GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

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Kajetan
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von Kajetan »

Clank hat geschrieben:Ich kann einfach nicht nachvollziehen , wieso manche Leute dieses Thema so ernst nehmen.
Weil es ihnen so gut geht, dass sie offenbar keine anderen Probleme im Leben haben. Was eigentlich eine gute Nachricht ist :)
Aber das ist genau der Grund wieso ich keine Online-Shooter mehr Spiele. Da wird man ständig als Lagger, Cheater und sonstiges beschimpft, obwohl man sich keiner Schuld bewusst ist. Dedizierte Server würden da sicher helfen. Das könnte man damit vergleichen, dass man zu Hause im privaten Rahmen Monopoly spielt, und wenn einer gerne mal Geld aus der Bank klaut, haben die anderen wahrscheinlich bald keine Lust mehr mit ihm zu spielen - so einfach.
Richtig. Aber das Aufsetzen eigener MP-Partien, vollkommen unabhängig von Publishern und Entwicklern, ist nicht in deren Sinne UND nach all der Zeit, in der MP-Spiele ohne Dedi-Server ausgekommen sind und sich trotzdem gut verkauft haben, hat der Kunde längst entschieden. Ihm ist effektiver Cheater-Schutz nicht wichtig, er lässt sich mit ein paar hübsch inszenierten Bannwellen leicht beeindrucken und das nächste, neue MP-Spiel liegt eh nur einen Mausklick weiter entfernt. Nur eine Minderheit beschwert sich lautstark über Cheater, die meisten kaufen sich einfach das nächste, neue MP-Spiel, die Karawane zieht weiter. An einer grundsätzlichen Verbesserung der Situation durch entsprechende Ressourcenverteilung bei der Entwicklung oder mit Hilfe dedizierter Server haben also weder die Anbieter, noch die Kunden wirklich ein Interesse. Es genügt, wenn man so tut als ob. So wie eine ständige Videoüberwachung nichts zur Senkung der Kriminalitätsrate, kaum etwas zur Verbesserung der Aufklärungsrate, aber verdammt viel zur Steigerung des subjektiven "Sicherheitsgefühls" beiträgt. Eine Scharade, eine Illusion, eine Show für Leute, die in der Hinsicht gerne ignorant und unwissend bleiben wollen.
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crewmate
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von crewmate »

schefei hat geschrieben:Der beste Schutz sind IMO immer noch dedizierte Server.
Da könnte man dann auch gleich Cheat Server einrichten wo sich Cheater so richtig austoben dürfen ohne Strafen fürchten zu müssen.
Es geht ja gerade darum auf Ranked Servers zu cheaten, um besser abzuschneiden. Diese Leute wollen die Rangliste rauf klettern und ganz vorne dabei sein. Gerade im eSport.

Problematisch wird es, wenn Preisgeld involviert ist. Aber da gilt ja auch für "echten Sport".
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Wigggenz
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von Wigggenz »

E-Sport ist natürlich eine andere Sache, zumindest im professionellen Bereich. Cheaten (also das Verwenden von unerlaubten Tools) wird da sowieso immer hart geahndet. Schwieriger ist das bei Bugs/Exploits.

Beispiel League of Legends:
Dort etwa wird versucht dem entgegenzuwirken, indem E-Sport-Matches immer auf einem ein paar Wochen älteren Patchstand ausgetragen werden, sodass wenn dort der "aktuelle" Patch aufgespielt wird die inhaltlichen Änderungen aufgespielt werden, nicht aber die Bugs, die der Patch mit sich brachte, und die in der Zwischenzeit hoffentlich alle gefunden und ausgemerzt wurden.
Falls dann dochmal ein Bug durchkommt, dann haben Riot Games eben Pech gehabt. Der kann dann, bevor er auch auf den für den E-Sport bestimmten Servern gefixt ist, von den Spielern (aus)genutzt werden, ohne dass es Maßregelungen nach sich zieht: die Verantwortung wird nicht auf die Spieler abgewälzt. Jüngstes Beispiel: Runeglaive-Ezreal mit Luden's Echo, mittlerweile auch gefixt.

