Nun, bei allen Schwarzbegriffen entsteht ein tatsächlicher Schaden Schaden, jetzt nicht nur dem Fiskus gegenüber (wobei ich jetzt nicht sehe, das das nicht schlimm ist, sofern man nicht von einer Randischen Perspektive kommt) sondern natürlich auch anderen Wettbewerbern und das ist sehr direkt. Ich sehe auch nicht warum die indirekten Risiken die bei sowas wie schwarzbrennen entstehen, erstmal ignorieren sollte. Lebensmittelbestimmungen sind nun kein Spaß. Schwarzfahren fällt da eventuell als einziges heraus, allerdings auch nur weil dies schwerer zu erfassen ist.Wigggenz hat geschrieben:Schwarzbrennerei bezeichnet illegale Alkoholproduktion, Schwarzmarkt illegalen Handel und Schwarzarbeit illegal abgewickelte Arbeit. Übrigens ist Schwarzfahren das illegale Nutzen von Transportmitteln und damit auch nichts "Physisches". All diese Begriffe sind zwar umgangssprachlich und leicht vereinfachend, aber nicht in der Sache verfälschend im Gegensatz zu Raubkopie.
Die Assoziationen zu Panschen und Steuerhinterziehungentstehen erst über mehrere Ecken und sind nicht zu vergleichen mit dem, was "Raubkopie" mit sich bringt, denn schon der Begriff des Raubes setzt eine Gewaltanwendung oder entsprechende Androhung in Verbindung mit der Wegnahme einer physischen Sache voraus.
Und mir ist nach wie vor nicht klar warum die Verwendung des Begriffs Schwarzkopie etwas verharmlosen sollte. Welches Element des illegalen Kopierens ist in diesem Begriff nicht erfasst?
Die Argumentation ist aber ja, das durch eine Schwarzkopie kein Schaden entsteht bzw. der Nachweis dafür noch erbracht werden muss. Deswegen soll der Begriff Raubkopie nicht benutzt werden, das es um Gewalt geht und er in erster Linie deswegen unpräzise ist, wäre zwar ebenfalls zutreffend, aber es geht ja vor allem um ersteres. Ich habe ja eben erläutert das die meisten "Schwarzbegriffe" eben einen Schaden erzeugen und daher wäre Schwarzkopie, wenn man ihn explizit benutzt um das gegenteilige auszudrücken unpräzise.
Und genau deswegen schreibe ich Kunstwort, es ist ein Ersatzbegriff der nicht wirklich durchdacht, aber allgemein akzeptiert ist. Das verharmlosende bringst du mit der Gewalt-Assoziation von Raub ja selbst ins Spiel, die bei Schwarz natürlich nicht vorhanden ist. Zusätzlich natürlich, weil sowas wie schwarzarbeiten usw. häufig als Kavaliersdelikte gesehen werden, abermals sehr viel schwächer als der Begriff Raub.
Edit:
Und wie ich eingangs schrieb.....über Sinn und Unsinn von Schwarzkopie und Raubkopie zu diskutieren, über ihre Bedeutungen usw. ist dann doch in jedem Falle etwas was eine Diskussion um ein eigentliches Thema regelmäßig verhindert. Passiert mir ja auch gerade, womit ich wie gesagt wieder bei meinem ersten Post wäre. :wink:
