CryTharsis hat geschrieben: ↑01.05.2017 16:40
Ganz simpel ausgedrückt: immer mehr Menschen zocken. Und darunter sind viele, die sich mit diesem "Ideal" nicht identifizieren und viele, die sich gerne selbst repräsentiert sehen würden. Das sollte für jemanden wie dich, der bereits Schwierigkeiten mit der Haarfarbe eines Protagonisten hat, eigentlich recht einfach zu verstehen sein.
In der Theorie verstehe ich das durchaus, wie gesagt, ich vermute ja, dass das der Grund für den 0185-Kaukasier ist. Aber ich verstehe eben auch, dass das auf dem Markt besonders stark nachgefragt wird. Wenn also der blonde Hannes oder die Brillenträgerin Susi auch gerne Charaktere spielen möchten, die ihnen ähnlich sehen, verstehe ich das vollkommen - nur kann ich es doch nicht den Entwicklern (oder gar anderen Spielern!) zum Vorwurf machen, auf diese scheinbar kleine Gruppe nicht einzugehen. Ein Markt orientiert sich eben nicht an den Wünschen der Individuen, sondern denen der Masse. Du sagst, immer mehr Menschen zocken, aber die zocken nicht alle dasselbe. Wenn du mich fragst, wie viele Frauen ich kenne, die Videospiele spielen dann müsste ich sagen "Hm, schon so einige, kann ich keine genaue Zahl nennen" - damit würde ich dann aber Handy- und Facebookspiele meinen. Wenn du mich fragst, wie viele ich kenne, die regelmäßig Vollpreistitel am Computer spielen dann würde ich dir genau sagen können, dass ich eine kenne. Frauen, die eine Konsole besitzen, kenne ich überhaupt keine. Und bisher habe ich noch nichts gesehen, was mir Grund zu der Annahme geben könnte, dass das nicht einigermaßen representatitv für den aktuellen Markt ist.
Aber wie bereits erwähnt, es kann ja auch sein, dass ich mich diesbezüglich irre, und der Charakter in Wahrheit gar nicht so sehr das Verkaufsargument für die breite Masse ist. Dann wird sich das schon irgendwie deutlich zeigen und ich werde mich daran gewöhnen müssen, auch mal mit Susi der Brillenträgerin zu spielen oder dementsprechend nur noch solche Spiele zu spielen, in denen mein Kaukasier-Fetisch bedient wird.
Klar ist auch, dass es Arschlöcher gibt, die sich in ihrer Männlichkeit gekränkt fühlen, nur weil ein Videospiel ne Frau als Held hat, die seiner Meinung nach ja "unmöglich so stark sein kann" oder was auch immer dann argumentiert wird. Nur bezweifle ich, dass sich deren Weltbild ändert, wenn man sie mit starken Alloys bombadiert und sie nicht mehr mit dem bösen Damsel-in-Distress-Trope indoktriniert.
SethSteiner hat geschrieben: ↑01.05.2017 16:42
Der Grund für den männlichen Standardkaukasier dürfte vor allem in Tradition und Zeitersparnis liegen. Sich einen richtigen Menschen einfallen zu lassen kostet halt Zeit, da muss man Arbeit investieren, während so ein 0815 Kaukasier halt keinen Einsatz erfordert, da ist alles schon vorgegeben. Diese ganze "wenn XY im Regal, dann" Sache funktioniert als Argument auch halt auch immer nur bei Konservativen, halt den typischen alten Unternehmern, die immer nur machen, was sie immer schon gemacht haben und eigentlich nur nach Bestätigung dafür suchen. Faktisch aber sagt ein im Regal bleiben eines Titelsebensowenig aus wie der Kauf eines Titels. Weder das geben von Geld, noch das ausbleiben sind mit einer Motivationserklärung verknüpft.
Wie gesagt, ich vermute ja selbst, dass es dem Großteil der Spieler doch egal sein dürfte, auch wenn es für mich persönlich ein wichtiger Faktor ist und ich mir zumindest auch vorstellen kann, dass es anderen ähnlich geht. Nur weisen Titel wie Horizon ja durchaus darauf hin, dass die breite Spielerschaft auch eine weibliche Heldin mit roten Dreadlocks aktzeptieren kann
Zeitersparnis sehe ich darin jetzt nicht wirklich. Es ist jetzt nicht gerade die kreative Meisterleistung, einen Protagonisten mal schwarzhaarig, afrikanisch oder blondgelockt zu machen. Tradition trifft es vielleicht schon eher, aber da stellt sich mir die Frage, wann diese Tradition denn überhaupt angefangen hat? Die ersten Ikonen der Videospielgeschichte sind für mich ein schwarzhaariger Klemptner und ein blonder Elf mit Zipfelmütze. Gibt auch Leute die glauben, dass hängt mit den Entwicklern zusammen, und je mehr Diversität es bei den Entwicklern gibt, desto mehr zeigt sich das auch in deren Spielen.
Also faktisch sagt der Kauf eines Titels zumindest mal, dass der Titel gekauft wurde - und gibt den Entwicklern / Publishern zumindest ein grobes Signal, irgendetwas richtig gemacht zu haben. Herauszufinden, was genau, das dürfen dann die Analysten