Wie kommt es, dass der E-Sport trotzdem kein Nest von herumexploitender Seuche ist? Riot machen in der Hinsicht halt ihre Hausaufgaben: anstatt dass Spieler gebannt werden, wenn Bugs ausgenutzt werden, werden diese mit aller Energie aufgespürt und gefixt- und siehe da, der Großteil der Spieler macht fleißig bei der Bugsuche und bei Meldungen mit.
unknown_18
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von unknown_18 »

Clank hat geschrieben:Ich verwende gerne Gameguides, weil ich keine Zeit und Lust habe in jede Sackgasse zu laufen und Stunden ohne echten Fortschritt zu vergeuden. Ist das in deinen Augen auch cheaten?
Ich benutze selbst Guides, wenn ich feststecke und alles probiert habe oder wenn mich bei einem Spiel mal wirklich nur die Story interessiert und das Gameplay ohnehin mehr Nebensache ist. Solche Guides hebeln ja nicht das Gameplay aus und sind nur eine Unterstützung.

Ich schreibe auch Niemandem vor wie er sein Hobby ausübt, aber genauso wie Leute sich das nicht vorschreiben lassen wollen, lass ich mir auch nicht vorschreiben, dass ich es gut finden muss wie es Andere ausüben.
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FuerstderSchatten
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von FuerstderSchatten »

Kajetan hat geschrieben:
Clank hat geschrieben:Ich kann einfach nicht nachvollziehen , wieso manche Leute dieses Thema so ernst nehmen.
Weil es ihnen so gut geht, dass sie offenbar keine anderen Probleme im Leben haben. Was eigentlich eine gute Nachricht ist :)
Aber das ist genau der Grund wieso ich keine Online-Shooter mehr Spiele. Da wird man ständig als Lagger, Cheater und sonstiges beschimpft, obwohl man sich keiner Schuld bewusst ist. Dedizierte Server würden da sicher helfen. Das könnte man damit vergleichen, dass man zu Hause im privaten Rahmen Monopoly spielt, und wenn einer gerne mal Geld aus der Bank klaut, haben die anderen wahrscheinlich bald keine Lust mehr mit ihm zu spielen - so einfach.
Richtig. Aber das Aufsetzen eigener MP-Partien, vollkommen unabhängig von Publishern und Entwicklern, ist nicht in deren Sinne UND nach all der Zeit, in der MP-Spiele ohne Dedi-Server ausgekommen sind und sich trotzdem gut verkauft haben, hat der Kunde längst entschieden. Ihm ist effektiver Cheater-Schutz nicht wichtig, er lässt sich mit ein paar hübsch inszenierten Bannwellen leicht beeindrucken und das nächste, neue MP-Spiel liegt eh nur einen Mausklick weiter entfernt. Nur eine Minderheit beschwert sich lautstark über Cheater, die meisten kaufen sich einfach das nächste, neue MP-Spiel, die Karawane zieht weiter. An einer grundsätzlichen Verbesserung der Situation durch entsprechende Ressourcenverteilung bei der Entwicklung oder mit Hilfe dedizierter Server haben also weder die Anbieter, noch die Kunden wirklich ein Interesse. Es genügt, wenn man so tut als ob. So wie eine ständige Videoüberwachung nichts zur Senkung der Kriminalitätsrate, kaum etwas zur Verbesserung der Aufklärungsrate, aber verdammt viel zur Steigerung des subjektiven "Sicherheitsgefühls" beiträgt. Eine Scharade, eine Illusion, eine Show für Leute, die in der Hinsicht gerne ignorant und unwissend bleiben wollen.
Also Kameraüberwachung hilft wohl extrem gut bei der Aufklärung und ich denke sie senkt auch gewisse Delikte, natürlich weniger spontane Gewaltausbrüche oder ähnliches.
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FuerstderSchatten
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von FuerstderSchatten »

