Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

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NewRaven
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von NewRaven »

Todesglubsch hat geschrieben: 30.03.2018 12:56 Laut Kommentaren lässt der Patch wohl die Hauptquest scheitern und man steht mit einem leeren Questbuch da. Bravo.
Naja, ganz so ist es nicht... es gibt 2 Quests, bei denen hier dann jetzt neue Probleme auftreten. Eine, wenn du an einer etwas ungünstigen Stelle gespeichert hast, die zweite, wenn du eine "kreative" Lösung gewählt hast, um sie "loszuwerden". In beiden Fällen schlägt dann die Hauptquest gleich beim Laden fehl und es gibt keine Nachfolgequest.
Todesglubsch hat geschrieben: 30.03.2018 14:24 Ganz ehrlich: Die Bugs sind leider nicht das einzige Problem im Spiel. Gerade in der Hauptquest gibt es so eklatante Designfehler, dass man meinen könnte, hier wären Frischlinge direkt von der Uni am Werk gewesen. Hier würde nur ein komplettes Redesign und ein Umschreiben der Quests helfen - und das ist kaum im Rahmen eines normalen Patches möglich. Wobei man bei jedem Patch eh das komplette Spiel nochmal runterladen muss.
Das seh ich eigentlich komplett anders. Aus der Sicht von typischen "modernem Gamedesign" ist das Spiel natürlich fehlerhaft und zwar in beinahe jedem Aspekt. Aber... das soll ja duchaus so. Ich sehe aber ehrlich gesagt nicht den geringsten Punkt, was an der Hauptquest inhaltlich falsch sein soll - also abseits davon, dass man im Schnitt eine 5 zu 1 Chance hat, sie niemals beenden zu können. weil sie einfach verbuggter Kram ist. Erzählerisch macht die Hauptgeschichte ihr Ding nämlich durchaus ziemlich gut, wenn man das Korsett, in das sie sich dank der Anlehnung an historischen Realismus befindet, bedenkt. Also doch, die Bugs SIND das größte und für viele wohl auch einzige Problem an dem Spiel. Die dafür allerdings halt ein Großes... selbst die Leute von ME: Andromeda oder Arkham Knight (PC) sind jetzt vermutlich darin bestätigt, dass ihre Releases doch eigentlich gar nicht so schlimm waren.

Fassen wir mal zusammen: in der Release-Fassung ging quasi fast gar nichts. Es war technisch eine Katastrophe, grundlegende Spielmechaniken funktionierten einfach nicht, Quests hatten eine Bugwahrscheinlichkeit von 70% und die Performance war unter aller Sau.

1.2.x lief dann einigermaßen, zumindest was die Spielmechaniken angeht. Leider wurden die Questbugs kaum weniger und die Performance war immernoch mies. Dazu kamen einige kleinere neue Bugs.

1.3.x hat dann die Zufallsbegegnungen komplett gekillt, die Masterstrikes mit allem außer Langschwertern ruiniert und neben angeblich mehreren hundert Bugfxies auch ein paar weitere neue Bugs gebracht. Allein die ersten beiden Dinge reichen aber eigentlich, um das Spiel zu ruinieren. Dafür wurde die Performance ein wenig besser und auch verbleibende technische Macken wie abgehackte Sätze wurden beseitigt. Außerdem gabs ein paar QOL-Änderungen (Speichersystem, Ansel und so nen Kram). Wachen verlieren ihre Waffen, die sich dann irgendwann in der Stadt stapeln und die Performance nach einiger Zeit in den Keller ziehen. Von möglichen Savegame-Bugs (Bloat) ganz zu schweigen...

1.4 bringt uns nun Bärte und neue Frisuren (verbuggt, bitte nicht benutzen), killt unter bestimmten Bedingungen die Mainquest, bringt farbige Ostereier (auf die hab ich schon seit Release gewartet...) und HD-Audio und HD-Texturen. Oh... und laut Hersteller wieder gaaanz viele Bugfixes. Die Masterstrikes funktionieren zumindest wieder soweit ich getestet habe - die fallen gelassenen Waffen liegen allerdings immernoch rum. Aber ein Hotfix ist ja schon angekündigt... mal sehen, was der von diesem Chaos dann beseitigt und wie viel neue Bugs er bringt...

Ganz ehrlich: eigentlich will man dem Entwickler für die Art, wie sie ihre Patches releasen nur noch irgendwas über den Schädel ziehen. Das ist nicht nur amateurhaft - oder wie es Todesglubsch ausdrückt: wie von einem Frischling direkt von der Uni - das ist einfach nur geistig nicht ganz auf der Höhe, weil sie eigentlich aufgrund von umfangreichstem Feedback genau wissen müssten, wo es brennt - und es sie einfach nicht schert. Von wegen "Tests". Nicht nur, dass wichtige Bugfixes teils wochenlang auf sich warten lassen, weil erst noch ein Feature unbedingt noch mit in den Patch muss, dass wohl niemand derzeit wirklich dringend braucht, nein, diese neuen Features sind dann selbst teilweise noch bis zur Unnutzbarkeit verbuggt und bringen weitere Probleme in einem riesen Haufen von Käfermist, bei dem langsam nicht mehr genug Ducktape da ist, um ihn noch irgendwie zusammen zu halten. Dieses Team hat so dermaßen absolut keine Ahnung von Softwareentwicklung, die Ahnungslosigkeit wird nur noch von ihren Kenntnissen über Qualitätssicherung unterboten. Die CryEngine ist nun keine leichte Engine, stimmt - aber sie so schlecht im Griff zu haben ist schon eine ganz eigene Leistung. Und da sprech ich noch nicht mal von dem nicht wirklich vorhandenem Patchsystem und der rein auf Unfähigkeit basierenden Ausrede, dass die Engine nicht differenzial patchen könne, sondern wirklich nur von dem ganzen Mist, der In-Game passiert.

