Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

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Jondoan
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Jondoan »

sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 15:59 Es sind nicht nur mehr, es sind bedeutend mehr. Nur weil weibliche Hauptcharaktere ihren Status als Exoten verloren haben heißt das nicht, es wäre kein kritikwürdiger Zustand. Es sei denn du meinst, dass man sich damit doch zufrieden geben sollte.
Und warum genau ist das kritikwürdig? Ein Spiel mit einer Frau als Protagonistin kaufe ich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, einfach weil ich gerne ein "Alter Ego" spiele - und da ist der 0185 männliche Kaukasier mit Dreitagebart nunmal erschreckend zutreffend, scheinbar nicht nur für mich. Wenn ein Held blond ist überleg ich auch zweimal, ob ich das Spiel kaufe, einfach weil es mir dann ehrfahrungsgemäßg schwerer fällt, mich in das Spiel zu vertiefen. Ich habe es satt, mir deshalb Sexismus vorwerfen zu lassen oder zu sagen dieser Zustand sei "kritikwürdig". Wenn Firmen ein Spiel rausbringen wie Horizon und damit erfolgreich sind, dann freut mich das für sie (einfach weil sie generell gute Spiele machen und ich ihnen Erfolg wünsche). Alloy sieht auf den ersten Blick recht sympatisch aus und bestimmt gäbe es für mich die ein oder andere Möglichkeit, mich mit ihr zu identifizieren, aber ich weiß genau, dass ich so ein Spiel einmal durchzocken würde und dann nie wieder, weil ich mich einfach nicht so sehr darin verlieren kann.

Ich will jetzt nichtmal behaupten, dass es jedem Spieler dabei so geht wie mir, aber irgendeinen Grund muss es für den Standanrd Kaukasier ja geben. Sollte sich jetzt herausstellen, dass die Leute ein Spiel trotzdem zur Genüge kaufen, auch wenn ein lilablassbauer Transgendermensch der Protagonist ist, dann ist es eben so. Dann wird Diversität von ganz alleine stattfinden, einfach weil die Entwickler merken, dass der Kaukasier kein wichtiges Argument für einen Kauf darstellt. Sollten aber diese Spiele in den Regalen liegen bleiben, weil die ganzen Kaukasier mit Dreitagebart halt doch einen Kaukasier mit Dreitagebart spielen wollen, dann kann man den Entwickler kaum zum Vorwurf machen, dass sie sich an der Nachfrage orientieren.
johndoe1197293
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von johndoe1197293 »

Jondoan hat geschrieben: 01.05.2017 16:15
sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 15:59 Es sind nicht nur mehr, es sind bedeutend mehr. Nur weil weibliche Hauptcharaktere ihren Status als Exoten verloren haben heißt das nicht, es wäre kein kritikwürdiger Zustand. Es sei denn du meinst, dass man sich damit doch zufrieden geben sollte.
Und warum genau ist das kritikwürdig? Ein Spiel mit einer Frau als Protagonistin kaufe ich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, einfach weil ich gerne ein "Alter Ego" spiele - und da ist der 0185 männliche Kaukasier mit Dreitagebart nunmal erschreckend zutreffend, scheinbar nicht nur für mich. Wenn ein Held blond ist überleg ich auch zweimal, ob ich das Spiel kaufe, einfach weil es mir dann ehrfahrungsgemäßg schwerer fällt, mich in das Spiel zu vertiefen. Ich habe es satt, mir deshalb Sexismus vorwerfen zu lassen oder zu sagen dieser Zustand sei "kritikwürdig". Wenn Firmen ein Spiel rausbringen wie Horizon und damit erfolgreich sind, dann freut mich das für sie (einfach weil sie generell gute Spiele machen und ich ihnen Erfolg wünsche). Alloy sieht auf den ersten Blick recht sympatisch aus und bestimmt gäbe es für mich die ein oder andere Möglichkeit, mich mit ihr zu identifizieren, aber ich weiß genau, dass ich so ein Spiel einmal durchzocken würde und dann nie wieder, weil ich mich einfach nicht so sehr darin verlieren kann.