Kajetan hat geschrieben:
Clank hat geschrieben:Ich kann einfach nicht nachvollziehen , wieso manche Leute dieses Thema so ernst nehmen.
Weil es ihnen so gut geht, dass sie offenbar keine anderen Probleme im Leben haben. Was eigentlich eine gute Nachricht ist :)
Aber das ist genau der Grund wieso ich keine Online-Shooter mehr Spiele. Da wird man ständig als Lagger, Cheater und sonstiges beschimpft, obwohl man sich keiner Schuld bewusst ist. Dedizierte Server würden da sicher helfen. Das könnte man damit vergleichen, dass man zu Hause im privaten Rahmen Monopoly spielt, und wenn einer gerne mal Geld aus der Bank klaut, haben die anderen wahrscheinlich bald keine Lust mehr mit ihm zu spielen - so einfach.
Richtig. Aber das Aufsetzen eigener MP-Partien, vollkommen unabhängig von Publishern und Entwicklern, ist nicht in deren Sinne UND nach all der Zeit, in der MP-Spiele ohne Dedi-Server ausgekommen sind und sich trotzdem gut verkauft haben, hat der Kunde längst entschieden. Ihm ist effektiver Cheater-Schutz nicht wichtig, er lässt sich mit ein paar hübsch inszenierten Bannwellen leicht beeindrucken und das nächste, neue MP-Spiel liegt eh nur einen Mausklick weiter entfernt. Nur eine Minderheit beschwert sich lautstark über Cheater, die meisten kaufen sich einfach das nächste, neue MP-Spiel, die Karawane zieht weiter. An einer grundsätzlichen Verbesserung der Situation durch entsprechende Ressourcenverteilung bei der Entwicklung oder mit Hilfe dedizierter Server haben also weder die Anbieter, noch die Kunden wirklich ein Interesse. Es genügt, wenn man so tut als ob. So wie eine ständige Videoüberwachung nichts zur Senkung der Kriminalitätsrate, kaum etwas zur Verbesserung der Aufklärungsrate, aber verdammt viel zur Steigerung des subjektiven "Sicherheitsgefühls" beiträgt. Eine Scharade, eine Illusion, eine Show für Leute, die in der Hinsicht gerne ignorant und unwissend bleiben wollen.
Also Kameraüberwachung hilft wohl extrem gut bei der Aufklärung und ich denke sie senkt auch gewisse Delikte, natürlich weniger spontane Gewaltausbrüche oder ähnliches.

crewmate hat geschrieben:
schefei hat geschrieben:Der beste Schutz sind IMO immer noch dedizierte Server.
Da könnte man dann auch gleich Cheat Server einrichten wo sich Cheater so richtig austoben dürfen ohne Strafen fürchten zu müssen.
Es geht ja gerade darum auf Ranked Servers zu cheaten, um besser abzuschneiden. Diese Leute wollen die Rangliste rauf klettern und ganz vorne dabei sein. Gerade im eSport.

Problematisch wird es, wenn Preisgeld involviert ist. Aber da gilt ja auch für "echten Sport".
Ich verstehe auch nicht, was private Server hierbei helfen sollten. Ich habe ja nix davon, dass es auch Community Server bei CS GO gibt, wenn ich einfach nur ein random Match spielen möchte. Davon ab, dass es ja auch null Motivation bringt unranked zu spielen.

Bei TF 2 gibt's jede Menge dezidierte Server und trotzdem wird gecheatet was das Zeug hält, wer will die Leute auch aufhalten? Ich meine da gibt's ja quasi null Kontrolle dann.
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Kajetan
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von Kajetan »

FuerstderSchatten hat geschrieben:Also Kameraüberwachung hilft wohl extrem gut bei der Aufklärung und ich denke sie senkt auch gewisse Delikte, natürlich weniger spontane Gewaltausbrüche oder ähnliches.
Nope. Videoüberwachung dient maximal nur zum Erzeugen einer Sicherheitsillusion.

http://www.golem.de/0709/54913.html
http://www.sueddeutsche.de/digital/uebe ... n-1.199517
https://wiki.piratenpartei.de/FAQ_Video%C3%BCberwachung
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FuerstderSchatten
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von FuerstderSchatten »

