BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

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MannyCalavera
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von MannyCalavera »

Das war gar nicht speziell gg Dich gerichtet, Du hast das ganz ja auch sehr sachlich dargestellt und auch etliche gute Argumente! Ich merke auch, dass Du Dich mit dem Thema deutlich mehr auseinander gesetzt hast als ich, deswegen will ich zu Deinem Statement gar nicht groß etwas erwiedern :biggrin: Noch dazu klingt auch alles ziemlich plausibel. :wink:

Ich habe da einfach aus persönlicher Erfahrung gesprochen, mit der Historie dahinter habe ich mich nicht groß beschäftigt.

Wie auch immer, ist einfach ein schwieriges Thema..
billy coen 80
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von billy coen 80 »

Na dann bin ich ja beruhigt... :biggrin: :wink:

Btw: ich habe aber auch absolut vollstes Verständnis, wenn man genervt ist, wenn man unbefangen über derlei Themen diskutiert und verlässlich irgendwelche Leute mit gewissem Mangel an Benehmen dazwischenfunken und dann tendenziell nicht mehr zustande bekommen, als dagegen anzupöbeln. Insofern kann ich deine Gemütslage nachvollziehen.
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Chibiterasu
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von Chibiterasu »

Ich finde es einfach wirklich sehr schwierig mich da empathisch einzufühlen.

Wen es nicht interessiert, hier kommen ein Haufen persönlicher Eindrücke:
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Ich kenne drei sehr unterschiedliche Frauen persönlich sehr gut, deren (mittlerweile Ex-) Freunde sie geschlagen haben. Diese wurden rechtskräftig verurteilt.
Ich habe wirklich keinerlei Grund ihre Geschichten anzuzweifeln. Es kann natürlich sein, dass meine Menschenkenntnis schlecht ist.
Ich kenne keine Männer denen so etwas widerfahren ist. Psychisch unterdrückt wurden aber zwei Freunde von mir.
Jetzt kann man das schlecht gegeneinander aufwiegen - aber für mich persönlich wiegt körperliche Gewalt immer noch mehr.

Ich kenne verschiedenste Frauen mit sehr abenteuerlichen Geschichten wo sie sexuell belästigt wurden. Zb im Zug in die Ecke gedrängt und dann zwar nicht berührt worden von dem Typ, aber er hat direkt vor ihr onaniert.

Ich bin mit meiner Ex-Freundin einmal in einem Bus gesessen und neben ihr hat sich ein betrunkener Typ hingesetzt. Plötzlich hat er seine Hand auf ihre Schenkel gelegt und ist damit langsam unter ihr Kleid gefahren. Ich saß direkt daneben! Hab ihn weggestoßen und angeschrien und dann sind wir ausgestiegen aber er war für jede weitere Reaktion viel zu besoffen.
Primitive Anmachsprüche (kann man noch ignorieren) und ungefragtes Begrapschen (wird nicht mehr toleriert) beim Fortgehen werden je nach Lokalität fast schon als "gehört dazu" empfunden.

Ich kenne sowohl Mädels als auch Typen mit denen ich über viele Dinge offen rede, die sich bei einer Online-Dating Plattform angemeldet haben (einer ohne Matching bzw. Vorauswahl wer mit wem kommunizieren darf).
Während die Männer grundsätzlich ganz selten angeschrieben wurden (und wenn dann halbwegs vernünftig), mussten die Frauen erst einmal einzelne brauchbare Anfragen aus einer Fülle von "Ficken?" oder "du geile Sau!" Kommentaren fischen. Die Flut aus Penisfotos ist auch kein Mythos...

Und warum waren bei der Online-Hacker-Attacke vor einiger Zeit (bekannt als "The Fappening"...) auch quasi nur weibliche Stars Zielscheibe? Das ist jetzt ne Unterstellung aber ich gehe davon aus, dass diese Hackerszene stark Männer-dominiert ist.

Ich bin nicht der Nabel der Welt und vielleicht sind all diese Wahrnehmungen nicht repräsentativ - aber für mich persönlich steht außer Frage, dass beim Thema Harassment in den meisten(!) Bereichen kein ausgewogenes Geschlechterverhältnis bei Tätern und Opfern herrscht.
Das tut mir für jeden betroffenen Mann leid, der sich zu wenig ernst genommen fühlt.
Und ich bin mir sicher, dass es Thematiken gibt (siehe Obdachlosigkeit^^), wo Männer ebenfalls stark betroffen sind.
Ich weiß, dass viele Männer an der Armutsgrenze leben, weil sie zusätzlich zu ihren Lebenskosten noch Unterhaltszahlungen leisten müssen und einfach zu wenig verdienen. Da muss man auf jeden Fall auch mehr tun.
Aber das ist dann eben auch ein anderes Thema.
billy coen 80 hat geschrieben: Stattdessen ist es Geschlechterpolitisch halt von höchstem Belang, dass Managerposten wegen imaginierter gläserner Decken mehrheitlich von Männern besetzt sind, ungeachtet dessen, dass dies nichts weiter ist, als lächerliche Klientelpolitik, von der nur ein verschwindend kleiner Anteil von Frauen profitiert, die ohnehin schon in durchaus gut situierten Arbeitsverhältnissen standen oder stehen.
Das müsstest du mir noch ein wenig genauer erklären.
Die Akademikerrate nimmt bei Frauen immer weiter zu und ist mittlerweile bei Frauen höher als bei Männern (speziell in den jungen Generationen). Das schlägt sich noch sehr wenig in der Bezahlung/Jobposition der Frauen nieder.
Wieso denkst du, dass nur wenige Frauen davon profitieren, wenn die Besetzung von hohen Positionen durch Frauen gefördert wird?
Natürlich kommen da Frauen in Frage, die bereits eine gewisse Karriere gemacht haben und somit schon gut situiert sind (ist ja bei Männern auch nicht anders) aber im Idealfall kommen von der "Basis" eben immer neue Frauen nach.
Frauen in Führungspositionen sind evtl. auch ein Ansporn für andere Frauen, die nicht mehr das Gefühl haben keine Chance zu haben in die Boys Clubs einzutreten.
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3nfant 7errible
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von 3nfant 7errible »