Und warum das ganze Schlimm ist? Weil ich im Gegensatz zu Todesglubsch finde, dass da unter den ganzen Bugs ein verdammt gutes, spaßiges und auch spannendes Spiel mit einigen innovativen Mechaniken liegt. Viel von seinem Charme zieht das Spiel aus genau den Dingen, die du da oben kritisiert hast. Version 1.2 (für mich die Beste, bisher) hat mega viel Spaß gemacht und die gespielten Stunden in Steam sind nur so nach oben geschossen. Mit 1.3 hab ich dann neu angefangen (man will ja schließlich nicht die alten, festgebackenen Bugs aus einer alten Version mit in die neue Version schleppen) und hatte vielleicht nicht mehr, aber deutlich einflussreichere Probleme als je zuvor. Und jetzt mit 1.4 geht der gleiche Kram von vorn los. Diesmal werde ich aber abwarten eh ich wirklich von vorn anfange.

Und an jeden, der sich das Ding aus Interesse kaufen will aber sich immernoch aufgrund der Berichte nicht dazu durchringen konnte: bitte, tut euch selbst den Gefallen und wartet noch ein halbes Jahr. KC:D wird sicher nie ganz rund laufen (das trau ich dem Team einfach nicht zu, sorry, Warhorse) aber momentan gehts mit dem Spiel leider eher bergab als bergauf und ich bin sicher, irgendwann merken die auch, wie dämlich ihre derzeitige Patchpolitik ist und dann wird es wieder etwas besser und wir erreichen vielleicht nochmal wenigstens ein Niveau wie mit dem 1.2er Patch, was die Spielbarkeit angeht.

So, ich beende meinen Rant dann jetzt mal ;)
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Todesglubsch
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Todesglubsch »

NewRaven hat geschrieben: 30.03.2018 15:12 Aus der Sicht von typischen "modernem Gamedesign" ist das Spiel natürlich fehlerhaft und zwar in beinahe jedem Aspekt. Aber... das soll ja duchaus so.
Das hat nichts mit modernen Gamedesign zu tun. Das Spiel ist einfach inkonsistent was das eigene Design angeht.
Erinnert sich niemand mehr an die Prügel die Deus Ex: HR eingefangen hat, weil die Bosse nur durch stumpfes Ballern gelöst werden konnten und Stealth-Charaktere ohne Kampferfahrung blöd aus der Wäsche schauten?
Genau das gleiche ist auch in Kingdom Come - nur schlimmer, da man ja auch noch RPG-typische Ausrüstung hat.
Auch dass man in ein Szenario geworfen wird, für das das Spielsystem nicht geschrieben wurde ist kein Bruch im modernen Gamedesign, sondern ein Bruch im guten Gamedesign. Wenn mein Kampfsystem sich nicht für Gruppenkämpfe eignet, dann werf ich den Spieler nicht in einen Gruppenkampf.

Das ist ähnlich vergleichbar mit Bethesda, dessen Engines auch keine Gruppenkämpfe beherscht, Bethesda uns aber trotzdem in jedem Spiel irgendwelche "epischen Schlachten" vorsetzt, in denen fünf Soldaten gegeneinander kämpfen.
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von NewRaven »

Todesglubsch hat geschrieben: 30.03.2018 15:56
Das hat nichts mit modernen Gamedesign zu tun. Das Spiel ist einfach inkonsistent was das eigene Design angeht.
Bleiben wir doch mal bei deinem Beispiel mit den Kämpfen... in einem historisch angelehnten Ansatz... was glaubst du, wie viele Chancen du als einzelner, mäßig ausgebildeter "Ritter" gegen drei Ritter einer einer einfallenden Armee hättest? Keine... nada... null. "Einer gegen drei ist unfair, weil ich da schlechte Chancen habe" ist in einem solchen Kontext doch einfach mal wirklich kein Kontra-Argument. Und diese bewussten "schlechten Chancen" setzt das Spiel auch einigermaßen gut um, allerdings mit der Option, dir einen weniger realistischen Ausweg aus der Sache zu ermöglichen. Du hast nicht nur oft die Möglichkeit, Gegner vorher schon zahlenmäßig zu reduzieren (Gifte, Schlaftränke u.s.w.), du kannst selbst in schwerster Rüstung noch zumindest so gut schleichen, dass du den ein oder anderen mit etwas Geschick sneakkillen kannst, du kannst mit dem Bogen oft 5 Leute mit einem Schuss direkt ins Gesicht killen, eh sie überhaupt in Schlagreichweite sind, du kannst einzelne Gegner wegpullen und gerade in engen Räumlichkeiten kommen die alle brav in einer Kette angelaufen, so dass du sie problemlos der Reihe nach abfertigen und mittels Masterstrike sogar oft Onehitten kannst. Noch dazu hast du egal wie schwer du gerüstet bist mit der Parade quasi die "Unbesiegbarkeit" nur einen Tastendruck weit weg, so dass - wenn du das Timing drauf hast, theorethisch sogar 3 Leute gleichzeitig auf dich einprügeln könnten, ohne das du einen Kratzer davon trägst. Das einzige, was du vermeiden solltest, ist, dass sich Gegner neben oder hinter dir sammeln, wenn du dich wirklich mit einem Gegner im Nahkampf auseinander setzt. Da kann man sich aber einfach durch Fokus lösen und anders positionieren, beispielsweise in eine Ecke, vor schützen. Das Spiel gibt dir also durchaus die Möglichkeit, selbst gegen eine Übermacht zu bestehen - es erwartet aber, dass du dir dazu ein paar Gedanken machst. Und insofern eignet sich das Kampfsystem sogar besser für "Gruppenkämpfe" als es der pseudohistorische Ansatz eigentlich vermuten lassen würde. Das du nicht einfach in eine Horde gut ausgestatteter Ritter stürmen kannst und dann umzingelt von ihnen einen nach dem anderen in Ruhe Abmetzeln kannst, ist in meinem Buch eher ein Plus und hat nichts, aber auch gar nichts mit schlechtem Spieldesign zu tun.
Zuletzt geändert von NewRaven am 30.03.2018 16:35, insgesamt 2-mal geändert.
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Wulgaru
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Wulgaru »

