The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

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Raskir
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Raskir »

leifman hat geschrieben:
Raskir hat geschrieben:Blow hat sich im Vorfeld gegen diesen Schritt entschieden. Er wählt jetzt Schritt Nummer 2. Ist doch sein gutes Recht oder nicht?
er kann sich zu jedem schritt entscheiden zu dem er lustig ist, dass der von ihm gewählte schritt aber "rumheulen" ist, daran ändert sich nichts.

ist ja so als wenn leistungsschwimmer sich auf einmal hinstellen und sagen, dass wasser sei ihnen zu nass.

nochmal, blow musste wissen in welchem bereich er tätig ist und wo er versucht sein geld zu verdienen. zu diesem bereich gehört nunmal die existenz von gamern die nicht bereit oder nicht in der lage sind geldauszugeben. das ist nichts neues, war immer shcon so, wird immer schon so sein.

es wird ihm nichts bringen einen auf moral zu machen oder mit drm zu drohen, ausser, dass es vielelicht zu trotzreaktionen kommt.

gute studios und entwickler kümmern sich nicht um die zahl der unlizenzierten kopien sondern um die zahl der lizenzierten kopien welche gekauft wurden, dieser boden muss ernährt und hofiert werden, und nicht der andere verteufelt und bedroht.

greetingz
"Rumheulen" ist es aber eben nicht. Er hat nur seine Sicht der Dinge dazu geäußert, niemanden beleidigt oder runtergemacht, niemanden gedroht, keine rechtlichen Schritte angekündigt und hat auch nicht behauptet dass seine Einnahmen dadurch stark gesenkt wurden. Er heißt das nicht gut und er sagt es hilft ihm nicht zukünftige Projekte zu verwirklichen, womit er vermutlich Recht hat. Schadet es seinem zukünftigen Projekt? Ka, aber dazu hat er sich auch nicht geäußert.

Zumal sich ein Leistungsschwimmer sehr wohl darüber beschweren würde wenn das Wasser deutlich kälter wäre als bei den Konkurrenten ;) (zwar nicht wegen der nässe, aber ein Schwimmer muss auch mit den Temperaturen umgehen können)

Wie gesagt, er übt berechtigte Kritik und hätte sie vermutlich nicht geübt, wenn sein Spiel auf Platz 27 oder so gewesen wäre (reine Spekulation und ich weiß, dass sowas unmöglich zu belegen oder widerlegen ist. Aber ich gehe mal schlicht davon aus). Aber seiner Aussage, kann ich beim besten Willen nichts negatives abgewinnen. Warum soll er es denn nicht sagen? Welche Gründe gibt es weshalb er sich dazu nicht kritisch äußern sollte? (Zu deiner Aussage "es wird ihm nichts bringen einen auf moral zu machen oder mit drm zu drohen, ausser, dass es vielelicht zu trotzreaktionen kommt." Ein paar Forenuser haben sich danach das Spiel tatsächlich zum Vollpreis geholt, also hats schon was gebracht :) )
Zuletzt geändert von Raskir am 01.02.2016 14:20, insgesamt 1-mal geändert.
Zinssm
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Zinssm »

Kajetan hat geschrieben:
Seitenwerk hat geschrieben:Der Gedanke das kein einziger von denen die es geladen haben jemals Geld dafür ausgebe hätte ist sa für mich nicht haltbar.
Ja, natürlich. Weil Du sonst kein Argument hättest und Dein ganzes Gedankengebäude somit in sich zusammenbrechen würde. NATÜRLICH musst Du Dir die Welt zusammenschustern, damit diese Illusion weiterhin zu Deinen Argumenten passt. Weil es kann ja nicht sein, dass die Welt NICHT so ist, wie Du Dir das zurechtgelegt hast :)
Du biegst und beugst doch hier ständig ohne zu verstehen das es um gültige Rechtslage geht! Horrende Strafen sind die einzig wahren Präventiontsmittel gegen Typen wie dich ;)
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Kajetan
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Kajetan »

