Mich interessieren da aber Abmahnungen eher als irgendwelche Aussagen in Interviews. Du tun ja keinen weh. Es sei denn man ist jetzt so emotional mit den Spielen verbandelt.SethSteiner hat geschrieben: ↑08.10.2018 17:13 Es geht nicht darum, dass er nicht locker rüberkommt, sondern dass er auf das Medium selbst herabgesehen und diesem die Gleichwertigkeit (auch in den Möglichkeiten) zu Literatur abgesprochen hat. Darüber hinaus interessiert wirklich niemanden Abmahnungen, einerseits weil ein völlig anderes Thema, andererseits weil es zu der Zeit wo das aktuell war (und das ist viele Jahre her) schon längst den Backlash gab und seit dem nichts mehr passiert ist. Ist was anderes als immer wieder negativ aufzufallen.
Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
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johndoe1904612
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Was glaubst du eigentlich, wie das so läuft?Pommern hat geschrieben: ↑08.10.2018 16:52 Es weiß doch niemand, ob es andere Versuche der Kontaktaufnahme gab. CDP ist mittlerweile eine millionenschwere AG. Natürlich brauchst du da nicht über den Boteneingang kommen. Die lachen dich aus. Und für irgendwelche Nachzahlungen aus freien Stücken sahen sie wohl keinen Anlass. Ergo kommt man jetzt mit Anwalt.
Dass der persönlich zur Firmenzentrale fährt, sich am Empfang vorstellt, fragt, ob er mal mit der Chefetage reden dürfe, und die Empfangsdame ihm dann erklärt, dass das ohne Termin leider nicht geht und er dann vom Sicherheitsmann freundlich zur Tür begleitet wird?
Ich weiß ehrlich nicht, was hier manche für Vorstellungen, von der Marktwirtschaft haben und von Unternehmen.
Bei sowas wird über das Label ein Termin mit dem Vorstand vereinbart, meistens ein Geschäftsessen, dann trifft man sich, trinkt was, isst was, und verhandelt über die gemeinsame zukünftige geschäftliche Partnerschaft.
Er ist der fucking Schöpfer dieser Welt, der Rechteinhaber und letztlich auch ein unglaublich wichtiger Geschäftspartner von CDPR. Wenn der will, lässt der den ganzen Vertrag platzen, wie man hier ja sieht.
Zumal solche Leute ja nicht zu kinderfressenden Unmenschen werden, nur weil sie mit ihrer Firma erfolgreich werden. Die haben auch mal klein angefangen, und S. ist letztlich der Held vieler aus dem Kernteam, weil er diese Welt geschaffen hat, die sie so lieben und der sie ihren extremen Erfolg zu verdanken haben.
Ihr seid mir alle ein wenig zu zynisch, was auch erklärt, dass für euch der juristische Weg scheinbar das normalste auf der Welt ist.
Ich arbeite selbst für ne Firma, die sich aus dem Nichts aufgebaut, und mittlerweile ne anständige Größe hat. Auch ne Software Pritsche. Und da hat man, gerade zu seinen alten Vertragspartnern von damals, meist ein fast freundschaftliches Verhältnis. Derlei juristische Zwistigkeiten hat man mit solchen Leuten eigentlich nicht. Das wäre echt ne totale Ausnahme.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 08.10.2018 17:23, insgesamt 2-mal geändert.
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johndoe1904612
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Die Annäherungsversuche haben dann aber wohl nicht gefruchtet bzw. sind auf taube Ohren gestossen. Sonst würde er da ja jetzt nicht mit Anwalt um die Ecke kommen.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Und genau da liegt doch der Hund begraben. Wir wissen ja gar nicht, ob es da Annährungsversuche gegeben hat. Laut CDPR ist man aus allen Wolken gefallen, und S. hat auch diesbezüglich vorher überhaupt nichts verlauten lassen. Hier hätte ich ja alleine aus strategischer Sicht schon mal verlauten lassen, dass man alle Anstrengungen unternommen hat, diese aber gescheitert sind, und man sich deshalb gezwungen sehe, die Sache auf dem juristischen Weg zu klären.
Zum Thema Abmahungen - CDPR haben doch damals ihre Schelte dafür bekommen. Wieso holt man diesen alten Hut jetzt schon wieder raus? Das war im anderen Thread schon affig.
