4P|IEP hat geschrieben:Ich bin auch Fan von Dialogen und Erklärungen, aber die hat der Film gar nicht gebraucht. Genau so wie konstante Daueraction dem Film geschadet hätte.
Erklärungen, nein. Dialoge? Auch nicht zwingend mehr, nein. Und es sprach auch niemand davon, dass zwingend Actioneinlagen erforderlich gewesen wären, da war man mit dem Anfang und der wohl berühmtesten Szene sicherlich genügend bedient.
Aber ich konnte zum Charakter auch null Beziehung aufbauen, ein jeder ging mir komplett am Poppes vorbei und war mir absolut egal. Seine Frau? Keine Ahnung, vielleicht war sie eine miserable Köchin und hat nichtmal das Zelt sauber gehalten - ich hatte auch absolut kein Interesse daran, sie näher beleuchtet zu sehen.
Ich finde, es gibt schon einige Eckpunkte, welche ein Film zu erfüllen hat:
- sind einem Charaktere absolut Wurst, so haben wir meist einen Actionfilm, der immerhin damit unterhalten könnte
- Sind die Charaktere richtig gut ausgearbeitet, muss die Story nicht allzu prickelnd sein und es braucht auch keine Schauwerte
- Lebt ein Film vor allem durch seine Bilder, so sollte eine richtig extrem fett dicke Atmosphäre aufgebaut werden können
Das alles bot "The Revenant" in meinen Augen nicht. Wie gesagt, Filme dürfen auch bei mir ruhig bis zu 3 Stunden lang und gefüllt mit Panoramaaufnahmen von Wald und Wiesen sein, da hab ich grundsätzlich kein Problem mit. Aber dann muss das alles einfach stimmen. Wie das erwähnte Costner-Beispiel. Oder gern auch etwas noch ruhigeres und stilles wie "Into the wild", den ich absolut fantastisch finde.
Kritiker haben sich ja vor Euphorie überschlagen und auch an den Kinokassen ist der Film unglaublich gut angekommen. Aber abgesehen von Kameraführung, Regie und Di Caprio konnte ich dem einfach rein gar nix abgewinnen.