Raskir hat geschrieben:Das Probelm sehe ich woanders. Ich sehe hier in dem Fall das Problem, dass einige Forenuser der Äußerung des Entwicklers (blow) deutlich kritischer gegenüberstehen, als der Tatsache, dass scheinbar viele Leute seine Arbeit umsonst nutzen ohne ein Anrecht darauf zu haben... (der Text geht noch weiter, aber das weißt du ja )
Danke schön! :)

Ja, das siehst Du eben so. Ist in Ordnung. Ist Deine "Moral". Jeder Mensch hat eine andere. Das Problem ist hier nur, wie bereits gesagt, dass Gesetze auf der Basis von unbewiesenen Behauptungen und subjektiver Moral erstellt wurden. Gesetze, die dann dummerweise für alle gelten. So wie Frauen einst nicht wählen durften und Vermieter sich schuldig gemacht haben, wenn unverheiratete Paare in den vermieteten Räumen Sex miteinander hatten. Moralgesetze. Weil das damals nicht "schicklich" war. Heute sind wir ein gutes Stück weiter und erheben eine übergeordnete Ethik als Grundlage für unsere Gesetze und nach Möglichkeit keine subjektive Moral mehr. Wo Schaden entsteht, muss geahndet werden. Wo kein Schaden entsteht, muss dann geahndet werden?

So gilt es als Verstoß gegen die Strassenverkehrsordnung, wenn man bei Rot die Strasse überquert, auch wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Hier gilt der Grundsatz "Die Einhaltung der Strassenverkehrsordnung ist wichtiger als die Folgen der jeweiligen Handlung, weil im Strassenverkehr Menschenleben gefährdet werden können.". Deswegen schnallen wir uns an, deswegen blinken wir beim Abbiegen.

Die Frage ist jetzt: "Worin besteht der Schaden, wenn unlizensierte Kopien erstellt und verteilt werden?". Nicht nur, dass hierauf immer noch keine konkrete Antwort gegeben werden kann, es existiert auch keine übergeordnete Gefährdungslage.
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danke15jahre4p
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von danke15jahre4p »

Raskir hat geschrieben:...niemanden gedroht, ...
@Jonathan_Blow Why not add Denuvo? Secure your product?

@_LarZen_ That might happen on the next game, I don't know! I don't like DRM because I think people should have the freedom to own things
Schadet es seinem zukünftigen Projekt? Ka, aber dazu hat er sich auch nicht geäußert.
Unfortunately this will not help us afford to make another game!

wenn etwas nicht hilft, dann tut es was im umkehrschluss? ;)
Zumal sich ein Leistungsschwimmer sehr wohl darüber beschweren würde wenn das Wasser deutlich kälter wäre als bei den Konkurrenten ;)
nicht über die temperatur, sondern über die nässe. ;)
Wie gesagt, er übt berechtigte Kritik...
er übt kritik über die dinge die ihm bewusst sein sollten. er übt kritik an dingen die er eh nicht beeinflussen kann. er kümmert sich um die falschen "gamer". es gibt einen grund warum man nicht bezahlt, er sollte aber gründe schaffen warum man bezahlen sollte, und das schaffst du nicht durch moralaposteöei noch durch androhung von drm.
Ein paar Forenuser haben sich danach das Spiel tatsächlich zum Vollpreis geholt, also hats schon was gebracht :) )
ja, und ein paar forenuser sind erst durch seine äußerungen auf torrent und filesharing aufmerksam geworden, und haben es direkt geladen.