Kajetan hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben:Also Kameraüberwachung hilft wohl extrem gut bei der Aufklärung und ich denke sie senkt auch gewisse Delikte, natürlich weniger spontane Gewaltausbrüche oder ähnliches.
Nope. Videoüberwachung dient maximal nur zum Erzeugen einer Sicherheitsillusion.

http://www.golem.de/0709/54913.html
http://www.sueddeutsche.de/digital/uebe ... n-1.199517
https://wiki.piratenpartei.de/FAQ_Video%C3%BCberwachung
Natürlich hilft es nix, um spontane Kriminalität zu verhindern. Da braucht auch gar keiner dahinter zu sitzen. Das ist vergeudete Lebenszeit, das ein Mensch permanent auf 10 Monitore starren soll. Es hilft aber dabei sie aufzuklären. Wenn ich ein Bild vom Bankräuber habe oder vom Bahnhofsschläger hilft das ungemein. Das wirst du doch sicher auch anerkennen.

Keine Ahnung warum, das in London nicht funktioniert, vielleicht sind sie zu blöd dazu die Bilder aus der Kamera zu verarbeiten oder überfordert bei der Kameraflut die richtigen Kameras zu finden, beim Bahnhofsschläger in München hats jedenfalls geklappt. Durch die Kamera ist auch sehr gut belegt, was wirklich passiert ist, gemäß dem Fall. Zeugenaussagen sind nämlich alles andere als sicher und widersprechen sich, dass habe ich erst vor kurzem im Spiegel gelesen. Leider kann ich mit einem Link nicht dienen.

Und ein Piratenpartei-Link ist alles andere als eine fundierte Quelle zum Thema, weil die Piraten hierbei nicht unbedingt neutral sind und ihre Agenda durchdrücken wollen.
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Kajetan
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von Kajetan »

FuerstderSchatten hat geschrieben:Keine Ahnung warum, das in London nicht funktioniert, ...
WEIL ES NICHT FUNKTIONIERT!!!! :)

Videoüberwachung ist nur partiell sinnvoll. In spezifischen Bereichen für ganz spezifische Zwecke. Eine flächendeckende Dauervideoüberwachung aller öffentlichen Bereiche ist nutzlos, sinnlos, rausgeschmissenes Steuergeld.
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FuerstderSchatten
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von FuerstderSchatten »

Kajetan hat geschrieben:
FuerstderSchatten hat geschrieben:Keine Ahnung warum, das in London nicht funktioniert, ...
WEIL ES NICHT FUNKTIONIERT!!!! :)

Videoüberwachung ist nur partiell sinnvoll. In spezifischen Bereichen für ganz spezifische Zwecke. Eine flächendeckende Dauervideoüberwachung aller öffentlichen Bereiche ist nutzlos, sinnlos, rausgeschmissenes Steuergeld.
Ich habe auch nicht behauptet, dass man auf einem Marktplatz hunderte Kameras aufstellen soll. Eine tuts auch.

Und verhindern tut sie allemal nur Verbrechen, die geplant sind, bzw. diese Verbrechen werden dank Kamera anders geplant.

Die Polizei verhindert sicher effektiver Straftaten, aber meistens ist sie nun nicht überall. Zur Aufklärung sind Kameras allemal zu gebrauchen.

Und natürlich wird die Kamera dann als Ausrede benutzt um Polizeistellen abzubauen. Dann ist sie natürlich kontraproduktiv.

Ich habe jetzt sicher keine Lust Abhandlungen darüber zu lesen, wie gut Kameras im Vergleich zu gar nichts oder Zeugenaussagen abschneiden, oder ob sie ergänzend sinnvoll sind, davon ab, dass außer den Links zu den London, die ich auch innerhalb von Sekunden gefunden habe, es auch keine kurzen und knackigen Zeitungsartikel zum Thema gibt. Und in den Artikeln wurde auch kein sinnvoller Zusammenhang zwischen keine Kameras und Kameras erstellt. Was auch klar ist, weil nichts im Artikel darüber stand, in welchem Vierteln, mehr Kameras stehen und wie diese Viertel dann sozial abschneiden oder was es sonst noch für interessante Kennzahlen die Statistiken beeinflussen könnten.

