Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

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casanoffi
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von casanoffi »

greenelve hat geschrieben:Mich störte hier besonders, dass die Kritik des Entwicklers als ein "Ihr Spieler seid Schuld" verstanden wird. Quasi ein Angriff auf das eigene Verhalten, die eigene Person.
Du stellst auch selber fest, es entschuldigt nicht das Verhalten der Käufer. Und darauf zielt die Kritik der Entwickler ab.
Das Ding ist halt, dass sich dieser Umstand nicht ändern wird, solange die Anbieter wie Valve einen Sale nach dem anderen heraushauen. Da kann man dem Kunden ja fast schon keinen Geiz mehr vorwerfen, sondern - übertrieben gesagt - fast schon "Misswirtschaft", wenn man direkt zum Release kauft, wenn man eine Woche später schon einen 50% Rabatt bekommt ^^

Wie gesagt, ich drücke mich da absichtlich etwas übertrieben aus, um den Umstand zu verdeutlichen.

Ich erwähne hier ganz absichtlich auch Valve, weil dieser Laden mittlerweile alles im PC-Bereich regiert.
Klar, es gäbe noch alternative Exoten wie GOG, die unter Romantikern wie mir sehr beliebt sind.
Scheiß auf den Steam-Sale, wenn es bei GOG keinen gibt, dann kaufe ich es mir dort trotzdem zum regulären Preis - ist mir die DRM-Freiheit allemal wert.
Aber da bin ich sicher eine der wenigen Ausnahmen...

Und diese - entschuldigung, wenn ich das so hart sage - weinerlichen Aussagen, von wegen "...was vom Verkaufspreis abzüglich Steuern, dem Anteil für Valve und Vertragskosten überhaupt noch für den Entwickler übrig bleibt..." gehen mir dann in dem Fall auf die Nerven, wenn dieser Pseudo-Indie (ja, ich nenne es pseuso, weil ->) seine Rechte exklusiv an Valve verhökert!


Mag sein, dass ich viele wichtigen Kleinigkeiten nicht weiß und mir daher eine Meinung gebildet habe, die nur auf Vermutung basiert.
Gut, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen - dann soll sich mal ein Entwickler hinstellen und erzählen, warum das alles so gemacht wird anstatt einfach nur zu lamentieren, das die Welt so ungerecht sei, weil niemand die für ihre Arbeit vernünftig entlohnen will...
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3nfant 7errible
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von 3nfant 7errible »

naja, ich denke jeder, der was zu verkaufen versucht, fand schon immer eine Geiz-ist-geil-Mentalität doof : P

Und grosse Publisher? Als hätten die nicht auch schon oft genug über Raubmordrohrkropierer genörgelt, oder sie versuchen einem zu erklären, dass auch DayOne DLC jeden Cent wert ist und der Content nicht absichtlich rausgeschnitten wurde, etc etc....

Gibt halt immer einige Nörgler, die meinen sie hätten es jetzt besser verdient.
Davon abgesehen glaube ich dennoch nicht, dass zb ein Activision allzu gierig auf die kleine handvoll von Wander-Simulator Fans schielt, oder sich gar einbildet, dass das potenzielle Kunden für ihr Call of Duty wären ^^

Und zu guter Letzt sei noch gesagt, dass ein Misserfolg durchaus auch am eigenen Produkt selbst liegen mag. Dieses Rapture-Gedöns war ein uninspiriertes Ding. So wie EA zB völlig halbärschig Dead Space3 rausgehauen hat, um noch mal eben mit minimaler Anstrengung aus dem Namen Profit zu schlagen, so haben die mal eben den nächsten simplen Wandersimulator rausgehauen, bevor die Faszination für dieses Genre völlig versiegt

Im Gegensatz dazu gibt es (Bei)Spiele wie Rocket League, die gerade mitgeteilt haben, dass sie das Spiel bereits über 11 Mio mal verkauft haben und jetzt sogar eine Retail-Version planen. Dabei hatten die sogar weniger PR als ...Rapture. :Hüpf:
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Onekles
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Onekles »

Mimimi, wir wollen mehr Kohle, wäh!