MannyCalavera hat geschrieben:
Noch weniger nachvollziehen kann ich aber diese Gegen-Raktionen (ich nenne es mal extra nicht Relativierungen), nach denen man mittlerweile echt die Uhr stellen kann. Es ging hier um Beleidigungen gegenüber weiblichen Zockern. Wir haben von celynn sogar schon bestätigt bekommen, dass sie relativ oft angebaggert wird, sobald sie sich als Frau zu erkennen gibt. Und trotzdem kommt leider immer das große ABER. ABER Männer werden auch beleidigt. ABER Männer werden auch sexuell diskriminiert und so weiter und so fort. Das finde ich persönlich mittlerweile echt anstrengend.
Weisst du was ich anstrengend finde bzw finden würde? Wenn man erst ein Airbag für das eine Geschlecht entwickeln und dann nochmal ganz von vorn, an einem ganz anderen Ort, zu einer ganz anderen Zeit für das andere Geschlecht anfangen würde.
Wenn es 2 verschiedene Notruf-Hotlines für die beiden jeweiligen Geschlechter geben würde. Wenn Medikamente oder Behandlungs- und Operationsverfahren völlig separat erst für das eine und dann das andere Geschlecht entwickelt werden würden... etc etc DAS fände ich anstrengend, unnötig, irgendwie auch total unlogisch und ausserdem auch sexistisch und abscheulich menschenfeindlich, wenn zb das eine Geschlecht weiterhin an bestimmten Krankheiten sterben würde, obwohl für das andere Geschlecht schon längst eine Therapie-Methode entwickelt wurde und man es eigentlich sofort auch beim anderen Geschlecht anwenden könnte.
Aber nein, lass uns das mal ganz bürokratisch und in Reihenfolge machen, erst das eine, dann das andere. Wär ja auch viel zu einfach, gleich 2 Fliegen mit einer Klappe zu schlagen... :wink:

Du merkst vielleicht, ich bin gerade mal wieder so charmant sarkastisch :3
Das liegt eventuell daran, dass diese Denkweise mit der Relativierung so ausserordentlich grotesk und absurd ist, dass ich nicht mal glaube, dass es überhaupt irgendjemand ernst meinen kann.

2 kurze Fragen nur: a) Was wäre so verdammt schwierig, oder geradezu unmöglich daran, generell und für beide Geschlechter gegen (Online)Mobbing aufzutreten bzw beiden Opfern davon zu helfen?

und b) Inwiefern ist es überhaupt ethisch oder moralisch vertretbar dies aus offensichtlich reiner Nickeligkeit nicht zu tun?

Wozu? Es ging um die alltäglichen Probleme von weiblichen zockern. Nicht um Feministen Foren oder dergleichen. Da kann ich auch in irgendwelche Männerforen gehen, die Angst vor einer Gleichstellung der Geschlechter haben. In solchen Foren findet man meistens nur Blödsinn.
Nein, eigentlich ging es in diesem Thread nur darum, wieviele Deutsche mittlerweile Videospiele spielen.
Dein offtopic-Einwand hättest du also schon vorher einbringen müssen, und nicht erst dann wenn ein offtopic-Beitrag einen anderen offtopic-Beitrag etwas gerade rückt, weil dieser etwas schief und krumm war.

Davon abgesehen, wenn diese Foren, Twitter, tumblr und Co. nicht exemplarisch für den Grossteil heutiger Feministinnen sind, an was sollte ich mich denn dann deiner Meinung nach orientieren, was ein ähnlich oder besser noch grösseres Volumen hat, so dass sie nicht nur Ausnahmen bilden, die die Regel bestätigen?
billy coen 80
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von billy coen 80 »

Chibiterasu hat geschrieben:...
Um hier die Seite nicht elendig in die Länge zu ziehen, setze ich den kompletten Kommentar mal in einen Spoiler-Tag.
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Danke zunächst für deine zahlreichen Fallbeispiele.

Gewiss gibt es geschlechtertypisches Verhalten, bei dem Männer tendenziell mehr auf der Seite der "Schweine" stehen. Das würde ich nie in Abrede stellen. Es ist auch sehr nachvollziehbar, sich auf selbst Erlebtes zu berufen; gerade ich bin auch ein Verfechter des Prinzips des Abgleiches von Propaganda mit Lebenswirklichkeiten.

Doch gerade beim Thema der häuslichen Gewalt ist diese, wie ich sie gerne nenne, anekdotische Empirie nicht aussagekräftig. Männliche Opfer sehen sich deutlich größeren Hemmnissen ausgesetzt als Frauen. Es dauert zunächst erheblich länger, bis sie sich überhaupt erst selbst als Gewaltopfer begreifen, denn die gesellschaftlichen Vorstellungen, die sie für sich selbst übernommen haben, sagen ihnen, dass das doch eigentlich gar nicht gehen kann und sie als Mann doch eher Herr der Lage sein müssten.

Danach begegnen Männer völlig anderen gesellschaftlichen Gegebenheiten als Frauen. Frauen haben Notruftelefone mit anonymer Unterstützung und Hilfseinrichtungen, an die sie von selbigen dann in der Regel verwiesen werden. Äußern sie sich vor Bekannten, begegnen ihnen diese sofort mit Verständnis und Mitgefühl.