Dort wird nur lapidar festgestellt, dass Viertel mit vielen Kameras keine Verbrechenseinbußen zu verzeichnen haben. Also das nicht wenige Verbrechen in den Vierteln mit vielen Kameras begangen wurden. Und dann wird verglichen mit Vierteln mit wenigen Kameras und behauptet, dass dort weniger Verbrechen begangen werden.

Ich finde nicht, dass das Beispiel London reicht um das Thema abschließend zu bewerten.
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casanoffi
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von casanoffi »

Wigggenz hat geschrieben:
Spoiler
Show
Was für dämliche Vergleiche, alle beide..

Erstmal hat das absolut nichts mit Betrug zu tun, der ein fest definierter Straftatbestand ist und von dem sich Exploit-Benutzer, die mal eben bei Destiny eine neue Farmhöhle entdeckt haben und sich über schnelles Ingame-Geld freuen, meilenweit entfernt bewegen.

Und zweitens lässt sich, im Gegensatz zu körperlichen Verletzungen (Messer verteilen, hat ja nicht lange gedauert bis die ersten hochmartialischen Untergangsmetaphern für Law-and-Order-Vorgehen kommen), durch Exploits Erworbenes wieder entfernen und die für anderen schädlichen Folgen (sofern denn überhaupt welche da sind) weitgehend rückgängig machen.
Mag sein, dass ich mich da nicht klar und differenziert genug ausgedrückt hatte.

Ich rede hier nicht von Fehlern im Spiel, die alle nutzen könnten. Ich rede von Hackern, die aktiv Veränderungen am Spiel vornehmen, die andere Spieler - im Gegensatz zu Exploits/Glitches - nicht nutzen können.
Unverwundbarkeit, Speed- und Wallhacks usw.
In meinen Augen ist es betrügerisches Verhalten gegenüber denen, die sich an die Regeln halten, die das Spiel vorgibt.

In diesen Fällen halte ich es für absolut nicht vertretbar, diese "Sicherheitslücken" einfach dem Entwickler in die Schuhe zu schieben, weil dieser nicht dafür gesorgt hat, dass sowas nicht passieren kann.

Daher wählte ich auch ganz absichtlich die Metapher "Da können wir ja gleich Messer verteilen".
Denn nichts anderes wäre das in meinen Augen, wenn man wissentlich betrügerisches Verhalt einfach damit abkanzelt, weil es eben nicht genug Sicherheitsmaßnahmen gab, um dieses Verhalten zu unterbinden...


Wigggenz hat geschrieben:
Spoiler
Show
Auch bei einer Metapher (vielmehr war das mit den Messern ein Vergleich) muss das tertium comparationis angmessen gewählt sein... das einzige Vergleichsdritte was mir bei dem Messervergleich einfällt ist ein Freibrief zur mutwilligen schweren Schädigung anderer. Und das ist nunmal ziemlich weit hergeholt.

Außerdem entspricht das wort "cheat" nicht "betrügen" sondern viel mehr "schummeln", wenn man denn mal die Augen ein klitzekleines bisschen weiter öffnet und nicht blind die ganze Liste aller möglichen Übersetzungen aus dem Wörterbuch allgemeingültig begreift, sondern mal ein klein wenig Kontext zulässt, und der Kontext ist nunmal das Bescheißen bei einem SPIEL. "Betrügen" ist -von Beziehungsbruch abgesehen- üblicherweise im Sinne von "defraud" zu verstehen, und das ist die wirtschaftlich kriminelle Variante.

Natürlich ist es nicht wünschenswert, wenn Fehler in einem Spiel von einigen ausgenutzt werden, um ihre eigene ingame-Position auf unvorhergesehene Weise zu verbessern... aber dafür sind Resets da, keine Strafen, zumal ich oben EXTRA SCHON GESCHRIEBEN HABE, dass das natürlich nur eingeschränkt gilt, wo es sich um ungewöhnlich schwere Fälle handelt, der Betreffende also voll bewusst durch Ausnutzen eines besonders schwer behebbaren Fehlers das allgemeine Spielerlebnis besonders schwer nachhaltig schädigt. Aber z.B. diejenigen zu bannen, die mal kurz zwischendurch an einer der früheren Farmhöhlen in Destiny halt gefarmt haben, ist völlig unverhältnismäßig und enthält als Aussage: "Wir Entwickler brauchen Bugs nicht zu fixen, wir bannen einfach alle Spieler die ihn nutzen, easy peasy."