Ich will jetzt nichtmal behaupten, dass es jedem Spieler dabei so geht wie mir, aber irgendeinen Grund muss es für den Standanrd Kaukasier ja geben. Sollte sich jetzt herausstellen, dass die Leute ein Spiel trotzdem zur Genüge kaufen, auch wenn ein lilablassbauer Transgendermensch der Protagonist ist, dann ist es eben so. Dann wird Diversität von ganz alleine stattfinden, einfach weil die Entwickler merken, dass der Kaukasier kein wichtiges Argument für einen Kauf darstellt. Sollten aber diese Spiele in den Regalen liegen bleiben, weil die ganzen Kaukasier mit Dreitagebart halt doch einen Kaukasier mit Dreitagebart spielen wollen, dann kann man den Entwickler kaum zum Vorwurf machen, dass sie sich an der Nachfrage orientieren.
Ganz simpel ausgedrückt: immer mehr Menschen zocken. Und darunter sind viele, die sich mit diesem "Ideal" nicht identifizieren und viele, die sich gerne selbst repräsentiert sehen würden. Das sollte für jemanden wie dich, der bereits Schwierigkeiten mit der Haarfarbe eines Protagonisten hat, eigentlich recht einfach zu verstehen sein.
Zuletzt geändert von johndoe1197293 am 01.05.2017 16:42, insgesamt 1-mal geändert.
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NotSo_Sunny
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von NotSo_Sunny »

sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 15:59 Es sind nicht nur mehr, es sind bedeutend mehr. Nur weil weibliche Hauptcharaktere ihren Status als Exoten verloren haben heißt das nicht, es wäre kein kritikwürdiger Zustand. Es sei denn du meinst, dass man sich damit doch zufrieden geben sollte.
Stellt sich die Frage, was denn ein zufriedenstellender Zustand ist? 50-50 an männlichen und weiblichen Hauptcharakteren? Oder tuts auch 60-40 oder sogar 70-30?
Davon abgesehen sollte man auch vorsichtig sein, den aktuellen Status zu unterschätzen. Nur mal als Stichprobe hab ich mir die nach Metacritic bisherigen Top10-Games des Jahres 2017 angesehen und wenn man Portierungen weglässt, liest sich das dann so:


-The Legend of Zelda: Breath of the Wild (männlich)
-Persona 5 (männlich)
-What Remains of Edith Finch (weiblich)
-Horizon: Zero Dawn (weiblich)
-NieR: Automata (weiblich)
-Night in the Woods (weiblich)
-Nioh (männlich)
-Resident Evil 7: biohazard (männlich)
-Hollow Knight (undefiniert)
-Robo Recall (undefiniert)

Wenn ich also keine Fehler gemacht hab ein Untentschieden. Wer als erster zu viel Zeit hat, kann ja mal die Top100 durchgehen, aber ich wage zu vermuten, dramatisch wird sich das Bild nicht ändern.
Zuletzt geändert von NotSo_Sunny am 01.05.2017 16:45, insgesamt 2-mal geändert.
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SethSteiner
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von SethSteiner »

Der Grund für den männlichen Standardkaukasier dürfte vor allem in Tradition und Zeitersparnis liegen. Sich einen richtigen Menschen einfallen zu lassen kostet halt Zeit, da muss man Arbeit investieren, während so ein 0815 Kaukasier halt keinen Einsatz erfordert, da ist alles schon vorgegeben. Diese ganze "wenn XY im Regal, dann" Sache funktioniert als Argument auch halt auch immer nur bei Konservativen, halt den typischen alten Unternehmern, die immer nur machen, was sie immer schon gemacht haben und eigentlich nur nach Bestätigung dafür suchen. Faktisch aber sagt ein im Regal bleiben eines Titelsebensowenig aus wie der Kauf eines Titels. Weder das geben von Geld, noch das ausbleiben sind mit einer Motivationserklärung verknüpft.
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Jondoan
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Jondoan »

