Kajetan hat geschrieben:Die scharfe Kritik an Bioshock war lediglich eine Gegenreaktion auf das fast schon hysterisch-kritiklose Hochjubeln Bioshocks durch Leute, die es EIGENTLICH besser wissen sollten. Spielerisch war Bioshock wirklich nix neues unter der Sonne und ein klarer Rückschritt gegenüber SS2 und sogar SS1. Story und Story-Präsentation waren zwar nicht der übliche "Du bist der Held und rettest die Welt"-Rotz, aber nicht die Offenbarung, die so mancher glaubte in das Spiel hineininterpretieren zu müssen. Vor allem weil "Logbücher" eine bereits sattsam bekannte Art und Weise waren, um eine Story in eine Spielwelt zu setzen. Gut, Ayn Rand und Stories, die sich um ihre Bücher und Philosphie drehen, sind zwar überm Teich immer noch ne große Sache, aber in Europa zuckt man bei der Nennung ihres Names meist nur mit den Schultern. Ayn wer? Das Leveldesign? Langweilig. Jeder drittklassige Shooter hatte abwechslungsreichere Maps und Level, um es mal etwas polemisch zu formulieren.
Einzig das Art Design war etwas, das Bioshock weit, WEIT über den Durchschnitt herausgehoben hat. Das war tatsächlich atemberaubend! Nicht einfach nur Art Deco und den Zeitgeist der 30er/40er blind kopiert, sondern genau um den Prozentsatz weitergedreht und übertrieben, damit Rapture die zur Story passende Größenwahnsinnigkeit und Hybris ausstrahlen konnte.
Bioshock 2 war dann für mich das weitaus bessere Spiel (!).
Aber wenn du es so siehst, warum dann überhaupt mit System Shock vergleichen? Bioshock hat mithilfe seiner audiovisuellen Qualitäten eine detaillierte Welt aufgebaut und zelebriert, wie es System Shock eben nicht hätte tun können. Auch im Thema war Bio kreativer als SS, welches doch sehr den Standard SciFi Kram nachempfunden war.
Über Ayn Rand mag man nur lachen können, hab nur Jahre später übers Web herausgefunden, dass sie anscheinend eine wenig talentierte, sexuell frustrierte Autorin zu sein scheint, aber was hat das der Welt von Bioshock geschadet? Im Gegenteil, damit war die Welt wenigstens etwas ungewöhnliches. Dicht an Rands Material hat man sich jedenfalls nicht gehalten, geschweige es denn ernst genommen, also hat Nichtkenntnis wenig geschadet. Das Scheitern eines 'Utopias' ohne Regeln und Gesetze ist eine ziemlich gradliniedge Geschichte, und Bioshock hat sich hauptsächlich auf das Wie konzentriert.
Wie gesagt, die skurile und absurde Welt, sowie Technik und Design zeichnen Bioshoch aus, während SS mehr Psychohorror im klassischen Sci-Fi mit ordentlichem Shooter/RPG Gameplay zu sein scheint. Bis auf das Shock im Namen habe ich da nie große Ähnlichkeiten gesehen.