Auf der einen Seite argumentierst du, dass die Mehrheit sich nicht daran stört, aber auf der anderen dann, dass es unsinnig ist, sich überhaupt daran zu stören?? Wie schon gesagt wurde is das eigentlich subjektiv mit der Immersion. Und wir kennen wohl alle massig Bilder des 1. und 2. WK und Frauen fehlen dort halt weitgehend, was auch durch historische Tatsachen untermauert wird. Wir kennen aber (um mal auf deinen Vergleich mit Schall im All zu kommen) das Weltall eigentlich fast ausschließlich nur durch Medien, die eben aber auf Gesetze geschissen haben. Deshalb ist das Bild von Explosionen und Geräuschen im All viel fester verankert, denn nur ein winziger Bruchteil an Leuten war überhaupt schon mal im All und ansonsten geht da halt auch ohnehin nicht viel ab. Wenn wir in der Zukunft irgend wann Weltraumschlachten im All hätten, könnte sich das ja auch durchaus verschieben, sodass zukünftige Spiele und Filme dann mehrheitlich auf Geräuschlosigkeit setzen.eigentlichegal hat geschrieben: ↑04.05.2017 13:53Ich behaupte, dass der Anteil der Spieler, die wirklich wissen (wie Imperator Palpatine), dass eine bestimmte Gruppierung nicht im 1. Weltkrieg unterwegs war ist so verschwindent gering, dass sich de facto die meisten nicht an dieser Präsentation stören dürften. Überhaupt ist das in etwa so sinnig, wie sich in einem Science-Fiction Spiel darüber zu beklagen, dass man ständig Geräusche im Weltall hat, obwohl es da komplett ruhig ist. Da wird ja auch niemand aus der "Immersion" herausgerissen, weil etwas nicht den bekannten, nicht gameplayrelevanten Gesetzen folgt.SethSteiner hat geschrieben: ↑04.05.2017 13:39 Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen Gameplay und Präsentation.
Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
sourcOr hat dazu schon das entscheidende gesagt.eigentlichegal hat geschrieben: ↑04.05.2017 13:53Ich behaupte, dass der Anteil der Spieler, die wirklich wissen (wie Imperator Palpatine), dass eine bestimmte Gruppierung nicht im 1. Weltkrieg unterwegs war ist so verschwindent gering, dass sich de facto die meisten nicht an dieser Präsentation stören dürften. Überhaupt ist das in etwa so sinnig, wie sich in einem Science-Fiction Spiel darüber zu beklagen, dass man ständig Geräusche im Weltall hat, obwohl es da komplett ruhig ist. Da wird ja auch niemand aus der "Immersion" herausgerissen, weil etwas nicht den bekannten, nicht gameplayrelevanten Gesetzen folgt.SethSteiner hat geschrieben: ↑04.05.2017 13:39 Es gibt immer noch einen Unterschied zwischen Gameplay und Präsentation.
Unabhängig von Detailwissen haben wir quasi ein Basiswissen dass natürlich auch durch jahrzehntelangen Medienkonsum geprägt ist.
Dies wird jeder an sich selbst testen können der z.B einmal durch Zufall eine Star Wars Szene ohne Ton gesehen hat. Wenn du in dem Moment Lichtschwertkämpfe siehst, sind in deinem Kopf automatisch die zugehörigen Geräusche. Anderes Beispiel, speziell für diesen Fall: Ich behaupte einmal dass keiner der hier diskutierenden jemals mit einem M1 Garand geschossen hat. Trotzdem kennen wir alle - oder glauben es zumindest - das charakteristische, metallische Geräusch wenn die acht Patronen verschossen wurden und der Clip herausspringt. Und dass alles nur aus Filmen und Videospielen. Zu hören hier ca bei Minute 1:00
https://www.youtube.com/watch?v=o_OrXpogees
Im Falle von Battlefield und im kommenden Call of Duty ist es eben die sehr extreme Freiheit die sich die Entwickler herausnehmen während sie gleichzeitig nicht müde werden historische Authenzitität zu propagieren. Dieser Widerspruch ist einfach auffällig.
