Mäh, das sehe ich genau andersrum. Man sieht es auch ganz aktuell am Warcraft-Film. Das Problem von Filmen ist es, dass sie zu kurz sind, um wirkliche Charakterentwicklung zuzulassen, daher wird vorallem bei Filmen viel mehr mit Charakter-Schablonen für den visuellen Zweck gearbeitet.Krulemuk hat geschrieben:Das sehe ich anders. Du bringst einige mehr oder weniger geeignete Gegenbeispiele, die zeigen, dass es nicht ganz schwarz-weiß ist. Als Ergänzung wirken diese Beispiele daher durchaus relativierend. Das Problem liegt ja aber gerade eher in der Tendenz, also wenn man die Rolle von Frauen km Medium Videospiel aggregiert.
Natürlich ist das Spiel und Genre abhängig. Du zählst z.b. Baldurs Gute auf. Das Spiel erzählt eine tiefe & vielschichtige Geschichte. Platte Game-Babes würden die Welt unauthentisch wirken lassen. Ähnliches gilt für den witcher. Im Gegensatz zum Film steht in Videospielen aber oftmals das Gameplay im Vordergrund und die Charaktere und Story bleiben oberflächlich. Und genau hier wird eben auf Stereotypen zurückgegriffen, was prinzipiell auch völlig legitim ist. Das in einer Vielzahl der Spiele Frauen aber nur entweder als vollbusige Game-Babes oder als devot-schüchterne Prinzessinnen vorkommen, die entweder Trophäe oder Zierde sind, sehen Feministinnen eben als Problem an...
Spiele haben den Vorteil etwas komplexere Charakter zuzulassen, ohne sie zu sehr zu fokussieren. In Warcraft hat man das aktuell ganz gut mitbekommen. Während im Film ein Charakter nach dem anderen eingeführt wird, ohne ihn zu erläutern, oder wie schwerwiegend der Charakter für die Geschichte ist, rast die Geschichte voran. Während in den Spielen, vorallen Warcraft 1 + 2, wo die Geschichtenerzählung nicht im Vordergrund stand, sondern wie du erwähnst das Gameplay, die Charaktere nach und nach eingeführt werden ohne dem Spieler aufzuzwingen und man lernt sie der Reihe nach kennen.
Auch ein ganz gutes Beispiel ist Tomb Raider, weil es auch hiervon Film und Spiel gibt. Ein Spiel wie der Tomb Raider Reboot funktioniert in Spielfilmlänge nur eingeschränkt, die Charakterzeichnung würde in Filmlänge flach bleiben, während man im Videospiel einfach zig Stunden hat für den Aufbau eines Charakters.
Das Problem bei Filmen ist viel mehr der Plot, der innerhalb von wenigen Stunden (im Schnitt 2h) irgendwie vorangeführt werden muss. Wo also deiner Meinung nach in Videospielen unter dem Gameplay die Charakterzeichnung leidet, leidet sie um so mehr unter dem Plot in Spielfilme.