Männer haben keine Anlaufstellen. Wenden sie sich an andere, teils sogar Bekannte, begegnen sie häufig ungläubigen Reaktionen; und wird ihnen zumindest geglaubt, so wird zumindest die Dimension des Erlebten nicht ganz für voll genommen. Selbst bei Behörden und (unfassbar aber wahr) vor Gerichten wird Männern weniger geglaubt bzw. ihre Erfahrungen werden heruntergespielt. All das führt dazu, dass häusliche Gewalt gegen Männer als eines der immer noch größten Gesellschaftstabus des 21. Jahrhunderts gilt und die Kriminalistik von einer immensen Dunkelziffer ausgeht.

Daher halte ich es in diesem Zusammenhang für sinnvoller, sich da tatsächlich an diesbezüglichen Studien zu orientieren, als an Hörensagen. Die Zahl der internationalen Studien (es sind inzwischen glaube ich bald so an die 600) lässt auch nicht mehr ernsthaft den Verdacht zu, sie könnten tatsächlich allesamt von Lobbygruppen gekauft worden sein; schon gar nicht allesamt von immer derselben.

Im Zusammenhang mit sexueller Belästigung ist die Gemängelage meines Erachtens auch nicht so eindeutig. Gerät man als Mann in Clubs z. B. in eine Gruppe angeheiterter (um es mal euphemistisch zu sagen) Frauen, ist das auch nicht immer so lustig, was einem da widerfährt. Oder Thema Stripper. Es ist eigentlich ein offenes Geheimnis, dass Frauen bei Stripveranstaltungen (ganz entgegen üblichen Klischees) als deutlich übergriffiger gelten als Männer.

Auch hier schlagen sich in der Wahrnehmung, würde ich werten, gesellschaftliche Konventionen und Stereotype nieder. Oft wird dieselbe Art von Anmache, dieselbe Art von Antatscherei bei Frauen als das erkannt, was es ist, nämlich sexuelle Belästigung, während es bei Männern, oft sogar von den direkt betroffenen, lediglich als Unhöflichkeit oder unangenehme Situation verbucht wird.

Im Zuge meiner Betriebsratstätigkeit habe ich da erst kürzlich ähnliches mitbekommen. Da wurde auch ein Kollege beschuldigt, übergriffig zu sein (es ging dabei nicht um Busengrapschen oder ähnliches, sondern eher so um ungewollte Umarmungen). Im Vertrauen beschrieb mir der Kollege aber dann, wie sich die Frau, die ihn beschuldigte, selbst verhielt. So gab es Erlebnisse, dass sie während Gesprächen, die zwar flapsig, aber nicht sexueller Natur waren, gerne mal auf ihren blankrasierten Intimbereich zu sprechen kam. Als Mann denkt man sich dabei nichts weiter. Aber nach AGG ist auch das sexuelle Belästigung und ein Mann, der unter Frauen gerne mal über seinen rasierten Sack philosophiert, muss nicht überrascht sein, wenn er ne halbe Stunde später mal ein ernstes Gespräch mit dem Personalleiter hat. Umgekehrt erscheint es mir sehr unwahrscheinlich, dass es tatsächlich überhaupt zu einer Beschuldigung käme und wenn, würde diese, da bin ich gar überzeugt von, in nicht derselben Ernsthaftigkeit verfolgt werden.
Chibiterasu hat geschrieben:
billy coen 80 hat geschrieben: Stattdessen ist es Geschlechterpolitisch halt von höchstem Belang, dass Managerposten wegen imaginierter gläserner Decken mehrheitlich von Männern besetzt sind, ungeachtet dessen, dass dies nichts weiter ist, als lächerliche Klientelpolitik, von der nur ein verschwindend kleiner Anteil von Frauen profitiert, die ohnehin schon in durchaus gut situierten Arbeitsverhältnissen standen oder stehen.
Das müsstest du mir noch ein wenig genauer erklären.
Die Akademikerrate nimmt bei Frauen immer weiter zu und ist mittlerweile bei Frauen höher als bei Männern (speziell in den jungen Generationen). Das schlägt sich noch sehr wenig in der Bezahlung/Jobposition der Frauen nieder.
Wieso denkst du, dass nur wenige Frauen davon profitieren, wenn die Besetzung von hohen Positionen durch Frauen gefördert wird?
Natürlich kommen da Frauen in Frage, die bereits eine gewisse Karriere gemacht haben und somit schon gut situiert sind (ist ja bei Männern auch nicht anders) aber im Idealfall kommen von der "Basis" eben immer neue Frauen nach.
Frauen in Führungspositionen sind evtl. auch ein Ansporn für andere Frauen, die nicht mehr das Gefühl haben keine Chance zu haben in die Boys Clubs einzutreten.
Da gehe ich auch gerne drauf ein.

Zunächst erliegst du hier einem Fehlschluss. Das kann man aber nicht verübeln, denn tatsächlich wird dieser feministische Zahlenzauber (muss man leider so nennen) in Medien, sowohl in Deutschland als auch Österreich, regelmäßig unreflektiert nachgeplappert.