;)

greetingz
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Raskir
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Raskir »

Die Frage ist jetzt: "Worin besteht der Schaden, wenn unlizensierte Kopien erstellt und verteilt werden?". Nicht nur, dass hierauf immer noch keine konkrete Antwort gegeben werden kann, es existiert auch keine übergeordnete Gefährdungslage.
Das ist schon richtig. Aber man muss dazu auch sagen, es besteht zumindest die Möglichkeit dass dadurch "Schaden" irgendeiner Form entsteht. Was man auch auf jeden Fall sagen muss es entsteht auf jeden Fall kein Schaden für irgendjemanden durch seine Aussage und es besteht in keinster Weise ein Anrecht darauf, sein Werk, in das er Eigen- und Fremdkapital reingesteckt hat, ohne seine Erlaubnis zu erwerben bzw zu klauen (es ist ja wirklich Diebstahl). Diesem Tatbestand sind aber schon viele Leute erlegen und vermutlich schon jeder hier im Forum mehr als einmal. Ich kritisiere auch nicht dieses "Fehlverhalten" sondern die Tatsache wie mit seinem Statement umgegangen wird. Deswegen mal eine Frage an alle die ihn "kritisiert" haben.

Wieso äußert ihr euch kritisch über sein Statement aber nicht über die Raubkopien? Er macht definitiv nicht mehr falsch als die anderen ;)
Zuletzt geändert von Raskir am 01.02.2016 14:43, insgesamt 1-mal geändert.
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Raskir
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Raskir »

Unfortunately this will not help us afford to make another game!

wenn etwas nicht hilft, dann tut es was im umkehrschluss? ;)
Es behindert das Projekt oder hat keinen Einfluss drauf ;)
nicht über die temperatur, sondern über die nässe. ;)
Habe den Part vor deinem Post schon editiert
er übt kritik über die dinge die ihm bewusst sein sollten. er übt kritik an dingen die er eh nicht beeinflussen kann. er kümmert sich um die falschen "gamer". es gibt einen grund warum man nicht bezahlt, er sollte aber gründe schaffen warum man bezahlen sollte, und das schaffst du nicht durch moralaposteöei noch durch androhung von drm.
Er hat es kundenfreundlich gemacht und alles aus eigener Tasche oder Krediten gezahlt. Seine Kritik ist dennoch berechtigt, wenngleich er damit hätte rechnen können (aber sicher nicht dass sein Spiel Nr1 sein würde aber leider nicht in den Verkaufscharts sondern bei illegalen Downloads einer bestimmten Seite). Er hat auf jeden Fall das Recht auf seine Kritik und es ist auch nicht moralisch verwerflich und damit ist auch niemanden geschadet. Was man bei den Downloads nicht sagen kann (da besteht zumindest kein Recht drauf)
ja, und ein paar forenuser sind erst durch seine äußerungen auf torrent und filesharing aufmerksam geworden, und haben es direkt geladen.
Dass die illegalen Downloads keine zusätzlichen Einnahmen generiert haben, habe ich auch nicht behauptet. Es kann sein, muss aber nicht sein (einige Leute haben es sich deswegen sicherlich gekauft, andere Leute haben es sich aufgrunddessen eben nicht gekauft. Welche Zahl größer ist, vermag keiner zu sagen). Aber ich bezog mich auf deine Aussage, dass sein Statement nichts bringen würde. Und es hat ihm zumindest 2 zusätzliche Verkäufe hier aus dem Forum gesichert. Insofern hat es sich schonmal gelohnt :)
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Kajetan
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Kajetan »

Raskir hat geschrieben:Aber man muss dazu auch sagen, es besteht zumindest die Möglichkeit dass dadurch "Schaden" irgendeiner Form entsteht.
Möglich ist vieles. Relevant sollte bei dieser Thematik aber das tatsächliche Ergebnis sein und nicht ein Gedankenspiel.
Was man auch auf jeden Fall sagen muss, es besteht in keinster Weise ein Anrecht darauf, sein Werk, in das er Eigen- und Fremdkapital reingesteckt hat, ohne seine Erlaubnis zu erwerben bzw zu klauen (es ist ja wirklich Diebstahl).
Es ist kein Diebstahl. Es ist eine Urheberrechtsverletzung. Diebstahl ist, wenn ich etwas wegnehme. Eine Urheberrechtsverletzung ist es, wenn ich Inhalte ohne Erlaubnis der Urheber verwende. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Es tut mir ja leid, wenn ich hier wieder erbsenzählerisch auf der Verwendung korrekter Begrifflichkeiten herumreiten muss :) aber Mißverständnisse wie diese tragen nichts zur Klärung der Thematik bei, sie führen nur zu falschen Schlüssen.