Man präsentiert uns Videos in dem dargestellt wird wie man - angeblich oder tatsächlich - stundenlang historische Waffen getestet hat und die originalen Geräusche jener Waffen und Fahrzeuge ins Spiel implementieren will und gleichzeitig heisst es kämpfende Frauen an der Front und Schwarze in den deutschen und britischen Einheiten.
Und ja das war beim Release von BF 1 ein grosses Thema, auch im englischprechenden Raum denn gerade auf der Insel nimmt der 1.WK einen höheren Stellenwert ein als bei uns und demenstprechend ist auch das Grundwissen dort anders als bei uns.
Es wäre ohne weiteres möglich gewesen eine der Missionen in Afrika spielen zu lassen und eben hier britische und deutsche Kolonialeinheiten aufeinander treffen zu lassen. Und dann auch gerne auf einer entsprechenden Multiplayer Map.
Denn umgekehrt sehen wir keinen schwarzen Deutschen in den Singleplayer Missionen....
Es allgemein unverständlich warum sie dann nicht im Gegenteil den Weg gegangen sind der in der Alpha aufgezeigt war indem man sich aus 11 Gesichtern einen Charakter hätte erstellen können.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Klar zieht jeder seine Grenzen der Störung der Immersion selbst.
Wenn sich jemand allerdings dazu entscheidet, diese so zu ziehen, dass
a) eine medizinisch und auch historisch völlig abstruse und selbstverständlich falsch dargestellte Auswirkung von Gewalt auf den menschlichen Körper wie zB durch Kugeln oder Granaten völlig irrelevant für das Spielgefühl ist und gleichzeitig
b) historisch nicht korrekte Darstellung des Proporz von Minderheiten oder Frauen in den Streitkräften (zu viele) plötzlich die Immersion und das Spielgefühl ganz mies und gemein beeinträchtigt
dann lässt das meiner Meinung nach schon recht gut auf die inneren Faktoren schließen, die zur dieser willkürlichen Grenzziehung geführt haben.
Wenn sich jemand allerdings dazu entscheidet, diese so zu ziehen, dass
a) eine medizinisch und auch historisch völlig abstruse und selbstverständlich falsch dargestellte Auswirkung von Gewalt auf den menschlichen Körper wie zB durch Kugeln oder Granaten völlig irrelevant für das Spielgefühl ist und gleichzeitig
b) historisch nicht korrekte Darstellung des Proporz von Minderheiten oder Frauen in den Streitkräften (zu viele) plötzlich die Immersion und das Spielgefühl ganz mies und gemein beeinträchtigt
dann lässt das meiner Meinung nach schon recht gut auf die inneren Faktoren schließen, die zur dieser willkürlichen Grenzziehung geführt haben.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Ein VideoSPIEL wird in der Breite nur schwerlich entsprechend erfolgreich sein UND denn dazu nötigen Spass bringen wenn es in höchsten Masse realistisch ist was die Trefferwirkung betrifft.Wigggenz hat geschrieben: ↑04.05.2017 16:14 Klar zieht jeder seine Grenzen der Störung der Immersion selbst.
Wenn sich jemand allerdings dazu entscheidet, diese so zu ziehen, dass
a) eine medizinisch und auch historisch völlig abstruse und selbstverständlich falsch dargestellte Auswirkung von Gewalt auf den menschlichen Körper wie zB durch Kugeln oder Granaten völlig irrelevant für das Spielgefühl ist und gleichzeitig
b) historisch nicht korrekte Darstellung des Proporz von Minderheiten oder Frauen in den Streitkräften (zu viele) plötzlich die Immersion und das Spielgefühl ganz mies und gemein beeinträchtigt
dann lässt das meiner Meinung nach schon recht gut auf die inneren Faktoren schließen, die zur dieser willkürlichen Grenzziehung geführt haben.