CryTharsis hat geschrieben: 01.05.2017 16:40
Ganz simpel ausgedrückt: immer mehr Menschen zocken. Und darunter sind viele, die sich mit diesem "Ideal" nicht identifizieren und viele, die sich gerne selbst repräsentiert sehen würden. Das sollte für jemanden wie dich, der bereits Schwierigkeiten mit der Haarfarbe eines Protagonisten hat, eigentlich recht einfach zu verstehen sein.
In der Theorie verstehe ich das durchaus, wie gesagt, ich vermute ja, dass das der Grund für den 0185-Kaukasier ist. Aber ich verstehe eben auch, dass das auf dem Markt besonders stark nachgefragt wird. Wenn also der blonde Hannes oder die Brillenträgerin Susi auch gerne Charaktere spielen möchten, die ihnen ähnlich sehen, verstehe ich das vollkommen - nur kann ich es doch nicht den Entwicklern (oder gar anderen Spielern!) zum Vorwurf machen, auf diese scheinbar kleine Gruppe nicht einzugehen. Ein Markt orientiert sich eben nicht an den Wünschen der Individuen, sondern denen der Masse. Du sagst, immer mehr Menschen zocken, aber die zocken nicht alle dasselbe. Wenn du mich fragst, wie viele Frauen ich kenne, die Videospiele spielen dann müsste ich sagen "Hm, schon so einige, kann ich keine genaue Zahl nennen" - damit würde ich dann aber Handy- und Facebookspiele meinen. Wenn du mich fragst, wie viele ich kenne, die regelmäßig Vollpreistitel am Computer spielen dann würde ich dir genau sagen können, dass ich eine kenne. Frauen, die eine Konsole besitzen, kenne ich überhaupt keine. Und bisher habe ich noch nichts gesehen, was mir Grund zu der Annahme geben könnte, dass das nicht einigermaßen representatitv für den aktuellen Markt ist.

Aber wie bereits erwähnt, es kann ja auch sein, dass ich mich diesbezüglich irre, und der Charakter in Wahrheit gar nicht so sehr das Verkaufsargument für die breite Masse ist. Dann wird sich das schon irgendwie deutlich zeigen und ich werde mich daran gewöhnen müssen, auch mal mit Susi der Brillenträgerin zu spielen oder dementsprechend nur noch solche Spiele zu spielen, in denen mein Kaukasier-Fetisch bedient wird.

Klar ist auch, dass es Arschlöcher gibt, die sich in ihrer Männlichkeit gekränkt fühlen, nur weil ein Videospiel ne Frau als Held hat, die seiner Meinung nach ja "unmöglich so stark sein kann" oder was auch immer dann argumentiert wird. Nur bezweifle ich, dass sich deren Weltbild ändert, wenn man sie mit starken Alloys bombadiert und sie nicht mehr mit dem bösen Damsel-in-Distress-Trope indoktriniert.
SethSteiner hat geschrieben: 01.05.2017 16:42 Der Grund für den männlichen Standardkaukasier dürfte vor allem in Tradition und Zeitersparnis liegen. Sich einen richtigen Menschen einfallen zu lassen kostet halt Zeit, da muss man Arbeit investieren, während so ein 0815 Kaukasier halt keinen Einsatz erfordert, da ist alles schon vorgegeben. Diese ganze "wenn XY im Regal, dann" Sache funktioniert als Argument auch halt auch immer nur bei Konservativen, halt den typischen alten Unternehmern, die immer nur machen, was sie immer schon gemacht haben und eigentlich nur nach Bestätigung dafür suchen. Faktisch aber sagt ein im Regal bleiben eines Titelsebensowenig aus wie der Kauf eines Titels. Weder das geben von Geld, noch das ausbleiben sind mit einer Motivationserklärung verknüpft.
Wie gesagt, ich vermute ja selbst, dass es dem Großteil der Spieler doch egal sein dürfte, auch wenn es für mich persönlich ein wichtiger Faktor ist und ich mir zumindest auch vorstellen kann, dass es anderen ähnlich geht. Nur weisen Titel wie Horizon ja durchaus darauf hin, dass die breite Spielerschaft auch eine weibliche Heldin mit roten Dreadlocks aktzeptieren kann :ugly:
Zeitersparnis sehe ich darin jetzt nicht wirklich. Es ist jetzt nicht gerade die kreative Meisterleistung, einen Protagonisten mal schwarzhaarig, afrikanisch oder blondgelockt zu machen. Tradition trifft es vielleicht schon eher, aber da stellt sich mir die Frage, wann diese Tradition denn überhaupt angefangen hat? Die ersten Ikonen der Videospielgeschichte sind für mich ein schwarzhaariger Klemptner und ein blonder Elf mit Zipfelmütze. Gibt auch Leute die glauben, dass hängt mit den Entwicklern zusammen, und je mehr Diversität es bei den Entwicklern gibt, desto mehr zeigt sich das auch in deren Spielen.
Also faktisch sagt der Kauf eines Titels zumindest mal, dass der Titel gekauft wurde - und gibt den Entwicklern / Publishern zumindest ein grobes Signal, irgendetwas richtig gemacht zu haben. Herauszufinden, was genau, das dürfen dann die Analysten :ugly:
Zuletzt geändert von Jondoan am 01.05.2017 17:11, insgesamt 1-mal geändert.
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sourcOr
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von sourcOr »