Und ja, natürlich habe ich kein Recht auf die unlizensierte Nutzung von Inhalten. Es gibt nicht einmal ein Recht auf Privatkopie bei rechtmäßig erworbenen Nutzungslizensen. Nur ... entsteht dem Urheber ein Schaden, wenn ich dennoch eine Schwarzkopie erstelle und diese verbreite? Und wenn ja, ist der Schaden hoch genug, dass es gerechtfertigt ist diese Handlung unter Strafe zu stellen? Hat diese Handlung vielleicht sogar positive Auswirkungen für den wirtschaftlichen Erfolg des Urhebers? Niemand weiß nichts genaues, aber der Gesetzgeber folgt hier seit Jahrzehnten blind der Panikmache der Industrie, berücksichtigt einseitig nur deren Partikularinteressen, hat dabei das Gemeinwohl überhaupt nicht berücksichtigt.
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Raskir
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Raskir »

Kajetan hat geschrieben:
Raskir hat geschrieben:Aber man muss dazu auch sagen, es besteht zumindest die Möglichkeit dass dadurch "Schaden" irgendeiner Form entsteht.
Möglich ist vieles. Relevant sollte bei dieser Thematik aber das tatsächliche Ergebnis sein und nicht ein Gedankenspiel.
Was man auch auf jeden Fall sagen muss, es besteht in keinster Weise ein Anrecht darauf, sein Werk, in das er Eigen- und Fremdkapital reingesteckt hat, ohne seine Erlaubnis zu erwerben bzw zu klauen (es ist ja wirklich Diebstahl).
Es ist kein Diebstahl. Es ist eine Urheberrechtsverletzung. Diebstahl ist, wenn ich etwas wegnehme. Eine Urheberrechtsverletzung ist es, wenn ich Inhalte ohne Erlaubnis der Urheber verwende. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Es tut mir ja leid, wenn ich hier wieder erbsenzählerisch auf der Verwendung korrekter Begrifflichkeiten herumreiten muss :) aber Mißverständnisse wie diese tragen nichts zur Klärung der Thematik bei, sie führen nur zu falschen Schlüssen.

Und ja, natürlich habe ich kein Recht auf die unlizensierte Nutzung von Inhalten. Es gibt nicht einmal ein Recht auf Privatkopie bei rechtmäßig erworbenen Nutzungslizensen. Nur ... entsteht dem Urheber ein Schaden, wenn ich dennoch eine Schwarzkopie erstelle und diese verbreite? Und wenn ja, ist der Schaden hoch genug, dass es gerechtfertigt ist diese Handlung unter Strafe zu stellen? Hat diese Handlung vielleicht sogar positive Auswirkungen für den wirtschaftlichen Erfolg des Urhebers? Niemand weiß nichts genaues, aber der Gesetzgeber folgt hier seit Jahrzehnten blind der Panikmache der Industrie, berücksichtigt einseitig nur deren Partikularinteressen, hat dabei das Gemeinwohl überhaupt nicht berücksichtigt.
Wie ich schon sagte, ich beanstande nicht den Tatbestand als solches, sondern die Art und weise wie mit dem Mann umgegangen wird. Er macht eine zutreffende Aussage und bekommt deshalb Kritik. Nur mit welcher Begründung? Warum äußern sie Kritik an dem Mann? Was hat er falsch gemacht? Was hat er verwerfliches gemacht? Was hat er gemacht was in irgendeiner Form nicht ok war, er jemanden in irgendeiner Form geschadet hat (oder geschadet haben könnte) oder wo er gegen eine Gesetzesgrundlage verstoßen hat? Ich sehe nichts wo man seiner Aussage etwas verwerfliches abgewinnen könnte. Muss man seiner Meinung sein? Nein, sicher nicht. Aber ich kritisiere auch nicht Aussagen wie "ich bin nicht seiner Meinung" oder "eigentlich erscheint mir seine Aussage bei den Einnahmen überflüssig". Sondern nur solche Aussagen, wie die von mir vorher zitierten ;)
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Chibiterasu
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Chibiterasu »