Die Geschichte ist, durch, CDPR haben ihre Schelte dafür bekommen und nach TW2 und dieser ganzen Scheiße plötzlich extrem das Saubermann Image gepflegt. Und das ganz sicher nicht ohne Grund, und bisher haben sie sich zumindest aus Kundensicht auch immer recht fair verhalten.
S. wird jetzt auch nicht zur Unperson auf Ewigkeit, nur weil er vielleicht eine übermütige juristische Aktion vollzieht. Es ist ein Bitch Move, den man irgendwie verstehen, trotzdem aber falsch finden kann, nicht mehr und nicht weniger. Wir kennen die Vorgeschichte nicht, aber eine Klage sollte niemals der erste Schritt einer Verhandlung sein. Daher hoffe ich mal, dass er sich hier dazu gezwungen war, weil alles andere vorher gescheitert ist. Alles andere wäre nämlich wirklich affig.
Zuletzt geändert von muecke-the-lietz am 08.10.2018 17:36, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Ein juristischer Weg ist vollkommen normal. Ebenso ist das persönliche Verhandeln in angenehmer Gesprächsatmosphäre normal. Ebenso ist das MIßverstehen und Verkrachen und emotionale Herumgegeifer normal, wo sich dann langjährige Geschäftspartner heiilos zerstreiten. Das ist alles Alltag, weil alles jeden Tag überall vorkommt.muecke-the-lietz hat geschrieben: ↑08.10.2018 17:20 Ihr seid mir alle ein wenig zu zynisch, was auch erklärt, dass für euch der juristische Weg scheinbar das normalste auf der Welt ist.
Zudem ... ich habe das schon im anderen Thread gesagt: CDP ist kein bedauernswerter Privatmensch, der beim Anblick eines Anwaltsbriefes den Herzkasper bekommt und mit der Situation vollkommen überfordert ist. Hier drangsaliert nicht der große böse Wolf das kleine Lamm, sondern es findet eine Kontaktaufnahme zur Überbringung von Forderungen von einer Geschäftsentität an eine andere statt. Ob es vorher schon Verhandlungsversuche gab und Sapkowski keinen anderen Weg sieht als mit einer Klage zu drohen oder ob Sapkowski einfach keinen Bock auf Höflichkeit hat ... wir wissen es nicht.
Aber sowas ist normal, weil es zum Geschäftsalltag gehört, wo es nette und weniger nette Mitmenschen gibt. Kein Grund sich deswegen aufzuregen.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Für jeden, der nicht ganz versteht, warum es einige Leute gibt, die Sapkowski das Geld nicht gönnen, hier ein bekannter Artikel von Eurogamer, den ich mal selbst nicht bewerte, sondern nur zu Infozwecken hier lasse:
https://www.eurogamer.net/articles/2012 ... -the-games
Zu guter letzt, noch ein schönes Zitat von ihm:
"They offered me a percentage of their profits. I said, 'No, there will be no profit at all - give me all my money right now! The whole amount. It was stupid. I was stupid enough to leave everything in their hands because I didn't believe in their success. But who could foresee their success? I couldn't."
https://www.eurogamer.net/articles/2012 ... -the-games
Zu guter letzt, noch ein schönes Zitat von ihm:
"They offered me a percentage of their profits. I said, 'No, there will be no profit at all - give me all my money right now! The whole amount. It was stupid. I was stupid enough to leave everything in their hands because I didn't believe in their success. But who could foresee their success? I couldn't."