Erbärmlich ist das, kommt ja Bettelei gleich, nur dass ich auch noch beleidigt werde. Die Obdachlosen in der Innenstadt sagen wenigstens noch Bitte. Wenn sich mein Spiel für 20 Geld nicht verkauft, dann gibt es eben keinen Markt für ein solches Spiel für 20 Geld. Da muss ich dann als Entwickler sehen, ob der Preis runter muss, ob es mehr/besseren Inhalt braucht oder ob es sich einfach nicht lohnt. Wenn ich keine Bratwurst für 5 Mark verkaufen kann, dann gibt es dafür eben keinen Markt und ich muss mir was anderes überlegen. Dass meine Geschäftsidee "Bratwurst für 5 Mark" nicht funktioniert, ist aber in keiner Weise Schuld des Kunden. Das hab ich mir ganz alleine eingebrockt.

Ich kann's echt nicht mehr hören, am besten soll ich für jeden hingerotzten Müll sofort 100 Euro raushauen, ohne eine Demo zu spielen, weil sowas gibt's ja meistens nicht mehr. Ja klar, ich hab's ja. Pft.
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Kajetan
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Kajetan »

casanoffi hat geschrieben:Das Ding ist halt, dass sich dieser Umstand nicht ändern wird, solange die Anbieter wie Valve einen Sale nach dem anderen heraushauen. Da kann man dem Kunden ja fast schon keinen Geiz mehr vorwerfen, sondern - übertrieben gesagt - fast schon "Misswirtschaft", wenn man direkt zum Release kauft, wenn man eine Woche später schon einen 50% Rabatt bekommt ^^
Um da keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen ...

1. Sales finden immer nur mit Zustimmung des jeweiligen Rechteinhabers statt. Entweder fragt Valve an, ob man Titel XYZ nicht in einen Sale aufnehmen könnte oder Entwickler/Publisher fragen bei Valve an, ob man nicht Titel XYZ in einen kommenden Sale aufnehmen könnte. Niemand wird hier gegen seinen Willen zu etwas gezwungen.

2. Valve liegt umfangreiches Zahlenmaterial vor, welches ausdrücklich beweist, dass Sales den Umsatz (nicht nur die Anzahl verkaufter EInheiten, den Gesamtumsatz) während des Sales um teilweise mehrere hundert Prozent steigern UND dass die Umsätze nach einem Sale, wieder zum regulären Preis, einige Wochen lang deutlich höher sind als vor dem Sale.

Sales-Aktionen rentieren sich nachweislich für alle Beteiligten.

Wie bereits gesagt, ich kann ja das Abgekotze von Entwicklern verstehen, wenn sie Blut, Schweiß und Tränen vergießen, um das Spiel fertigzustellen und dann kommt so ein Hansel daher und meint, dass das Spiel doch keine X Euro wert sei. Würde mir angesichts solcher Aussagen wahrscheinlich ganz genauso gehen. Ich wäre aber froh, wenn mir jemand aus dem Team kurz das Keyboard wegnimmt, bevor ich auf Twitter oder dem Blog mich auf eine Diskussion mit solchen Leuten einlasse. Weil es nichts bringt. Es wird immer Leute geben, die in dem, was ich tue, teilweise überhaupt keinen Wert sehen. Damit muss ich leben. Is so. Ich muss dann lernen meine Zeit nur für Leute zu opfern, die wertschätzen, was ich tue und den Rest einfach zu ignorieren.

Oder ich schalte mich einfach nur als Faktenlieferant in eine solche Diskussion ein: "Hier, soviel kostet das Spiel, soviel wurde bisher verkauft, das und das geht vom Umsatz weg, das und das bleibt anteilig übrig. Und jetzt diskutiert brav weiter, peace out!"

Aber nicht mit Geiz-Mentalitätsvorwürfen ankommen. Das ist ... nicht gerade hilfreich :)
Merciless
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Merciless »

Balmung hat geschrieben:Ganz ehrlich, es hängt allein vom Spiel ab wie viel mir das Wert ist, für ein Live is Strange hätte ich auch 50 Euro hingelegt (und ich hab die Retail CE für 20 Euro). Es kommt allein auf die eigenen Präferenzen an, wenn es ein gutes Spiel in einer meiner Lieblingsgenres ist, dann gebe ich auch gerne mal mehr dafür aus. Die Qualität muss einfach stimmen und dazu braucht es kein AAA Titel.

