Xris hat geschrieben:Aber die Zombies sind wie gesagt auch nur die Rahmenhandlung. Um die geht es primär gar nicht in TWD. Sie sind der Auslöser. Aber TWD will eigentlich die langfristigen Auswirkungen behandeln. Und im Endeffekt sind die Zombies in TWD nichts gegen das was sich die Überlebenden untereinander antun. Das wirklich Schlimme daran ist, das dieses Ausmaß an physischer und psychischer Gewalt absolut nicht unrealistisch unter solchen und ähnlichen Umständen ist.
Ich will hier kurz noch mal drauf eingehen, zuvor hatte ich ohne Tastatur schreiben müssen. Da ist mir der Aspekt unter gegangen, was ich damit ausdrücken wollte.
Genau das was du da schreibst, das die Zombies zur Rahmenhandlung werden, ist der aktuelle Grund warum ich in letzter Zeit, so beeindruckt bin von The Walking Dead, also Staffel 5 fängt ja noch eklig brutal an hatte für meinen Geschmack auch zu viele Zeitsprünge und das Erzähltempo war noch nicht so gut verdichtet und noch zu viel Action. Aber jetzt ab Staffel 6, da empfinde ich das ganze viel besser. Viel mehr Ausgewogenheit und selbst in der Action wird noch mehr Handlung erzählt. Das wirkt langsam immer professioneller.
Wahrscheinlich ist das in den Comics noch besser aber in den ersten Filmen wie geschrieben nicht. Das empfand ich teilweise bei TLOU ganz anders, also es mag auch daran gelegen haben das ich von der ganzen Welt so abgelenkt war und meine Emotionen mit dem Verlust von den vielen Wegbegleitern bei TLOU dauernd überfordert war. Ganz anders als auf der "einfachen" Ebene eines Schockers über zu große Gewaltdarstellung, eines TWD Seassion 1 und 2.
Zudem ist ein Film nicht so nah am Körper wie ein Videospiel. Das hat für mich noch mal andere Dimensionen, ist aber auch ein Erlebnis das wahrscheinlich jeder anders empfindet. Videospiele betrachte ich generell als Kunst und es kommt halt drauf an wie sehr man sich darauf einlassen kann und wie stark man selber berührt wird. Vielleicht vergleichbar mit einer Droge oder einem Ohrwurm, der sich auch nicht gleichmäßig sondern sehr individuell ausbreitet.
Mittlerweile, empfinde ich das Spiel auch nicht mehr so wie beim ersten mal, was zum Teil daran liegt das ich weiß was auf mich zukommt und ich habe keine Angst und Ressourcen sorgen mehr. Mir bleibt seltener die Wahl ob ich Menschen töte oder weiter ziehe in dem ich ich vorbei schleiche etc.. - nach LiS sollten Spieler immer die Wahl haben zu töten oder nur zu Betäuben oder ähnliches, aber mit dem vollen Auswirkungen wie es eben in TWD (Film) der Fall ist, so das es immer ein Risiko Birgen kann jemandem zu vertrauen, aber auch eine Chance.
Man könnte da so gute Spiele draus machen aber es fällt wirklich schwer. Übrigens noch mal zu TLOU, da gibt es auch viele Menschen als Gegenspieler die ganz anders (teilweise viel Cleverer in Anführungszeichen) agieren. Aber dort wurde mir viel früher auch deren Perspektive klar, das ist auch etwas das TWD jetzt mit und mit beschreibt, nachdem jeder Charakter einzeln erklärt wurde.
Sind die Comics eigentlich abgeschlossen? Ich sollte da vielleicht mal ein Sammelband kaufen.
P.s.: Ich denke wirklich wenn man versucht TLOU in einen Film mit 2 Stunden länge zu pressen, einfach zu viel kaputt geht. Dann vielleicht einfach wie bei Advent Children von Final Fantasy in einen kurzen zusätzlichen Clip der als Hommage an die Serie lediglich einen gelungenen Augenblick für Fans des Games darstellt. Vielleicht einfach Left Behind verfilmen. Aber selbst das wäre halt zweifelhaft. Einfach weil die Bindung zu Ellie und ihrer Freundin nicht mehr da ist. Aber da bin ich auch vorbelastet weil ich das Comic gelesen habe und zuvor schon alle Texte/Momente aus dem Spiel kannte.