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johndoe1904612
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Das ist eine AG. Was erwartest du denn? Da gibts standardisierte Vorgänge und professionelle PR. Natürlich schiebt man erstmal alle Verantwortung weg und beruhigt die Investoren. Jedes Detail werden die nicht preisgeben.muecke-the-lietz hat geschrieben: ↑08.10.2018 17:29Und genau da liegt doch der Hund begraben. Wir wissen ja gar nicht, ob es da Annährungsversuche gegeben hat. Laut CDPR ist man aus allen Wolken gefallen, und S. hat auch diesbezüglich vorher überhaupt nichts verlauten lassen. Hier hätte ich ja alleine aus strategischer Sicht schon mal verlauten lassen, dass man alle Anstrengungen unternommen hat, diese aber gescheitert sind, und man sich deshalb gezwungen sehe, die Sache auf dem juristischen Weg zu klären.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
So normal scheint es aber nicht zu sein, sonst würden wir hier nicht diskutieren, weil die Sache dann gar nicht öffentlich gemacht worden wäre.Kajetan hat geschrieben: ↑08.10.2018 17:29Ein juristischer Weg ist vollkommen normal. Ebenso ist das persönliche Verhandeln in angenehmer Gesprächsatmosphäre normal. Ebenso ist das MIßverstehen und Verkrachen und emotionale Herumgegeifer normal, wo sich dann langjährige Geschäftspartner heiilos zerstreiten. Das ist alles Alltag, weil alles jeden Tag überall vorkommt.muecke-the-lietz hat geschrieben: ↑08.10.2018 17:20 Ihr seid mir alle ein wenig zu zynisch, was auch erklärt, dass für euch der juristische Weg scheinbar das normalste auf der Welt ist.
Zudem ... ich habe das schon im anderen Thread gesagt: CDP ist kein bedauernswerter Privatmensch, der beim Anblick eines Anwaltsbriefes den Herzkasper bekommt und mit der Situation vollkommen überfordert ist. Hier drangsaliert nicht der große böse Wolf das kleine Lamm, sondern es findet eine Kontaktaufnahme zur Überbringung von Forderungen von einer Geschäftsentität an eine andere statt. Ob es vorher schon Verhandlungsversuche gab und Sapkowski keinen anderen Weg sieht als mit einer Klage zu drohen oder ob Sapkowski einfach keinen Bock auf Höflichkeit hat ... wir wissen es nicht.
Aber sowas ist normal, weil es zum Geschäftsalltag gehört, wo es nette und weniger nette Mitmenschen gibt. Kein Grund sich deswegen aufzuregen.
Und, entschuldige, das als Kontaktaufnahme zur Überbringung von Forderungen zu bezeichnen ist, erneut, zynisch. Forderungen klagt man nicht ohne Grund auf juristischen Weg ein, und wenn, dann ist das sicher kein normaler Vorgang mit einem gesunden Geschäftspartner.
Das man mal mahnt, ist ein eine Sache, aber mit einer Klage beginnt man für gewöhnlich keine Geschäftsverhandlungen. Und wenn, man kann das ja machen, hat man dafür Gründe, weiß aber durchaus schon, dass das ein Bitch Move ist.
Aber du stellst die Sache hier als etwas dar, was sie nicht ist - etwas GANZ normales und alltägliches. Das ist es in so einer Geschäftssituation nicht, auch nicht der Krach zwischen langjährigen Geschäftspartnern. Das sind immer Ausnahmesituationen, die je nach Ausmaße auch in der Betriebsversammlung angesprochen werden. Da ist überhaupt nichts normal dran. Sowas passiert Unternehmen doch nicht jeden Tag.
@Pommern
Ja, natürlich. Für wie naiv hältst du mich? Dass CDPR sich hier wie die Unschuldslämmer aufführen, ist mir auch klar.
Mich wundert nur, dass Sapk. gar nichts über seinen Anwalt verlautbaren lassen hat. Für gewöhnlich fahren bei sowas beide Seiten ihre öffentlichkeitswirksamen Geschütze auf.
S. ist kein Anfänger. Das ist mittlerweile ein weltbekannter Autor, der auch weiß, wie der Hase läuft. Und wenn er es nicht weiß, dann wissen das sein Anwalt und sein Verlag.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Du verteidigst sein Verhalten nicht? Ist dir eigentlich bewusst was du selbst die ganze zeit tust? Lebt es sich für dich so besser das dauernd alle anderen sapkowski hasser sind die es sich zum persönlichen ziel gemacht haben den mann untergehen zu sehen und nur du den einzig neutralen Blick hast?Kajetan hat geschrieben: ↑08.10.2018 16:27Siehste ... DAS ist ein grundsätzliches Wahrnehmungsproblem. Deswegen reden wir hier die ganze Zeit auch um den heißen Brei herum und fangen die Diskussion immer wieder von vorne an.muecke-the-lietz hat geschrieben: ↑08.10.2018 16:02 Aber deine Verteidigung seines Verhaltens nimmt langsam trotzdem manische Züge an.