Peter__Piper hat geschrieben: 30.03.2018 13:55
casanoffi hat geschrieben: 30.03.2018 13:16 Spieler sind gnädig und verzeihen schnell.
Erzähle das mal Sean Murray :ugly:
Oder Phil Fish, von dem man annehmen musste das er irgendwie Kinder gegessen hat, so wie Gamer von ihm geredet haben....hach Fez 2 warum gibt es dich nicht... :(
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von johndoe824834 »

Dieses Spiel wird nie fertig werden. Mit jedem Patch der 200-300 Bugs beseitigt kommen 500 Neue dazu.
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Todesglubsch
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Todesglubsch »

NewRaven hat geschrieben: 30.03.2018 16:10 blubb
Du gehst aber davon aus, dass die vorherige Sabotage und Vorbereitung erfolgreich war - und das ist dank fehlendem Feedback, sowie unterschiedlicher Charakterwerte nicht garantiert. Auch wenn du dich vom Kampf zurückhälst, auch wenn du die Möglichkeit findest die Bogenschützen zu neutralisieren, so kann es dennoch passieren, dass ein gegnerischer Glückstreffer dich verkrüppelt - und dann kannst du musst du den Kampf zwangsweise neuladen, da du zwischen der Keile und dem Bosskampf keine Verschnaufspause bekommst.

Das mag zwar realistisch sein, aber wenn dadurch eben der Gameflow und das Gameplay leidet, dann ist das schlicht Schwachsinn. Und es ändert nichts daran, dass das du bei so einer Massenkeile eben nur Clippingfehler siehst. Plus ein halbes Dutzend Gegner, die, wie einst schon in Morrowind und Mount & Blade, stocksteif und unrealistisch ihre Waffen "ausgeholt" herumtragen.
Was ich sagen will: In diesem einen Hauptquestteil sind so viele Schwächen sichtbar. Jeder andere Entwickler (PB einmal ausgenommen) hätte ihn anders designt, damit man eben nicht die Schwächen des Spiels sofort bemerkt.

Und bitte, für die Zukunft, bring nicht mehr das "aba das ist realistisch!!!!"-Argument. Wir haben Zaubertränke, teleportierende Pferde, magische Gepäcktruhen, magisches mit dem Pferd verbundenes Inventar, fehlende Kinder und Co. Der Entwickler hat sich bewusst und in meinen Augen etwas wahllos entschieden einige Dinge NICHT realistisch zu machen, weil eine realistische Darstellung keinen Spaß / Sinn gemacht hätte. Dazu die Sache mit dem Schnapps die so kontrovers aufgenommen wurde, dass ein fähiger Entwickler daraus ein optionales Spielsystem gemacht hätte, anstatt die Arme zu verschränken, mit dem Fuß zu stampfen, einen auf Miyamoto zu machen und zu sagen "Die Spieler sollen das aber so spielen!!!"
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von NewRaven »

ICHI- hat geschrieben: 30.03.2018 16:40 Dieses Spiel wird nie fertig werden. Mit jedem Patch der 200-300 Bugs beseitigt kommen 500 Neue dazu.
Das ist leider wahr.
Todesglubsch hat geschrieben: 30.03.2018 16:52

Du gehst aber davon aus, dass die vorherige Sabotage und Vorbereitung erfolgreich war - und das ist dank fehlendem Feedback, sowie unterschiedlicher Charakterwerte nicht garantiert. Auch wenn du dich vom Kampf zurückhälst, auch wenn du die Möglichkeit findest die Bogenschützen zu neutralisieren, so kann es dennoch passieren, dass ein gegnerischer Glückstreffer dich verkrüppelt - und dann kannst du musst du den Kampf zwangsweise neuladen, da du zwischen der Keile und dem Bosskampf keine Verschnaufspause bekommst.