Dazu gibt es Hardcore Modi oder eben Spiele wie Red Orchestra 2 oder Arma die ich aufgrund dessen auch bevorzuge.
Spieler an sich akzeptieren genretypische Eigenarten die aufgrund des Mediums vielfach auch nicht anders zu lösen sind.
In einem historischen Setting allerdings dass man selbst eben auch als authentisch bewirbt stellen jene Entscheidungen wie Frauen im Multiplayer gameplaytechnisch aber keine Notwendigkeit dar.
Alles weitere überlasse ich deiner küchenpsychologischen Ferndiagnose....
Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 04.05.2017 16:55, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Ja natürlich, auf was denn sonst?
Es ist ja auch eine höchst subjektive Entscheidung, was die eigenen Immersion stört und was nicht.
Es ist ja auch eine höchst subjektive Entscheidung, was die eigenen Immersion stört und was nicht.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Nö, lässts gar nicht. Wie schon gesagt, Gameplay ist nicht einfach gleichzusetzen mit dem Einbau von etwas das nicht existiert. Selbst ein Langzeitarbeitsloser, der nie die 6. Klasse geschafft hat und Wikipedia für einen Cocktail hält wird wohl kaum annehmen, dass Schwarze und Frauen im 1./2. Weltkrieg nahezu 50% der kämpfenden Einheiten ausmachten. Das Weltraum-Geräusche Argument ist ziemlich hinfällig, denn die Geräusche werden in den seltensten Fällen thematisiert alà ein Astronaut steht auf dem Mond und hört ein Geräusch. Stattdessen geht es wohl in nahezu allen Fällen um Raumschlachten und die Geräusche dienen dazu das Geschehen zu unterstützen also für Atmosphäre zu sorgen. Das als Beispiel für Unrealismus zu nennen ist fast als würde man Filmmusik kritisieren weil "in der Realität wird man nicht ständig von Musik begleitet". Abgesehen davon, machen Geräusche ja durchaus Sinn, wenn man sie aus Perspektive eines Piloten betrachten. Geräusche sind für uns ja eine Orientierungshilfe, es würde also Sinn machen die Umgebung in dieser Hinsicht zu simulieren und wenn man bedenkt, dass Raumschiffe in Filmen gemeinhin Sauerstoff beinhalten, macht ein Explosionsgeräusch natürlich Sinn, auch wenn man die Explosion nicht hören könnte, wenn man nicht in der Explosion ist.
Man merkt also man hat es bei Dingen wie "wieviele Kugeln halte ich aus?" oder "Geräuschen" immer mit Technik zutun, es geht um Atmosphäre und Gameplay. Man könnte auch sagen, das ist von der Suspension of Disbelief geschützt. Aber wenn man mir verkaufen will, dass die Welt nicht extrem frauenfeindlich oder rassistisch war (wir erinnern uns, dass in deutschen Kolonien ein paar Jahre vor dem 1. Weltkrieg noch ein Völkermord begangen wurde), ist das Geschichtsrevisionismus.
