Temeter hat geschrieben: ↑09.04.2017 01:43
Mental King sein hat geschrieben: ↑09.04.2017 01:34
Also ein Transgender Charakter soll einem nicht gleich platt ins Gesicht kotzen das er so ist aber
Sobald die Änderungen implementiert wurden, offenbart Hainly Ryder gegenüber nur bestimmte Informationen, nachdem sie Vertrauen aufgebaut haben - und zwar nur, falls der Spieler sich dazu entschließt, sie zu unterstützen.
wenn es vorher platt war und umgeändert wurde ist es auch nicht richtig? Ehrlich Leute, das ist einfach Dumm! Was wollt ihr? Darf jeder sein Spiel so machen wie er will? Nein/Ja oder nur in dem Fall wenn es euch gefällt und die Minderheiten stört? Darf jeder kritisieren? Geht es nur noch um Grabenkämpfe und das jeder dem anderen vorschreibt was er zu tun oder lassen hat?
Gute Nacht
Das ist ja das witzige daran. Normalerweise wird rumgejammert, weil die Entwickler sowas so plump einbauen, und jetzt wird rumgejammert, weil sie einen Dialog weniger plump/aufdringlich patchen wollen.
Mit solchen Spielern kannst du halt nicht gewinnen, die SJW'sche Verschwörung ist überall
Jep, ist schon interessant hier. Habe gerade mal nachgezählt: Auf Seite 14 dieses Threads wird zur Adressierung der eigenen Kritik sage und schreibe vierzehnmal die ominöse Formulierung "diese/jene/solche/irgendwelche
Gruppen" bemüht, aber an keiner Stelle konkretisiert, wer das eigentlich exakt sein soll. Es wird viel "dagegen" argumentiert, aber wogegen, bleibt weitgehend nebulös - spezifischer als "die Feministen" wird's da nicht.
Dabei legt die Formulierung "diese Gruppen" doch eigentlich das Bild eines sehr konkreten, vor allem aber gut organisierten und systematisch operierenden Gegners nahe. Tatsächlich gemeint sind jedoch eine Handvoll Youtuber und Twitter-Nutzer sowie Privatpersonen, die die sozialen Medien zur Meinungsmitteilung in exakt der gleichen Weise nutzen, wie ironischerweise diejenigen, die ebendieses Verhalten als agendagetriebene Propaganda monieren. Das Implizieren einflussreicher Lobbys ist da eine vollkommen überzogene Aufbauschung, die bestenfalls durch Unentspanntheit, oftmals durch hysteriefördernde Filter-Bubbles/Confirmation-Biases, oder schlimmstenfalls durch tatsächliche Manipulationsabsicht zu erklären ist. Und auch wenn ich mit der Unterstellung von letzterem zunächst immer vorsichtig wäre (in dubio pro reo und so), braucht sich jemand, der auf diese Weise Diskurse führt, nicht zu wundern wenn ihm vorgeworfen wird, er wolle primär ein Feindbild pflegen bzw. aufbauen oder alternativ ideologisch motivierte Grabenkämpfe führen.
Wer das präapokalyptische Szenario einer für die Spielelandschaft wesensbedrohenden Lobbyarbeit durch mächtige Interessengruppen an die Wand malt, sollte dabei vielleicht nicht versäumen, beispielsweise mal auf entsprechende Homepages, Manifeste, Ankündigungen, Aktivitäten- oder Positionsprogramme dieser angeblichen Machtgruppen zu verlinken, oder zuallermindest auf seriöse Berichte (=solche, die nicht ihrerseits von Angehörigen der "Konfliktparteien" verfasst wurden) über derlei Initiativen - die müssten sich ja, wenn da tatsächlich eine solch brandgefährliche Wirkmacht bestünde, eigentlich ohne weiteres finden. Aber wenn man da nachfragt, kommen meist nur Screenshots von irgendwelchen Tweets oder (oft entkontextualisierte) Zitate von Anita Sarkeesian und den stolzen drei-vier weiteren Onlinefeministinnen, die sich mit Spielen beschäftigen. Schon eine krasse, hochbedrohliche Interessengruppe, angesichts derer der gemeine "Gamer" sich vollkommen zu Recht ins Hemd macht und machen sollte. Die gerne getroffene Behauptung "Die Entwickler haben Angst vor Fehltritten und kuschen lieber vor der Meinungshoheit von Anita S. und ihren schlümmen Youtube-Videos" ist jedenfalls genau das - eine Behauptung. Auf den Brancheninsider, der tatsächlich einen solchen Lobbydruck beklagt (und nicht gleichzeitig bei Destructive Creations arbeitet), warte ich jedenfalls heute noch.
Wenn man schließlich per (von dahingehend weniger hysterischen Foristen empfohlenem) Realitätscheck festgestellt hat, dass dieses lobbyistische Schreckgespenst in Wirklichkeit wohl doch eher ein kleines Gespenstchen ist, wird dann halt auf das Argumentationsmuster "Wehret den Anfängen" umgeschwenkt. Ich denke, zu diesem Ansatz wurde mit Mental King seins unterhaltsamer wie einleuchtender Porno-Analogie alles gesagt.
Lange Rede, kurzer Sinn: Sorry Leute, Eure Ängste um die Spielelandschaft sind komplett irrational. Wer Bock hat auf testostorongeschwängerte Machismo-Orgien ohne objektintersexuelle Transschwule, dafür aber mit Frauen im Kettenbikini hinterm Herd, der wird diese Spiele stets finden, auch in fünfzig Jahren noch. Ist ja auch okay, sowas darf es ruhig geben. Es ist aber ziemlich albern und wehleidig, eine existenzielle Bedrohung dieser Kulturform herbeizureden, nur weil es Leute gibt, die (wie lautstark auch immer) äußern, dass sie solche Szenarien fragwürdig oder auch einfach nur blöd finden - oder halt Spieleschmieden, die ihre fiktionalen Welten so inszenieren, dass darin liberalere und inklusivere Ideale dominieren. Keinem Menschen kommt dadurch sein Conan Exiles, Call of Duty, Gears of War, Killer Is Dead oder Hotline Miami (von dem ich übrigens großer Fan bin) abhanden.