Wenn ich dann Leute höre "das Spiel ist keine 20 Euro wert", aber haben eine Spielzeit von über 100 Stunden, dann wird echt lächerlich. Und gerade bei den Indies findet man ein Haufen Spiele, die Richtung Sandbox gehen und man viele hunderte Stunden spielen kann und selten kostet eines mal über 20 Euro.
Die Frage ist hier aber, woher ich vorab wissen soll, dass mir das Spiel "100 Stunden" Spaß macht? Bei dem Überangebot weiß ich ja so schon nicht mehr, was ich spielen soll. Erst hinterher merkt man bei vielen Titeln, dass die mehr Spaß machen, als man dachte. Das sind dann auch oft Titel, die man im Humble Bundle & Co. mitnimmt. Und Testberichte müssen auch nicht auf meine Vorlieben passen.
Ein Beispiel war The Walking Dead. Zwar stehe ich schwer auf die Serie, aber Spiele zu Filmen oder Serien betrachte ich seit der Firma Ocean immer wieder kritisch. Ich habs dann im Humble Bundle für vielleicht 3,50 EUR mitgenommen (für den einzelnen Titel gerechnet) und war hinterher betrübt darüber so wenig ausgegeben zu haben. Habe dann das DLC noch zum Vollpreis gekauft, wohlwissend, dass es irgendwann für 50% weniger zu haben wäre.

Ein generelles Problem ist auch, dass selbst AAA-Titel verramscht wurden und der Betrachtungswert vielleicht abnimmt. Ich denke da an das Humble Bundle von Warner oder 2k mit der Batman Reihe oder Bioshock. Für die Qualität der Spiele war das schon fast dreist, es so billig wegzugeben - ob alt oder nicht.

Auf der anderen Seite fühle ich mich auch ein wenig verarscht. Bei dem vorletzten Steam Sale gabs das Remake von Grim Fandango für 5,xx EUR. Ich habs mir dann mal geholt, obwohl ich das natürlich noch als OVP im Regal stehen habe. Dann kam dieser Mondschein Sale, da gabs das für 3,xx EUR und nun ist es noch im Weekly Bundle zu haben für noch weniger. Und das innerhalb 2-3 Monate. Stellt sich die Frage, ob ich nochmal einen Titel, der kein AAA ist, im Steam Sale kaufen soll oder einfach warte, bis es irgendwann im Bundle erscheint. In der Zeit kann ich ja (Stichwort: Überangebot) die anderen 1.200 Titel aus der Bibliothek zocken.

Ach, und der Zeitfaktor ist für mich ebenfalls kein Argument. Was heißt das denn? Sind die Entwickler sehr erfahren und talentiert, haben ihre Tools im Griff oder hätten das andere Entwicklerteams vielleicht in 3 Jahren geschafft? Siehe Black Mesa, die machen das sozusagen nebenberuflich und am Ende sagen die dann, es hat 10 Jahre gedauert, da sind 50 EUR gerechtfertigt?
CritsJumper
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von CritsJumper »

Scipione hat geschrieben: Im Gegensatz dazu gibt es (Bei)Spiele wie Rocket League, die gerade mitgeteilt haben, dass sie das Spiel bereits über 11 Mio mal verkauft haben und jetzt sogar eine Retail-Version planen. Dabei hatten die sogar weniger PR als ...Rapture. :Hüpf:
Na ja. DIe haben mehrere Titel die Erfolgreich waren auf Vorgänger-Konsolen. Zudem ist das Spiel auch bekannt geworden weil es zu Release gratis als PS+ Titel dabei war und ich denke auch auf dem PC. Es war mehr oder weniger ein Free2Play Spiel mit Ingameshop. Dazu bietet es ja absolut keinen Single-Player Titel.

Es ist nun mal um einiges einfacher einen Multiplayer-Titel raus zu hauen, als einen Kunstvoll intelligenten Singleplayer Titel. Wobei Ubisoft Valiant Hearts zum Beispiel auch einen guten Singleplayer liefert. Preislich war EgttR und VH übrigens gleich. Mir haben aber auch beide Titel gefallen, wie FW auch. Denke diese Wander-Simulatoren sind einfach absolute Geschmackssache.