Es reicht nicht, einfach die Zahl von weiblichen Akademikern mit der Zahl von weiblichen Vorständen in großen Unternehmen zu vergleichen. Zum einen ist es schon mal fundamental wichtig, das Alter der Akademiker zu sehen. Diese Schwemme weiblicher Akademiker ist noch recht frisch, die dazu gehörigen Frauen mehrheitlich noch in einem Alter zwischen Mitte zwanzig bis Mitte dreißig. Dagegen schau dir einfach mal das übliche Alter von Männern und Frauen im gehobenen Management an. Da findet sich selten jemand unter vierzig, die meisten sind eher deutlich älter. Zu erwarten, dass man da, alleine aufgrund irgendeines Geschlechterproporzes, direkt reingehört, weil man ja so voll qualifiziert ist, führt zu dem, was man Quotenregelungen nachsagt: dass das Erwarten eines Aufstiegs ohne die Mühen, die andere in diesen Positionen schon vorher auf sich nehmen mussten, so für einige per Quote privilegierte Wahrheit wird. Was eben diese Mühen angeht: Männer machen signifikant mehr Überstunden als Frauen, verhalten sich im Beruf risikofreudiger (gehen offensiver in Verhandlungen und setzen nicht immer alles nur auf die Karte eines sicheren Angestelltenverhältnisses) und sind zudem deutlich seltener krankgeschrieben (obwohl man Männern ja gerne Wehleidigkeit andichtet). All das sind Dinge, die Chefs gerne berücksichtigen, wenn sie über Beförderungen nachdenken. Man sollte mal wirklich dieses Bild des alten Frauenhassers auf dem Chefsessel aus dem Kopf kriegen. Solche mag es geben, aber gewiss nicht in der Häufigkeit, dass man damit jede Ungleichheit erklären kann.

Der viel schwerwiegendere Ansatz ist hierbei aber die völlige Gleichsetzung aller Studienabschlussinhaber unter dem Begriff "Akademiker". Nachwievor erfreuen sich bei Frauen Fächer in Bereichen etwa der Soziologie großer Beliebtheit. Allerdings kann man als Soziologe, erst recht wenn es sich dann auch noch um Hokus Pokus wie Gender Studies handelt, nicht ernsthaft erwarten, dass das dann von großen Unternehmen als Qualifikation für einen Posten in den obersten Chefetagen betrachtet wird. Die bevorzugen Absolventen aus dem Bereich der MINT-Fächer, in denen auch immer noch Frauen klar unterrepräsentiert sind. Das ist eben der nicht ganz von der Hand zu weisende Vorwurf der Kritiker des Feminismus eben an denselben: Es wird negiert, dass viele junge Frauen Studienfächer belegen, die sich nur selten auf dem freien Arbeitsmarkt in bare Münze umsetzen lassen und stattdessen werden die infamen und zum Teil sogar durchaus als misandrisch einzustufenden Märchen von den Boy's Clubs und dem sowieso allgegenwärtigen, frauenunterdrückenden Patriarchat rauf und runter gebetet.

Es gibt schlicht geschlechtertypische Verhaltensmuster (die man ja auch ohne Probleme so anerkennt, wenn sie etwa zum Nachteil von Männern führen), die in unterschiedliche Lebensentwürfe münden. Auch wenn Frauen häufiger studieren, zeigen sich selbst bei der Wahl der Studienfächer eben genau diese Eigenheiten. Und das setzt sich dann im Berufsleben fort. Das alles immer nur unter dem Gesichtspunkt der Diskriminierung von Frauen zu erörtern, ist einfach nur weltfremd. Gewiss gibt es neben evolutionsbiologischen Gründen auch viele soziale Aspekte, die diese Geschlechterverhaltensweisen mit befördern und steuern. Wie genau das aussieht, wird wohl so bald niemand verlässlich erörtern. Evolutionsbiologen sind da nicht die beste Anlaufstelle und Gender Studies Gläubige schon mal erst recht nicht.

Aber auch hier ist es auffällig, wie stets nur die weiblichen Geschlechterrollenprobleme gesellschaftlich thematisiert werden. Dass gerade das nämlich männliche Rollen erhärtet, wird dabei gar nicht zur Kenntnis genommen. Nachdem der Feminismus der zweiten Welle die Erwerbstätigkeit zur Befreiung der Frau verklärt hatte, fällt es den Feminstinnen der dritten Welle nämlich plötzlich auf, dass das Berufsleben doch nicht so chillig ist, wie früher immer angenommen, als man noch den Männern vorwarf, sich vor den Qualen des Haushaltsalltags faul in ihren Büros und auf Baustellen zu verkriechen. Nun ist der Tenor, die Arbeitswelt frauengerechter zu machen. Mehr Work-Life-Balance, leichterer Zugang zu Teilzeitbeschäftigung (was im Übrigen auch einem Aufstig in die obersten Etagen im Wege steht; kein Unternehmen kann sich einen Teilzeitvorstand leisten).

Da aber Firmen für all das sicher keine Vollzeitlöhne zahlen werden, stellt sich die Frage, wer denn nun die Familie versorgen soll. Und da fallen wieder alle Blicke auf den Mann. Während man im Feminismus gerne skandalisiert, dass Mädchen angeblich ständig nur zu Hausfrauen erzogen wurden und werden, ist es ihnen irgendwie immer herzlich egal gewesen, dass die andere Seite derselben Medaille immer so aussah, das Jungen von Anfang an auf die Bürde des Ernährers hinerzogen wurden; ob sie es wirklich toll fanden, dafür ständig von Frau und Kind getrennt sein zu müssen, hat sie auch nie jemand gefragt. Und feminstische Arbeitsmarktpolitik verbessert an diesen Zuständen nichts.

