Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

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Sarkasmus
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Sarkasmus »

Stripperin darf man nicht sexualisiren, weder in Videospielen und auch nicht im real Leben :!:
Lego verbietet auf "männlichen" Legoköpfen, weibliche Haare zu stecken und dies männliche Köpfe mit weiblichen Haaren dürfen kein Lego Werkzeug in die Hand nehmen :!:

Etc, etc, etc, etc, etc, etc und noch mehr wenn man sich mal die Zeit nimmt und ihre "Argumente" aufzählt.

Gott sei dank ist es, dass letzte "Rosinen rauspicken"-Video um seine "Argumente" zu untermauern.
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KalkGehirn
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von KalkGehirn »

Temeter  hat geschrieben: 28.04.2017 16:03
KalkGehirn hat geschrieben: 28.04.2017 15:55
Temeter  hat geschrieben: 28.04.2017 15:29

Kommt drauf an, was du als rechten Rand siehst, das wird in D-Land ja gerne verzerrt. Die CDU z.B. ist eine moderat rechte Partei, die SPD eine moderat linke.
Lang lang ist's her
Weder trifft "links moderat" auf die SPD zu, noch "rechts moderat" auf die CDU. Die Zeiten sind doch schon lange her.
In Teilaspekten der Gesamtpolitik sicherlich ja, die Flügel in den Parteien sind auch vorhanden.
In der Gesamtmenge der verabschiedeten Gesetze ist ein klares Profil jedenfalls nicht ersichtlich.
Schulz versucht es ja gerade mit dem Linksruck weil die SPD völlig die Orientierung verloren hat. Links sind die seit 20 Jahren nicht mehr, nicht einmal "moderat".
Wie, du meinst, die SPD sind konservativ?

Von meiner Perspektive her hatten die sich eher in kleinlichen Bodenkämpfen um semi-sinnlose Projekte wie die Frauenquote verloren (was weit links wäre), aber ich bin dem Politikgeschehen nicht zu sehr gefolgt.
Nein, die SPD betreibt linke wie auch rechte Politik, trifft auf die CDU gleichermaßen zu.
Offene grenzen zu beginn der Flüchtlingskrise unter einer Kanzlerin gestellt von der CDU.
Sigmar Gabriel z.B. ist was Wirtschaftspolitik betrifft rechts, bei der Flüchtlingskrise hat er sich zuerst klar an Merkels Seite gestellt, um kurz darauf dann doch für Obergrenzen zu plädieren.
Ein Opportunist wie er im Buche steht.
Politiker sehen sich am liebsten in der "Mitte"
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Sharkie
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Sharkie »

KalkGehirn hat geschrieben: 28.04.2017 15:55
Temeter  hat geschrieben: 28.04.2017 15:29
Jondoan hat geschrieben: 28.04.2017 15:23Wenn man sich eh nur zwischen zwei Seiten entscheiden kann, ist halt "recht" und "links" alles, was übrig bleibt. :mrgreen: Aber zwei Drittel am rechten Rand halte ich für stark übertrieben, jedenfalls nach unserem deutschen Verständnis vom "rechten Rand". Dann wäre Trump wohl der Präsident mit der meisten Zustimmungsquote in der Geschichte der USA, oder etwa nicht?
Kommt drauf an, was du als rechten Rand siehst, das wird in D-Land ja gerne verzerrt. Die CDU z.B. ist eine moderat rechte Partei, die SPD eine moderat linke.
Lang lang ist's her
Weder trifft "links moderat" auf die SPD zu, noch "rechts moderat" auf die CDU. Die Zeiten sind doch schon lange her.
In Teilaspekten der Gesamtpolitik sicherlich ja, die Flügel in den Parteien sind auch vorhanden.
In der Gesamtmenge der verabschiedeten Gesetze ist ein klares Profil jedenfalls nicht ersichtlich.
Schulz versucht es ja gerade mit dem Linksruck weil die SPD völlig die Orientierung verloren hat. Links sind die seit 20 Jahren nicht mehr, nicht einmal "moderat".
Diskussionen über die Frage "ist eine Partei rechts oder links" bringen meiner Meinung nach nicht viel. Abseits von Extremfällen wie einer AfD kann man da in der Regel lediglich mehr oder minder starke Tendenzen identifizieren. Die binären Kategorien "rechts" und "links" beschreiben das heutige politische Spektrum nicht mehr adäquat. Sie taugen vielleicht nach wie vor zur Beschreibung bestimmter ideologischer Grundhaltungen, aber es gibt heute kaum noch Parteien, die wirklich trennscharf einem dieser beiden Lager zuzuordnen wären. Stattdessen findet allerorten eine starke Vermischung statt. Selbst die AfD, bei der kein Zweifel darüber herrschen kann, dass sie primär eine rechte Partei ist, inkorporiert durch ihr Elitenbashing und das Bedienen von Narrativen nach dem Schema "kleiner Mann gegen die da oben" linke Elemente in ihren Populismus. Auf der linken Seite äußert währenddessen eine Wagenknecht teilweise Positionen, die sich in Inhalt und Rhetorik von denen der AfD kaum noch unterscheiden. Ziemlich kompliziert geworden, das alles.
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KalkGehirn
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von KalkGehirn »

