Sir Richfield hat geschrieben:matzab83 hat geschrieben:
Auch: Glaubst du wirklich, die Presse war damals freier und unabhängiger als heute?
Oder nehmen wir ein Beispiel: Hat Molyneux seinen Ruf erst seit gestern plötzlich und unerwartet bekommen?
Aber eine ein wenig bewusstere Informationspolitik wünsche ich mir schon.
Oops, I did it again.
Nein, im Ernst, das ganze Spiel ist so alt wie der Markt an sich. Es kommt dir jetzt nur krasser vor, weil du älter geworden bist und weil dir mehr Informationen einfacher zur Verfügung stehen.
"Can you land on asteroids? - YES!" ist auch nicht schlimmer oder besser als "Blast Processing" oder "Here's what makes the Atari 5200 Supersystem so super:", gefolgt von Buzzwords und Marketingbla.
Beim googlen drüber gestolpert: "It's the best thing I've ever seen. - GOD" über das N64....
Dem widerspreche ich nicht einmal. Mir ist durchaus bewusst, dass die Presse von jeher Dinge schön reden kann. Dennoch kann ich für mich selber feststellen, dass ich heutzutage (zu Zeiten der omnipräsenten Online-Medien) durchaus mehr (nicht immer gewünschte) Informationen nachgeschmissen bekomme.
Es ist nicht so, dass es in der gedruckten Presse nie First Facts, Vorschauen oder auch Vorab-Tests gab. Auch da wurde ich mit Infos (ob falsch oder wahr ist erst mal irrelevant) versorgt, aber schlichtweg nicht in dem Umfang.
Heutzutage ist es doch so, dass man auf allen Gaming-Seiten immer wieder die gleichen Vorab-Infos erhält. Keine Vorabtests, sondern Trailer, Entwickler-Video und Zitate von "Was-Wer-auch-immer" über "welches-Spiel-auch-immer" auf welchem ... (bitte passende Plattform einsetzen) gesagt hat. Diese Infos werden sehr oft ungefiltert und unkommentiert weitergegeben. Die News werden nicht geprüft, sondern die Seiten degradieren sich zu Helfershelfer der PR-Maschinerie. Hat keiner von irgendwas gewusst, aber alle springen vom Hype-Train ab und steigen in den Hate-Train ein.
Auch damals wurde geheuchelt und gelogen, teilweise auch entgegen besseren Wissens (ATARI 5200 *hüstel*).
Dennoch waren die Infors, wie schon erwähnt, bei weitem nicht so omnipräsent. Man wusste auch schon so ungefähr, wo man sich die eventuell kritischsten Infos abholen konnte (den auch früher wurde positive Wertungen bestimmt mit Bonis versehen) um sich ein weitgehend unvoreingenommenes Bild zu machen.
Und nur um eines klarzustellen: Ich finde es gut, Infos zu Spielen zu erhalten. Ich finde es aber schlecht, dass ich die gleichen Infos auf gefühlt allen Gaming-Seiten in beinahe dem gleichen Wortlaut wiederfinde. In 99 % der Fälle ungeprüft, da Prüfung schlicht unmöglich. Da ist weniger eben doch mehr.
Und gerade in diesem Monster namens "Hype" sehe ich auch die größte Gefahr der Gaming-Branche, wenn nicht gar Medien überhapt (sei es Game, Film oder Buch). Einem sich aufschaukelnden Hype werden bei weitem nicht alle gerecht, heute wie früher ("John Romero is about to make you his bitch"). Aber manch ein Entwickler (unter anderem auch Romero) scheint sich gern von dem Hype mitreißen zu lassen und zu viel zu versprechen (z. B. Molyneux).