Das mag zwar realistisch sein, aber wenn dadurch eben der Gameflow und das Gameplay leidet, dann ist das schlicht Schwachsinn. Und es ändert nichts daran, dass das du bei so einer Massenkeile eben nur Clippingfehler siehst. Plus ein halbes Dutzend Gegner, die, wie einst schon in Morrowind und Mount & Blade, stocksteif und unrealistisch ihre Waffen "ausgeholt" herumtragen.
Was ich sagen will: In diesem einen Hauptquestteil sind so viele Schwächen sichtbar. Jeder andere Entwickler (PB einmal ausgenommen) hätte ihn anders designt, damit man eben nicht die Schwächen des Spiels sofort bemerkt.

Und bitte, für die Zukunft, bring nicht mehr das "aba das ist realistisch!!!!"-Argument. Wir haben Zaubertränke, teleportierende Pferde, magische Gepäcktruhen, magisches mit dem Pferd verbundenes Inventar, fehlende Kinder und Co. Der Entwickler hat sich bewusst und in meinen Augen etwas wahllos entschieden einige Dinge NICHT realistisch zu machen, weil eine realistische Darstellung keinen Spaß / Sinn gemacht hätte. Dazu die Sache mit dem Schnapps die so kontrovers aufgenommen wurde, dass ein fähiger Entwickler daraus ein optionales Spielsystem gemacht hätte, anstatt die Arme zu verschränken, mit dem Fuß zu stampfen, einen auf Miyamoto zu machen und zu sagen "Die Spieler sollen das aber so spielen!!!"
Ganz ehrlich, deine Hauptkritik basiert also darauf, dass du in einem Kampf gegen eine wirkliche Übermacht mal "Pech" haben kannst und selbst niedergeknüppelt wirst und deshalb mal neuladen musst? Echt jetzt? Genau wegen sowas schrieb ich oben, dass das Spiel nach modernen Gamedesign-Regeln wohl durchgängig ein einziger großer Fehler ist... Für diese Regeln hast du ja glücklicherweise genug Spielealternativen. Die haben dann auch ein Speichersystem, dass dich nicht so bösen fiesen Einschränkungen unterwirft und du kannst savescummen wo auch immer du willst. Ist das nicht toll? ;)

Hier geb ich dir durchaus recht - nur haben Clipping-Fehler eben wenig mit Gamedesign zu tun. Das die Schlachten kleiner ausfallen, als es früher angekündigt wurde... geschenkt. Es passt schließlich - im Gegensatz zu beispielsweise einem TES - völlig in den Kontext, dass man in dieser Umgebung keine 200 Mann-Armee im Rücken hat. Das da natürlich auch technische Gründe mitspielen, keine Frage... aber der "Bruch" bei solchen Schlachten zwischen dem, was dir gesagt wird und was dann letztlich wirklich passiert, fällt hier nicht annähernd so groß wie in anderen Games auf - und auch keineswegs so groß wie du ihn machst. Schade ist das natürlich zweifelsfrei trotzdem - andererseits sind die vorhandenen Scharmützel mir persönlich schon durchaus hektisch genug und das Spiel hat weit größere Baustellen als "zu kleine Schlachten".

Und hier steht nirgends "das ist realistisch". Das ist immernoch ein Spiel. Da steht etwas von einem realitätsbezogenem Ansatz... den Unterschied muss ich hoffentich nicht erklären. Und den hat das Spiel nun einmal. Das der nicht in jeder Hinsicht gleich konsequent umgesetzt ist, ändert daran nichts. Das letztlich immer der Spaß im Vordergrund stehen sollte, sollte bei einem Game wohl selbstverständlich sein. Nur unterscheiden sich offenbar die Dinge, was den Leuten Spaß bringt und was nicht sehr deutlich und somit auch die Vorstellung, wie dieses Spiel sein sollte zwischen dir, Warhorse und mir. Der große Unterschied ist: ich rede nicht von "schlechten Gamedesign" weil ich in manchen Punkten einfach anderer Meinung bin als die Entwickler oder einfach nur einen anderen Geschmack habe. Und das die eben Dinge anders machen wollten... nun ja, das gehörte von Anfang an zum Konzept. Muss man nicht mögen, klar, kein Ding, ich selbst hätte da ja einige Dinge persönlich anders gemacht, aber vielleicht sollte man das dann anders ausformulieren als objektivierend von "schlechten Gamedesign" zu sprechen. Ich weiß im Regelfall immer warum etwas in dem Spiel passiert, wie es passiert und in 99% der Fälle auch, wie ich das Problem (wie beispielsweise meinen Tod) vermeiden kann, ohne aufwendig die grundlegende Situation zu verändern. Das Spiel gibt dir meiner Meinung nach sehr ausführliches Feedback warum etwas ist, wie es ist (wenn es dich denn wirklich interessiert, es drückt dir diese Infos zugegeben selten direkt ins Gesicht) und die Gameplay-Komponenten gehen dabei erstaunlich gut Hand in Hand. Kann man die scheiße finden? Na sicher. Aber das macht sie weder schlecht durchdacht noch aus ihnen "schlechtes Gameplaydesign", sondern nur schlimmstenfalls "nicht nach meinem Geschmack". Kuckt man sich die technische Umsetzung des ganzen Spiels an, muss man eigentlich sagen, dass gerade das Gamedesign (auf dem Papier, also ohne die ganzen Bugs, die die Praxisumsetzung leider noch ramponieren) eigentlich das Beste und vor allem auch Durchdachteste an dem Spiel ist.


