Du hast mich nicht ganz verstanden:Usul hat geschrieben:Und wer genau macht das? Es ist ja nicht so, daß EINE Person ihre Gefühle äußert und EA dann darauf reagiert... sodern eine Reihe von Personen. Und wenn sich ein gewinnorientiertes Unternehmen dann auf die Kritik dieser Reihe von Personen reagiert, kann man das nicht allzu lapidar abtun mit dem Allgemeinplatz, daß die eigenen Gefühle kein allgemeingültiger Maßstab für eine Branche oder Gesellschaft sind.Steffensteffen hat geschrieben:Man muss seine Gefühle aber nicht gleich zum Imperativ für eine ganze Branche oder Gesellschaft machen.
Wenn es nur wenige gewesen wären, hätte EA sich nicht darum geschert. Weil es viele waren und auch mehr geworden wären, hat EA reagiert.
Und das Lustige ist, ganz allgemein gesehen: Diejenigen, die meinen, andere Leute als SJW oder Gutmensch oder was auch immer bezeichnen zu müssen/dürfen, regen sich im Allgemein genauso auf wie die so genantne SJWs oder Gutmenschen. ABER: Keine Sau interessiert sich dafür. Es gibt keine ernstzunehmende Gruppierung, die auf die Wünsche und Bedürfnisse dieser "Anti-SJWs" eingehen würde (zumindest nicht, wenn sie nicht erhebliche finanzielle und/oder soziale Einbußen erleiden will).
Und DAS ist wirklich befriedigend für einen Gutmenschen, als den ich mich durchaus sehe. Mögen die Schlechtmenschen an ihrem Geifer ersticken, während wir Gutmenschen unsere Vorstellungen zum Imperativ für eine ganze Branche oder Gesellschaft machen.
Ob und wie eine Firma wie EA auf solche Kritik reagiert, ist vorhersehbar und hat mit meinem Zitat nichts zu tun. Es ist bekannt, dass die Gaming-Presse recht progressiv geprägt ist, und da will EA sich nicht selbst ins Bein schießen, was ich völlig ok finde. Marketing ist eine Drecksbranche, wo man nach Integrität gar nicht suchen braucht.
Mein Problem liegt viel mehr an der überheblichen Natur dieser Menschen. Nur, weil man selbst ein Problem mit etwas hat, muss man nicht meinen, dass es sich deswegen um ein allgemeingültiges Problem handelt. Ich muss da immer an den Fall in der Londoner (?) U-Bahn zurückdenken, wo sich eine Fitness-Unternehmen für Werbeplakate mit durchtrainierten Frauen rechtfertigen musste, die von ähnlich gesinntem Klientel als "unrealistisches" Körperbild verteufelt wurden.
Man begeht da die Frechheit, anderen seine eigenen Vorstellungen (die nebenbei selten objektiv sind oder empirische Grundlagen haben - ganz im Gegenteil) aufdrücken zu wollen. Andere gründen eine Partei, diese Menschen betreiben Cyber-Mobbing und/oder nutzen sonstige berufliche Privilegien, um ihren Willen durchzusetzen.
Das sind Heuchler und Kleingeister, die sich die Welt nach eigenem Gutdünken zurechtschnitzen wollen, was ich nicht akzeptieren möchte. Ich sehe mich durchaus als "Gutmenschen". Ich will niemandem etwas Böses aber ich weigere mich, politische Debatten solchen Dilettanten zu überlassen, die alles totrufen anstatt eine Debatte zu führen.
