NewRaven hat geschrieben: ↑25.01.2018 02:47
Ich werde diesen Internet-Bioware-Hate nie verstehen.
Ich ergänze mich mal selbst... Ich werde diesen Internet-Bioware-Hate nie verstehen und diesen Hype von Obsidian Entertainment ebenfalls nicht.
Wenn Obsidian denn nämlich mal was wirklich rundes abgeliefert hat, was dann auch gut war, dann war das meist etwas, wo andere schon die Vorarbeit geleistet hatten. KOTOR2? War super... ein bisschen viel rausgeschnitten, aber super. Allerdings hatte man ja dank Bioware auch schon das komplette Gameplay, die gesamte Technik und vermutlich sogar die meisten Assets bereits fertig. Da fällt es dann recht leicht, sich um eine gute Story, ausgearbeitete Charaktere und Co zu kümmern. Das Gleiche gilt für Fallout New Vegas und im beschränkten Maß auch für NWN2 (wobei das, wie schon sein Vorgänger, ebenfalls erst durch die AddOns gut wurde...).
Dann haben wir da Alpha Protocol... tolle innovative Ideen, macht viel Spaß... wirkt am Ende aber alles andere als Rund, ist teilweise nicht wirklich zu Ende gedacht und einfach... naja, unfertig. Was am Ende bleibt ist ein mittelmäßiges RPG mit innovativen Setting. South Park war dann für seine holprige Entstehungsgeschichte wirklich gut und vermutlich das einzige Spiel, dass sie wirklich von Grund auf selbst aufgezogen haben und wo es nichts zu meckern gab, denn... PoE war dann letztlich der eher langweilige Versuch, Biowares Klassiker zu kopieren und war darin nicht besonders gut. Wer darin versucht hat, irgendwas innovatives oder auch nur eigenes zu finden, sucht leider vermutlich heute noch. Nicht, dass es jetzt ein schlechtes Spiel gewesen wäre, nein. Es war nur eben einfach ein Spiel, bei dem man beim Spielen durchgehend dachte "kenn ich doch schon. Von damals...". Für Tyranny gilt übrigens quasi das Gleiche (nur mit schlechterer Story).
Hatten wir da nochwas? Ach ja, Dungeon Siege 3... okay, ich persönlich fand das sogar wirklich ausgesprochen super. Nur leider bin ich damit so ziemlich allein auf der Welt. Das war ein toller Titel, wenn auch ganz anders als seine Vorgänger und ich hatte mehr Spaß damit, als ich wohl zugeben sollte.
Obsidian steht für mich in erster Linie für eins: Potential, dass sie aber quasi fast nie ausschöpfen können.
Und nochmal kurz zu Bioware beziehungsweise DA:I... wie schon gesagt, da ist verdammt viel "Filler"-Müll im Spiel. Kram, der einen wirklich das Gefühl gibt, ein Offline-MMO zu spielen. Und das ist scheiße. Seh ich auch so. Was aber gern verschwiegen wird, wenn es um DA:I geht, ist eben, dass dieser Kram optional ist... spielst du einigermaßen zielstrebig die wichtigeren Quests (HQ, Charakter-Quests, große Nebenquests) kommst du fast gar nicht mit diesem Mist in Kontakt, denn es gibt nicht einmal eine handvoll Momente, wo dich das Spiel wegen dem blöden Kartentisch für eine dieser wichtigen Queststränge zum Grind zwingt. Und lässt man diesen Mist außen vor, weil man persönlich keinen Spaß dran hat, was dieses Spiel eben problemlos ermöglicht, ist DA:I durchaus ein gutes Spiel, dass mit Origins fast gleich auf liegt und für mich persönlich mit Dragon Age 2 locker den Boden aufwischt. Und wer Spaß an diesem Offline-MMORPG-Part hat, naja, der hat locker die doppelte bis dreifache Spielzeit und kann sich austoben. Wer sich einfach gezwungen fühlt, allen Content auch spielen zu müssen, einfach weil er existiert und dann in den Hinterlanden in diesem Fillerstuff festhängt, obwohl er ihn nicht mag, wird natürlich das Spiel schrecklich finden. Könnte das Problem aber auch ganz einfach umgehen.