Edit: Mittlerweile ist übrigens 1.4.1 erschienen und scheint tatsächlich die gröbsten Schnitzer von 1.4 auszubügeln.
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von cM0 »

Todesglubsch hat geschrieben: 30.03.2018 14:55
NewRaven hat geschrieben: 30.03.2018 15:12
Ich danke euch beiden für die ausführlichen Texte, die ich hier nicht komplett zitieren will, jedoch komplett gelesen habe. Das nimmt mehr ehrlich gesagt die Lust auf das KC:D, besonders dein Text, Todesglubsch. Klar, das Patchen der Bugs scheint nach wie vor nicht gut zu laufen. Das liest man sowohl im Steamforum, das ich ab und an verfolge um zu prüfen, ob das Spiel mittlerweile spielbar ist, aber dein Text NewRaven bestätigt das ja leider auch und erklärt es außerdem besser als die Beiträge im Steamforum. Ich verstehe wirklich nicht warum man neuen Content einbaut, wenn der alte nicht ordentlich funktioniert. HD-Texturen, Bärte etc. sind ja schön und gut, aber Bugfixes sollten zur Zeit oberste Priorität haben. Wenn das Spiel dann irgendwann gut läuft, kann man noch immer neuen Inhalt einbauen.

Das was du schreibst Todesglubsch, verdirbt mir die Vorfreude aber wirklich noch mehr als der aktuelle, technische Zustand des Spiels. Ja, das ganze klingt wirklich so als ob es sich schwer bis gar nicht beheben lässt, zumal die genannten Punkte vermutlich nie angegangen werden. Mein erste Gedanke als du Bosskämpfe angesprochen hast, die man per Kampf lösen muss, war übrigens auch Deus EX: HR, wo ich zum Glück halbwegs kämpfen konnte, auch wenn ich eher schleichender Hacker war.
Immerhin gibt es für das Fadenkreuz vom Bogen eine Mod und auch sonst kann man sich recht gut mit Mods behelfen und die eine oder andere fragwürdige Designentscheidung so aus der Welt schaffen. Hier gilt für mich allerdings, wie bei Nier Automata: Schön dass man die Möglichkeiten hat, schade dass man sie nutzen muss. Na gut, "muss" ist vielleicht etwas übertrieben aber einiges davon hätte man sicher ins Spiel integrieren und per Option ein- bzw. ausschaltbar machen können.


Fazit: Weiter abwarten und im nächsten Sale schauen ob das Spiel schon so weit ist. Ganz fertig wird es wohl wirklich nie, da stimme ich ICHI- zu. Aber ich habe Gothic 1 & 2 damals ohne Patches angefangen, also etwas abgehärtet bin ich schon, auch wenn ich mir das heute nicht mehr antun würde :)
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Wigggenz »

Wulgaru hat geschrieben: 30.03.2018 16:33
Peter__Piper hat geschrieben: 30.03.2018 13:55
casanoffi hat geschrieben: 30.03.2018 13:16 Spieler sind gnädig und verzeihen schnell.
Erzähle das mal Sean Murray :ugly:
Oder Phil Fish, von dem man annehmen musste das er irgendwie Kinder gegessen hat, so wie Gamer von ihm geredet haben....hach Fez 2 warum gibt es dich nicht... :(
Der Name geisterte mir im Hinterkopf herum... habe dann mal kurz gesucht und diese News gelesen:
http://www.4players.de/4players.php/spi ... FEZ_2.html
Er sagt Dinge wie:
"nuke all gamers"
"vile, disgusting, underdeveloped sub-people"
etc...

Warum sollte man so einen Typen in guter Erinnerung behalten. Die offenbar vorhandene Antipathie ihm gegenüber ist wohl erarbeitet und hoch verdient. Manchmal sind Shitstorms und allgemeine negative Meinungen auch berechtigt.
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Todesglubsch »

Ich will niemanden die Vorfreude nehmen, bei diesem Bosskampf handelt es sich immerhin nur um eine Hauptquest, also eine von vielen. Nur ist diese halt ziemlich schlecht umgesetzt. Viele andere hingegen sind sehr gut (sofern sie funktionieren) mit unterschiedlichen Lösungswegen (sofern sie funktionieren). Allerdings handelt es sich bei der Quest um einen Spannungshöhepunkt, ein Kapitelende. Da kann man schon etwas angesäuert sein, wenn es mies umgesetzt ist.
...und ich hab ja noch nicht einmal darüber gemosert, wenn in den Zwischensequenzen ständig meine Kleidung durcheinanderclippt.

Lustig finde ich aber manche Quest-Walkthroughs die einfach mittendrin aufhören und behaupten die Quest sei geschafft. Nein, sie ist nicht geschafft. Durch nen Bug wird sie einfach vorzeitig abgebrochen und als geschafft markiert.
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Wulgaru »

Wigggenz hat geschrieben: 31.03.2018 00:21

Warum sollte man so einen Typen in guter Erinnerung behalten. Die offenbar vorhandene Antipathie ihm gegenüber ist wohl erarbeitet und hoch verdient. Manchmal sind Shitstorms und allgemeine negative Meinungen auch berechtigt.
Ich sage nicht das das eine souveräne Art ist mit Kritik umzugehen, aber "Kritik" ist auch so eine Sache. Diese Aussagen wurden ja nicht kontextlos getroffen sondern sind auch eine Reaktion auf äußerst schlechte Behandlung die Fish auf Social-Media-Plattformen erfahren hat.