Ich verteidige sein Verhalten nämlich nicht
Ich frage mich die ganze Zeit nur, warum Sapkowski in den Augen mancher Foristen, wie z.B. Dir, nicht darf, was aber CDP tun darf.
CDP braucht nichts an Sapkowski abgeben, weil Vertrag ist Vertrag. Stimmt, Vertrag ist Vertrag. Das Argument ist valide und unstrittig. Dass sich die Situation zum Vertragabschluss damals zur Situation heute FUNDAMENTAL geändert hat und aus dem obskuren Debutspiel eines kleinen polnischen Entwicklers ein weltweit erfolgreiches Spielefranchise geworden ist, wird aber geflissentlich ignoriert.
Sapkwoski darf keine nachträglichen Forderungen erheben, weil er ja CDP dankbar sein muss, dass man aus seinem Geschreibsel einen Welthit gemacht hat. Dass man das auch andersherum sehen kann, dass aus dem angestrebten Projekt von CDP ohne diese Vorlage vielleicht gar kein weltweiter Megaerfolg geworden wäre, weil Setting, Charaktere und World Building enorm zum Flair der Spiele beigetragen haben, wird ebenfalls unter den Tisch fallen gelassen. Er ist der Schöpfer der Welt und der Figuren, auf seiner Schöpfung baut CDPs Arbeit auf. Ohne seine Schöpfung gäbe es vielleicht kein CDP mit hunderten von Angestellten, kein GOG, kein Cyberpunkk 2077-Projekt. Auch Sapkowskis Argument ist valide, unstrittig und er nimmt Bezug auf das polnische Urheberrecht, welches seine Forderung unterstützt.
Beide führen valide Punkte auf, jeder kann mit gutem Recht sagen: "Ja, Moment mal, hier ...". Deswegen bin ich auf niemandes Seite alleine, sondern auf beiden Seiten. Beide haben IMHO Recht. Also müssen sich beide einigen und einen Kompromiß schliessen.
Du sagst Sapkowski darf nicht das tun, was CDP tut. Was soll das sein? CDP stellt doch gar keine Forderungen. Also mit was vergleichst du hier?
Du sagst das sich nach dem Vertrag die Situation fundamental geändert hat. ja, warum war das denn so? Sie haben eine Ressource von ihm gekauft und all die Resultate die danach kamen verdankt CDP nur sich selber. Er hat sie ja nicht einmal unterstützt. Er war mit allem einverstanden und wollte nichts mit den Projekten zu tun haben. Und das obwohl sie ihm wie gesagt (und das ist der springende Punkt) eine Beteiligung an ihren Gewinnen angeboten haben. Ich bin ein Fan von Entscheidungen und Eigenverantwortung. Nicht jeder Mensch wird aufgrund von Geld zum Biest. Auch wenn du dir das in deiner Weltanschauung nicht vorstellen kannst. Der Mann traf eine Entscheidung und zu der sollte er stehen. Dinge ändern sich meistens nach einem Vertragsabschluss. Jeweiliges Geschäft wird ein Erfolg, oder ein Flop. Aber alles beginnt mit einer Entscheidung. Nur weil die Person dann irgendwelche Paragraphen findet die ihm den rechtlichen Spielraum geben um noch mehr für sich rauszuschlagen ist absolut unethisch. Zumindest mit dieser Historie hier so wie wir sie kennen.
Ich weiß du antwortest mir nicht mehr, jedoch hast du mir nie die Frage beantwortet wie du zu diesem Geschäft stehen würdest wenn er keine gesetzliche Stützung hätte. Oder wenn in einem Jahr raus kommt das ihm auch per Gesetz nichts mehr zusteht. Ist seine Forderung dann immer noch legitim? Obwohl er keine Leistung erbracht hat. Nicht einmal im Geringsten. Ist das dann ein Geschäftsmove so wie du ihn dir auch wünschen würdest?
