casanoffi hat geschrieben:
Das Ding ist halt, dass sich dieser Umstand nicht ändern wird, solange die Anbieter wie Valve einen Sale nach dem anderen heraushauen. Da kann man dem Kunden ja fast schon keinen Geiz mehr vorwerfen, sondern - übertrieben gesagt - fast schon "Misswirtschaft", wenn man direkt zum Release kauft, wenn man eine Woche später schon einen 50% Rabatt bekommt ^^
Wie gesagt, ich drücke mich da absichtlich etwas übertrieben aus, um den Umstand zu verdeutlichen.
Ja, ich halte es auch für einen Zustand, der sich entwickelt hat. Warum nur Spieler oder nur Entwickler oder nur jemand anderes Schuld haben muss - überhaupt muss es einen Schuldigen geben, warum? Damit man sich selber mit einer weißen Weste schmücken kann wie toll man sei, man habe nie etwas falsches gemacht?
Es gab mit Sales eine Entwicklung, die anfänglich positiv war und sich langsam herausstellt, zu einer ungesunden Gewöhnung führen kann. Nicht bei jedem, aber bei einigen. Muss man ja betonen, sonst fühlen sich wieder alle angesprochen, obwohl sie wissen, bei ihnen ist es nicht der Fall.
Die Geiz ist Geil Mentalität ist im übertriebenem Maße ein Problem. In der physischen Wirtschaft versucht man seit geraumer Zeit davon abzurücken. Als Händler, wie auch als Kunde. Da gibt es keine Vorwürfe, sondern die Erkenntnis einer Entwicklung, welche als schlecht gesehen wird.
Allein bei Steam (oder anderen, die Sales anbieten) die Verantwortung zu suchen halte ich auch nicht für richtig. Das ist als würde man Steam auffordern DRM fallen zu lassen, damit es in der Branche nicht um sich greift, anstatt auch mal selber Steam sein zu lassen und zu DRM freien Alternativen zu gehen. So viel Verantwortungsbewusstsein selber Einfluss zu haben, sollte eigentlich vorhanden sein (wobei letztlich bei der Wahl ob man eine Plattform wie Steam oder gog nutzt, noch an vielen anderen Faktoren hängt).
Und diese - entschuldigung, wenn ich das so hart sage - weinerlichen Aussagen, von wegen "...was vom Verkaufspreis abzüglich Steuern, dem Anteil für Valve und Vertragskosten überhaupt noch für den Entwickler übrig bleibt..." gehen mir dann in dem Fall auf die Nerven, wenn dieser Pseudo-Indie (ja, ich nenne es pseuso, weil ->) seine Rechte exklusiv an Valve verhökert!
Mag sein, dass ich viele wichtigen Kleinigkeiten nicht weiß und mir daher eine Meinung gebildet habe, die nur auf Vermutung basiert.
Gut, ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen - dann soll sich mal ein Entwickler hinstellen und erzählen, warum das alles so gemacht wird anstatt einfach nur zu lamentieren, das die Welt so ungerecht sei, weil niemand die für ihre Arbeit vernünftig entlohnen will...
Das du Steam nicht magst ist eine Sache, der Entwickler verhökert seine Rechte an Steam, da er sich dort einen größeren Kundenkreis erhofft. Wobei ich grad nicht weiß ob sie tatsächlich einen Exklusivvertrag mit Steam haben oder lediglich von sich aus nur diese Plattform bedienen und die Gebühr gegenüber Steam gleichbleibt, auch wenn sie zusätzlich bei z.b. gog veröffentlichen.
Und der Entwickler hat ja Kosten offen gelegt, wo das Geld hingeht und warum es den festgelegten Preis hat. Sie lamentieren auch nicht von sich aus, wie Ungerecht die Welt sei. Sie reagieren auf Spieler, die sich lautstark über einen zu hohen Preis beschweren und den Preis eines Sales als Normalzustand für dieses Spiel fordern.
Das Spieler einen Preis persönlich für zu hoch halten, oder direkt sagen, sie warten auf einen Sale, ist nichts ungewöhnliches. Wenn das allein Grund für Entwickler wäre, Kosten offenzulegen, müssten es viel, viel mehr machen.
Sehr interessant zu dem Thema ist die Crowdfundingaktion der Skullgirls Macher. Diese haben mal restlos aufgeschlüsselt, wofür das Geld benötigt wird.
http://www.siliconera.com/2013/02/25/sk ... s-cheaper/
Ich erwarte nicht, dass das jeder weiß. Ob einem persönlich ein Preis gerechtfertigt ist, man lieber zum Sale wartet oder gar nicht kauft, ist persönliche Ansicht. Aber wer es liest, bei dem könnte es zu einem Umdenken kommen, warum Entwickler Preise festlegen. In der physischen Welt hat es auch funktioniert, mit dem Wissen, Händler haben Angestellte, Miete und so weiter, ganz wie die Firma, in der man selber angestellt ist. Dennoch gibt es weiterhin Sales und Co., aber auch einen Weggang von "alles muss billig sein" und der Wert einer Ware wurde wieder mehr akzeptiert. Ganz ohne schuldige Vorwürfe. ^^x