Dieses Narrativ das er einfach ein Arschloch ist was solche Sachen grundlos gesagt hat, ist nicht ganz haltbar. Das meine ich aber auch...austeilen kann die Szene ganz gut, einstecken nicht so, da schlägt sie doppelt und dreifach zurück und der Ruf den Fish am Ende hatte, war durch nichts mehr abgedeckt was er gesagt hat.
Edit: Und was dann gegen Ende passiert ist...also ich weiß nicht was du da in Erinnerung hättest, aber wenn du diese Behandlung okay findest...würde mich bei dir eigentlich wundern (hat zeldafreak damals in dem von dir verlinktem Thread gepostet):
https://www.giga.de/spiele/fez/news/fez ... ter-daten/

So bleibt halt eines der besten Indiespiele überhaupt für sich stehend, auch wenn er mittlerweile wohl zumindest wieder entwickelt.
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Wigggenz »

Wulgaru hat geschrieben: 31.03.2018 08:57
Wigggenz hat geschrieben: 31.03.2018 00:21

Warum sollte man so einen Typen in guter Erinnerung behalten. Die offenbar vorhandene Antipathie ihm gegenüber ist wohl erarbeitet und hoch verdient. Manchmal sind Shitstorms und allgemeine negative Meinungen auch berechtigt.
Ich sage nicht das das eine souveräne Art ist mit Kritik umzugehen, aber "Kritik" ist auch so eine Sache. Diese Aussagen wurden ja nicht kontextlos getroffen sondern sind auch eine Reaktion auf äußerst schlechte Behandlung die Fish auf Social-Media-Plattformen erfahren hat.

Dieses Narrativ das er einfach ein Arschloch ist was solche Sachen grundlos gesagt hat, ist nicht ganz haltbar. Das meine ich aber auch...austeilen kann die Szene ganz gut, einstecken nicht so, da schlägt sie doppelt und dreifach zurück und der Ruf den Fish am Ende hatte, war durch nichts mehr abgedeckt was er gesagt hat.
Edit: Und was dann gegen Ende passiert ist...also ich weiß nicht was du da in Erinnerung hättest, aber wenn du diese Behandlung okay findest...würde mich bei dir eigentlich wundern (hat zeldafreak damals in dem von dir verlinktem Thread gepostet):
https://www.giga.de/spiele/fez/news/fez ... ter-daten/

So bleibt halt eines der besten Indiespiele überhaupt für sich stehend, auch wenn er mittlerweile wohl zumindest wieder entwickelt.
Natürlich ist es nie ok jemanden so zu beleidigen, das gilt natürlich auch wenn das "Ziel" ein Entwickler mit kontroversen Ansichten ist, und das sollte nach Möglichkeit unterbunden und ggf. geahndet werden.

Aber das gilt halt auch generell.
Wenn ich beleidigt werde, melde ich das der jeweiligen Moderation, wenn es strafrechtlich relevant sein könnte den Behörden, aber ich fange doch nicht an in gleicher Art und Weise zurückzuschießen. Das ist nicht zuviel verlangt. Was soll das denn für eine Denke sein, nach der es ok ist, ganze (völlig heterogene) Gruppen von Leuten aufs übelste zu beleidigen, ihnen die Menschlichkeit abzusprechen und den Tod zu wünschen, weil Einzelne von ihnen zuvor ebenfalls beleidigten oder hetzten? "Der hat angefangen, dann darf ich ja wohl auch?"

Fishs Hasstiraden betrafen zusätzlich ja auch nicht nur die Einzelnen, die im Vorhinein gegen ihn mobil machten, sondern ausdrücklich ALLE Gamer. Damit auch dich oder mich oder jeden hier im Forum, jeden einzelnen Gamer auf dieser Welt, der möglicherweise noch nichtmal etwas von Fish gehört hatte (was auf die meisten Gamer zutreffen dürfte) oder vielleicht sogar auf seiner Seite stand. Gamer sind nicht "die Szene" als eine Person, der man ein Fehlverhalten vorwerfen könnte, sondern eine große Gruppe verschiedenster Menschen, die sich alle anders verhalten, "geeint" nur durch Videospielkonsum, und manche benehmen sich auch (zum Teil extrem) daneben. Es wird bei allen möglichen Gelegenheiten zurecht darauf hingewiesen, Verallgemeinerungen doch bitte zu unterlassen, und ich sehe keinen Grund hier eine Ausnahme zu machen. Es sei denn natürlich, man sieht Gamer nichtmals als Menschen an...

Und nein, natürlich ist es NICHT ok, sich quasi jemandes komplettes Privatleben zu erhacken und dann zu veröffentlichen. Wäre bei absolut niemandem ok, wenn dadurch nicht irgendwie eine ernste Gefahr abgewendet werden sollte, aber dazu fällt mir wirklich kein Szenario ein. Also ist das niemals ok.

Das ändert aber absolut nichts daran, dass Fish alle Gamer als Arschlöcher, Untermenschen etc bezeichnet hat und geäußert hat, sie mögen doch bitte per Atombombe ausgelöscht werden.