Man merkt also man hat es bei Dingen wie "wieviele Kugeln halte ich aus?" oder "Geräuschen" immer mit Technik zutun, es geht um Atmosphäre und Gameplay. Man könnte auch sagen, das ist von der Suspension of Disbelief geschützt. Aber wenn man mir verkaufen will, dass die Welt nicht extrem frauenfeindlich oder rassistisch war (wir erinnern uns, dass in deutschen Kolonien ein paar Jahre vor dem 1. Weltkrieg noch ein Völkermord begangen wurde), ist das Geschichtsrevisionismus.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Eine küchenpsychologische Ferndiagnose würde ich zwar nicht anstellen wollen. Wie hier schon mehrfach richtig gesagt wurde, ist der genaue Punkt, an dem man so eine Grenze zieht, subjektiv. Aber eben auch selektiv. Zumal die Begründung "Weil die Werbung mir Realismus verspricht" ja nun schon ein wenig naiv wäre. Wir reden hier von Call of Duty(!) sowie Battlefield. Da wird marketingmäßig schon seit Jahr und Tag ein Realismusversprechen nach dem anderen gebrochen. Wer beim neuen Ghost Recon über den Mangel eines gewissen Maßes an "Realismus" enttäuscht ist, dem gestehe ich dies angesichts der Serientradition zu; bei besagten Franchises würde ich ihm aber eher höflich die Frage stellen, ob er denn auch an Osterhase und Weihnachtsmann glaubt. Von daher kann man dann durchaus mal (ganz ohne unausgesprochene Unterstellungen) nachfragen "Warum läuft Dein Fass gerade bei diesem Punkt über?". Wurde ja von SethSteiner und Dir auch beantwortet, wenn auch für mich (ebenso subjektiv) nicht wirklich nachvollziehbar.Imperator Palpatine hat geschrieben: ↑04.05.2017 16:54Ein VideoSPIEL wird in der Breite nur schwerlich entsprechend erfolgreich sein UND denn dazu nötigen Spass bringen wenn es in höchsten Masse realistisch ist was die Trefferwirkung betrifft.Wigggenz hat geschrieben: ↑04.05.2017 16:14 Klar zieht jeder seine Grenzen der Störung der Immersion selbst.
Wenn sich jemand allerdings dazu entscheidet, diese so zu ziehen, dass
a) eine medizinisch und auch historisch völlig abstruse und selbstverständlich falsch dargestellte Auswirkung von Gewalt auf den menschlichen Körper wie zB durch Kugeln oder Granaten völlig irrelevant für das Spielgefühl ist und gleichzeitig
b) historisch nicht korrekte Darstellung des Proporz von Minderheiten oder Frauen in den Streitkräften (zu viele) plötzlich die Immersion und das Spielgefühl ganz mies und gemein beeinträchtigt
dann lässt das meiner Meinung nach schon recht gut auf die inneren Faktoren schließen, die zur dieser willkürlichen Grenzziehung geführt haben.
Dazu gibt es Hardcore Modi oder eben Spiele wie Red Orchestra 2 oder Arma die ich aufgrund dessen auch bevorzuge.
Spieler an sich akzeptieren genretypische Eigenarten die aufgrund des Mediums vielfach auch nicht anders zu lösen sind.
In einem historischen Setting allerdings dass man selbst eben auch als authentisch bewirbt stellen jene Entscheidungen wie Frauen im Multiplayer gameplaytechnisch aber keine Notwendigkeit dar.
Alles weitere überlasse ich deiner küchenpsychologischen Ferndiagnose....
Das Argument "wirtschaftlich erfolgreich sein / Spaß machen" ist meiner Ansicht nach hier ein sehr schwaches: Erstens sind auch Spiele, die die Wirkung von Waffen weniger stark verharmlosen, oftmals sehr erfolgreich (man vergleiche ein Arma oder Rainbow Six). Darüber, dass sie Spaß machen, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht zu diskutieren, sind beide Serien doch bei Kritikern wie Fans gleichermaßen hochbeliebt. Zweitens könnte man dieses Argument ebenso gut auch auf die Hautfarbenquote beziehen: Ist halt wirtschaftlich erfolgswahrscheinlicher, durch die Inklusion diverser Phänotypen möglichst breite Käuferschichten anzusprechen. In den USA beispielsweise gibt es eine signifikante schwarze Spielerschaft, da ist es doch wirtschaftlich nachvollziehbar, für diejenigen deren Indentifikation mit einer Spielfigur von sowas beeinflusst wird, dergleichen einzubauen.