EDIT: Ein ebenfalls nicht zu verachtender Punkt, der gegen Geschlechterquoten spricht, ist ihre schiere Verfassungwidrigkeit. Diese hatte ich, als juristischer Laie, schon recht schnell erkannt und bin dann gar von Befürwortern der Quote indirekt bestätigt worden:

http://www.spiegel.de/politik/deutschla ... 21432.html

Ich weiß nicht, ob man darüber lachen oder weinen sollte. Da prüfen sogenannte Rechtssachverständige die Formulierungen des Quotengesetzes und bemängeln nur, das geschlechtsneutrale Formulierungen in manchen Bereichen auch zu einer Männerqote führen könnten, welche verfassungswidrig wäre und empfehlen daher die Konkretisierung auf eine ausdrückliche Frauenquote... Schon erschreckend, was sich heute alles für Leute mit offenkundig keinerlei Ahnung von und Gefühl für Rechtsstaatlichkeit als Experten für eben diese ausgeben können. Vor allem die Begründung:
eine Gruppe sexistischer Pseudorechtssachverständiger hat geschrieben:Diese Form der "Männerförderung" sei verfassungswidrig, stellten mehrere Experten fest. Denn allein aus der Feststellung, dass ein Geschlecht in einem bestimmten Bereich in der Minderheit sei, folge noch keine tatsächliche Benachteiligung.
Nee, jetzt echt??? Kurz zuvor wurden Leute, die ähnlich gegen die Frauenquote argumentierten noch von unserer Küstenbarbie und ihren Stiefelleckern pauschal mit dem Vorwurf, ewig gestrige, männerprivilgienverteidigende Machos zu sein, zum Schweigen gebracht.

Ich liebe diesen Artikel - habe ihn schon einmal in einer anderen Diskussion verlinkt - denn es gibt für mich kein offensichtlicheres Beispiel für gesellschaftliche Doppelstandards und die abgrundtief verdorbene, doppelmoralische Heuchelei dieser ganzen Bagage (sorry, aber bei solchen Leuten fallen mir wirklich keine netteren Bezeichnungen mehr ein). Und so etwas will dann als linke Politik verstanden werden und wird öffentlich auch als solche gesehen; das schmerzt mich dabei am meisten; dadurch mit solchen verfassungsfeindlichen Intelligenzverweigerern in einen Topf geworfen zu werden...
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Chibiterasu
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von Chibiterasu »

Danke dir für die ausführliche Rückmeldung. Ich mach mal mit Spoilertags weiter, aber leider ist es schon eher spät und ich werde nicht mehr allzu eloquent antworten.
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Ich denke da sind viele valide Punkte die du da ansprichst. Meine ich ernst.
Genauso lese ich aber auch immer wieder gefestigte Ablehnung heraus gegenüber vielem was sich Feminismus, Gender Studies etc. schimpft. Da weiß ich nicht ob das nicht auch etwas deine Wahrnehmung färbt.
billy coen 80 hat geschrieben: Doch gerade beim Thema der häuslichen Gewalt ist diese, wie ich sie gerne nenne, anekdotische Empirie nicht aussagekräftig.
.....
All das führt dazu, dass häusliche Gewalt gegen Männer als eines der immer noch größten Gesellschaftstabus des 21. Jahrhunderts gilt und die Kriminalistik von einer immensen Dunkelziffer ausgeht.
Deine Ausführungen klingen für mich durchaus schlüssig warum man hier von betroffenen Männern wenig mitbekommt. Trotzdem würde es mich interessieren, wie solch eine häusliche Gewalt von Frauen gegen Männern in der Praxis aussieht? Ich will das wirklich nicht ins Lächerliche ziehen - ich kann es mir nur in der Breite einfach nicht vorstellen wie sich das zeigt. Bei gewaltbereiten Männern brauche ich da keine Fantasie dafür.

Da müsste ich mich wohl einmal in diese Studien einlesen.
billy coen 80 hat geschrieben: Im Zusammenhang mit sexueller Belästigung ist die Gemängelage meines Erachtens auch nicht so eindeutig. Gerät man als Mann in Clubs z. B. in eine Gruppe angeheiterter (um es mal euphemistisch zu sagen) Frauen, ist das auch nicht immer so lustig, was einem da widerfährt. Oder Thema Stripper. Es ist eigentlich ein offenes Geheimnis, dass Frauen bei Stripveranstaltungen (ganz entgegen üblichen Klischees) als deutlich übergriffiger gelten als Männer.

Auch hier schlagen sich in der Wahrnehmung, würde ich werten, gesellschaftliche Konventionen und Stereotype nieder. Oft wird dieselbe Art von Anmache, dieselbe Art von Antatscherei bei Frauen als das erkannt, was es ist, nämlich sexuelle Belästigung, während es bei Männern, oft sogar von den direkt betroffenen, lediglich als Unhöflichkeit oder unangenehme Situation verbucht wird.
Hier gebe ich dir auf jeden Fall recht. Die Wahrnehmung ist eine andere.

Mir selbst ist es einmal in meinem Leben passiert, wo mir beim Bierkaufen an der Bar ein Mädchen einfach ganz derbe an den Arsch gefasst und meine Backe gekniffen hat. Und dann hat sie zu ihrer Freundin auch noch irgendsowas gesagt wie "wollte ich immer schon mal machen" und gelacht.
Mich hat es irritiert aber ja, ich muss zugeben, ich fand es eher lustig bzw. fast schon attraktiv dass sie so forsch war.
Umgekehrt hätte es vermutlich (auch zu recht) Ohrfeigen gehagelt. Evtl. sogar ne Anzeige.

