4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen?

Hier könnt ihr über Trailer, Video-Fazit & Co diskutieren.

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saxxon.de
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von saxxon.de »

mr archer hat geschrieben:Oder mal versuchsweise ein Internet-Radio - Format von 4p? Mal so in die Gegend gesponnen.
Keine Ahnung, ob das der Redaktion bekannt ist, aber die Rocket Beans (auch auf Twitch und Youtube zu finden) haben z.B. ein Format, bei dem Zuschauer auf einen TS3-Server joinen können und die Moderatoren ziehen sich dann einzelne User für ein kurzes Gespräch in einen ansonsten geschlossenen Channel - etwa so wie bei einer Call In-Talkshow, nur dass die Moderatoren sich die User eben aussuchen.

Man könnte hier auf 4p z.B. wenn man einen bestimmten Talk vorbereitet einen Thread dazu veröffentlichen, z.B. im Spielkultur-Unterforum und dort erstmal Meinungen sammeln. Wenn die Redaktion z.B. absehen kann: "in 2, 3 Tagen machen wir einen Talk zum Thema Gewalt in Videospielen", könnte man ein paar Kernfragen zum Thema in den Thread posten und die User haben ein paar Tage Zeit, dazu posten. Jörg & Co. sind ja ohnehin oft im Forum unterwegs und könnten dann in dem Thread immer wieder mal ein bisschen mitlesen und Posts, die interessante Punkte ansprechen entweder selbst im Talk ansprechen - das wäre dann die passivere Methode. Oder man übernimmt die Idee mit dem TS3-Server / Skype / Steam Voicechat / Whatever und lädt sich einen oder zwei User mit in die Diskussion, die im Thread interessante Standpunkte vertreten haben.

Wenn ich eine Art interaktiven Talk veranstalten wollte, würd' ich jedenfalls sowas in der Richtung ausprobieren.
Lil Ill
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Lil Ill »

Meiner Meinung nach haben auch Spiele wie Hatred eine Daseinsberechtigung. Allerdings werden Spiele, sowie Filme und Bücher, wo Gewalt ein reiner Selbstzweck ist auch zurecht mit niedrigen Bewertungen abgestraft. Aus dem Alter, wo ich Spiele rein aus dem Grund geil fand, weil sie explizite Gewalt darstellen oder vielleicht auch auf dem Index stehen, bin ich schon längst raus. Ich habe nichts gegen Spiele, wo explizite Gewalt dargestellt wird oder wo man auch den Bösewicht spielt, solange ein gewisser Kontext geliefert wird. Darüber hinaus sollte man aber auch selbst reflektieren wo die eigene Grenze des guten Geschmacks liegt und ob es sich Lohnt für ein unterdurchschnittlich gutes Spiel mit einer Amoklauf Marketingmasche sein Geld auszugeben, nur um sich auf Grund der reinen Provokation selbst cool zu fühlen.
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Imperator Palpatine
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Imperator Palpatine »

LePie hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben:Wir haben bis heute beispielweise auch keinen einzigen bekannten Shooter im Bereich des 2. Weltkrieges gesehen bei dem man eine Story mit einem Soldaten der Achsenmächte spielt. Den selbst wenn es die gleichen Handlungen wie bei der x-ten Invasion in der Normandie sind, ist es plötzlich " schlechte " Gewalt und ein Tabu.
Ich denke nicht, dass diese Vermeidungshaltung sich auf die Handlungen an sich bezieht, sondern eher auf die Motivation der handelnden Figuren. Die Motivation zum Vorantreiben des Plots hinter einem Standard-WW2-Shooter kann man ja sehr leicht mit "das da drüben sind halt die Bösen, halt drauf" einleiten, spielt man jedoch eine Figur aufseiten der Achsenmächte, so funktioniert ein derart unreflektierter Plot schon nicht mehr ohne weiteres.
Hierfür wäre eine weitaus feinere Charakterzeichnung vonnöten, aber da der Großteil der Entwickler in diesen Feldern völlige Nieten sind, vermeiden sie so einen Perspektivwechsel rigoros.
Im Film ist man - wieder einmal, möchte man sagen - ein Stück weiter, siehe etwa Letters from Iwo Jima.
Sehr richtig. Was in Strategiespielen wie Company of Heroes ohne Probleme funktioniert scheitert im Shooterbereich an der mangelnden Charakterisierung und Plot.