Jondoan hat geschrieben: 01.05.2017 16:15
sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 15:59 Es sind nicht nur mehr, es sind bedeutend mehr. Nur weil weibliche Hauptcharaktere ihren Status als Exoten verloren haben heißt das nicht, es wäre kein kritikwürdiger Zustand. Es sei denn du meinst, dass man sich damit doch zufrieden geben sollte.
Und warum genau ist das kritikwürdig? Ein Spiel mit einer Frau als Protagonistin kaufe ich aller Wahrscheinlichkeit nach nicht, einfach weil ich gerne ein "Alter Ego" spiele - und da ist der 0185 männliche Kaukasier mit Dreitagebart nunmal erschreckend zutreffend, scheinbar nicht nur für mich. Wenn ein Held blond ist überleg ich auch zweimal, ob ich das Spiel kaufe, einfach weil es mir dann ehrfahrungsgemäßg schwerer fällt, mich in das Spiel zu vertiefen. Ich habe es satt, mir deshalb Sexismus vorwerfen zu lassen oder zu sagen dieser Zustand sei "kritikwürdig". Wenn Firmen ein Spiel rausbringen wie Horizon und damit erfolgreich sind, dann freut mich das für sie (einfach weil sie generell gute Spiele machen und ich ihnen Erfolg wünsche). Alloy sieht auf den ersten Blick recht sympatisch aus und bestimmt gäbe es für mich die ein oder andere Möglichkeit, mich mit ihr zu identifizieren, aber ich weiß genau, dass ich so ein Spiel einmal durchzocken würde und dann nie wieder, weil ich mich einfach nicht so sehr darin verlieren kann.
Weil Frauen halt auch zocken und es deshalb fair wäre, ne breitere Auswahl an Spielen mit weiblichen Protagonisten anzubieten?
Für deinen Geschmack würd ich dir garantiert keinen Sexismus vorwerfen. Der Sexismus fängt erst da an, wo du anfängst aufgrund deines Geschmacks hier dagegen zu argumentieren, dass man dir ja deine Spiele wegnehmen würde mit sowas. Die Spiele, von denen es ja aber wohl mehr als genug geben durfte. Zudem gibt es ja auch Alternativen: Man kann auch beides anbieten, so wie Arkane das z.B. in ihren neueren Spielen gemacht haben und machen. Ich find das erfrischend, dass du am Anfang des Spiels einfach mal so das Geschlecht wählen kannst.
Ich will jetzt nichtmal behaupten, dass es jedem Spieler dabei so geht wie mir, aber irgendeinen Grund muss es für den Standanrd Kaukasier ja geben. Sollte sich jetzt herausstellen, dass die Leute ein Spiel trotzdem zur Genüge kaufen, auch wenn ein lilablassbauer Transgendermensch der Protagonist ist, dann ist es eben so. Dann wird Diversität von ganz alleine stattfinden, einfach weil die Entwickler merken, dass der Kaukasier kein wichtiges Argument für einen Kauf darstellt. Sollten aber diese Spiele in den Regalen liegen bleiben, weil die ganzen Kaukasier mit Dreitagebart halt doch einen Kaukasier mit Dreitagebart spielen wollen, dann kann man den Entwickler kaum zum Vorwurf machen, dass sie sich an der Nachfrage orientieren.
lol klar hat das Gründe. Hat auch seine Gründe warum Gleichberechtigung erst erkämpft werden musste.
Von alleine passiert da gar nix. Diese Entwicklung größerer Diversität in Spielen is eigentlich nen recht neues Phänomen, weil der Druck eben auch gewachsen ist. Und wenn du nie diese (wir reden hier ja eigentlich noch über Frauen, also nix exotisches wie einen lilablassblauen Transgendermenschen) Charaktere einfach mal einbaust, wirste logischerweise auch nie feststellen, wie sich das finanziell auswirkt. Zumal ich aber auch sagen muss, dass mir als Spieler die finanziellen Interessen der Publisher schnurpiepsegal sind. Ich mein was willste Leuten, die sich unterrepräsentiert fühlen mit kommerziellen Interessen ankommen? Was ist das denn für ein Argument. Man könnte das im Zweifel mangels Gegenbeweis zunächst bis zur Kindheit zurückführen und einfach behaupten, dass Mädels diese Art von Spielen nicht zocken, weil sie da früher schon immer nur Männer spielen mussten, die finanziellen Gründe also quasi hausgemacht sind.
Aber warum soweit zurück gehen, denn du selbst wärst ja quasi das beste Beispiel dafür, dass manche Leute lieber mit Charakteren spielen, die ihnen ähneln :wink:
D_Radical hat geschrieben: 01.05.2017 16:41
sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 15:59 Es sind nicht nur mehr, es sind bedeutend mehr. Nur weil weibliche Hauptcharaktere ihren Status als Exoten verloren haben heißt das nicht, es wäre kein kritikwürdiger Zustand. Es sei denn du meinst, dass man sich damit doch zufrieden geben sollte.
Stellt sich die Frage, was denn ein zufriedenstellender Zustand ist? 50-50 an männlichen und weiblichen Hauptcharakteren? Oder tuts auch 60-40 oder sogar 70-30?
Davon abgesehen sollte man auch vorsichtig sein, den aktuellen Status zu unterschätzen. Nur mal als Stichprobe hab ich mir die nach Metacritic bisherigen Top10-Games des Jahres 2017 angesehen und wenn man Portierungen weglässt, liest sich das dann so:


-The Legend of Zelda: Breath of the Wild (männlich)
-Persona 5 (männlich)
-What Remains of Edith Finch (weiblich)
-Horizon: Zero Dawn (weiblich)
-NieR: Automata (weiblich)
-Night in the Woods (weiblich)
-Nioh (männlich)
-Resident Evil 7: biohazard (männlich)
-Hollow Knight (undefiniert)
-Robo Recall (undefiniert)

Wenn ich also keine Fehler gemacht hab ein Untentschieden. Wer als erster zu viel Zeit hat, kann ja mal die Top100 durchgehen, aber ich wage zu vermuten, dramatisch wird sich das Bild nicht ändern.
Ich würd eher vorsichtig sein, von den 10 besten Spielen der ersten vier Monate eines Jahres auf den ganzen Rest zu schließen
eigentlichegal
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von eigentlichegal »

sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 17:06 Ich würd eher vorsichtig sein, von den 10 besten Spielen der ersten vier Monate eines Jahres auf den ganzen Rest zu schließen
Zumal gerade so ein Schnitt dafür sprechen würde mehr Protagonisten mit weiblichen Charakteren zu besetzen, oder? ^^
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Jondoan
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Jondoan »

sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 17:06
Weil Frauen halt auch zocken und es deshalb fair wäre, ne breitere Auswahl an Spielen mit weiblichen Protagonisten anzubieten?
Für deinen Geschmack würd ich dir garantiert keinen Sexismus vorwerfen. Der Sexismus fängt erst da an, wo du anfängst aufgrund deines Geschmacks hier dagegen zu argumentieren, dass man dir ja deine Spiele wegnehmen würde mit sowas. Die Spiele, von denen es ja aber wohl mehr als genug geben durfte. Zudem gibt es ja auch Alternativen: Man kann auch beides anbieten, so wie Arkane das z.B. in ihren neueren Spielen gemacht haben und machen. Ich find das erfrischend, dass du am Anfang des Spiels einfach mal so das Geschlecht wählen kannst.

