Zinssm hat geschrieben:
Sie zocken um des motzens Willen und merken es nicht einmal mehr

Manche in einem Bereich wo man ernsthaft überlegen müsste ärztliche Hilfe zu konsultieren!
Ganz starker Beitrag! Bringt die Diskussion weiter und hilft jedem, respekt! Aber vielleicht solltest du dich mit solch harschen Urteilen zurückhalten, wenn du keine Ahnung von meinen Spielergewohnheiten hast.
Balla-Balla hat geschrieben:
Hier kommen mal wieder die Profinörgler zusammen, dass es eine Freude ist.
Tut mir leid Balla-Balla, da wird leider doch zugebissen. Profinörlger und Ärztliche Hilfe konsultieren? Kommt mal runter.
Ob ihr es euch vorstellen könnt oder nicht: Ich habe durchaus Spaß mit Videospielen. Allerdings nutzt sich Spielspaß bei mir ab, wenn einem jedes mal das Gleiche in anderer Textur serviert (aufgebrüht wäre das bessere Wort) wird, wenn dauernd alte gute Features gestrichen und durch halbgares neues ersetzt wird und der Spielablauf immer weiter versimplifiziert. Zumal ich von meiner Meinung sprach und keine "allgemeinen Weisheiten" verbreitet habe.
Ich hoffe wirklich, dass ihr euch meinen Beitrag, zumindest teilweise, durchlest und SACHLICH darauf antwortet.
Denn ich finde es immer wieder prima, wie sämtliche Kritik an Spielen mit dem einfachen "Alte Zeiten Nörgler" abgewatscht wird, ohne auch nur den Hauch von Inhalt! Das einzige Gegenargument welches ich als solcher werten würde, wäre
Bei Skyrim kann ich mich heute noch an diverse geniale und einzigartige Höhlen erinnern, in denen man Stunden verbringen konnte.
Damit kann man immerhin arbeiten. Also los (möglichen Anglizismus bitte ich zu entschuldigen und möchte nochmal deutlich darauf hinweißen, dass es MEINE! eigene Meinung wiederspiegelt. Eine Antwort auf Balla-Ballas Arguement zum sammeln findet sich unten beim Quote zu cassanoffi.):
wenn man natürlich heute noch ein 14 Jahre altes Spiel zitiert, liegt der Hund doch wohl woanders begraben
Jo, ich zitiere ein 14 Jahre altes Spiel. Warum auch nicht? Weil es alt ist, darf man es nicht als Vergleich ranziehen? Gibt es ein Verfallsdatum für gut umgesetzte Spielideen? Was für eine kurzsichtige Einstellung. Ja, Skyrim hatte die ein oder andere einprägsame Höhle. Ich kann mich an das Piratenversteck mit Schiff erinnern. Ich kann mich an die halbversunkene Burg im Wasser erinnern und ich kann mich an die erste gefundene Schriftenwand im Hauptquest erinnern. Den Rest? Die 100 Höhlen die man für Haushaltsgegenstände durchsucht hat? Äh nicht so sehr. Gleiche Assets, gleicher Aufbau, gleiches Zeug zum finden. Warum ich das jetzt mit Morrowind vergleiche?
Weil so viele Höhlen eine richtige Erzählung hatten. Weil sie häufig sogar in Textform vorgestellt wurden, weil es Hintergrundgeschichten gab, dazu eine Wegbeschreibung mit der man die Höhle finden konnte - wie es jetzt zuletzt auch The Witcher 3 geschafft hat.
In Skyrim gibts das Dröge "I lost my families sword in a cave, follow the marker on your map, thanks!". Keine Verbindung keine Erklärung, kein gar nichts. Einfach ein weiterer Fetchquest, in der nächsten zusammengewürfelten Assethöhle. Am Eingang gibt es dann meist eine nett inszenierte Szenerie (meist ein erschlagenes Monster), das einem signalisieren soll, dass sich die Höhle von den anderen unterscheidet. Drinnen findet man dem immer selben kruscht, in immer gleicher Architektur dann den xten verlorenen Gegenstand. Tatsächlich muss ich sagen, dass sich Skyrim dabei zu Oblivion hinsichtlich der Architektur verbessert hat, trotzdem ist es auch hier der grundlegend immer gleiche Klickbaukasten zu erkennen.
Kennt ihr noch Two Worlds 2? War durch die Bank relativer Durchschnitt, konnte aber in einem Aspekt unheimlich glänzen: Die Dungeons. Jedes Dungeon hat sich anders angefühlt und wirkte nicht wie mit "Snapmap" zusammengebastelt.