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Naja, die Forderung an sich ist schon legitim. Es kann ja jeder erstmal klagen und fordern, wie er will.R_eQuiEm hat geschrieben: ↑08.10.2018 19:00Du verteidigst sein Verhalten nicht? Ist dir eigentlich bewusst was du selbst die ganze zeit tust? Lebt es sich für dich so besser das dauernd alle anderen sapkowski hasser sind die es sich zum persönlichen ziel gemacht haben den mann untergehen zu sehen und nur du den einzig neutralen Blick hast?Kajetan hat geschrieben: ↑08.10.2018 16:27Siehste ... DAS ist ein grundsätzliches Wahrnehmungsproblem. Deswegen reden wir hier die ganze Zeit auch um den heißen Brei herum und fangen die Diskussion immer wieder von vorne an.muecke-the-lietz hat geschrieben: ↑08.10.2018 16:02 Aber deine Verteidigung seines Verhaltens nimmt langsam trotzdem manische Züge an.
Ich verteidige sein Verhalten nämlich nicht
Ich frage mich die ganze Zeit nur, warum Sapkowski in den Augen mancher Foristen, wie z.B. Dir, nicht darf, was aber CDP tun darf.
CDP braucht nichts an Sapkowski abgeben, weil Vertrag ist Vertrag. Stimmt, Vertrag ist Vertrag. Das Argument ist valide und unstrittig. Dass sich die Situation zum Vertragabschluss damals zur Situation heute FUNDAMENTAL geändert hat und aus dem obskuren Debutspiel eines kleinen polnischen Entwicklers ein weltweit erfolgreiches Spielefranchise geworden ist, wird aber geflissentlich ignoriert.
Sapkwoski darf keine nachträglichen Forderungen erheben, weil er ja CDP dankbar sein muss, dass man aus seinem Geschreibsel einen Welthit gemacht hat. Dass man das auch andersherum sehen kann, dass aus dem angestrebten Projekt von CDP ohne diese Vorlage vielleicht gar kein weltweiter Megaerfolg geworden wäre, weil Setting, Charaktere und World Building enorm zum Flair der Spiele beigetragen haben, wird ebenfalls unter den Tisch fallen gelassen. Er ist der Schöpfer der Welt und der Figuren, auf seiner Schöpfung baut CDPs Arbeit auf. Ohne seine Schöpfung gäbe es vielleicht kein CDP mit hunderten von Angestellten, kein GOG, kein Cyberpunkk 2077-Projekt. Auch Sapkowskis Argument ist valide, unstrittig und er nimmt Bezug auf das polnische Urheberrecht, welches seine Forderung unterstützt.
Beide führen valide Punkte auf, jeder kann mit gutem Recht sagen: "Ja, Moment mal, hier ...". Deswegen bin ich auf niemandes Seite alleine, sondern auf beiden Seiten. Beide haben IMHO Recht. Also müssen sich beide einigen und einen Kompromiß schliessen.
Du sagst Sapkowski darf nicht das tun, was CDP tut. Was soll das sein? CDP stellt doch gar keine Forderungen. Also mit was vergleichst du hier?
Du sagst das sich nach dem Vertrag die Situation fundamental geändert hat. ja, warum war das denn so? Sie haben eine Ressource von ihm gekauft und all die Resultate die danach kamen verdankt CDP nur sich selber. Er hat sie ja nicht einmal unterstützt. Er war mit allem einverstanden und wollte nichts mit den Projekten zu tun haben. Und das obwohl sie ihm wie gesagt (und das ist der springende Punkt) eine Beteiligung an ihren Gewinnen angeboten haben. Ich bin ein Fan von Entscheidungen und Eigenverantwortung. Nicht jeder Mensch wird aufgrund von Geld zum Biest. Auch wenn du dir das in deiner Weltanschauung nicht vorstellen kannst. Der Mann traf eine Entscheidung und zu der sollte er stehen. Dinge ändern sich meistens nach einem Vertragsabschluss. Jeweiliges Geschäft wird ein Erfolg, oder ein Flop. Aber alles beginnt mit einer Entscheidung. Nur weil die Person dann irgendwelche Paragraphen findet die ihm den rechtlichen Spielraum geben um noch mehr für sich rauszuschlagen ist absolut unethisch. Zumindest mit dieser Historie hier so wie wir sie kennen.
Ich weiß du antwortest mir nicht mehr, jedoch hast du mir nie die Frage beantwortet wie du zu diesem Geschäft stehen würdest wenn er keine gesetzliche Stützung hätte. Oder wenn in einem Jahr raus kommt das ihm auch per Gesetz nichts mehr zusteht. Ist seine Forderung dann immer noch legitim? Obwohl er keine Leistung erbracht hat. Nicht einmal im Geringsten. Ist das dann ein Geschäftsmove so wie du ihn dir auch wünschen würdest?
Ob das nun auch Bestand hat, wird sich zeigen. Ich denke nicht, und ich hoffe auch, dass Kajetans Einschätzung richtig ist. Dass hier letztlich nur Verhandlungen aufgenommen werden sollen, die ohne diese Klage womöglich nicht zustande gekommen wären.
Aber rein moralisch, und nach meinem Rechtsverständnis, entbehrt so eine Klage jedweder Grundlage. Das mag nun aber in Polen etwas anders sein. Von daher soll er machen. Aber beliebt macht er sich damit nicht. Und ob sich der ganze heckmeck am Ende lohnt, muss sich erst noch zeigen.
Denn wie ich das gelesen, trifft der Paragraph hier nur schwer zu, sodass es entweder darum geht, eine aussergerichtliche Einigung zu erzielen, oder Verhandlungen für die Zukunft aufzunehmen.
Wirkt aber auf den ersten Blick alles nicht sonderlich sympathisch, zumal das bisher einfach alles ziemlich töfte wirkte. Halt eine polnische Erfolgsstory, wo sich zwei Seiten mega befeuert haben und am Ende einen mega Erfolg zu verzeichnen haben.
Aber man steckt halt nicht drin.
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johndoe1904612
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Ach ja, mal wieder Anstand und Moral, ohne das man irgendwelche tieferen Einblicke hat.
Da ist das Urteil des Geldgeiers schnell gefällt. CDP hats ja wohl auch nicht für nötig gehalten den Vertrag den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Anstand und so...
Da ist das Urteil des Geldgeiers schnell gefällt. CDP hats ja wohl auch nicht für nötig gehalten den Vertrag den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Anstand und so...
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Fairerweise muss man sagen: Die beste Vorlage bringt nichts wenn das Team dass sie umsetzten soll keine eigenständige Vision hat. Gerade aus der ganzen Monsterjäger Sache bei Geralt hätte ein weniger talentiertes Studio genau so gut einen billigen, vergessenswerten Diablo Abklatsch machen können..ronny_83 hat geschrieben: ↑08.10.2018 19:21
Seine Leistung war, CD Projekt mit 5 Romanen eine Charakter- und Geschichtsgrundlage zu liefern, die bereits genug Tiefgründigkeit, Varietät, Vielfältigkeit und Geschichtenreichtum bot, dass diese mit diesem Reichtum der Literaturvorlage eine Wissensstand aufbauen konnten, der sicher weitaus weniger Eigenkreativität forderte, um daraus eine Videospieladaption zu bauen als wenn man von neu an beginnen musste.
Dafür hat er immerhin den Geldwert eines teuren Fahrrads bekommen.
Hier sind schon eine gute Vorlage und ein gutes Team zusammen gekommen. Deswegen bin ich persönlich auch der Meinung man sollte sich hier möglichst gütlich einigen. So eine Schlammschlacht erscheint mir sinnlos.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Wenn es in Deiner Welt nur Schwarz und Weiß gibt, muss ich zwangsläufig ein Sapkowski-Verteidiger sein. Dann brauchen wir auch nicht zu diskutieren. Ansonsten gehen ich davon aus, dass ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt und/oder Du mich mißverstanden hast.
Ich vergleiche nicht das, was beide tatsächlich getan oder nicht getan haben, sondern wie ihre Handlungen interpretiert und aufgefasst werden. Ich dachte, das sei klar geworden. Oder?Du sagst Sapkowski darf nicht das tun, was CDP tut. Was soll das sein? CDP stellt doch gar keine Forderungen. Also mit was vergleichst du hier?
