die Konsumentenschaft würde alles feiern was man ihnen vorsetzt, unabhängig davon ob es ein Interesse und eine Nachfrage danach hegt oder nicht. Und hier haben wir dann die Inkompetenz. Denn die Unfähigkeit im Vorfeld zu erkennen, dass von all den Dingen die das Publikum sehen möchte, ein Handygame von einer chinesischen Schweinefarm das ist was man am aller wenigsten will, ist schlichte Inkompetenz.

Deine Analogie hat hierbei nebenbei bemerkt zwei Probleme. Erst mal ist eine Firma kein Mensch. Blizzard ist nicht Blizzard. Blizzard ist Activision Blizzard und ständiger Veränderung unterworfen. Das Unternehmen, dass Warcraft, Diablo, Starcraft und Co. gemacht hat existiert schon lange nicht mehr. Das ist was anderes als irgendeine Person die 99 Sachen richtig und 1 falsch macht. Das zweite Problem ist, dass du vermutlich bei der Frage erwarten würdest, dass ich "nein" sage. ich sage aber "ja", wobei ich es abhängig vom Einzelfall machen würde und nicht generalisieren. Arbeitet diese Person in einem Büro und benennt zig Dateien richtig, schreibt die Dokumente korrekt, vergisst aber den Anhang in irgendeiner E-Mail? Nein, sicher nicht. Ist diese Person 90 und immer korrekt gefahren, nun aber direkt verantwortlich für einen Autounfall mit Todesfall? Ja, absolut. Die Art des Fehlers und der Kontext in dem es zu ihm gekommen ist, ist immer entscheidend. Nicht jede Fehlentscheidung oder Nachlässigkeit ist gleichwertig. Dass Fehler passieren, egal wie oft man etwas macht, ist völlig normal und absolut menschlich, bedeuten aber im Umkehrschluß nicht, dass ein Fehler nicht das Produkt von Ignoranz, Arroganz und Inkompetenz sein kann. Das gilt für Einzelpersonen aber noch viel mehr für Organisationen von der Firma bis zur Behörde, in denen nämlich anders als bei einer Einzelperson noch so Elemente aktiv sein sollten wie Kontrollorgane, Mehraugenprinzip und spezialisierte Abteilungen. Und an dieser Stelle, ich habe keine einzelne Person mit einem dieser Begriffe belegt, sondern die Organisation.

Und um als aller letztes noch auf die eigene Tür zurück zu kommen - ein Beispiel. Es hat seinen Grund warum ich bspw. niemals einen Führerschein machen und ein Auto fahren würde. Ich weiß um meine Unzulänglichkeiten, niedrige Aufmerksamkeitsspanne, leichte Ablenkung und dementsprechend die Gefahren, die das im öffentlichen Straßenverkehr mit sich bringt. Ich arbeite in einem Büro und kenne die üblichen Fehlerquellen, sowohl bei mir als auch anderen und ziehe aus diesem Wissen heraus den Schluß, mit entsprechenden Fehlern auch angemessen umzugehen, Fehler nach ihren Auswirkungen zu beurteilen und ihre Ursachen zu erforschen um sie in Zukunft zu vermeiden oder wenigstens minimieren. Der Umgang ist gemeinhin ungeheuer nachsichtig, weil die Fehler trivialster Natur sind und keine nennenswerten Auswirkungen haben. Die Fehlerquellen liegen ebenso häufig in schlechter Kommunikation (wenn nicht sogar mehr) wie in simpler Schußeligkeit und Ablenkung. Um an dieser Stelle den Bogen zurück zum Ausgangsthema zu spannen, denke ich dass hier und anderswo die Reaktionen deshalb nicht nachsichtig sind, weil sich eben genau in diesen Fragen so eklatante Unterschiede offenbaren.
Richtig, Angebot und Nachfrage. Auf der Welt gibt es immer noch eine recht große Nachfrage nach guten mobile Spielen, also warum sollte ich als Firma kein mobile Game entwickeln und dieses auf meiner Messe präsentieren? Nachfrage ist nicht wenn jemand redet, Nachfrage ist wenn jemand bereit ist Geld auszugeben. Hier verwechselst du zwei unterschiedliche Dinge. Gab es eine Nachfrage nach einem PC Diablo? Sicherlich. Gibt es eine Nachfrage nach einem mobile Diablo, aber sicher und die Umsätze des Spiels werden es zeigen.

Die Äußerung des Begriffs der Ingnoranz basiert auf einer falschen Annahme bzw Deutung.

Ich möchte es also nochmal etwas klarer für dich darstellen. Nur weil die PC/Konsolen Spieler nicht unbedingt mobile Spiele mögen und haben wollen, heißt das nicht, dass es keine Nachfrage nach einem mobile Spiel gibt. Nur weil die BlizzCon Besucher nicht unbedingt mobile Spiele spielen, heißt es nicht, dass alle BlizzCon Akündigungen jetzt komplett nur auf diese Besucher ausgerichtet sein müssen. Die BlizzCon hat eine viel größere Reichweite als die paar tausend Besucher.

Also kommen wir zu dem Thema der eigenen Tür zurück. Ich würde dir Vorschlagen zu eben dieser Tür zurückzugehen und dich noch etwas mehr mit Angebot und Nachfrage und deren Bedeutung zu beschäftigen, denn wenn du dich damit noch ausgiebiger beschäftigst, dann wirst du viel wahrscheinlicher nicht solche falschen Aussagen treffen, wie "Es gab keine Nachfrage nach einem Handygame".

"Hier kommt auch der Begriff Arroganz zum tragen, da man so eingebildet ist zu denken die Konsumentenschaft würde alles feiern was man ihnen vorsetzt, unabhängig davon ob es ein Interesse und eine Nachfrage danach hegt oder nicht. Und hier haben wir dann die Inkompetenz."

Bitte Beweise dafür bringen, dass Leute bei Blizzard eben genau das denken. Ohne Beweise ist diese Aussage nicht haltbar und eine einfache subjektive Unterstellung. Also auch hier bitte wieder zurück zur der eigenen Tür.

"Und hier haben wir dann die Inkompetenz. Denn die Unfähigkeit im Vorfeld zu erkennen, dass von all den Dingen die das Publikum sehen möchte, ein Handygame von einer chinesischen Schweinefarm das ist was man am aller wenigsten will, ist schlichte Inkompetenz."

Auch hier bitte keine Unterstellungen machen, denn du weißt nicht unter welchen Umständen genau das im Vorfeld übersehen wurde. Wenn du nicht weißt, wie die Situation ausgesehen hat, dann hast du meiner Ansicht nach kein Recht die Fähigkeit der beteiligten Personen zu beurteilen.