Aber Rocket League, ist da eine Ausnahme... die hatten vorher schon viele Fans und zum Start dann natürlich auch ein 1A Code und Design hingelegt. Lediglich die Server waren anfangs noch etwas überlastet aber da haben sie schnell gemerkt wie hoch die Nachfrage war und Leistung zu gemietet denke ich. Wobei im Nachhinein RL sich auch sehr gut um seine Fans gekümmert hat mit neuen Arenen und einem Design, den Feiertags-Events eben wie bei einem richtigen kleinen Online Game. Die haben sich das schon verdient. Ebenso Helldivers dieser CO-OP Sidestick -nennt man das so?- Shooter.
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Mr_v_der_Muehle
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Mr_v_der_Muehle »

Das Überangebot (und die daraus resultierenden Preiskämpfe) ist m. M. n. Schuld an den Kaufgewohnheiten. 60 Euro für etwas neues, obwohl der PileOfShame beständig wächst? (+ YouTube, vor allem bei Adventurespielen)

"Neeee, lass man lieber warten und erst einmal hier fertig machen, oh, hier, ein Angebot, das guck ich mir mal an..." Alles eine Sache der eigenen Gewohnheiten. Nehme mir auch oft vor, dass ich meine Titel mal etwas genauer selektieren sollte und mir nicht jeden Scheiß kaufe. (Hab mir dann aber doch Everybodys Gone To The Rapture für 13 Euro im Sale gekauft und werde jetzt beim spielen wahrscheinlich ein schlechtes Gewissen haben. Bis jetzt hab ich es nicht mal gespielt, ohne Sale hätte ich es jedenfalls nicht. Die Schwelle war da etwas höher, da mich die letzten Spiele dieser Art bis auf Gone Home alle nicht überzeugen konnten)

Es gibt noch mehr unfaire Dinge auf dieser Welt, ich sollte als Entwickler doch aber froh sein, solche Erfolge gefeiert haben zu können und versteh die Aufregung nicht. In der Branche werden solche Äußerungen bestimmt auch nicht überall positiv aufgenommen. Klingt schon leicht verbittert und ist irgendwo auch unfair gegenüber Entwicklern, die es noch nicht so weit gebracht haben, dass Magazine über ihre Leiden berichten.

Auf die HumbleBundles will ich auch nichts kommen lassen, da wird 1. niemand zum mitmachen gezwungen und 2. finde ich die Idee dahinter richtig klasse! (Da könnte ich glatt zum Flanders werden!)

Über mir wurde gerade noch Rocket League erwähnt. Das Spiel ist doch das Top Argument gegen The Chinese Room. Ich weiß noch wie die Kommentarspalten bei der Vorstellung vom PS Plus Line Up aussahen: "Orrr was, schon wieder kein CoD oder AC?"
Das Ding hatte letztes Jahr nicht wirklich jemand auf dem Zettel. Und selbst wenn, so dick bestimmt nicht. (Hat natürlich aber auch mehr Langzeitmotivation als ein Adventure)

@Chris: TwinStickShooter. Hab Magicka und Helldivers noch nicht so intensiv gespielt, bist da noch aktiv? :)
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greenelve
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von greenelve »

casanoffi hat geschrieben: Das Ding ist halt, dass sich dieser Umstand nicht ändern wird, solange die Anbieter wie Valve einen Sale nach dem anderen heraushauen. Da kann man dem Kunden ja fast schon keinen Geiz mehr vorwerfen, sondern - übertrieben gesagt - fast schon "Misswirtschaft", wenn man direkt zum Release kauft, wenn man eine Woche später schon einen 50% Rabatt bekommt ^^

Wie gesagt, ich drücke mich da absichtlich etwas übertrieben aus, um den Umstand zu verdeutlichen.
Ja, ich halte es auch für einen Zustand, der sich entwickelt hat. Warum nur Spieler oder nur Entwickler oder nur jemand anderes Schuld haben muss - überhaupt muss es einen Schuldigen geben, warum? Damit man sich selber mit einer weißen Weste schmücken kann wie toll man sei, man habe nie etwas falsches gemacht?

Es gab mit Sales eine Entwicklung, die anfänglich positiv war und sich langsam herausstellt, zu einer ungesunden Gewöhnung führen kann. Nicht bei jedem, aber bei einigen. Muss man ja betonen, sonst fühlen sich wieder alle angesprochen, obwohl sie wissen, bei ihnen ist es nicht der Fall.
Die Geiz ist Geil Mentalität ist im übertriebenem Maße ein Problem. In der physischen Wirtschaft versucht man seit geraumer Zeit davon abzurücken. Als Händler, wie auch als Kunde. Da gibt es keine Vorwürfe, sondern die Erkenntnis einer Entwicklung, welche als schlecht gesehen wird.