Jondoan hat geschrieben: Aber ist diese Working-Class tatsächlich generell "rechts" eingestellt? Vermutlich sind das wohl auch diejenigen, wie Kajetan es ja schon beschrieben hat, die vor allem "die Schnauze voll vom Establishment" hatten. Zumindest in den Swing States müssen die doch eigentlich im Vorhinein unentschieden sein? Ach, keine Ahnung irgendwie hab ich den Faden verloren. :mrgreen:
Geschichtlich betrachtet, zumindest in Deutschland, war die Arbeiterklasse eigentlich immer mehr dem "linken" Lager zuzuordnen.
Wie es sich mittlerweile verhält, aus welcher Gruppe die AFD ihre meisten Anhänger zieht? Ich weiß es nicht.
Der kleine Mann wird jedenfalls aufmüpfig könnte man meinen, ist die betriebene Politik oft nicht in seinem Sinne. Und was bietet sich da besser an als den Wahrsagungen Trumps/AFD zu glauben?
Ich kann es nicht belegen aber zumindest bezogen auf die Deutsche Arbeiterklasse, kann ich mir einen Rechtsruck vorstellen.
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Temeter 
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Temeter  »

Btw, bei der US Demografik müsst ihr immer bedenken, dass die Wahlbeteiligungen von 55% haben. Sprich, es kommt nicht nur auf die Teilung der Bevölkerung an, sondern auch, warum und ob Leute wählen gehen.

Sprich, Trump wurden relistisch gesehen von vielleicht 30% der Amerikaner gewählt.
KalkGehirn hat geschrieben: 28.04.2017 16:27Nein, die SPD betreibt linke wie auch rechte Politik, trifft auf die CDU gleichermaßen zu.
Offene grenzen zu beginn der Flüchtlingskrise unter einer Kanzlerin gestellt von der CDU.
Sigmar Gabriel z.B. ist was Wirtschaftspolitik betrifft rechts, bei der Flüchtlingskrise hat er sich zuerst klar an Merkels Seite gestellt, um kurz darauf dann doch für Obergrenzen zu plädieren.
Ein Opportunist wie er im Buche steht.
Politiker sehen sich am liebsten in der "Mitte"
Gut, das passt schon. Die SPD hat auch so gerade kaum ein Profil.
Sharkie hat geschrieben: 28.04.2017 16:35Auf der linken Seite äußert währenddessen eine Wagenknecht teilweise Positionen, die sich in Inhalt und Rhetorik von denen der AfD kaum noch unterscheiden. Ziemlich kompliziert geworden, das alles.
Idk, Linksextreme haben in einigen Bereichen immer arge Ähnlichkeiten zu Rechtsextremen. Das war schon immer der Fall.
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KalkGehirn
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von KalkGehirn »