Was die Sache mit der Immersion angeht: Da gibt es wohl genügend Spieler (mich zum Beispiel), für die eine verharmloste Waffenwirkung sogar immersionsschädigender ist, als irgendwelche Hautfarbenquoten. Genauer gesagt ist das für mich im Militärshooter-Genre mit riesigem Abstand Immersionskiller Nr. 1. Das Argument, die Hautfarbe von Soldaten sei immersionsmäßig ein größeres Problem, ist also ebenfalls nicht verallgemeinerbar.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Sorry, aber wenn jemand behauptet er lege Wert auf eine historisch authentische Darstellung und dabei bei Trefferwirkung etc eine Ausnahme macht, aber bei der Hautfarbe der beteiligten Charaktere nicht, der muss sich auch daran festhalten lassen, da mit zweierlei Maß zu messen. Ist ja AN SICH auch legitim, allerdings sind da die Begründungen wohl interessant.
Ich messe auch mit zweierlei Maß, was Authentizität angeht. Mir sind Trefferwirkungen und Hautfarben als Authentizitätsdefizite relativ gleichgültig, aber ich hätte auch gerne lieber die Hakenkreuze aus der Originalversion auf den Gegnern die ich virtuell erschieße als die der Zensur entsprungenen Ersatzsymbole. Der Grund warum mir Authentizität hier im Gegensatz zu akkuraten Trefferwirkungen oder akkuratem Hautfarbenproporz wichtiger ist liegt zum einen in meiner Ablehnung der Zensur selbst, zum anderen an der von mir zumindest so empfundenen Erhöhung der Atmosphäre, wenn die Gegner sich unter einem so eindeutig verachtens- und bekämpfenswerten Symbol wie dem Hakenkreuz präsentieren.
Welchen Grund habt ihr, bei einem sowieso arcadigen WW-Shooter den Publisher hinsichtlich Authentizität ausgerechnet erst dann beim Wort zu nehmen, wenn es um Hautfarbe geht? Warum stellt die Hautfarbe unter all den Faktoren die ein CoD oder Battlefield unauthentischer machen gerade den herausragenden dar, während die anderen zu verschmerzen sind?
Die Begründung meiner persönlichen Priorisierung habt ihr oben stehen, mich würde die Eure interessieren, denn mir fällt da nicht besonders viel verschiedenes ein...
Ich messe auch mit zweierlei Maß, was Authentizität angeht. Mir sind Trefferwirkungen und Hautfarben als Authentizitätsdefizite relativ gleichgültig, aber ich hätte auch gerne lieber die Hakenkreuze aus der Originalversion auf den Gegnern die ich virtuell erschieße als die der Zensur entsprungenen Ersatzsymbole. Der Grund warum mir Authentizität hier im Gegensatz zu akkuraten Trefferwirkungen oder akkuratem Hautfarbenproporz wichtiger ist liegt zum einen in meiner Ablehnung der Zensur selbst, zum anderen an der von mir zumindest so empfundenen Erhöhung der Atmosphäre, wenn die Gegner sich unter einem so eindeutig verachtens- und bekämpfenswerten Symbol wie dem Hakenkreuz präsentieren.
Welchen Grund habt ihr, bei einem sowieso arcadigen WW-Shooter den Publisher hinsichtlich Authentizität ausgerechnet erst dann beim Wort zu nehmen, wenn es um Hautfarbe geht? Warum stellt die Hautfarbe unter all den Faktoren die ein CoD oder Battlefield unauthentischer machen gerade den herausragenden dar, während die anderen zu verschmerzen sind?
Die Begründung meiner persönlichen Priorisierung habt ihr oben stehen, mich würde die Eure interessieren, denn mir fällt da nicht besonders viel verschiedenes ein...