Aber das stelle ich mal hinten an, wirklich kommt es mir hier vorallem auf dieses Kompassabklappern an.
Das Bild hier gibt es eigentlich auch recht gut wieder was ich meine:

Wie soll ich mich als echten Teil dieser Welt fühlen, wenn ich mich nicht mehr hinein arbeiten muss? Wenn alles so schrecklich simplifiziert ist? Wenn ich die Welt nicht entdecken muss? Alles wird mit fetten Neonschildern ausgeleuchtet: HIER MUSST DU LANG! DA, DA HINTEN LIEGT DER VERSTECKTE GEGENSTAND!
Das betrifft Fallout genauso wie Skyrim. Questmarker her und ab gehts.
Balla-Balla hat geschrieben:So sehen videogames nun mal aus, seit über 10 Jahren und mehr. Wer damit nichts anfangen kann, kann natürlich gerne den alten Zeiten nachtrauern, ein befriedigendes Spielerlebnis wird er wohl kaum noch finden.
Ich bin kein ewig gestriger, und alleine mein Alter spricht wohl eher dagegen, dass ich von Grund auf den alten Spielen nachtrauer.
Aber es muss doch darum gehen, dass Videospiele eben NICHT immer so aussahen. Das Videospiele mal so etwas wie Komplexität, Anspruch und Herzblut hatten. Es geht darum, dass sich Videospiele weiter entwickeln oder zumindest ihr Niveau halten sollten. Und es gibt doch noch genug positive Beispiele wo sich Spiele weiter entwickelt haben. The Last of Us z.B. Hat das Storytelling auf eine neue Stufe gebracht. Dark Souls hat eine völlig neue Spieltiefe und Weltenkomplexität geschaffen. Red Dead Redemption versucht eine glaubhafte Welt zu inszenieren. Selbst das in vielen Punkten unheimlich generische Dying Light hat mit seinem hervorragenden Parcourssystem etwas evolutioniert. Aber bei Bethesda ist genau das Gegenteil passiert. Natürlich sieht alles schicker aus, natürlich ist alles pompöser, aber bei so vielen Punkten haben sie riesige Schritte zurück gemacht, oder stagnieren seit Jahren. Warum also hier nicht berechtigt zurück blicken und auf alte Stärken aufmerksam machen?
"Grinding" ist das beste Wort, das mir mittlerweile bei Bethesdaspielen in den Sinn kommt. Immer gleiches Abklappern. Ist das von Grund auf schlecht? Nicht unbedingt. Borderlands ist grinding (für mich definitiv kein gutes Beispiel!), Warframe ist grinding, es gibt viele Spiele die auf grinding basieren, die ich durchaus mochte. Warum? Weil das grinding spaß macht, und weil das Spielprinzip ganz klar darum aufgebaut wurde, entweder durch extrem besseres und seltenes Equipment, dass man so nie in den unteren Leveln finden würde und sich direkt von anderem unterscheidet. Der Spaß kommt von der Variation in dem gleichen Rahmen. Oder weil das Powergefühl gut greifbar verstärkt wird.
In den Bethesdaspielen haben wir die mitlevelnden Bulletsponges und die sich völlig gleich spielenden Waffen (dieses Problem hatte im übringen auch Borderlands. Da war es auch genau das Gleiche wie mit den Bethesdas: Den ersten Teil gut 30 - 50 Stunden gespielt, dann war irgendwann die Langeweile da durch Bulletsponge und gleichspielende Waffen, der Zweite konnte dann nicht einmal 6 Stunden begeistern.)
Was macht es denn für einen Unterschied ob ich jetzt mit dem Eisenschwert oder dem Vulkanglasschwert angreife? Gar keinen! Einen anderen Skin und höhere Werte, das war es dann. Auch hier kann man wieder sagen: Ist in vielen Spielen so. Diese Spiele bestechen aber häufig durch ein gutes Kampfsystem, welches auch hier wieder Fehlanzeige ist.
Stures Blocken, stures Kloppen, ohne Taktik und Verstand. Wer mehr Healthpotions im Gepäck hat, hat auch die besseren Gewinnchancen.
In Dark Souls bspw. hab ich das Gefühl bei jeder Waffe auch eine andere neue Waffe zu bekommen! Alles handelt sich anders, alles hat andere Animationen, Bewegungen, Vorzüge, Nachteile!