Das ist auf jeden Fall ein Doppelstandard ABER:
Meiner Meinung nach liegt das stark an der körperlichen Überlegenheit von Männern.
Bedrängte Frauen fühlen sich schnell bedroht, weil es im Extremfall zu einer kompletten Machtlosigkeit mit völligem Kontrollverlust über die Situation kommen könnte.
Ich fühlte mich in der oben geschilderten Situation nach wie vor völlig Herr meiner Lage. Und das hätte ich wohl auch noch spät nachts auf ner einsamen Straße.


billy coen 80 hat geschrieben: Im Zuge meiner Betriebsratstätigkeit habe ich da erst kürzlich ähnliches mitbekommen. Da wurde auch ein Kollege beschuldigt, übergriffig zu sein (es ging dabei nicht um Busengrapschen oder ähnliches, sondern eher so um ungewollte Umarmungen). Im Vertrauen beschrieb mir der Kollege aber dann, wie sich die Frau, die ihn beschuldigte, selbst verhielt. So gab es Erlebnisse, dass sie während Gesprächen, die zwar flapsig, aber nicht sexueller Natur waren, gerne mal auf ihren blankrasierten Intimbereich zu sprechen kam. Als Mann denkt man sich dabei nichts weiter. Aber nach AGG ist auch das sexuelle Belästigung und ein Mann, der unter Frauen gerne mal über seinen rasierten Sack philosophiert, muss nicht überrascht sein, wenn er ne halbe Stunde später mal ein ernstes Gespräch mit dem Personalleiter hat. Umgekehrt erscheint es mir sehr unwahrscheinlich, dass es tatsächlich überhaupt zu einer Beschuldigung käme und wenn, würde diese, da bin ich gar überzeugt von, in nicht derselben Ernsthaftigkeit verfolgt werden.
Das kann ich mir hier wirklich gut vorstellen. Als Mann sitzt man auf jeden Fall auf dem kürzeren Ast was das angeht.
Generell: wenn eine Frau lügen und einem Mann Belästigung oder Schlimmeres unterstellen möchte, kann das sehr große gesellschaftliche Konsequenzen für den Mann haben, selbst wenn man nicht verurteilt etc. wird.
Es wird einem dann wohl selten mehr geglaubt. Hier besitzen Frauen durchaus Macht, die evtl. die ein oder andere dann doch missbraucht (ich halte Frauen ja nicht alle ganz generell für unschuldige Engel).
Das ist aber ein extrem schwieriges Problem hier zwischen gerechtfertigten Vorwürfen und haltlosen Unterstellungen zu unterscheiden.

billy coen 80 hat geschrieben: Es reicht nicht, einfach die Zahl von weiblichen Akademikern mit der Zahl von weiblichen Vorständen in großen Unternehmen zu vergleichen. Zum einen ist es schon mal fundamental wichtig, das Alter der Akademiker zu sehen. Diese Schwemme weiblicher Akademiker ist noch recht frisch, die dazu gehörigen Frauen mehrheitlich noch in einem Alter zwischen Mitte zwanzig bis Mitte dreißig. Dagegen schau dir einfach mal das übliche Alter von Männern und Frauen im gehobenen Management an. Da findet sich selten jemand unter vierzig, die meisten sind eher deutlich älter.
Ist ein guter Punkt!

Die Studienwahl der Frauen als Begründung, finde ich aber dann wieder weniger zutreffend.
Frauen bilden in sehr vielen Bereichen mittlerweile die Mehrheit, nicht nur in exotischen Fächern.
Die MINT Fächer (da sind Frauen in der Tat unterrepräsentiert) würde ich, obwohl wichtig für Innovationen in der Wirtschaft, persönlich jetzt auch nicht unbedingt automatisch als typische Studiengänge ansehen welche Vorstandsmitglieder und Manager hervorbringen (gibt sicher Branchen wo das der Fall ist).
Aber bei den Rechtswissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Publizistik, Politikwissenschaften etc. ist das Verhältnis ziemlich ausgeglichen. Zumindest nach den Zahlen die ich so finden konnte.


Die Boys Clubs halte ich auch nicht für eine Erfindung. Burschenschaften und Männerstudentenverbindungen wo sich bereits Netzwerke bilden und Geschäftsbeziehungen anbahnen und später Postenschacherei betrieben wird, gibt es immer noch genug (es bilden sich auch immer mehr Frauenverbände).
Geschätftsessen mit Stripteasebar-Besuch oder Hotelaufenthalt mit Prostituierten auf's Zimmer sind in manchen, vor allem kapitalstarken Branchen durchaus noch ein Thema (vielleicht nicht unbedingt in DE und AT). Das sind Bereiche in die Frauen schwer vordringen können und auch nicht erwünscht sind.

Evtl. wollen das aber auch nicht so viele Frauen. Da gebe ich dir recht. Frauen streben vermutlich wirklich eine bessere Balance zwischen Privat- und Berufsleben an. Man kann daher verstehen, wenn Chefs die wie blöde ackernden männlichen Workaholics bevorzugen - aber gut finde ich das trotzdem nicht. Als Arbeitgeber hat man auch eine gesellschaftliche/soziale Verantwortung, nicht nur gegenüber dem Kapital (ja, das ist jetzt ne naive Aussage).


Ich persönlich bin nur Teilzeitangestellter und ergänzend Selbstständiger auf Auftragsbasis. Je nachdem wie sehr ich ausgelastet sein will, nehme ich mehr oder weniger Projekte zusätzlich an (bzw. immer wieder bin ich auch gezwungenermaßen untätiger). Ich werde wohl nie Großverdiener noch nen Job in ner Führungsposition einnehmen.
Ich erwarte mir von einer Frau, dass sie in einer Partnerschaft sowohl ihren finanziellen als auch familiären Beitrag leistet. Und das erwarte ich auch von mir selbst.
Ich fühle mich nicht als alleiniger Versorger und ich empfinde das als Entlastung.

Wenn Männer diesen Druck noch verspüren und sie davon genervt sind, haben sie sich evtl. die falsche Frau ausgesucht. Man hat ja auch als Mann die Wahl.
Ich persönlich habe einfach das Gefühl, dass ich auch davon profitiere wenn Frauen mehr für sich (und damit indirekt auch mich) fordern und fühle mich davon nicht angegriffen oder in meiner Geschlechterrolle abgewertet.