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Und genau so gibt es eine ziemlich breite oastasiatische(stämmige) Käuferschaft, auch in den USA, warum wurde diese Schicht nicht einbezogen ? Deiner Argumentation nach wäre das wirtschaftlich doch logisch.Sharkie hat geschrieben: ↑04.05.2017 17:32 Eine küchenpsychologische Ferndiagnose würde ich zwar nicht anstellen wollen. Wie hier schon mehrfach richtig gesagt wurde, ist der genaue Punkt, an dem man so eine Grenze zieht, subjektiv. Aber eben auch selektiv. Zumal die Begründung "Weil die Werbung mir Realismus verspricht" ja nun schon ein wenig naiv wäre. Wir reden hier von Call of Duty(!) sowie Battlefield. Da wird marketingmäßig schon seit Jahr und Tag ein Realismusversprechen nach dem anderen gebrochen. Wer beim neuen Ghost Recon über den Mangel eines gewissen Maßes an "Realismus" enttäuscht ist, dem gestehe ich dies angesichts der Serientradition zu; bei besagten Franchises würde ich ihm aber eher höflich die Frage stellen, ob er denn auch an Osterhase und Weihnachtsmann glaubt. Von daher kann man dann durchaus mal (ganz ohne unausgesprochene Unterstellungen) nachfragen "Warum läuft Dein Fass gerade bei diesem Punkt über?". Wurde ja von SethSteiner und Dir auch beantwortet, wenn auch für mich (ebenso subjektiv) nicht wirklich nachvollziehbar.
Das Argument "wirtschaftlich erfolgreich sein / Spaß machen" ist meiner Ansicht nach hier ein sehr schwaches: Erstens sind auch Spiele, die die Wirkung von Waffen weniger stark verharmlosen, oftmals sehr erfolgreich (man vergleiche ein Arma oder Rainbow Six). Darüber, dass sie Spaß machen, brauchen wir an dieser Stelle wohl nicht zu diskutieren, sind beide Serien doch bei Kritikern wie Fans gleichermaßen hochbeliebt. Zweitens könnte man dieses Argument ebenso gut auch auf die Hautfarbenquote beziehen: Ist halt wirtschaftlich erfolgswahrscheinlicher, durch die Inklusion diverser Phänotypen möglichst breite Käuferschichten anzusprechen. In den USA beispielsweise gibt es eine signifikante schwarze Spielerschaft, da ist es doch wirtschaftlich nachvollziehbar, für diejenigen deren Indentifikation mit einer Spielfigur von sowas beeinflusst wird, dergleichen einzubauen.
Was die Sache mit der Immersion angeht: Da gibt es wohl genügend Spieler (mich zum Beispiel), für die eine verharmloste Waffenwirkung sogar immersionsschädigender ist, als irgendwelche Hautfarbenquoten. Genauer gesagt ist das für mich im Militärshooter-Genre mit riesigem Abstand Immersionskiller Nr. 1. Das Argument, die Hautfarbe von Soldaten sei immersionsmäßig ein größeres Problem, ist also ebenfalls nicht verallgemeinerbar.
Die breiten Käuferschichten ergeben sich eben nun auch aufgrund des Gameplays und des dahinter stehenden Schwierigkeitsgrades bzw. Einstiegs. Ein Arma kann von Kritikern noch so sehr gepriesen werden ( und ich persönlich schätze es auch sehr ) aber eben aufgrund der Kompliziertheit im Verhältnis zu Battlefield oder COD wird es niemals deren Spielerzahlen haben.
Der subjektive Immersionskiller Waffenwirkung zieht sich im Grunde genommen durch alle Shootergenres und nur wenige Spiele wie eben Arma machen da bis zu einem gewissen Grad eine Ausnahme.
Aber wie bereits mehr als einmal erwähnt: dies sind Gameplayelemente die dem in vielen Fällen dem Medium und der Technik geschuldet sind, manchmal zum guten, manchmal zum schlechten.
Eine weibliche Klasse in einem WW2 Multiplayer Shooter ist dagegen so immersiv wie ein Rennspiel bei dem sich die PS Boliden wie Zweitakter anhören. Gleiches wäre auffällig wenn ich einem Spiel dass im 15. Jahrhundert in Japan angelegt ist, etliche Schwarze und Latinos auftauchen würden.
Und im Falle von Battlefield 1 war man konsequent inkonsequent. Warum habe ich in den Missionen wo ich unzählige virtuelle Deutsche erledigt habe, keinen einzigen Schwarzen gesehen ? Und werden wir auch weibliche Wehrmachtssoldatinnen spielen können ? Und wenn nein, warum nicht ?