Allein bei Steam (oder anderen, die Sales anbieten) die Verantwortung zu suchen halte ich auch nicht für richtig. Das ist als würde man Steam auffordern DRM fallen zu lassen, damit es in der Branche nicht um sich greift, anstatt auch mal selber Steam sein zu lassen und zu DRM freien Alternativen zu gehen. So viel Verantwortungsbewusstsein selber Einfluss zu haben, sollte eigentlich vorhanden sein (wobei letztlich bei der Wahl ob man eine Plattform wie Steam oder gog nutzt, noch an vielen anderen Faktoren hängt).
Und diese - entschuldigung, wenn ich das so hart sage - weinerlichen Aussagen, von wegen "...was vom Verkaufspreis abzüglich Steuern, dem Anteil für Valve und Vertragskosten überhaupt noch für den Entwickler übrig bleibt..." gehen mir dann in dem Fall auf die Nerven, wenn dieser Pseudo-Indie (ja, ich nenne es pseuso, weil ->) seine Rechte exklusiv an Valve verhökert!

Mag sein, dass ich viele wichtigen Kleinigkeiten nicht weiß und mir daher eine Meinung gebildet habe, die nur auf Vermutung basiert.
Gut, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen - dann soll sich mal ein Entwickler hinstellen und erzählen, warum das alles so gemacht wird anstatt einfach nur zu lamentieren, das die Welt so ungerecht sei, weil niemand die für ihre Arbeit vernünftig entlohnen will...
Das du Steam nicht magst ist eine Sache, der Entwickler verhökert seine Rechte an Steam, da er sich dort einen größeren Kundenkreis erhofft. Wobei ich grad nicht weiß ob sie tatsächlich einen Exklusivvertrag mit Steam haben oder lediglich von sich aus nur diese Plattform bedienen und die Gebühr gegenüber Steam gleichbleibt, auch wenn sie zusätzlich bei z.b. gog veröffentlichen.
Und der Entwickler hat ja Kosten offen gelegt, wo das Geld hingeht und warum es den festgelegten Preis hat. Sie lamentieren auch nicht von sich aus, wie Ungerecht die Welt sei. Sie reagieren auf Spieler, die sich lautstark über einen zu hohen Preis beschweren und den Preis eines Sales als Normalzustand für dieses Spiel fordern.

Das Spieler einen Preis persönlich für zu hoch halten, oder direkt sagen, sie warten auf einen Sale, ist nichts ungewöhnliches. Wenn das allein Grund für Entwickler wäre, Kosten offenzulegen, müssten es viel, viel mehr machen.

Sehr interessant zu dem Thema ist die Crowdfundingaktion der Skullgirls Macher. Diese haben mal restlos aufgeschlüsselt, wofür das Geld benötigt wird. http://www.siliconera.com/2013/02/25/sk ... s-cheaper/
Ich erwarte nicht, dass das jeder weiß. Ob einem persönlich ein Preis gerechtfertigt ist, man lieber zum Sale wartet oder gar nicht kauft, ist persönliche Ansicht. Aber wer es liest, bei dem könnte es zu einem Umdenken kommen, warum Entwickler Preise festlegen. In der physischen Welt hat es auch funktioniert, mit dem Wissen, Händler haben Angestellte, Miete und so weiter, ganz wie die Firma, in der man selber angestellt ist. Dennoch gibt es weiterhin Sales und Co., aber auch einen Weggang von "alles muss billig sein" und der Wert einer Ware wurde wieder mehr akzeptiert. Ganz ohne schuldige Vorwürfe. ^^x
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Kajetan
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von Kajetan »