Hier tritt Bethesda mit seinen Spielen nun schon seit über einem Jahrzehnt völlig auf der Stelle.
Fallout hat den Vorteil, dass sich die Schießeisen natürlich in der Nutzung deutlich voneinander unterscheiden, daher empfand ich ja auch gerade das Gunplay von Fallout 4 als größtes Plus des Spiels! Dazu die deutlich bessere Steuerung im Vergleich zu Fallout 3 und insgesamt besseres und direkteres Handling. Hier hat Bethesda ganze arbeit geleistet: Credit, where credit is due.
Aber die größten Probleme bleiben für mich eben bestehen. Man rast wie ein Balljunge von Kompassmakierung zu Kompassmakierung - bringt dem einen seine verlorengegangene Lieblingsschaufel, dem anderen Mutters geliebtes Kochbuch. Zwischendurch gibt es dann ein paar Highlights (bei Fallout 4 würde mir der Quest mit der Synthhassergemeinde in den Sinn kommen), danach wird man dann wieder von Belanglosigkeit überschüttet. Und selbst in den wenigen herausragenden Nebenquests folgt man fast völlig automatisiert von Punkt A zu B.
Für was? Für das Schwert, welches sich genauso spielt wie das davor. Für Geld, welches nach kürzester Zeit keinen Nutzen hat. Für Stats aufleveln, die kein Gefühl von progress bringen.
All diese Probleme gibt es auch in anderen Spielen. Diese Spiele finde ich meistens auch schlecht. Oder eben nicht, wieso? Weil sie die Fehler durch anderes ausbügeln können.
Bei Bethesda ist es für mich mittlerweile einfach die Masse an generischem Content und unausgegorenen Dingen.
Fallout 4 hätte z.B. theoretisch die Chance gehabt mit Dingen wie dem Häuser- und Städtebau richtig was reißen zu können. Klang phantastisch sein eingenes Heim im Wasteland aufzubauen und sogar noch eine Stadt drumherum hoch zu ziehen. Was bekommt man serviert? Klickbauassets, mit massig Restriktionen.
Ich schreibe schon viel mehr als ich wollte, aber jetzt wollte ich doch mal ausholen.
Um mal in Richtung Punkt zu kommen:
Ich sage nicht, dass das was Bethesda macht perse schlecht sein muss, zumindest nicht für Leute, die keinen der Teile davor gespielt haben. Was mich so ärgert ist, dass Bethesda einfach nichts ändert. Nichts wagt. Wenn mal was neues kommt, wird es so zaghaft und stiefmütterlich implementiert, dass es wie 5,99 € DLC Content wirkt.
Es ist immer der gleiche Quark. Immer im selben Korsett. Immer im selben Ablauf. Aber scheiß egal, weil is viel und weil is offen. CoD wird für den selben Scheiß immer aufs Korn genommen, Bethesda scheint hier irgendwie eine Freikarte zu haben, wohl weil es nicht Jährlich erscheint.
Ich habe mich damals richtig auf Fallout 4 gefreut, nachdem die ganzen "Neuerungen" präsentiert wurden.
Im Endeffekt wurde das Gunplay verbessert, die Powersuit fühlt sich besser an, dafür die Dialoge noch mehr verwässert und ein Häuslebau light eingefügt.
Besonders stört mich das alles, weil Bethesda sowohl die finanziellen Mittel, als auch die Mannes- und Frauenskraft hat, endlich mal was neues zu versuchen.
Ich kann gerne noch mehr Punkte nennen, wenn es (was ich nicht glaube) erwünscht ist, weshalb Bethesda für mich in vielen Punkten auf der Stelle tritt und in vielen sogar viele Schritte zurück gemacht hat.
Bei Oblivion waren viele dieser Punkte verschmerzbar, da es "erst" der vierte Eintrag dieses Gameplaytypes im Bethesdaportfolio war. Aber dann kamen mit Fallout 3, Skyrim und Fallout 4 3 Spiele über ein Jahrzehnt, in dem sich gameplaytechnisch nichts getan hat!
So viel dazu.
Wenn ihr mit diesen Punkten nicht einer Meinung mit mir seid, ist das völlig legitim, aber spart euch so einen plagativen Scheiß wie "ärztliche Hilfe konsultieren".