Der Logik nach müsste es dann doch auch kein Problem sein zukünftig auf der deutschen Seite Schwarze in SS-Einheiten darzustellen. Schliesslich gab es einen Schwarzen in der Legion Freies Arabien der Wehrmacht.
@ Wiggenz
Ich werde auch diesen Call of Duty Teil im Multiplayer unter anderem aber nicht ausschliesslich wegen solcher Aspekte meiden, da interessiert mich die cineastische Darstellung des Singleplayers schon mehr.
Auch ein Battlefield bringt mir den dort staffindenden Spass eben nur im Zusammenhang mit Freunden, alleine gehe ich erst gar nicht Online. Dafür gibt es dann Red Orchestra, Rising Storm und hoffentlich bald Batallion 1944.
Und wer bestimmte Aspekte wie stark gewichtet ist absolut subjektiv, was dem einen die Hautfarbe ist dem anderen da schon die Tarnung des Panzers.
Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 04.05.2017 18:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Klar ist das subjektiv. Aber ich hatte ja nach den subjektiven Beweggründen für die Gewichtung gefragt, und beispielhaft meine auch genannt. :wink:Imperator Palpatine hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:14 Und wer bestimmte Aspekte wie gewichtet ist absolut subjektiv, was dem einen da die Hautfarbe ist dem anderen da schon die Tarnung des Panzers.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Und auch ich habe meine nicht als unumstösslich objektiv oder im Sinne eines kategorischen Imperativs für allgemeingültig erklärt.Wigggenz hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:20Klar ist das subjektiv. Aber ich hatte ja nach den subjektiven Beweggründen für die Gewichtung gefragt, und beispielhaft meine auch genannt. :wink:Imperator Palpatine hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:14 Und wer bestimmte Aspekte wie gewichtet ist absolut subjektiv, was dem einen da die Hautfarbe ist dem anderen da schon die Tarnung des Panzers.
Nur ist dies hier meine Grenze, in anderen Genres gibt es für mich andere mit unterschiedlicher Gewichtung.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Und ich habe auch nicht nach etwas objektiv unumstößlichen gefragt, sondern nach deinen subjektiven Gründen, die zu der Gewichtung führen, die du anwendest. WARUM gewichtest du, wie du es tust?Imperator Palpatine hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:25Und auch ich habe meine nicht als unumstösslich objektiv oder im Sinne eines kategorischen Imperativs für allgemeingültig erklärt.Wigggenz hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:20Klar ist das subjektiv. Aber ich hatte ja nach den subjektiven Beweggründen für die Gewichtung gefragt, und beispielhaft meine auch genannt. :wink:Imperator Palpatine hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:14 Und wer bestimmte Aspekte wie gewichtet ist absolut subjektiv, was dem einen da die Hautfarbe ist dem anderen da schon die Tarnung des Panzers.
Nur ist dies hier meine Grenze, in anderen Genres gibt es für mich andere mit unterschiedlicher Gewichtung.
Wenn du mir das nicht sagen willst, dann sags doch einfach.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Und ich habe auch nicht nach etwas objektiv unumstößlichen gefragt, sondern nach deinen subjektiven Gründen, die zu der Gewichtung führen, die du anwendest. WARUM gewichtest du, wie du es tust?
Wenn du mir das nicht sagen willst, dann sags doch einfach.
[/quote]
Das ist so als wenn ich dir erklären sollte warum ich keine Salamipizza esse. Persönlicher Geschmack einfach in Verbindung mit meiner historischen Schmerzgrenze.
In einem WW2 Multiplayer rechts und links Frauen zu sehen empfinde ich für mich aufgrund dessen ebenso störend wie eine M16 oder einen Leopard 2 Panzer im selbigen Szenario.
Ich wäre auch dafür " oldschool " beiden Seiten nur die spezifischen Waffen zu ermöglichen.
