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mr. mojo risin
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Beitrag von mr. mojo risin »

das hat einen eigenen beitrag verdient...

the americans, staffel 1. bin absolut begeistert, schon lange nicht mehr die nacht nur wegen ner serie durchgemacht. ^^

extrem stark, höchst spannend, von der ersten minute der ersten folge bis zum letzten abspann hats mich vollkommen gefesselt. fast wortwörtlich, habe mir regelrecht den arsch wundgesessen durchs stundenlange glotzen. :ugly:

fantastischer einstieg, es geht direkt voll zur sache mit einer undercovermission mit allem drum und dran - ein ausgeklügelter und (beinahe) minutiös durchgeführter plan, teamwork, zurschaustellung von allerlei kampf-, camouflage- und überredungskünsten, alles jedoch nicht zu dick aufgetragen, dann geht natürlich was schief und es muss improvisiert werden usw. :D

toller mix aus familienleben und familiären problemen, die sich aus "plan-ehe", doppelleben und ahnungslosen kindern, nachbarn, arbeitskollegen ergeben, rückblicke in die ausbildung und persönliche schicksale der agenten, 80er jahre zeitgeist, kaltem (und nicht so kaltem) krieg, spionagetechnik und -methoden, geheime botschaften und treffen und und und.

es wird wie gesagt gott sei dank nicht zu dick aufgetragen, so dass man nie den eindruck hat, die kgb'ler (oder "echten" amis) wären übermächtige elitesoldaten, lauter interessante charaktere, verstrickungen und heikle situationen... außerdem viele gut geschriebene storytwists, die nie das gefühl vermitteln, man wolle einen dramatischen höhepunkt atemlos mit dem nächsten übertreffen.

fazit: einfach perfekt. muss sich jeder spionage-liebhaber ansehen. ich kann die zweite staffel jetzt schon kaum erwarten. :Hüpf:
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NomDeGuerre
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Beitrag von NomDeGuerre »

mr. mojo risin hat geschrieben:[...]
the americans
[...]
Kann ich so unterschreiben. Interessant ist, wie die Dimensionen verschwimmen, die eigentliche Tarnidentität zur Realität wird und die sich daraus ergebenen Zweifel. Auch, dass der moralische Aspekt nie so recht eindeutig ist. Begeht jemand Verrat, handelt er integer, trifft beides zu? Die spärlichen Rückblicke, durch die die Charaktere an Tiefe gewinnen und die ihr Handeln erklären, sind auch sehr gut.

Halt and Catch Fire ist die Serie, die mich zuletzt begeistert hat. Schwer zu beschreiben, da der Plot eigentlich eher dröge klingt.. Es geht um die Entwicklung eines frühen PC. Interessanter ist aber die Dyamik: Aufbruch, Brillanz, von einer Vision so überzeugt zu sein, dass einen nicht mal die Götter (in diesem Fall: IBM) aufhalten können. Der Nerd als Prometheus... oder so.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

NomDeGuerre hat geschrieben:
mr. mojo risin hat geschrieben:[...]
the americans
[...]
Kann ich so unterschreiben. Interessant ist, wie die Dimensionen verschwimmen, die eigentliche Tarnidentität zur Realität wird und die sich daraus ergebenen Zweifel. Auch, dass der moralische Aspekt nie so recht eindeutig ist. Begeht jemand Verrat, handelt er integer, trifft beides zu? Die spärlichen Rückblicke, durch die die Charaktere an Tiefe gewinnen und die ihr Handeln erklären, sind auch sehr gut.
Zumal man diese Serie komplett Meta gucken kann, denn absolut alles was in dieser Serie passiert steht metaphorisch für die Ereignisse und Probleme in einer Ehe. Jede Mission symbolisiert einen spezifischen Konflikt.
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NomDeGuerre
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Beitrag von NomDeGuerre »