lol klar hat das Gründe. Hat auch seine Gründe warum Gleichberechtigung erst erkämpft werden musste.
Von alleine passiert da gar nix. Diese Entwicklung größerer Diversität in Spielen is eigentlich nen recht neues Phänomen, weil der Druck eben auch gewachsen ist. Und wenn du nie diese (wir reden hier ja eigentlich noch über Frauen, also nix exotisches wie einen lilablassblauen Transgendermenschen) Charaktere einfach mal einbaust, wirste logischerweise auch nie feststellen, wie sich das finanziell auswirkt. Zumal ich aber auch sagen muss, dass mir als Spieler die finanziellen Interessen der Publisher schnurpiepsegal sind. Ich mein was willste Leuten, die sich unterrepräsentiert fühlen mit kommerziellen Interessen ankommen? Was ist das denn für ein Argument. Man könnte das im Zweifel mangels Gegenbeweis zunächst bis zur Kindheit zurückführen und einfach behaupten, dass Mädels diese Art von Spielen nicht zocken, weil sie da früher schon immer nur Männer spielen mussten, die finanziellen Gründe also quasi hausgemacht sind.
Aber warum soweit zurück gehen, denn du selbst wärst ja quasi das beste Beispiel dafür, dass manche Leute lieber mit Charakteren spielen, die ihnen ähneln :wink:
Ich gönns ja jedem, dieses Verlangen zu haben. Nur wenn von heut auf morgen der 0815-Kaukasier verschwindet, weil der Markt sich verändert hat, wäre es meines Erachtens auch nicht angebracht, herumzurennen und den Leuten Rassismus vorzuwerfen. Genauso ist auch mein Argument mit den finanziellen Interessen der Publisher zu verstehen, denn wenn die Leute behaupten, Sexismus sei der Grund, warum Frauen in Videospielen unterrepräsentiert sind, dann sage ich halt "hm, gibt es vielleicht aber auch andere Gründe?" und versuche mir diese unbefangen anzusehen. Wenn ich aber nichtmal versuche, die Gegenseite zu verstehen, klar, dann hock ich irgendwann da und mach jedem nur noch Vorwürfe.

Also nochmal in Kurzform. Es gibt nicht viele Frauen als Charaktere. Ist Sexismus der Grund? Ich glaube nicht, es gibt meiner Meinung nach andere Gründe. Sind diese Gründe unbedingt gerechtfertigt? Da bin ich zwiegespalten, weil ich mir über a) die Vorliebe der Spieler und b) die Anzahl an weiblichen Spielern nicht sicher bin.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von johndoe1197293 »

Jondoan hat geschrieben: 01.05.2017 17:01Ein Markt orientiert sich eben nicht an den Wünschen der Individuen, sondern denen der Masse.
Die Frage ist, ob der Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe im Endeffekt nicht eine selbsterfüllende Prophezeiung war.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Jondoan »

CryTharsis hat geschrieben: 01.05.2017 17:37
Jondoan hat geschrieben: 01.05.2017 17:01Ein Markt orientiert sich eben nicht an den Wünschen der Individuen, sondern denen der Masse.
Die Frage ist, ob der Fokus auf eine bestimmte Zielgruppe im Endeffekt nicht eine selbsterfüllende Prophezeiung war.
Ja, das Argument hab ich auch schon gelesen. Könnte gut sein. Schau mir gerade folgende Statistik ein wenig genauer an:

http://quanticfoundry.com/2017/01/19/fe ... -by-genre/

Auffallend ist, dass (von Puzzle, Sim- und Familienspielen abgesehen) die Art von Spielen bei Frauen am beliebtesten ist, wo man oft auch seinen eigenen Charakter erschaffen kann. Weiter unten wird auch AC Syndicate als Ausreißer bei OW Spielen bezeichnet, bei dem man ja einen weiblichen Char spielen konnte. Interessantes Thema. Frag mich nur gerade irgendwie, ob Deutschland / Europa da vergleichsweise hinterherhinkt, weil wie gesagt, aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich solche Zahlen echt nicht nachvollziehen.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von sourcOr »

Jondoan hat geschrieben: 01.05.2017 17:23Ich gönns ja jedem, dieses Verlangen zu haben. Nur wenn von heut auf morgen der 0815-Kaukasier verschwindet, weil der Markt sich verändert hat, wäre es meines Erachtens auch nicht angebracht, herumzurennen und den Leuten Rassismus vorzuwerfen. Genauso ist auch mein Argument mit den finanziellen Interessen der Publisher zu verstehen, denn wenn die Leute behaupten, Sexismus sei der Grund, warum Frauen in Videospielen unterrepräsentiert sind, dann sage ich halt "hm, gibt es vielleicht aber auch andere Gründe?" und versuche mir diese unbefangen anzusehen. Wenn ich aber nichtmal versuche, die Gegenseite zu verstehen, klar, dann hock ich irgendwann da und mach jedem nur noch Vorwürfe.