- SethSteiner
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Ich kann immer nur auf den Unterschied zwischen Spiel und Szenario verweisen. Wenn ich ein Szenario bekomme wie 2. Weltkrieg erwarte ich eben was ich kenne und auf russischer Seite darf das dann auch gerne mal eine Frau sein, auf französischer genauso in einem Szenario mit der Resistance und in Stories darf man auch mal kreativer sein aber allgemeine Schlachten auf allen Seiten total divers? Ist halt genauso unauthentisch wie eine Regenbogen Hakenkreuzflagge. Und ich verstehe da nicht, was so verkehrt an einem Alternativszenario ist funzt bei Wolfenstein ja auch prima.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten
Du redest hier ein wenig an mir vorbei: Von einer stets greifenden oder gar zwingenden "Logik" sprach ich doch überhaupt nicht. Das Argument mit den Käuferschichten kann man im Bezug auf eine konkrete Käuferschicht vertreten, ohne gleich den Anspruch zu erheben, es immer und überall bzw. auch bezüglich jeder anderen Käufergruppe geltend zu machen. Es ist eben kein logisches Gesetz, sondern einfach marketingmäßiges Kalkül, das mal umgesetzt wird und mal nicht. Und überhaupt, woher soll ich das denn wissen - schreib gerne eine Mail an Activisions Marketingabteilung, aber frag doch nicht mich "Warum Schwarze aber keine Ostasiaten?".Imperator Palpatine hat geschrieben: ↑04.05.2017 18:14 Und genau so gibt es eine ziemlich breite oastasiatische(stämmige) Käuferschaft, auch in den USA, warum wurde diese Schicht nicht einbezogen ? Deiner Argumentation nach wäre das wirtschaftlich doch logisch.
[...]
Und im Falle von Battlefield 1 war man konsequent inkonsequent. Warum habe ich in den Missionen wo ich unzählige virtuelle Deutsche erledigt habe, keinen einzigen Schwarzen gesehen ? Und werden wir auch weibliche Wehrmachtssoldatinnen spielen können ? Und wenn nein, warum nicht ?
Der Logik nach müsste es dann doch auch kein Problem sein zukünftig auf der deutschen Seite Schwarze in SS-Einheiten darzustellen. Schliesslich gab es einen Schwarzen in der Legion Freies Arabien der Wehrmacht.
Nun lass mich, nachdem Wigggenz es ebenfalls tat, sagen wo in Sachen historischer Glaubwürdigkeit ("Realismus" ist im Grunde eh immer Quatsch) meine Grenze verläuft: Zwischen Single- und Multiplayer. Die Singleplayerkampagne stellt durch Inszenierung konkreter historischer Gefechte sowie das Vorhandensein einer Regie und eines Plots einen völlig anderen historischen Glaubwürdigkeitsanspruch als ein Multiplayermodus, der letztlich "nur" E-Sport mit Kriegsanstrich ist. Deswegen würde ich weibliche oder extrem viele schwarze Soldaten im Singleplayer als eher immersionsschädigend empfinden (was jedoch nichts wäre, was ich nicht locker verkraften könnte und trotzdem meinen Spaß hätte). Multiplayer jedoch ist für mich einfach nur kompetitives Teamplay-Ballern, wo jeglicher historischer Authentizitätsanspruch schon durch das grundlegende Spielprinzip flöten geht. Da machen dann Frauen mit Panzerfaust oder Navajo-Wehrmachtssoldaten für mich auch keinen Unterschied mehr.
Im speziellen Fall von Serien wie CoD und Battlefield käme allerdings noch hinzu, dass besagter Glaubwürdigkeitsanspruch durch zahlreiche vorliegende Serienteile derart stark beschädigt ist, dass selbst im Singleplayer im Grunde jegliche ernsthafte Anlegung historischer Maßstäbe zur Albernheit gerät. Dass das Marketing dennoch ständig nie dagewesenen Realismus suggeriert, finde ich zu gleichen Teilen ulkig wie bedenklich.