Und dass Balmung mal wieder ein Ventil braucht, weil er in seiner Wut, dass aktuelle MMORPGs nicht mehr seinem persönlichen Geschmack entsprechen und Entwickler nicht auf ein goldenes Podest gestellt werden, nicht zurecht kommt, war ja klar, aber dafür hält man ja gerne den Kopf hin. Aber witzig ist es da von Argumenten zu schreiben, wenn von einem selber nichts als persönliche Beleidigungen und Diffarmierungen ausgehen. :D
Wie schon geschrieben, ich vermute mal, dass wir da etwas aneinander vorbeigeredet haben.
Bugs im Spiel, die gewisse unerwünschte Effekte hervorrufen, die dann alle Spieler ausnutzen können, waren nicht mein Bezug aufs Betrügen.
Das ist natürlich immer sehr ärgerlich, ich nutze diese Fehler nicht, weil ich es nicht brauche, um mich zu bespaßen. Ich halte es für nicht in Ordnung, diese auszunutzen, aber unterm Strich ist es ist mir so ziemlich egal, wenn andere sie nutzen, fertig.
Bugs sind Fehler, die der Entwickler zu verschulden hat. Spieler dafür zu bestrafen, halte ich für grenzwertig.
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Wigggenz
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von Wigggenz »

Dann haben wir tatsächlich aneinander vorbei geredet. Nichts anderes meinte ich mit Exploits etc. als das Ausnutzen von "allgemein zugänglichen" Bugs im Spiel.

Für "Bestrafungswürdig" halte auch ich jeden Eingriff von außen in das Spiel. Vielleicht habe ich mich nicht klar genug ausgedrückt, als ich von Tools geschrieben habe. Klingt natürlich erstmal nur nach Trainern und dergleichen, aber auch um in die Spieldateien an sich einzugreifen, und sich so einen Vorteil zu verschaffen, braucht man ja in der Regel ein Tool oder nicht? :D

In der jetzigen Form kann ich deinen Post aber voll unterschreiben. Wenn ich mildere Handhabe gefordert habe, habe ich mich tatsächlich nur auf das Nutzen von Bugs bezogen.
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von Jankiesnnae »

Clank hat geschrieben:
bohni hat geschrieben:
Ich finde, dass alles erlaubt ist was möglich ist, weil ich das Spiel ja auch gekauft habe und damit machen kann was ich will. Falls manche Sachen nicht möglich sein sollen, muss mich das Spiel daran hindern, oder ich muss vor dem Kauf darüber aufgeklärt werden. Dass der Hersteller danach angelaufen kommt und mir mein Spiel und meine Zeit klaut, finde ich absolut nicht in Ordnung.
Du hast kein Spiel gekauft. Du hast ein Nutzungsrecht gekauft dieses Spiel spielen zu dürfen. Und in Online spielen hat der Betreiber immer noch Hausrecht und kann jeden vor die Tür setzen den er will.
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crewmate
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Re: GDC Europe 2015: Eugen Harton über den Kampf gegen Cheater und das Geschäft mit den Cheates

Beitrag von crewmate »

In Ranked Matches.
Ich habe kein Problem mit dedizierten Cheater Servern, in denen man cheaten und hacken kann bis die Finger bluten. Aber darum geht es nicht. Es geht den Cheatern ja gerade um die Ranked Matches. Der nächste Level, neues Loadout, Ruhm (ja ja). Diese Leute sehen sich die großen Turniere an.
Wenn sie nicht sogar selbst teilnehmen und sich das Preis Geld schnappen wollen. Das ist imo auf einem Level mit Doping. Wie viel ist im Topf der International s von Dota 2? Viel Geld