Also nochmal in Kurzform. Es gibt nicht viele Frauen als Charaktere. Ist Sexismus der Grund? Ich glaube nicht, es gibt meiner Meinung nach andere Gründe. Sind diese Gründe unbedingt gerechtfertigt? Da bin ich zwiegespalten, weil ich mir über a) die Vorliebe der Spieler und b) die Anzahl an weiblichen Spielern nicht sicher bin.
Naja, du argumentierst dann aber auf Basis von finanziellen Ängsten der Publisher/Entwickler, die ja oftmals nicht mal auf Präzedenzfällen basieren, sondern wirklich nur irgendwelchen Angstvorstellungen und Risikoscheu. Und wenn man dann sagt "Mädchen spielen sowas eh nicht" oder "wir machen unsere Spiele hauptsächlich für Jungs" - was anderes ist das dann wenn nicht Sexismus?

Selbst wenn es keine finanziellen Interessen dahinter geben sollte und es einfach so unabsichtlich passiert - die Spieleentwicklerszene wird von Männern dominiert und ihr Output sieht nicht unbedingt viel anders aus. Zeigt doch ebenfalls gewisse Präferenzen.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Jondoan »

sourcOr hat geschrieben: 01.05.2017 18:04 Naja, du argumentierst dann aber auf Basis von finanziellen Ängsten der Publisher/Entwickler, die ja oftmals nicht mal auf Präzedenzfällen basieren, sondern wirklich nur irgendwelchen Angstvorstellungen und Risikoscheu. Und wenn man dann sagt "Mädchen spielen sowas eh nicht" oder "wir machen unsere Spiele hauptsächlich für Jungs" - was anderes ist das dann wenn nicht Sexismus?

Selbst wenn es keine finanziellen Interessen dahinter geben sollte und es einfach so unabsichtlich passiert - die Spieleentwicklerszene wird von Männern dominiert und ihr Output sieht nicht unbedingt viel anders aus. Zeigt doch ebenfalls gewisse Präferenzen.
Na, Glückwunsch, dann ist man aber in Anitas Welt angelangt, in der "alles sexistisch" ist. Wenn ich nicht mal mehr eine Produktentscheidung anhand meines potentiellen Käuferkreises treffen kann (die ja wie mehrfach erwähnt nicht unbedingt stimmen muss) ohne als sexistisch zu gelten, dann gute Nacht. Haste gewusst? Oprah ist auch sexistisch, weil da immer nur Frauenthemen behandelt werden...
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Imperator Palpatine
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Imperator Palpatine »

Wie passend dass im kommenden Call of Duty WW2 nun auch weibliche Charaktere im Multiplayer gespielt werden können.... :wink:

Unabhängig davon sehe ich auch hier dass Frau Saarkesian sich - wie üblich - nicht einmal ansatzweise wertfrei mit ihrem " Forschungsobjekt " beschäftigt hat und auch - wie üblich - wenig Kenntnis bezüglich jenes Primärmaterials hat dass sie doch vorgeblich analysiert.
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Temeter 
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Temeter  »

Imperator Palpatine hat geschrieben: 02.05.2017 11:48 Wie passend dass im kommenden Call of Duty WW2 nun auch weibliche Charaktere im Multiplayer gespielt werden können.... :wink:
Schon Advanced Warfare, 3 Jahre und etwa 20 CoD Titel alt, hat dir das erlaubt.

Wobei, CoD-Gamplay und weibliche Soldaten in WW2-Setting, das wird ein anachronistischer Clusterfuck :lol:
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Imperator Palpatine
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Imperator Palpatine »

Temeter  hat geschrieben: 02.05.2017 12:05 Wobei, CoD-Gamplay und weibliche Soldaten in WW2-Setting, das wird ein anachronistischer Clusterfuck :lol:
Genau das meine ich :) Russische Scharfschützinnen hin oder her aber in dem Szenario finde ich das einfach unpassend.

Obwohl halt.....Grosse, blonde Wehrmachtssoldatinnen die mit einem tragbaren MG42 durch die feindlichen Reihen mähen?!
Das könnte...interessant werden.... :wink:
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