Wulgaru hat geschrieben:Zumal man diese Serie komplett Meta gucken kann, denn absolut alles was in dieser Serie passiert steht metaphorisch für die Ereignisse und Probleme in einer Ehe. Jede Mission symbolisiert einen spezifischen Konflikt.
Das ist mir so noch nicht aufgefallen, muss ich mal drauf achten. Konzeptionell würde das jedenfalls Sinn ergeben.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Brachte in jedem Falle Spaß das ein zweites mal zu gucken, gerade wenn man alles weiß. Das Zusammenspiel der beiden Hauptfiguren bzw. diese Chemie sieht man echt sehr selten auf der Leinwand, vor allem weil es ja gerade nicht kitschig ala egal was passiert wenigstens halten wir zusammen is.

Bild

Episode 01

Historien-Horror-serie die aufwendig gemacht ist, hat bei mir ja schon einmal gewonnen, dieses Salemdings ist sowieso immer schön lovecraftisch. Mal gespannt ob die Serie hält was sie verspricht.

Nebenbei finde ich sowohl hier als auch bei True Blood irgendwie immer witzig das zumindest in solchen Szenarien die bigotten Christen im Grunde absolut nen Punkt haben in ihrem Hass....fucking witches kill them. :D
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electroma
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Beitrag von electroma »

Staffel 1 Orange is the new black

Bild

Wir haben alle Folgen der ersten Staffel innerhalb 3-4 Tage geschaut. Die einzelnen Charaktere bekommen genügend Raum um sich als eigene Persönlichkeiten herauszustellen. Es gibt immer wieder eingeworfene Backstorys zu den Damen welche ihre Verhaltensweisen und Charakterzüge sehr gut erklären und dadurch ihr handeln nachvollziehbar machen.

8,5 / 10
mr. mojo risin
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Beitrag von mr. mojo risin »

was mich ebenfalls an the americans begeistert hat, ist die schauspielerische leistung, besonders von matthew rhys.

wenn die beiden helden, "philip" und "elizabeth", sich verkleiden und in neue rollen schlüpfen, um an wichtige personen oder informationen ranzukommen, setzen sie sich nicht nur brillen und perücken auf und kleben falsche bärte an - auch die persönlichkeiten ändern sich teilweise radikal.

höhepunkt ist rhys als mischa als philip als clark westerfield. aus dem lockeren aber ein wenig einfältigen 08/15-familienvater (philip) wird ein intelligenter, aber sozial nahezu inkompetenter nerd (clark westerfield) - und beides sind rollen, die mit der eigentlichen person fast überhaupt nix zu tun haben. :D

dass es insgesamt kaum schwarz-weiß-malerei im sinne von gut und böse gibt, ist zwar meiner meinung nach fast als grundvoraussetzung anzusehen, um sone serie intelligent und tiefgehend zu gestalten, wurde aber in jedem falle toll umgesetzt.
die beiden hauptfiguren befinden sich im ständigen kampf mit dem eigenen gewissen, wieviel loyalität wert sei und was für risiken sie auf sich nehmen wollen, um mütterchen russland zu dienen.
was wäre das geringere übel: eine beinahe aussichtslose, hochriskante mission extrem kurzfristig auszuführen, unter dem risiko, entweder zu sterben oder aufzufliegen und die eigenen kinder einer höchst ungewissen zukunft auszusetzen, oder sich dem fbi zu stellen und die kgb-verbindungsleute zu verkaufen, im austausch für ein neues leben mit den kindern im zeugenschutzprogramm?
was würde man den kindern im letzteren falle erzählen? wie wahrscheinlich wäre es, dass man nie vom kgb gefunden und getötet würde?

philip und elizabeth liegen oftmals auch untereinander im konflikt über verwandte themen, was natürlich ein problem nicht nur für den job darstellt, sondern auch für die langsam entstehenden "echten" gefühle füreinander, die es in deren zweck-ehe jahrelang nicht gegeben hat.