Kajetan hat geschrieben: Und ja, natürlich habe ich kein Recht auf die unlizensierte Nutzung von Inhalten. Es gibt nicht einmal ein Recht auf Privatkopie bei rechtmäßig erworbenen Nutzungslizensen. Nur ... entsteht dem Urheber ein Schaden, wenn ich dennoch eine Schwarzkopie erstelle und diese verbreite? Und wenn ja, ist der Schaden hoch genug, dass es gerechtfertigt ist diese Handlung unter Strafe zu stellen? Hat diese Handlung vielleicht sogar positive Auswirkungen für den wirtschaftlichen Erfolg des Urhebers? Niemand weiß nichts genaues, aber der Gesetzgeber folgt hier seit Jahrzehnten blind der Panikmache der Industrie, berücksichtigt einseitig nur deren Partikularinteressen, hat dabei das Gemeinwohl überhaupt nicht berücksichtigt.
Genau, man weiß es nicht genau. Aber du argumentierst selbst so als wäre das eher nicht der Fall, dass ein Schaden entsteht. Als ob du das Gegenteil wüsstest und alle anderen dadurch als gesetzestreue Schäfchen entlarven könntest, die blind jeder Regel folgen.

Man findet wohl auch ethische und nicht nur moralische Gründe keine Urheberrechtsverletzungen zu begehen - wenn du diese zwei Begriffe schon immer so streng nach Definition trennen willst.
Das hat nicht unbedingt viel mit moralischem Zeigefinger erheben zu tun, denn wie schon gesagt: ich hab selbst schon Urheberrechtsverletzungen begangen. Es ist aber ein Unterschied, ob ich da drüber aus ethischer Sicht nachdenke oder mir auch noch selber auf die Schulter klopfe und mein Handeln mit irgendwelchen nicht belegbaren Vorstellungen vor mir selbst rechtfertige.
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Alter Sack
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Alter Sack »

Kajetan hat geschrieben:
Raskir hat geschrieben:Aber man muss dazu auch sagen, es besteht zumindest die Möglichkeit dass dadurch "Schaden" irgendeiner Form entsteht.
Möglich ist vieles. Relevant sollte bei dieser Thematik aber das tatsächliche Ergebnis sein und nicht ein Gedankenspiel.
Was man auch auf jeden Fall sagen muss, es besteht in keinster Weise ein Anrecht darauf, sein Werk, in das er Eigen- und Fremdkapital reingesteckt hat, ohne seine Erlaubnis zu erwerben bzw zu klauen (es ist ja wirklich Diebstahl).
Es ist kein Diebstahl. Es ist eine Urheberrechtsverletzung. Diebstahl ist, wenn ich etwas wegnehme. Eine Urheberrechtsverletzung ist es, wenn ich Inhalte ohne Erlaubnis der Urheber verwende. Das sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe. Es tut mir ja leid, wenn ich hier wieder erbsenzählerisch auf der Verwendung korrekter Begrifflichkeiten herumreiten muss :) aber Mißverständnisse wie diese tragen nichts zur Klärung der Thematik bei, sie führen nur zu falschen Schlüssen.

