Doc Angelo hat geschrieben:Bezüglich dem, was sie über "Achievements" sagt: Ich glaube hier ist es schon ein Problem, das sie eigentlich keine Spielerin ist. Würde sie die Spiele wirklich der Spiele willen spielen, würde sie glaube ich feststellen, das Achievements nicht die geringste Aussage haben. Sie sagt: "Players are actively encouraged to think of women's bodies of something they are entitled to interact with." Sie nimmt an, das die Spieleentwickler mit den Spielmechaniken und den Achievements überhaupt irgendeine Aussage treffen wollen. Weiterhin nimmt sie an, das der Spieler nicht in der Lage ist, das Spiel von der Realität zu unterscheiden. Das ist einfach total an der Sache dran vorbei. Kein Spieler hält Achievements für das, was sie denkt. Achievements sind keine Erziehungsmaßnahmen und auch keine Anregungen. In jedem Spiel gibt es Achievements, die man auf die gleiche Weise wie Sarkeesian falsch verstehen kann.
Ich zitiere mal diesen Beitrag, weil du mich eben darauf hingewiesen hast.
Ich habe ein paar Probleme mit deinem Statement.
1. Was ist eine Spielerin? Sie hat definitiv Videospiele gespielt, nicht nur als erwachsene Frau, auch als Kind. Aber selbst wenn sie noch nie ein Videospiel angefasst hat, wäre das kein Problem. Sie untersucht auch keine Videospiele als Ganzes, sondern einzelne Aspekte in Videospielen, die ihrer Studeinrichtung entsprechen. Sowas habe ich an der Uni in ziemlich vielen Seminaren ebenfalls gemacht, habe zum Beispiel religiöse Aspekte in Filmen untersucht, bin aber kein Religionswissenschaftler oder habe Schnitttechniken untersucht, ohne wirklich Cutter zu sein.
2. Players are "actively encouraged...". Ja, sind sie doch auch. Da kniet im Conanbeispiel eine nackte Frau gefesselt an einem Baum, der Spieler weiß, dass bei Interaktion mit ihr Boni bekommt und wird dazu ermutigt, sie sich "zu nehmen".
Woraus entnimmst du, dass die Entwickler mit den Achievements eine Aussage treffen wollen?
3. Den Punkt mit der Unterscheidung zwischen Realität und Fiktion haben wir ja eigentlich schon besprochen. Ganz sicher hat Sarkeesian nie gesagt, dass Spieler diese Unterscheidung nicht treffen können, sie beginnt ja bereits jedes ihrer Videos damit, darauf hinzuweisen.
4. Achievements sind keine Erziehungsmaßnahme oder Anregung: Täusch dich da nicht. Neben den ganzen Hardcore-Achievement-Huntern, die selbst Spiele auf Platin bringen, die sie eigentlich zum Kotzen finden (aber die eben recht leicht auf Platin zu bringen sind),
sind Achievements für eigentlich jeden letztendlich genau das: Erziehung. Genauer gesagt: Konditionierung. Nichts anderes sind Belohnungssysteme, jeglicher Art.
Das ist erst mal ganz wertneutral zu sehen und überhaupt nichts schlimmes. Ich persönlich finde mittlerweile nur schlimm, dass es kaum noch Spiele mit Fail-State gibt und ich in nahezu keinem Spiel mehr als fünf Schritte gehen kann, ohne das irgendwo irgendwas aufploppt, was ich gerade freigeschaltet und "verdient" habe.