greenelve hat geschrieben:Die Geiz ist Geil Mentalität ist im übertriebenem Maße ein Problem.
Richtig. Aber nicht aus den Gründen, die hier ausschlaggebend für die Äusserung der Entwickler war. Hier ging es nicht um den Nachhaltigkeitsgedanken, sondern um Rechtfertigung des verlangten Preis, gekoppelt mit Butt Hurt. Ich habe nirgendwo einen Entwickler den Aspekt Nachhaltigkeit erwähnen sehen. Was den Entwickler natürlich davon befreit sein eigenes persönliches Handeln (welches wir zudem ja nicht kennen) als Maßstab für klügeres Konsumverhalten zu nehmen. Denn die Entwickler sind ja genauso Konsumenten wie wir auch.
In der physischen Wirtschaft versucht man seit geraumer Zeit davon abzurücken. Als Händler, wie auch als Kunde. Da gibt es keine Vorwürfe, sondern die Erkenntnis einer Entwicklung, welche als schlecht gesehen wird.
Richtig. Nachhaltigkeit kann nur erzielt werden, wenn genügend (!) Menschen bereit sind einen fairen (!) Preis zu bezahlen. Es müssen dabei aber nicht alle mitmachen. Wer ums Verrecken weiterhin nur Billig kaufen will, der kann das gerne weiterhin tun. Es hier nicht um ideologische Glückseligkeit, sondern um Überwindung einer kritischen Schwelle, ab der alle Beteiligten einer Produktions- und Vertriebskette tatsächlich einen fairen Lohn erwarten können, ab der die Herstellung von Waren und das Anbieten von Dienstleistungen nicht mehr auf der Ausbeutung Dritter oder dem gedankenlosen Nutzen natürlicher Ressourcen basiert.

Sales wird es natürlich immer noch geben, weil es sinnvoll ist die ganze Preispanne abzudecken und man gerade im digitalen Vertrieb weiß, dass Sales einen äusserst positiven Einfluss auf den Umsatz haben, sogar noch, wenn der Sale vorbei ist und Software X wieder den regulären Preis hat. Gerade Valve kann Dir en Detail erklären, wann welcher Sale in welcher Form mit welchen Nachlässen wahrscheinlich welche Umsätze bringen wird.
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von johndoe984149 »

Kajetan hat geschrieben:Richtig. Nachhaltigkeit kann nur erzielt werden, wenn genügend (!) Menschen bereit sind einen fairen (!) Preis zu bezahlen. Es müssen dabei aber nicht alle mitmachen. Wer ums Verrecken weiterhin nur Billig kaufen will, der kann das gerne weiterhin tun. Es hier nicht um ideologische Glückseligkeit, sondern um Überwindung einer kritischen Schwelle, ab der alle Beteiligten einer Produktions- und Vertriebskette tatsächlich einen fairen Lohn erwarten können, ab der die Herstellung von Waren und das Anbieten von Dienstleistungen nicht mehr auf der Ausbeutung Dritter oder dem gedankenlosen Nutzen natürlicher Ressourcen basiert.

Wer setzt fest was ein Fairer Preis ist ? :D
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von adventureFAN »

Pro Spielstunde 1 Euro.
Bei aufwendigen 3D-Spielen + 1 Euro pro Spielstunde.
Bei gutem Hype + 3 Euro pro Spielstunde.
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FuerstderSchatten
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von FuerstderSchatten »

adventureFAN hat geschrieben:Pro Spielstunde 1 Euro.
Bei aufwendigen 3D-Spielen + 1 Euro pro Spielstunde.
Bei gutem Hype + 3 Euro pro Spielstunde.
Na das wäre schon ein bisschen teuer, ich hab Spiele auf meinen Account da habe ich selbst wenn sie nicht im Sale sind, einen Cent pro Stunde und weniger. Z.B. CS Go.
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von adventureFAN »

Irgendwie nimmst du meinen Post viel zu ernst =/
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3nfant 7errible
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von 3nfant 7errible »

ChrisJumper hat geschrieben:
Es ist nun mal um einiges einfacher einen Multiplayer-Titel raus zu hauen, als einen Kunstvoll intelligenten Singleplayer Titel.
Wenn es so einfach ist und so ne sichere Erfolgsnummer.... wieso macht das dann nicht jeder? :P

also für mich waren R L und ebenfalls Helldivers 2 ziemlich grosse Ausnahmeüberraschungen letztes Jahr. Hätte nix dagegen, wenn es solche pure fun Games öfters gäbe :)
jetzt bin ich mal auf das kommende Housemarque Spiel gespannt
johndoe527990
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Re: Indie-Entwickler kritisieren "Geiz-ist-geil-Mentalität"

Beitrag von johndoe527990 »

adventureFAN hat geschrieben:Irgendwie nimmst du meinen Post viel zu ernst =/
Macht ne Strafgebühr von 4€.

:ugly: