Todesglubsch hat geschrieben: ↑14.10.2017 14:13
Ich stell mal die ungeliebte Frage: Muss das tatsächlich von der Gesetzgebung reguliert werden? Sind wir so unmündig, dass sich das nicht von selbst reguliert?
Ihr regt euch doch nicht auf, dass Publisher das machen oder dass der Gesetzgeber keinen 18er-Stempel auf die Spiele klatscht. Ihr regt euch auf, weil da draußen tatsächlich Deppen sitzen, die dafür Geld aus dem Fenster werfen und die Publisher mit dem Scheiß Gewinne einfahren. Und Fun-Fact: Ja, das ist Scheiß. Aber das hochheilige "Sind-doch-nur-kosmetische-Items"-Blizzard macht bei dem Scheiß mit.
Man hat ja ganz gut an der Xbox One gesehen, was der Kunde alles bewirken kann. Die Xbox One ist weit von dem, wie sie vorgestellt wurde, entfernt. Nur wegen dem Druck hat MS nachgegeben und haben viele Entscheidungen zurückgenommen. Ubisoft ist auch längst von ihren Only-Online bei SP-Spielen abgerückt. EA hat für Sim City einen Offline-Patch nachgeliefertn. Es gibt zig Beispiele, die klar belegen, dass die großen Publisher auf die Kunden/Konsumenten eingehen und reagieren können.
Ich sehe aber vorallem die Spielepresse in der Verantwortung. Der Spielejournalismus muss sich weiterentwickeln und endlich einen journalistischen Auftrag annehmen. Mehr und mehr Magazinportale sind zu reine Werbeplattformen für die großen Publisher geworden, vorallem die ganz großen wie IGN und Konsorten. Es kann doch nicht angehen, dass Spiele"journalisten" ganz neutral über "Features" wie den "Season Pass" und "Lootboxen" in Spielen berichten, als sei es was vollkommen normales.
Wenn mal was kritisches zu Lootboxen kommt, dann nur in Form von "Community regt sich über Lootboxen auf", siehe 4Players. Warum sieht hier niemand einen journalistischen Auftrag zur Aufklärung? Das gibt es in keiner anderen Branche, das ist absolut einzigartig bei Videospielen.
Dadurch, dass Magazine wie 4Players ihre Testexemplare von den Publishern bekommen müssen, hat viel zu weitreichenden Einfluss auf die redaktionelle Arbeit und somit auch Integrität. Es ist dann auch nur natürlich, wenn immer mehr Konsumenten ihre Informationen von Youtubern wie Total Biscuit und Co. heranziehen, weil die Spielepresse zu nichts taugt. Man muss sich doch nur die Form des Inhaltes von Youtubern anschauen und dann zum Beispiel die Startseite von 4Players und was für "News" dort angezeigt werden. Die absolute Mehrheit besteht in der Regel aus irgendwelchen Entwickler-Ankündigungen und Trailern.
Der Spielejournalismus muss sich endlich mal weiter entwickeln.