Und ja, natürlich habe ich kein Recht auf die unlizensierte Nutzung von Inhalten. Es gibt nicht einmal ein Recht auf Privatkopie bei rechtmäßig erworbenen Nutzungslizensen. Nur ... entsteht dem Urheber ein Schaden, wenn ich dennoch eine Schwarzkopie erstelle und diese verbreite? Und wenn ja, ist der Schaden hoch genug, dass es gerechtfertigt ist diese Handlung unter Strafe zu stellen? Hat diese Handlung vielleicht sogar positive Auswirkungen für den wirtschaftlichen Erfolg des Urhebers? Niemand weiß nichts genaues, aber der Gesetzgeber folgt hier seit Jahrzehnten blind der Panikmache der Industrie, berücksichtigt einseitig nur deren Partikularinteressen, hat dabei das Gemeinwohl überhaupt nicht berücksichtigt.
Der eventuelle Schaden ist beim Urheberrecht erstmal zweitrangig. Es geht erstmal um den Schutz. Deshalb besteht bei der Wirtschaftlichkeit egal ob positiv oder negativ überhaupt keine Relevanz. Auch das Gemeinwohl ist erstmal irrelevant.
Wie die meisten Gesetze erstmal um den Schutz und nicht um den Schaden gehen. Ein Schaden soll erstmal verhindert werden. Das ist der Grundtenor der meisten Gesetze.

Und das einzigste was man Blow vorwerfen kann ist das er sich genötigt sah eine Aussage darüber zu machen. Wenn er aber eine Aussage darüber tätigt dann kann er nur diese machen. Alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht derjenigen gewesen die das Spiel gekauft haben.
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Lord Hesketh-Fortescue
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Lord Hesketh-Fortescue »

Kajetan hat geschrieben:Die Frage ist jetzt: "Worin besteht der Schaden, wenn unlizensierte Kopien erstellt und verteilt werden?". Nicht nur, dass hierauf immer noch keine konkrete Antwort gegeben werden kann, es existiert auch keine übergeordnete Gefährdungslage.
Ich habe vor einer ganzen Weile in einem ähnlich Thread hier schon mal darauf hingewiesen, dass die Klammerung an einen (gesamt-)wirtschaftlichen Schaden bei der Beurteilung des „Unrechtsgehalts“, der Strafwürdigkeit oder Fragen des Schadensersatzes trügerisch ist, obwohl ich das ja grundsätzlich ähnlich wie du sehe.

Bei vielen Argumentationen kontra Schaden bzw. pro Schadensbeweis liegt eine verkürzte (weil „unjuristische“, rein wirtschaftliche und den Einzelfall vernachlässigende) Sichtweise zugrunde, wenn man nämlich sagt, summa summarum und Pi mal Daumen werden da schon keine schlimmen Einbußen beim Rechteinhaber entstanden sein. Oder man kann’s zumindest nicht genau beziffern. Es ist ohnehin so: Je weiter man den Betrachtungsrahmen von der BWL auf die VWL ausdehnt, desto eher kann man eine Neutralisation oder sogar einen positiven Nutzen von „Schwarzkopier-Effekten“ annehmen. Jüngere Studien legen das teils nahe.

Der Schaden besteht aber IN JEDEM EINZELNEN FALL allein darin, dass hier eine Arbeitsleistung genutzt wurde, ohne dass eine Lizenz/Entlohnung für das Produkt vorgelegen hat. Der Lizenzinhaber hat ein (theoretisches) Recht auf Bezahlung, das er (realiter) aber nicht umsetzen kann. In dieser Vorenthaltung/Leistungs-Erschleichung ist bereits ein Schaden zu sehen, und dabei ist es völlig unerheblich, ob sich das ganze bei Vergrößerung des Betrachtungsrahmens irgendwie später wieder ausgleicht. Hier läuft man - sozusagen am anderen Ende des Diskurses - schnell selbst Gefahr, seine eigene (diesmal positive gestimmte) Moralvorstellung über das Thema Schwarzkopieren zu einer juristischen Argumentation zu verbiegen. Dementsprechend ist auch die Forderung wenig belastbar, es bedürfe zu einer Begründung der rechtlichen Ahndung zwingend „harter Fakten“, die eine Art bezifferbare Gesamtschädigung (z.B. des ganzen Unternehmens, ganzer Branchen oder gar der Volkswirtschaft) beweisen. Das ist höchstens wirtschaftlich interessant und hat vielleicht ganz praktische Auswirkungen, wie sehr sich die Behörden bei der konkreten Verfolgung ins Zeug legen. Oder eben darauf, wie Firmen die Legitimation für den Aufwand für DRM noch glaubhaft vermitteln können. Für die Frage nach einer Schädigung ist das aber erst mal sekundär, denn diese geschieht pro Einzelfall, oder besser gesagt: ist bei solchen saldierenden Gesamtüberlegungen i.d.R. längst schon tausendfach geschehen. Sollte man daher trennen. Oder sagen, ob man gerade rechtlich oder rein wirtschaftlich argumentiert.
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Kajetan
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Kajetan »