einfach brillant, diese serie. wann kommt staffel 2 auf dvd heraus? :D

€: nur die beziehung zwischen eltern und kindern ist mir manchmal etwas zu kurz gekommen. da hätte man mehr draus machen können, indem man zb zeigt, wie die kinder mehr und mehr zu amerikanischen patrioten werden, während die eltern versuchen, sie unbewusst in die andere richtung zu lenken.
das wird während der gesamten ersten staffel nur ein, zwei mal kurz angeschnitten, mit kommentaren wie "ist es das, was sie euch im geschichtsunterricht beibringen?"
(ist aber wirklich erbsenzählerei. ^^)
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Nun, es trifft sich gut das die Leute die das gemacht haben dessen durchaus bewusst sind. In Staffel 2 kann ich dir versprechen das es unter anderem mehr um die Kinder geht. Das wäre aber auch sonst zu durcheinander gewesen in dieser Staffel, weil die Charakterisierung der beiden Eheleute genau die Zeit brauchte die sie in der Staffel eben auch eingenommen hat.
mr. mojo risin
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Beitrag von mr. mojo risin »

ah, du kennst staffel 2 schon? super, dann kannst du mir bestimmt kurz ohne zu spoilern verraten, ob das sehr hohe niveau gehalten werden konnte? :)

zu den kindern: ja, hatte mir nach dem ende von staffel 1 schon gedacht, dass die mehr in den fokus rücken könnten, denn...
Spoiler
Show
die tochter, paige, ist ja 13 (afaik) und ein paar jahre älter als ihr bruder, und sie hat ganz am ende der ersten staffel schon erste "zweifel". offensichtlich nix konkretes, aber irgendwas kam ihr komisch vor, als sie nachts mal ihre mutter suchte und das bett im elterlichen schlafzimmer völlig unangetastet war. elizabeth kommt dann aus der garage und sagt, sie hätte die wäsche zusammen gelegt - mitten in der nacht. später geht paige dann in die garage und sieht tatsächlich haufenweise gefaltete wäsche, aber an ihrem blick und wie sie sich umsah merkte man schon, dass ihr irgendetwas nicht ganz koscher vorkam - ohne zu wissen, was genau. ;)
<3

gibts eigtl vergleichbare serien? es gibt ja zb noch homeland und the blacklist, die sich zumindest auch im weiteren sinne um fbi/cia, spionage usw drehen. kennt die jemand und kann sie empfehlen? (oder davon abraten? :mrgreen: )
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Wenn es dir um diese Familienkomponente geht, empfehle ich immer gerne Mad Men und in letzter Zeit auch gerne Ray Donovan. Das sind jetzt zwar keine Spionagesachen, aber schon so mit diesem doppeltem Boden und schöner Fassade.

Zur zweiten Staffel finde ich eigentlich schon das sie das Niveau halten kann. Es ist ein bisschen anders was die Erzählweise angeht, aber man könnte auch sagen moderner, weil die Missionen ja schon ein bisschen was vom Monster der Woche haben in der ersten Staffel.
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(x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt
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Beitrag von (x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt »

Ray donovan startet im juli in die dritte staffel. Ray leidet mir zu sehr unter hypocrisy. Dreck am stecken in jeder Kammer, aber macht immer einen auf Moralapostel oder bestraft anderer leute Fehler, die er selber begeht. Aber die nebendarsteller machen die show in einem cleveren Plot. Doch ohne mikey würde ich es nicht schauen. Ich habe noch nie so einen coolen ü 70er in einer Serie gesehen, maximal Arthur aus king of queens.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

? Ray Donovan macht nie einen auf Moralapostel. Ihm ist so gut wie alles scheißegal, er hat keine Skrupel und will das es gemacht wird wie er sagt wenn ihm was nicht egal ist. Er ist das absolute Gegenteil eines Moralapostels. Seine Frau und sein Vater sind da was Bigotterie angeht sehr viel weiter vorne dabei, aber das macht deren Figuren auch so interessant.
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(x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt
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Beitrag von (x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt »

Spoiler
Show
Er schlägt einen stalker zum Krüppel, aber er von der gestalkten gestalkt wurde hat er ihr nur handschellen angelegt. Uhh da war richtiger gerichtigkeitswahn dahinter als er ihm feierlich erklärt hat er möchte ihn nie wieder in ihrer Nähe sehen. Umgekehrt gab es nur ein paar belehrende Worte. Oder hat er diesen irren showstar, der den stalker gekillt hat der Polizei übergeben, weil es "richtig" ist. Obwohl er in seiner vergangenheit er und sein "erster mann" einen Haufen umgebracht haben, ganz zu schweigen von den ganzen indirekten Toten die die anheuerung des fbi-gesuchten in der ersten staffel zur Folge hatten. Auch denkt er dem Mann mit dem seine Frau ausgeht erklären zu müssen, das er das nicht darf, obwohl er dieses Verhalten der Frau durch seine eigene affären ausgelöst hat. Usw.
Nein Wulgaru er hat einen "Moralkompass" oder besser glaubt einen zu haben. Nicht anders muss sich mickey ständig anhören, das er das leben nicht verdient hat, wegen seinen vergangenen taten. Das ist fern von "egal" Oder genau das ist es, er ist egoistisch und selbstgefällig glaubt aber er macht das weil er damit der Welt hilft.
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Wulgaru
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Beitrag von Wulgaru »

Also seine Meinung zu Mickey hat wie du weißt seinen Grund und selbst wenn er eine Art zweiter Hitler wäre, wäre die Tatsache das er ihn aufgrund beider Vergangenheit hasst glaube ich immer noch gerechtfertigt.
Spoiler
Show
Wer wissentlich ignoriert wie sein Sohn wieder und wieder vergewaltigt wird, weil das ganze nicht in sein Machoweltbild passt.....nun ja
Mickey hat verschissen und hat zumindest von Rays Seite jeden Vorwurf verdient den er nur kriegen kann, vor allem weil er das ganze ja niemals eingesehen hat.

Ich glaube was du meinst ist sein sehr primitiver Bostonkodex, aber das ist eher eine Gangstermentalität als alles andere. Aus seiner Sicht tut er das beste für seine Familie, das dies objektiv natürlich oft verwerflich und kontraproduktiv ist ist klar, aber in welchem Universum das als Moralapostel daherkäme weiß ich auch nicht. Ich glaube nicht das Ray sich als guten Menschen sieht der stets richtig handelt.
mr. mojo risin
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Beitrag von mr. mojo risin »

in ray donovan habe ich vorn paar tagen reingesehen, die ersten vier folgen inwischen. und da ich nun halt die erste staffel hier habe, werde ich die wohl früher oder später auch komplett sehen - aber eher später, wenn ich sonst alles andere doppelt durch habe. ;)

ich fand die ersten vier folgen langweilig, belanglos, durchschnittlich... außerdem fehlt mir wenigstens ein sympathischer, cooler charakter, auf dessen szenen ich mich freuen würde.
es ist nach vier folgen natürlich noch nicht so wahnsinnig viel passiert, aber mein erster eindruck ist, dass das storytelling ein wenig ziellos vonstatten geht. ich habe kaum das gefühl, dass bestimmte handlungen der charaktere einen durchdachten zweck haben, um die geschichte voran zu treiben. und ich kanns im moment nicht besser in worte fassen, aber es scheint (fast) alles nur "einfach so" zu passieren. es plätschert eben so dahin.

also da müsste im verlaufe der ersten staffel noch gewaltig was passieren und sich einiges ändern, um bei mir ein verlangen danach zu wecken, mehr davon zu sehen. und nach meinem ersteindruck würde ich ray donovan definitiv nicht weiter empfehlen.

und zu meiner frage von oben: nein, ich meinte weniger die familiären aspekte von the americans als die serie als ganzes, also obs vergleichbares gibt. mad men kenne ich allerdings noch nicht, bin natürlich schon desöfteren drüber gestolpert, aber hab nie reingeschaut.