Dass jemand von Arschlöchern ins Fadenkreuz genommen wird, schließt nicht aus, dass er selber eines ist, und die Äußerungen sprechen für sich.
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Wulgaru
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Wulgaru »

Wigggenz hat geschrieben: 31.03.2018 10:35

Fishs Hasstiraden betrafen zusätzlich ja auch nicht nur die Einzelnen, die im Vorhinein gegen ihn mobil machten, sondern ausdrücklich ALLE Gamer. Damit auch dich oder mich oder jeden hier im Forum, jeden einzelnen Gamer auf dieser Welt, der möglicherweise noch nichtmal etwas von Fish gehört hatte (was auf die meisten Gamer zutreffen dürfte) oder vielleicht sogar auf seiner Seite stand. Gamer sind nicht "die Szene" als eine Person, der man ein Fehlverhalten vorwerfen könnte, sondern eine große Gruppe verschiedenster Menschen, die sich alle anders verhalten, "geeint" nur durch Videospielkonsum, und manche benehmen sich auch (zum Teil extrem) daneben. Es wird bei allen möglichen Gelegenheiten zurecht darauf hingewiesen, Verallgemeinerungen doch bitte zu unterlassen, und ich sehe keinen Grund hier eine Ausnahme zu machen. Es sei denn natürlich, man sieht Gamer nichtmals als Menschen an...

Und nein, natürlich ist es NICHT ok, sich quasi jemandes komplettes Privatleben zu erhacken und dann zu veröffentlichen. Wäre bei absolut niemandem ok, wenn dadurch nicht irgendwie eine ernste Gefahr abgewendet werden sollte, aber dazu fällt mir wirklich kein Szenario ein. Also ist das niemals ok.

Das ändert aber absolut nichts daran, dass Fish alle Gamer als Arschlöcher, Untermenschen etc bezeichnet hat und geäußert hat, sie mögen doch bitte per Atombombe ausgelöscht werden.
Ich bin deiner Meinung das Fish eine Person ist, die vermutlich nicht allzu sympathisch ist. Wieviel seines Verhaltens mit Unerfahrenheit zu entschuldigen ist bzw. mit dem Umgang mit einer Situation für die er nicht vorbereitet war...das weiß ich nicht. Du bist allerdings in meinen Augen wesentlich schneller dabei seine Äußerungen zu verurteilen und fast schon bereit über das was ihm passiert ist hinweg zu gehen.

Es ist dabei egal ob er generalisiert. Gamer sind keine verfolgte Minderheit oder dergleichen sondern das was er in dem Moment wahrnimmt, genauso wie die Leute die ihn attackiert haben eine Art Teufel projiziert haben, der zum Abschuss freigegeben war. Wenn jemand diese Form von Privatleben gestohlen bekommt und dadurch die Konsequenzen zieht das er seinen Beruf aufgibt, ist es für mich völlig egal ob er jemand in einer völlig unangemessenen Weise beleidigt hat.

Zumal ich absolut weiß das in diesen ganzen Freedom of Speech/Gamergate-Diskussionen der letzten Jahre dann genau solche Äußerungen gegen Leute wie Fish/Quinn/Sarkessian/Sterling und wie die Feindbilder gerade hießen gerechtfertigt und verteidigt worden sind. Das kann man natürlich wieder relativieren. Betrifft nur eine kleine Minderheit von Leuten die sich Gamer schimpfen, macht eine Bewertung einer Situation aber auch automatisch komplett unfair, wenn eine Person die sich gegen Leute wehrt die sie als "die Gamerschaft" wahrnimmt, dann muss sie immer generalisieren. Anders ist das doch gar nicht möglich wenn man massenhaft anonym attackiert wird.
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AngelJdF
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von AngelJdF »

Die ganzen Probleme enstanden nur wegen dem frühen Releasetermin. Bestimmt ging das Spiel auch schon zu früh in die Beta, anstatt zuerst ein solides Grundgerüst zu programmieren. Jetzt hat man so ein Windows10-Schwarzes-Loch-Bugmonster, dem niemand mehr Herr wird. Bei der Releaseversion hat man die schlimmsten Fehler noch irgendwie kaschieren können, aber seitdem ist es ein Ding der Unmöglichkeit den Flickenteppich noch zusammenzuhalten. 2 Monate mehr Hirn in der Alpha hätte jetzt allen Beteilligten 8 Monate Nachpatchen erspart. Die Entwickler haben aber auch überhaupt keine Schamgefühle: "200 schwere Bugs gefixt", echt wie arm ist das denn. Vor Scham hätte ich "diverse" reingeschrieben aber nicht "200". Gleichzeitig gleich das nächste Fass aufmachen mit verbuggten neuen Features die keiner will. Ein Leaddesigner fehlt der Firma anscheinend sowieso. Jeder macht dort sein eigenes Ding. Wenn das Kampfsystem auf 1:1 Kämpfe ausgelegt ist, sollte im Hauptquest halt kein Massenkampf auf engstem Raum vorkommen. Schwach.
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Wigggenz
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Re: Kingdom Come: Deliverance - Update 1.4 mit über 200 Bugfixes für PC; HD-Texturen und HD-Audio als Free-DLC

Beitrag von Wigggenz »

Wulgaru hat geschrieben: 31.03.2018 10:45
Wigggenz hat geschrieben: 31.03.2018 10:35