Alter Sack hat geschrieben:Der eventuelle Schaden ist beim Urheberrecht erstmal zweitrangig. Es geht erstmal um den Schutz.
Wenn aber kein Schaden entsteht, warum dann der Schutz in diesem Fall?
Deshalb besteht bei der Wirtschaftlichkeit egal ob positiv oder negativ überhaupt keine Relevanz.
Das Problem dabei ist ... die Industrie, auf deren Drängen hin diese Gesetze verfasst wurden, har AUSSCHLIESSLICH auf Basis von wirtschaftlichen Verlusten argumentiert.
Auch das Gemeinwohl ist erstmal irrelevant.
Richtig. Das Gemeinwohl ist hier irrelevant. Es geht nur um die Interessen der Verwertungsindustrie, denn in der aktuellen Situattion hat sie alle Rechte, der tatsächliche Urheber kaum noch und der Kunde gar nicht. Der Gesetzgeber, die legislative ist normalerweile dazu angehalten einen Ausgleich zwischen verschiedenen Interessengruppen zu suchen. Dies ist hier nicht einmal ansatzweise passiert.
Wie die meisten Gesetze erstmal um den Schutz und nicht um den Schaden gehen. Ein Schaden soll erstmal verhindert werden. Das ist der Grundtenor der meisten Gesetze.
Wenn aber doch kein Schaden entsteht? Wieso gibt es keinen Schutz der Öffentlichkeit vor Leuten, die öffentlich blaue Pullover tragen? Es entsteht kein Schaden, aber ich behaupte jetzt einfach, dass ich davon abgelenkt werde und in der Fußgängerzone mit anderen Leuten zusammenstoßen könnte. Wo ist da der Schutz der Allgemeinheit? Wann werden blaue Pullover endlich verboten?

Sprich, was Du hier so schön verallgemeinerst, bedarf in der Praxis immer einer Begründung. Im Falle "Überqueren der Strasse bei Rot ist nicht erlaubt, auch wenn kein Auto kommt." ist die Begründung "Gefährdung von Menschenleben im Strassenverkehr lässt keine Fallausnahmen zu". Im Urheberrecht gibt es diese allgemein gültige Gefährdung aber nicht, die schadenslose Handlungen trotzdem strafbar machen können. Es wird hier seit Jahrzehnten ausschliesslich wirtschaftlich argumentiert, also muss ein wirtschaftlicher Schaden nachgewiesen werden. Was bis heute nicht erfolgt ist. Trotzdem haben wir Gesetze, die im Kontext Urheberrecht und nicht-lizensierte Kopien wirtschaftlichen Schaden verhindern sollen. Passt das Deiner Meinung nach zusammen?
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Kajetan
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Kajetan »

Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: ...
Rein aus juristischer Sicht hast Du vollkommen Recht. Die Gesetzeslage ist so, also sind die Rahmenbedingungen daraus dementsprechend, welche die Justiz als Grundlage für die Rechtsprechung verwenden muss. Da brauchen wir nicht diskutieren, das ist klar.