Sharkie hat geschrieben: 28.04.2017 16:35
KalkGehirn hat geschrieben: 28.04.2017 15:55
Temeter  hat geschrieben: 28.04.2017 15:29

Kommt drauf an, was du als rechten Rand siehst, das wird in D-Land ja gerne verzerrt. Die CDU z.B. ist eine moderat rechte Partei, die SPD eine moderat linke.
Lang lang ist's her
Weder trifft "links moderat" auf die SPD zu, noch "rechts moderat" auf die CDU. Die Zeiten sind doch schon lange her.
In Teilaspekten der Gesamtpolitik sicherlich ja, die Flügel in den Parteien sind auch vorhanden.
In der Gesamtmenge der verabschiedeten Gesetze ist ein klares Profil jedenfalls nicht ersichtlich.
Schulz versucht es ja gerade mit dem Linksruck weil die SPD völlig die Orientierung verloren hat. Links sind die seit 20 Jahren nicht mehr, nicht einmal "moderat".
Diskussionen über die Frage "ist eine Partei rechts oder links" bringen meiner Meinung nach nicht viel. Abseits von Extremfällen wie einer AfD kann man da in der Regel lediglich mehr oder minder starke Tendenzen identifizieren. Die binären Kategorien "rechts" und "links" beschreiben das heutige politische Spektrum nicht mehr adäquat. Sie taugen vielleicht nach wie vor zur Beschreibung bestimmter ideologischer Grundhaltungen, aber es gibt heute kaum noch Parteien, die wirklich trennscharf einem dieser beiden Lager zuzuordnen wären. Stattdessen findet allerorten eine starke Vermischung statt. Selbst die AfD, bei der kein Zweifel darüber herrschen kann, dass sie primär eine rechte Partei ist, inkorporiert durch ihr Elitenbashing und das Bedienen von Narrativen nach dem Schema "kleiner Mann gegen die da oben" linke Elemente in ihren Populismus. Auf der linken Seite äußert währenddessen eine Wagenknecht teilweise Positionen, die sich in Inhalt und Rhetorik von denen der AfD kaum noch unterscheiden. Ziemlich kompliziert geworden, das alles.
Ich Stimme dir da ganz und voll zu, ich finde es auch nicht weiter Schlimm wenn eine im Volksmund eher rechte Partei mal linksorientierte Politik betreibt und umgekehrt.
Die Profile müssen aber wieder mehr geschärft werden. Es ist alles zu einem Einheitsbrei verkommen der keinem der großen Parteien wirklich hilft m.E.
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Kajetan
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Kajetan »

Temeter  hat geschrieben: 28.04.2017 16:41 Idk, Linksextreme haben in einigen Bereichen immer arge Ähnlichkeiten zu Rechtsextremen. Das war schon immer der Fall.
Du kennst doch den Spruch: Wer nur lange genug nach links geht, kommt ganz rechts wieder raus! :)

Obwohl sich das eher auf das Persönlichkeitsprofil von Menschen bezieht, die nur extreme Positionen beziehen können und die, sobald ihnen die bisherige politische Heimat "zu weich" geworden ist, irgendwann auf der anderen Extremposition zu finden sind. Weil es für diese Menschen nur Schwarz/Weiß gibt und sich Schwarz/Weiß nach Belieben definieren lassen.
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Sharkie
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Sharkie »

Temeter  hat geschrieben: 28.04.2017 16:41 Idk, Linksextreme haben in einigen Bereichen immer arge Ähnlichkeiten zu Rechtsextremen. Das war schon immer der Fall.
Sicher, extremistische Positionen haben gewisse Gemeinsamkeiten, nicht erst seit gestern. Allerdings bestanden diese Gemeinsamkeiten früher eher in der Verabsolutierung des eigenen Standpunkts, des Mangels an Bereitschaft zu Dialog und Kompromiss sowie der besonders starken Anfeindung des jeweiligen Gegners. In ihren inhaltlichen Positionen sehe ich dagegen keine großen Überschneidungen zwischen "klassischem" Links und Rechts. Das ist es, was meiner Meinung nach heute anders läuft: Die Gemeinsamkeiten und Vermischungen erstrecken sich nicht mehr nur auf den Modus, sondern auch auf die politischen Inhalte. Hier in NRW kann man das aktuell gut an den Wahlplakaten der MLPD beobachten. Diese Partei bildet da die totale Ausnahme, weil sie tatsächlich mit Parolen wirbt, die man problemlos "unverfälschtes Linksaußen" nennen kann - und wirkt damit bezeichnenderweise seltsam aus der Zeit gefallen. :Blauesauge:
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mr archer
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von mr archer »

Alanthir hat geschrieben: 28.04.2017 12:56 Zum Glück gibt es noch fachlich geschulte Menschen, die sich schon vor langem mit Sarkeesian auseinander gesetzt haben und es mal richtig gestellt haben:

https://www.youtube.com/user/AEIVideos/ ... sarkeesian
Sorry, die Frau ist Mitarbeiterin des American Enterprise Institut: https://de.wikipedia.org/wiki/American_ ... _Institute
Wer so jemanden als unbefangen und jenseits politischer Agenden empfindet, der hält auch die Initiative Soziale Marktwirtschaft für eine Lobbyorganisation für Arbeitslose und Geringverdiener. Von mir aus kann man die Frau ja gern Sareesian entgegen halten. Nur treibt man dann halt den Teufel mit dem Belzebub aus.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von stormgamer »

Ich lasse mich doch mal hinreißen was zu ihren Video zu schreiben: ich habe 2 Minuten reingezappt und dachte mir bei "bioshock infinite - some garbage story" (Quote!!) ja klar, total sachliche Redaktion
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Sharkie
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Sharkie »

mr archer hat geschrieben: 28.04.2017 17:19
Alanthir hat geschrieben: 28.04.2017 12:56 Zum Glück gibt es noch fachlich geschulte Menschen, die sich schon vor langem mit Sarkeesian auseinander gesetzt haben und es mal richtig gestellt haben:

https://www.youtube.com/user/AEIVideos/ ... sarkeesian
Sorry, die Frau ist Mitarbeiterin des American Enterprise Institut: https://de.wikipedia.org/wiki/American_ ... _Institute
Wer so jemanden als unbefangen und jenseits politischer Agenden empfindet, der hält auch die Initiative Soziale Marktwirtschaft für eine Lobbyorganisation für Arbeitslose und Geringverdiener. Von mir aus kann man die Frau ja gern Sareesian entgegen halten. Nur treibt man dann halt den Teufel mit dem Belzebub aus.
Richtig. Bin ja grundsätzlich der Meinung, dass es ohnehin illusorisch ist, von den Protagonisten einer solchen Diskussion "Neutralität" oder gar "Objektivität" einzufordern. Es ist vollkommen okay, nicht neutral zu sein, solange man entgegengesetzten Positionen fair begegnet und nicht vorgibt etwas zu sein, was man nicht ist. Gerade was letzteres angeht, erscheint mir Hoff Sommers eher suspekt. Ich habe jetzt nicht alle ihre Videos gesehen, aber ihre selbstverfassten Inhaltsbeschreibungen in der von Alanthir verlinkten Playlist zeichnen sich dadurch aus, dass in 95% der Fälle nicht etwa Kultur aus feministischer Perspektive analysiert wird, sondern vor allem feministische Positionen (oder das, was man dafür hält) angegriffen werden. Es geht gegen Gamergate-Gegner, gegen Sarkeesian, gegen eine feministische Konferenz in London, gegen die feministische Interpretation von Gewaltstatistiken. Argumentation im Sinne der Befürwortung feministischer Anliegen führt demgegenüber bei Hoff Sommers ein Nischendasein. Gut, sie hängt sich an Emma Watson dran (zur teilweisen Irritation ihrer eigenen Youtube-Kommentatoren), aber die ist ja auch populär. :)

Zum anderen verzapft sie rhetorisch verzerrende, einen opportunistischen Opfermythos nährende Narrative wie jenes eines vermeintlichen "War on Gamers". Somit kann ich mich nicht wirklich des Eindrucks erwehren, dass Hoff Sommers' Videos weniger dazu dienen feministische Kritik zu üben, als vielmehr feministische Kritik zu kritisieren. Natürlich darf Hoff Sommers sich selbst bezeichnen, wie sie will, aber "Feminismuskritikerin" wäre da meiner Einschätzung nach die treffendere Selbstbeschreibung als "Feministin". Man sieht ja in den entsprechenden Diskussionen auch, dass ihre Selbstbeschreibung als Feministin vor allem den Effekt produziert, dass auch beinhärteste Gamergater darauf verweisen dürfen, dass "eine andere Feministin das aber so sieht wie wir". Da dient Hoff Sommers' Feminismusanspruch dann vor allem der Legitimierung des Angriffs auf Sarkeesian, aber nicht der Forderung nach einer gegenüber Sarkeesians fehlgehendem Ansatz verbesserten Durchführung feministischer Kulturkritik.
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Jondoan
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Jondoan »

mr archer hat geschrieben: 28.04.2017 17:19
Alanthir hat geschrieben: 28.04.2017 12:56 Zum Glück gibt es noch fachlich geschulte Menschen, die sich schon vor langem mit Sarkeesian auseinander gesetzt haben und es mal richtig gestellt haben:

https://www.youtube.com/user/AEIVideos/ ... sarkeesian
Sorry, die Frau ist Mitarbeiterin des American Enterprise Institut: https://de.wikipedia.org/wiki/American_ ... _Institute
Wer so jemanden als unbefangen und jenseits politischer Agenden empfindet, der hält auch die Initiative Soziale Marktwirtschaft für eine Lobbyorganisation für Arbeitslose und Geringverdiener. Von mir aus kann man die Frau ja gern Sareesian entgegen halten. Nur treibt man dann halt den Teufel mit dem Belzebub aus.
Mir erscheint diese Verurteilung als etwas voreilig. Ihren eigenen Aussagen nach zu urteilen ist sie alles andere als konservativ. Habe mal ein Interview mit ihr gefunden: http://www.gameobjective.com/2016/12/06 ... interview/

Da geht sie auch darauf ein, warum sie für einen konservativen Thinktank arbeitet, nämlich weil sie mit ihre Kritik am neuen Feminismus von vielen liberalen Thinktanks abgelehnt wurde. Sie also auf eine Stufe mit Sarkeesian zu stellen, deren fehlerhafte und unwissenschaftliche Arbeit wieder und wieder zu recht kritisiert wurde, finde ich also absolut nicht gerechtfertigt.
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Gast »

Damit wird hunderten seriösen Publikationen in aller Welt eine beträchtliche Summe ihre Werbeeinnahmen nun fehlen. Ein Graus.
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Todesglubsch
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von Todesglubsch »

Das ist zwar jetzt vollkommen OT, aber...
CryTharsis hat geschrieben: 28.04.2017 11:26 Bild
...wieso hab ich jetzt Georges AB-Song als Ohrwurm im Kopf? Braucht mein Hirn echt so nen winzigen Auslöser für sowas?!
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Re: Tropes vs. Women: The Lady Sidekick: Frauen als hilflose Last, Ego-Booster und zu beschützende Gefährten

Beitrag von billy coen 80 »

Jondoan hat geschrieben: 28.04.2017 18:12
mr archer hat geschrieben: 28.04.2017 17:19
Alanthir hat geschrieben: 28.04.2017 12:56 Zum Glück gibt es noch fachlich geschulte Menschen, die sich schon vor langem mit Sarkeesian auseinander gesetzt haben und es mal richtig gestellt haben:

https://www.youtube.com/user/AEIVideos/ ... sarkeesian
Sorry, die Frau ist Mitarbeiterin des American Enterprise Institut: https://de.wikipedia.org/wiki/American_ ... _Institute
Wer so jemanden als unbefangen und jenseits politischer Agenden empfindet, der hält auch die Initiative Soziale Marktwirtschaft für eine Lobbyorganisation für Arbeitslose und Geringverdiener. Von mir aus kann man die Frau ja gern Sareesian entgegen halten. Nur treibt man dann halt den Teufel mit dem Belzebub aus.
Mir erscheint diese Verurteilung als etwas voreilig. Ihren eigenen Aussagen nach zu urteilen ist sie alles andere als konservativ. Habe mal ein Interview mit ihr gefunden: http://www.gameobjective.com/2016/12/06 ... interview/

Da geht sie auch darauf ein, warum sie für einen konservativen Thinktank arbeitet, nämlich weil sie mit ihre Kritik am neuen Feminismus von vielen liberalen Thinktanks abgelehnt wurde. Sie also auf eine Stufe mit Sarkeesian zu stellen, deren fehlerhafte und unwissenschaftliche Arbeit wieder und wieder zu recht kritisiert wurde, finde ich also absolut nicht gerechtfertigt.
Sehr richtig. Dieses ständige Raussuchen von irgendwelchen Dingen, die jemand woanders vermeintlich sagt oder tut, ist klassisches Argumentieren ohne wirkliche Argumente zu haben. Das ist einfach nur die völlig kleingeistige Vorstellung von "wer bei Punkt A Meinung B ist, kann bei Thema X ja nur Meinung Y sein und ist somit bei allen Themen nicht Ernst zu nehmen."
Sharkie hat geschrieben: 28.04.2017 17:59 Richtig. Bin ja grundsätzlich der Meinung, dass es ohnehin illusorisch ist, von den Protagonisten einer solchen Diskussion "Neutralität" oder gar "Objektivität" einzufordern. Es ist vollkommen okay, nicht neutral zu sein, solange man entgegengesetzten Positionen fair begegnet und nicht vorgibt etwas zu sein, was man nicht ist. Gerade was letzteres angeht, erscheint mir Hoff Sommers eher suspekt. Ich habe jetzt nicht alle ihre Videos gesehen, aber ihre selbstverfassten Inhaltsbeschreibungen in der von Alanthir verlinkten Playlist zeichnen sich dadurch aus, dass in 95% der Fälle nicht etwa Kultur aus feministischer Perspektive analysiert wird, sondern vor allem feministische Positionen (oder das, was man dafür hält) angegriffen werden. Es geht gegen Gamergate-Gegner, gegen Sarkeesian, gegen eine feministische Konferenz in London, gegen die feministische Interpretation von Gewaltstatistiken. Argumentation im Sinne der Befürwortung feministischer Anliegen führt demgegenüber bei Hoff Sommers ein Nischendasein. Gut, sie hängt sich an Emma Watson dran (zur teilweisen Irritation ihrer eigenen Youtube-Kommentatoren), aber die ist ja auch populär. :)

Zum anderen verzapft sie rhetorisch verzerrende, einen opportunistischen Opfermythos nährende Narrative wie jenes eines vermeintlichen "War on Gamers". Somit kann ich mich nicht wirklich des Eindrucks erwehren, dass Hoff Sommers' Videos weniger dazu dienen feministische Kritik zu üben, als vielmehr feministische Kritik zu kritisieren. Natürlich darf Hoff Sommers sich selbst bezeichnen, wie sie will, aber "Feminismuskritikerin" wäre da meiner Einschätzung nach die treffendere Selbstbeschreibung als "Feministin". Man sieht ja in den entsprechenden Diskussionen auch, dass ihre Selbstbeschreibung als Feministin vor allem den Effekt produziert, dass auch beinhärteste Gamergater darauf verweisen dürfen, dass "eine andere Feministin das aber so sieht wie wir". Da dient Hoff Sommers' Feminismusanspruch dann vor allem der Legitimierung des Angriffs auf Sarkeesian, aber nicht der Forderung nach einer gegenüber Sarkeesians fehlgehendem Ansatz verbesserten Durchführung feministischer Kulturkritik.
Wir fassen also zusammen: DEEEN Feminismus gibt es zwar nicht, aber eine Feministin, die sich in einer mehrteiligen Videoreihe mit dem Titel "The Factual Feminist" mit den meist völlig faktenbefreiten Narrativen (radikal-)feministischer Lobbyisten kritisch auseinandersetzt, DIE ist bestimmt nicht feministisch. Schließlich beschmutzt sie das Nest und hilft doch nur den anderen, die, weil man selbst ja gut ist, nur die Bösen sein können.

Darüber hinaus wäre es angebracht sich mal mit den Gründen auseinanderzusetzen, warum sie die von dir genannten Themen "antifeministisch" kritisiert. Denn die Inhalte etwa "feministischer Inerpretation von Gewaltstatistiken" gehen fast immer nur in die Stoßrichtung, weibliches Opfertum hervorzuheben und Täterschaft unsichtbar zu machen. Ganz besonders und auch am widerlichsten, wie auch gleichzeitig faktenwidrigsten tut man dies im Bereich der häuslichen Gewalt. Da ignoriert man halt schlank die Ergebnisse von inzwischen mehr als 600 internationalen Studien, um weiterhin das Narrativ vom männlichen Täter und weiblichen Opfer hochzuhalten, natürlich nicht zuletzt mit dem Ziel, staatliche Gelder auch weiterhin nahezu uneingeschränkt für weibliche Opfer beanspruchen zu können.

Und warum bitte ist eineKritik einer feministischen Interpretation solcher Studien nicht feministisch? Konnte eine Kritik am Stalinismus nicht auch sozialistisch sein?

Was sie meines Wissens kritisiert ist die Einseitigkeit und Faktenresistenz des heute vorherrschenden Feminismus', der sowohl medial als auch politisch den Ton angibt. Sie kritisiert (um beim Beispiel der Gewaltstatistik zu bleiben), dass eben in diesem Bereich Narrative gepflegt werden, die in anderem Kontext von in der Regel denselben Leuten als zutiefst abscheulich empfunden werden würde. Etwa die Fixierung auf immer nur Frauen z. B. bei derlei Aktionen der UN oder EU. Warum wird immer nur geschlechterspezifisch nach Gewalt gegen Frauen "geforscht", nicht aber eine Gegenstudie mit Gewalt gegen Männer, obwohl diese etwa 2/3 der Opfer von Gewalt im öffentlichen Raum sind? Warum richten sich nahezu alle Hilfsangebote nur an Frauen? Warum ignoriert man z. B. die Hälfte der Opfer häuslicher Gewalt oder macht (wie Erin Pizzey ihrerzeit in GB in den von ihr gegründeten, ersten Frauenhäusern erfahren durfte) sogar (Mit-)Täterinnen zu reinen Opfern?

Man stelle sich mal eine öffentlich herausgegebene "Interpetation" einer Gewaltstudie vor, die sich nur auf die weißen Opfer von Gewalt konzentriert und spinnt daraufhin Slogans wie "Stoppt Gewalt gegen Weiße!!!". Aber gewiss hat das eine mit dem anderen nun mal wirklich so rein gar nichts zu tun...

Christina Hoff-Sommers vertritt in etlichen Punkten klar feministische Positionen. Dass man sie aufgrund ihrer Kritik an den zahlreichen neuzeitlichen Auswüchsen dieser Ideologie versucht, instant dem "bösen" Gegenlager zuzuschustern, sagt eigentlich alles über die Anhänger dieser Ideologie aus.