Fishs Hasstiraden betrafen zusätzlich ja auch nicht nur die Einzelnen, die im Vorhinein gegen ihn mobil machten, sondern ausdrücklich ALLE Gamer. Damit auch dich oder mich oder jeden hier im Forum, jeden einzelnen Gamer auf dieser Welt, der möglicherweise noch nichtmal etwas von Fish gehört hatte (was auf die meisten Gamer zutreffen dürfte) oder vielleicht sogar auf seiner Seite stand. Gamer sind nicht "die Szene" als eine Person, der man ein Fehlverhalten vorwerfen könnte, sondern eine große Gruppe verschiedenster Menschen, die sich alle anders verhalten, "geeint" nur durch Videospielkonsum, und manche benehmen sich auch (zum Teil extrem) daneben. Es wird bei allen möglichen Gelegenheiten zurecht darauf hingewiesen, Verallgemeinerungen doch bitte zu unterlassen, und ich sehe keinen Grund hier eine Ausnahme zu machen. Es sei denn natürlich, man sieht Gamer nichtmals als Menschen an...

Und nein, natürlich ist es NICHT ok, sich quasi jemandes komplettes Privatleben zu erhacken und dann zu veröffentlichen. Wäre bei absolut niemandem ok, wenn dadurch nicht irgendwie eine ernste Gefahr abgewendet werden sollte, aber dazu fällt mir wirklich kein Szenario ein. Also ist das niemals ok.

Das ändert aber absolut nichts daran, dass Fish alle Gamer als Arschlöcher, Untermenschen etc bezeichnet hat und geäußert hat, sie mögen doch bitte per Atombombe ausgelöscht werden.
Ich bin deiner Meinung das Fish eine Person ist, die vermutlich nicht allzu sympathisch ist. Wieviel seines Verhaltens mit Unerfahrenheit zu entschuldigen ist bzw. mit dem Umgang mit einer Situation für die er nicht vorbereitet war...das weiß ich nicht. Du bist allerdings in meinen Augen wesentlich schneller dabei seine Äußerungen zu verurteilen und fast schon bereit über das was ihm passiert ist hinweg zu gehen.

Es ist dabei egal ob er generalisiert. Gamer sind keine verfolgte Minderheit oder dergleichen sondern das was er in dem Moment wahrnimmt, genauso wie die Leute die ihn attackiert haben eine Art Teufel projiziert haben, der zum Abschuss freigegeben war. Wenn jemand diese Form von Privatleben gestohlen bekommt und dadurch die Konsequenzen zieht das er seinen Beruf aufgibt, ist es für mich völlig egal ob er jemand in einer völlig unangemessenen Weise beleidigt hat.

Zumal ich absolut weiß das in diesen ganzen Freedom of Speech/Gamergate-Diskussionen der letzten Jahre dann genau solche Äußerungen gegen Leute wie Fish/Quinn/Sarkessian/Sterling und wie die Feindbilder gerade hießen gerechtfertigt und verteidigt worden sind. Das kann man natürlich wieder relativieren. Betrifft nur eine kleine Minderheit von Leuten die sich Gamer schimpfen, macht eine Bewertung einer Situation aber auch automatisch komplett unfair, wenn eine Person die sich gegen Leute wehrt die sie als "die Gamerschaft" wahrnimmt, dann muss sie immer generalisieren. Anders ist das doch gar nicht möglich wenn man massenhaft anonym attackiert wird.
Ich sehe nicht darüber hinweg was ihm passiert ist und finde das eine ziemlich unfaire Unterstellung. Das war völlig asoziales und in Teilen sicherlich auch strafbares Verhalten.

Das rechtfertigt oder entschuldigt aber nicht seine Äußerungen. Wir haben es hier nicht mit einem zwingenden Kausalverlauf oder einer Notwehr-Kampfsituation zu tun. Nichts rechtfertigt oder entschuldigt solche Todeswünsche oder Untermensch-Beleidigungen. Das hat auch nichts mit Unerfahrenheit zu tun. Das ist eine Selbstverständlichkeit, sowas nicht zu äußern.

Genau so wie nichts das rechtfertigt oder entschuldigt, was diese Leute vorher zu ihm gesagt haben oder danach. Bevor es wieder heißt, ich würde darüber hinwegsehen...

Und nein, es ist überhaupt nicht egal ob er generalisiert. JEDER hat immer Anspruch darauf von jedem Anderen als Individuum wahrgenommen zu werden und damit auch nur für sein eigenes Verhalten zur Rechenschaft gezogen zu werden. Dazu muss man nicht einer verfolgten Minderheit angehören, wobei das natürlich für diese genau so gilt. Sippenhaft ist nie in Ordnung.
Und wenn man sich irgendwie an die Leute wenden will, die einen attackieren, dann kann man das auch ganz einfach so ausdrücken: "An diejenigen, die mich attackieren, (...)"
Anknüpfung an das Verhalten, nicht an Gruppenzugehörigkeit. Auch das ist eine Selbstverständlichkeit.

Zuletzt geht es mir auch überhaupt nicht darum, dass er seinen Beruf aufgegeben hat, das ist nachvollziehbar und es ist sehr schäbig, dass Leute ihn dazu gebracht haben.

Mir geht es aber darum, dass er alle Gamer der Welt als Untermenschen bezeichnet hat und ihnen den Tod gewünscht hat. Allen, auch allen Unbeteiligten. Von daher weine ich ihm, unabhängig davon wie verachtenswert das Verhalten der für seinen Abschied ursächlichen Leute war, keine Träne nach.