Mir geht es aber darum ... um diese Gesetze bekommen zu können, wurde ausschliesslich wirtschaftlich argumentiert. Um wirtschaftlichen Schaden zu verhindern, wurden entsprechende Gesetze verabschiedet, auf deren Grundlage dann die Justiz regelkonform entsprechende Rechtsprechung ableitet. Der Nachweis, dass unlizensierte Kopien aber tatsächlich einen wirtschaftlichen Schaden zur Folge haben, weswegen man diesen Schutz benötigt ... der wurde nie erbracht. Deswegen halte ich diese Gesetze für ein reines Wunschkonzert der Industrie, die hier pi mal Daumen sich Gesetze gewünscht hat, weil man die Digitalisierung als Bedrohung etablierter Geschäftsmodelle empfunden (!) hat. Ob diese davon tatsächlich bedroht werden und wenn ja, ob bestimmte Geschäftsmodelle überhaupt von so hohem gesellschaftlichem Wert sind, dass sie besonderen gesetzlichen Schutz vor dem Wandel der Zeiten benötigen ... diese Diskussion hat nie stattgefunden.
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Hardtarget
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Hardtarget »

leifman hat geschrieben: er übt kritik über die dinge die ihm bewusst sein sollten. er übt kritik an dingen die er eh nicht beeinflussen kann. er kümmert sich um die falschen "gamer". es gibt einen grund warum man nicht bezahlt, er sollte aber gründe schaffen warum man bezahlen sollte, und das schaffst du nicht durch moralaposteöei noch durch androhung von drm.

und was für gründe kann man schaffen die besser sind als umsonst ??? soll er das spiel für 1 euro anbieten und jedem noch 50 euro dabei legen ? man ist heutzutage als entwickler anscheinend der letzte arsch weil einem komplett die hände gebunden sind und man betteln muss das der ein oder andere den geldbeutel aufmacht.traurig ist das. wundert sich eigentlich noch einer das grad auf den pc nur noch rotze ports veröffentlicht werden ? billige ports für billiges geld.
so wies aussieht ist alles über 10 euro ist mega wucher und die leute müssen anscheinend privat insolvenz beantragen. :roll:
das man bei manchen spielen die scheiße programmiert sind keiner gewillt ist was auszugeben kann ich ja noch nachvollziehen aber hier hat man software bei der einfach sämtliche dummen argumente nicht greifen und regel nummer eins bestätigt mich wieder. man lädt runter weil mans kann.
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Hardtarget
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Re: The Witness ist auf dem besten Weg, in der ersten Woche mehr Umsatz zu machen als Braid im ersten Jahr

Beitrag von Hardtarget »

Hardtarget hat geschrieben:
leifman hat geschrieben: er übt kritik über die dinge die ihm bewusst sein sollten. er übt kritik an dingen die er eh nicht beeinflussen kann. er kümmert sich um die falschen "gamer". es gibt einen grund warum man nicht bezahlt, er sollte aber gründe schaffen warum man bezahlen sollte, und das schaffst du nicht durch moralaposteöei noch durch androhung von drm.

und was für gründe kann man schaffen die besser sind als umsonst ??? soll er das spiel für 1 euro anbieten und jedem noch 50 euro dabei legen ? man ist heutzutage als entwickler anscheinend der letzte arsch weil einem komplett die hände gebunden sind und man betteln muss das der ein oder andere den geldbeutel aufmacht.traurig ist das. wundert sich eigentlich noch einer das grad auf den pc nur noch rotze ports veröffentlicht werden ? billige ports für billiges geld.(oder 4 free)
so wies aussieht ist alles über 10 euro ist mega wucher und die leute müssen anscheinend privat insolvenz beantragen. :roll:
das man bei manchen spielen die scheiße programmiert sind keiner gewillt ist was auszugeben kann ich ja noch nachvollziehen aber hier hat man software bei der einfach sämtliche dummen argumente nicht greifen und regel nummer eins bestätigt mich wieder. man lädt runter weil mans kann.