Sehr sehr häufig sehe ich in solchen Diskussionen nämlich nur eines (und damit meine ich jetzt ganz ehrlich auf keinen Fall dich!): verletzter Männerstolz.

billy coen 80 hat geschrieben: Aber auch hier ist es auffällig, wie stets nur die weiblichen Geschlechterrollenprobleme gesellschaftlich thematisiert werden. Dass gerade das nämlich männliche Rollen erhärtet, wird dabei gar nicht zur Kenntnis genommen. Nachdem der Feminismus der zweiten Welle die Erwerbstätigkeit zur Befreiung der Frau verklärt hatte, fällt es den Feminstinnen der dritten Welle nämlich plötzlich auf, dass das Berufsleben doch nicht so chillig ist, wie früher immer angenommen, als man noch den Männern vorwarf, sich vor den Qualen des Haushaltsalltags faul in ihren Büros und auf Baustellen zu verkriechen. Nun ist der Tenor, die Arbeitswelt frauengerechter zu machen. Mehr Work-Life-Balance, leichterer Zugang zu Teilzeitbeschäftigung (was im Übrigen auch einem Aufstig in die obersten Etagen im Wege steht; kein Unternehmen kann sich einen Teilzeitvorstand leisten).

Da aber Firmen für all das sicher keine Vollzeitlöhne zahlen werden, stellt sich die Frage, wer denn nun die Familie versorgen soll. Und da fallen wieder alle Blicke auf den Mann. Während man im Feminismus gerne skandalisiert, dass Mädchen angeblich ständig nur zu Hausfrauen erzogen wurden und werden, ist es ihnen irgendwie immer herzlich egal gewesen, dass die andere Seite derselben Medaille immer so aussah, das Jungen von Anfang an auf die Bürde des Ernährers hinerzogen wurden; ob sie es wirklich toll fanden, dafür ständig von Frau und Kind getrennt sein zu müssen, hat sie auch nie jemand gefragt. Und feminstische Arbeitsmarktpolitik verbessert an diesen Zuständen nichts.
Siehe oben. Ich fühle mich nicht mehr in diese Rolle gedrängt.
Mir kommen gewisse Entwicklungen (leichterer Zugang zu Teilzeitbeschäftigung, mehr Work-Life-Balance wie du das nennst, etc.) durchaus ebenfalls zugute.

Ich kann mir vorstellen, dass viele Frauen sich wirklich überfordert fühlen mit dem Berufsleben und die durch den Feminismus gewonnenen Freiheiten gar nicht soo zu schätzen wissen.
Gerade weil der gesellschaftliche Druck da eben doch oft noch so ausschaut, dass dazwischen die Familienplanung noch drinnen sein muss. Das sich sowas dann in einem verringertem Beschäftigungsausmaß niederschlägt, welches wieder den Aufstieg in Führungspositionen verhindert, ist klar.
Es ist wohl einfach so, dass sich (nicht nur) Frauen daran gewöhnen werden müssen, dass hier nur Kompromisse möglich sind. Man wird nicht alles erstklassig unter einen Hut bekommen.
So wie früher der Rabenvater, der seine Kinder nicht aufwachsen sieht, weil er bis spät Nachts im Büro sitzt - fehlen natürlich auch Mütter zuhause, wenn sie ihre Karriere allzustark vorantreiben wollen.

Aber ich sehe es einfach in unser aller Interesse, dass man hier Lösungen für beide Seiten findet, die diese Probleme möglichst angenehm und effizient für alle Beteiligten verringern.
Schließlich führe ich mit einer Frau eine Partnerschaft und keinen Zwei-Fronten-Geschlechterkrieg.
billy coen 80
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Registriert: 02.10.2012 03:39
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von billy coen 80 »

Dass ich beim Thema Feminismus und erst recht Gender Studies nicht ganz frei von eigenen Positionierungen und entsprechenden Färbungen bin, würde ich auch nie von mir weisen. Wir sind letztlich alle Kinder unserer eigenen Erfahrungen und persönlichen Erkenntnisse. Mich selbst da rauszunehmen und mich als quasi vollends objektive Instanz zu inszenieren, wäre schon in absurder Weise vermessen... :Blauesauge:

Häusliche Gewalt von Frauen gegen Männer ist eigentlich gar nicht so schwierig in der Vorstellung, wie es einem zunächst erscheint. Man denkt sich ja immer erst einmal, der Mann sei ja schließlich in der Regel stärker als die Frau. Aber darum neigen Frauen, die ihrem Partner gegenüber körperlich gewalttätig werden, auch sehr zun Einsatz von Hilfsmitteln. Aber auch ohne dies, darf man die Macht der anerzogenen Selbstkontrolle nicht unterschätzen. Männer haben mehrheitlich massive Hemmungen, Frauen gegenüber ihre körperliche Überlegenheit auszuspielen. Viele selbst dann, wenn sich die Frau ihnen gegenüber offen gewalttätig zeigt. Und diese Hemmungen sind sogar sachlich begründet: Wehrt ein Mann eine Frau ab und sie erleidet dabei entsprechende Verletzungen (blauer Fleck oder sehr typisch Druckstellen an den Handgelenken, was als eigentlich klassisches Anzeichen dafür gilt, dass ein Angegriffener sich offensichtlich zu schützen versuchte), ist es mit Sicherheit der Mann, der im Falle eines Polizeieintreffens des Platzes verwiesen wird und, wenn die Frau ihn anzeigt, dann gar selbst als Gewalttäter auf der Anklagebank landet.