Im übrigen hat selbst ein diehard Skyrim und Fallout 3 Fan in meinem Freundeskreis neulich zugegeben, dass er Fallout 4 nach ein paar Stunden nicht mehr angerührt hat, weil es sich für ihn wie alten Teile anfühlt.
casanoffi hat geschrieben:Jazzdude hat geschrieben:...Man rennt wie ein Kleptomane durch die Welt und sammelt Rammsch. Das ist für mich heute das Spielgefühl der Bethesda RPGs: Rammsch sammeln und Statistiken aufleveln. Ich frage mich, wann es der Mehrheit der Spieler endlich auch mal zum Hals raushäng...
Klassiker: nur weil man es kann, muss man es nicht tun :wink:
Es bestehen Mögliichkeiten, die man nutzen kann, nicht mehr und nicht weniger
Sich herauszusuchen, was man machen will - wie kann einem sowas zum Hals heraushängen?
Ich fand es enorm spannend, was man wo finden konnte.
Man durfte sich halt nicht dazu verleiten lassen, einfach nur automatisch alles mitzunehmen.
Wissen, was man braucht und gezielt danach suchen, war die Kunst.
Aber wie viel spannendes gab es denn zu finden? Was hat es einem denn gebracht die Höhle zu looten? Sicher konnte man sich entscheiden, was man mitnehmen will.
Die Entscheidungsmöglichkeit ist da, die Frage ist eher was einem zur Verfügung steht:
Nimmt man den 1000ten gefundenen, in einer Schublade (?) gefundenen Eimer mit? Oder die gleiche Raider - Schulterstütze, die man bereits 10 mal im Inventar für die Craftingressourcen gesammelt hat?
Was Fallout wie auch Skyrim fehlt ist der Thrill und der Sinn für das Erkunden!
Man bekommt diese riesige offene Welt. Mit so vielen Gegenständen drin, aber was bringen sie einem? Nichts. Es gab keine besonderen Gegenstände. Es gibt keine großartig einzigartigen Waffen oder Ausrüstungsgegenstände. Das Crafintsystem für Waffen hat in Fallout 4 theoretisch eine größere Alternative geschaffen, im Endeffekt juckt es dich jetzt aber auch nicht, ob das crappy Gewehr, das du gefunden hast ein angebautes Bayonett hat oder nicht.
Die Messiattitüde hinter der Sammelei kann man natürlich in Fallout 4 mit dem Craftingsystem abschwächen. Im Endeffekt markiert man aber nun welchen Rammsch man braucht und sammelt das zufällig plazierte Zeug eben gezielt. Oder eben nicht und steckt alles mit dem Hintergedanken: "Könnte ich nochmal brauchen" ein. Fühlt sich für mich immer noch unheimlich nach Messi an.
Und allgemein: Was bringt einem die scheinbare Entscheidungsfreiheit?
Denn was bleibt denn abseits der generischen Nebenquests und der Hauptquest? Ein halbgares Housingsystem (siehe oben) und zugegebenermaßen das lobenswerte Waffencrafing. Aber sonst?
Ich hoffe, es kommt in etwas rüber was ich meine.
Ich weiß jetzt nicht genau, was Du mit Statistiken aufleveln meinst.
Damit meine ich, dass die Skills kaum bis gar nicht auf das eigentliche Gefühl des Gameplays auswirken. Klar heilt mein Heiltrank jetzt 70 statt 50 Punkte. Klar blocke ich jetzt mit 2 % höherer Effektivität. Im Endeffekt gab es aber kaum etwas, das irgendwelche Abwechslung gebracht hätte. Das ist schlichtweg schade, hier geht so viel mehr!
Liesel Weppen hat geschrieben:
30 Spielstunden waren zugegeben etwas dahingerotzt. Es waren wohl einige mehr. Die Karte habe ich größtenteils aufgedeckt, die Hauptquest habe ich verfolgt bis ich die Wasserreinigungsstation zum ersten mal gesehen habe. Es war also doch recht viel. Da habe ich zugegebenermaßen etwas überzogen.
Danke zu deinem Tipp mit Borderlands, jedoch hat das (wie auch oben beschrieben) für mich die gleichen Abnutzungserscheinungen und Probleme wie die Bethesdagames. Was bringt mir ein Grindinggame, mit 10 verschiedenen Waffenmodellen, die sich nur in Stats unterscheiden und in dem es keinerlei Progressgefühl gibt?
Und wie gesagt: Ja ich verstehe es tatsächlich nicht, wie die Gamercommunity jedes mal tobt und ausflippt über jede neue Minineuerung in den Elder Scrolls und Fallouts, wenn sich der Rest wie der selbe Brei spielt.
So. Sorry für die Wall of Text. Ich glaube so einen langen Beitrag habe ich noch nie verfasst.