Nicht in diesem Thread, in einem anderen habe ich schon gesagt, dass ich mir so einen Passus auch in unserem Urheberrecht wünsche würde. Weil es immer wieder zu Situationen kommt, wo jemand sein eigenes Werk für einen sehr geringen Preis verkauft oder lizensiert hat und der Käufer erfährt dann einen riesengroßen Erfolg, der zum Zeitpunkt des Verkaufes nicht absehbar war. Oder andere Fälle, wo Künstler nur Brosamen bekommen, während andere den Reihbach mit dem Werk der Künstler machen.Ich weiß du antwortest mir nicht mehr, jedoch hast du mir nie die Frage beantwortet wie du zu diesem Geschäft stehen würdest wenn er keine gesetzliche Stützung hätte.
Ja, seine Forderung ist IMMER legitim. Wer mit dem geistigen Werk eines Künstlers Geld verdienen will, sollte das sauber lizensieren. Und dazu gehört auch eine Anpassung der Lizenzsumme, falls es zu einer großen Diskrepanz kommt. Eine andere Sache ist, ob man mit so einer Forderung durchkommt. DAS ist wieder eine andere Sache.Oder wenn in einem Jahr raus kommt das ihm auch per Gesetz nichts mehr zusteht. Ist seine Forderung dann immer noch legitim?
Er hat seine Leistung in Form seiner Werke erbracht, auf deren Basis CDP die Witcher-Spiele gemacht hat. Wie oft soll man das denn noch sagen, bis Du endlich aufhörst das zu ignorieren?Obwohl er keine Leistung erbracht hat. Nicht einmal im Geringsten. Ist das dann ein Geschäftsmove so wie du ihn dir auch wünschen würdest?
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Diese Leistung wurde auch vergütet. Ihm wurde sogar wesentlich mehr geboten mit der Gewinnbeteiligung. Nach abwiegen seiner Kriterien traf er dann eine Entscheidung. Punkt. Nicht mal CDP wussten was passiert. Aber all die Leistung die nach dem Vertragsabschluss erbracht wurde, entstand nur bei CDP.ronny_83 hat geschrieben: ↑08.10.2018 19:21
Seine Leistung war, CD Projekt mit 5 Romanen eine Charakter- und Geschichtsgrundlage zu liefern, die bereits genug Tiefgründigkeit, Varietät, Vielfältigkeit und Geschichtenreichtum bot, dass diese mit diesem Reichtum der Literaturvorlage eine Wissensstand aufbauen konnten, der sicher weitaus weniger Eigenkreativität forderte, um daraus eine Videospieladaption zu bauen als wenn man von neu an beginnen musste.
Dafür hat er immerhin den Geldwert eines teuren Fahrrads bekommen.
Ich persönlich kenne das nur aus der Filmlandschaft selber. Wenn du ein Drehbuch verfasst hast, verkaufst du es. Selten das du eine Gewinnbeteiligung angeboten bekommst. Du kommst aber im Nachhinein auch nicht auf die Idee die Schöpfer zu verklagen weil der Film ein riesen Hit wurde. In Sapkowskis Fall hatte er sowieso nur eine Win-Win Situation. Denn das was der Mann an Bücher nun verkauft hat, hätte er vor 10 Jahren nicht einmal geträumt
Und ob er sich mit dem Geld ein Fahrrad gekauft hat, sei dahin gestellt. Sein Saldo scheint aber damals nicht zu gering gewesen zu sein. Zumindest hat er sich vor dem Erfolg nie beschwert. Auch nicht nach witcher 1 wo cdp finanziell gar nicht gut da stand.
Um dies auch nochmal klar zu stellen. Ich würde es als Angebracht halten wenn CDP ihm ein Stück des Kuchens zugestehen würde. Jedoch hat er für mich keine Legitimität es einzufordern. Noch dazu hatten seine Äußerungen in der Vergangenheit auch keinerlei Anzeichen das er es sich mit CDP besser stellen möchte. Was er juristisch mit deren nationalen Gesetzen rausschlägt ist eine andere Sache.
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Re: Brandon Sanderson (Autor von Mistborn) über CD Projekt Red, Buch-Adaptionen und Sapkowski (Witcher-Autor)
Anscheinend wird diese Form des Urheberrechts in Deutschland ganz ähnlich betrachtet wie in Polen, siehe folgenden Artikel:
https://www.lhr-law.de/magazin/urheberr ... verguetung
https://www.lhr-law.de/magazin/urheberr ... verguetung