Das ist schon ein echtes Dilemma. Auf der einen Seite sagt die Gesellschaft, du als Mann kannst doch gar nicht von einer Frau geschlagen werden, denn du bist ja stärker, aber wenn ein Mann tatsächlich seine Stärke nutzt, um sich zu wehren, wirft ihm dieselbe Gesellschaft vor, wie er denn einer Frau gegenüber seine Kraft ausspielen konnte, denn schließlich ist er doch viel stärker und so was tutet man dann einfach nicht...

PS: Ich weiß nicht, ob du mitbekommen hast, dass ich zum Thema Frauenquote noch was nachgeschoben habe. Auch wenn ich bei dem Teil tatsächlich ein Bisschen polemisch werden musste... :oops:

PPS: Im übrigen bin auch ich ein grundsätzlicher Gegner jeglicher Geschlechterdichotomie. Auch wenn ich durchaus sehr kritisch mit dem Feminismus ins Gericht gehe, so habe ich noch nie eine Frau per se aufgrund ihres Geschlechtes als "Gegner" betrachtet. In solch einer Welt will ich nicht leben. Darum bin ich auch persönlich Anhänger des Konzeptes eines integralen Antisexismus' wie ihn etwa der Vorreiter der deutschen Männerrechtsbewegung, Arne Hoffmann, propagiert. Das heißt, dass man versucht, vor allem sich selbst immer wieder zu hinterfragen, mit dem Ziel, dass, wenn dies auch von einer Mehrheit der Bevölkerung so getan wird, jegliche Form von sexistischen Diskriminierungen gegen beide Geschlechter von beiden Geschlechtern in ähnlicher Form erkannt und vor allem in gleicher Form bekämpft wird.
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MannyCalavera
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von MannyCalavera »

Scipione hat geschrieben: 2 kurze Fragen nur: a) Was wäre so verdammt schwierig, oder geradezu unmöglich daran, generell und für beide Geschlechter gegen (Online)Mobbing aufzutreten bzw beiden Opfern davon zu helfen?
und b) Inwiefern ist es überhaupt ethisch oder moralisch vertretbar dies aus offensichtlich reiner Nickeligkeit nicht zu tun?
Okay, 2 Kurze Antworten nur:

a) Fände ich klasse, auch nicht schwierig und schon gar nicht geradezu unmöglich. Warum Du das gerade mich fragst weiss ich aber nicht.

b) Gar nicht!

Deine Fragen finde ich nahezu unverschämt ignorant, da Du offensichtlich nicht mal Ansatzweise einen meiner Kommentare gelesen hast und mir mit Deiner ach so ironischen Fragestellung unterstellst, ich würde gegen die beidseitige Betrachtung sein.

Um mich selbst zu zitieren:
Das eine ist nicht besser/schlimmer/wichtiger als das andere. Mich stört nur, dass man ein Thema bespricht und dann irgendjemand reflexartig immer: "XY gehts aber auch schlecht" schreit. Das macht die ursprünglich besprochene Sache ja nicht besser oder weniger schlimm. Das Problem hätte ich im übrigen aber auch umgekehrt.
Scipione hat geschrieben: Nein, eigentlich ging es in diesem Thread nur darum, wieviele Deutsche mittlerweile Videospiele spielen.
Dein offtopic-Einwand hättest du also schon vorher einbringen müssen, und nicht erst dann wenn ein offtopic-Beitrag einen anderen offtopic-Beitrag etwas gerade rückt, weil dieser etwas schief und krumm war.
Davon abgesehen, wenn diese Foren, Twitter, tumblr und Co. nicht exemplarisch für den Grossteil heutiger Feministinnen sind, an was sollte ich mich denn dann deiner Meinung nach orientieren, was ein ähnlich oder besser noch grösseres Volumen hat, so dass sie nicht nur Ausnahmen bilden, die die Regel bestätigen?
Du ignorierst die letzten paar Thread-Seiten, in denen eindeutig eine Diskussion zum Thema Gewalt gg Frauen geführt wurde und reduzierst sie auf die Überschrift des Artikels. OK.. Du sprichst von "feministischen Subreddits", und wenn ich dann etwas erwiedere, erweiterst Du es auf Twitter, tumblr und Co.

Wie man es gerade braucht, oder :roll: ?
Übrigens: Als schief und krumm betrachte ich Chibiterasu´s Beitrag immer noch nicht. Im Gegenteil.
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Dr.Khaos
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von Dr.Khaos »

casanoffi hat geschrieben:Hier gibt´s keine Themen, bei denen sich manche nicht gegenseitig die Scheiße ins Gesicht hauen wollen ^^

Nennt man das neu-deutsche Streitkultur?
Oder gab´s das schon immer und ich hab´s nur verpennt?
Hier weiss es augenscheinlich anscheinend jeder besser. Trolle wie ZackeZells und dergleichen runden den digitalen Auswurf den man hier betrachten muss mit ihren tollen Kommentaren dann noch ab. Behauptungen werden aufgestellt dann wird meistens nachgefragt was das nun heissen soll und man wird unhöflich auf Google verwiesen. Das Ironiesmiley nicht vergessen. Also das neue digitale "Fick dich" und fertig ist dein qualifizierter Kommentar. Nicht das meiner etwas anderes wäre aber naja.
johndoe824834
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Re: BIU: 34,3 Mio. deutsche Staatsbürger spielen Computer- und Videospiele; mehr als die Hälfte nutzt den PC

Beitrag von johndoe824834 »

Für mich eine negative Entwicklung.

Der Markt wie er in etwa auf den stand der späten 90er Jahre war , war die Blütezeit.

Das was heutzutage abgeht hat nichts mehr mit Gaming zutun. Mehr wie Kasperltheater , besonders wenn man
sich diverse Messen ansieht. Wie auf dem Basar. Da hätte man sich in den 90ern drüber totgelacht.