Im Zusammenhang zum Film sei hier auch " Band of Brothers " genannt bei dem man zwar einer amerikanischen Einheit folgt, der deutsche Gegner - die Wehrmacht - jedoch durchgehend als Gegner beschrieben wird und nicht als das ultimative Böse. Dies wird insbesondere in der letzten Episode und der Ansprache des Generals deutlich.
https://www.youtube.com/watch?v=VcMk85ZsBh0
Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 09.06.2015 18:16, insgesamt 2-mal geändert.
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mr archer
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von mr archer »

saxxon.de hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben:Oder mal versuchsweise ein Internet-Radio - Format von 4p? Mal so in die Gegend gesponnen.
Keine Ahnung, ob das der Redaktion bekannt ist, aber die Rocket Beans (auch auf Twitch und Youtube zu finden) haben z.B. ein Format, bei dem Zuschauer auf einen TS3-Server joinen können und die Moderatoren ziehen sich dann einzelne User für ein kurzes Gespräch in einen ansonsten geschlossenen Channel - etwa so wie bei einer Call In-Talkshow, nur dass die Moderatoren sich die User eben aussuchen.

Man könnte hier auf 4p z.B. wenn man einen bestimmten Talk vorbereitet einen Thread dazu veröffentlichen, z.B. im Spielkultur-Unterforum und dort erstmal Meinungen sammeln. Wenn die Redaktion z.B. absehen kann: "in 2, 3 Tagen machen wir einen Talk zum Thema Gewalt in Videospielen", könnte man ein paar Kernfragen zum Thema in den Thread posten und die User haben ein paar Tage Zeit, dazu posten. Jörg & Co. sind ja ohnehin oft im Forum unterwegs und könnten dann in dem Thread immer wieder mal ein bisschen mitlesen und Posts, die interessante Punkte ansprechen entweder selbst im Talk ansprechen - das wäre dann die passivere Methode. Oder man übernimmt die Idee mit dem TS3-Server / Skype / Steam Voicechat / Whatever und lädt sich einen oder zwei User mit in die Diskussion, die im Thread interessante Standpunkte vertreten haben.

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Imperator Palpatine
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Imperator Palpatine »

mr archer hat geschrieben:
saxxon.de hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben:Oder mal versuchsweise ein Internet-Radio - Format von 4p? Mal so in die Gegend gesponnen.
Keine Ahnung, ob das der Redaktion bekannt ist, aber die Rocket Beans (auch auf Twitch und Youtube zu finden) haben z.B. ein Format, bei dem Zuschauer auf einen TS3-Server joinen können und die Moderatoren ziehen sich dann einzelne User für ein kurzes Gespräch in einen ansonsten geschlossenen Channel - etwa so wie bei einer Call In-Talkshow, nur dass die Moderatoren sich die User eben aussuchen.

Man könnte hier auf 4p z.B. wenn man einen bestimmten Talk vorbereitet einen Thread dazu veröffentlichen, z.B. im Spielkultur-Unterforum und dort erstmal Meinungen sammeln. Wenn die Redaktion z.B. absehen kann: "in 2, 3 Tagen machen wir einen Talk zum Thema Gewalt in Videospielen", könnte man ein paar Kernfragen zum Thema in den Thread posten und die User haben ein paar Tage Zeit, dazu posten. Jörg & Co. sind ja ohnehin oft im Forum unterwegs und könnten dann in dem Thread immer wieder mal ein bisschen mitlesen und Posts, die interessante Punkte ansprechen entweder selbst im Talk ansprechen - das wäre dann die passivere Methode. Oder man übernimmt die Idee mit dem TS3-Server / Skype / Steam Voicechat / Whatever und lädt sich einen oder zwei User mit in die Diskussion, die im Thread interessante Standpunkte vertreten haben.

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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Gast »

Imperator Palpatine hat geschrieben:
mr archer hat geschrieben:
saxxon.de hat geschrieben:Keine Ahnung, ob das der Redaktion bekannt ist, aber die Rocket Beans (auch auf Twitch und Youtube zu finden) haben z.B. ein Format, bei dem Zuschauer auf einen TS3-Server joinen können und die Moderatoren ziehen sich dann einzelne User für ein kurzes Gespräch in einen ansonsten geschlossenen Channel - etwa so wie bei einer Call In-Talkshow, nur dass die Moderatoren sich die User eben aussuchen.

Man könnte hier auf 4p z.B. wenn man einen bestimmten Talk vorbereitet einen Thread dazu veröffentlichen, z.B. im Spielkultur-Unterforum und dort erstmal Meinungen sammeln. Wenn die Redaktion z.B. absehen kann: "in 2, 3 Tagen machen wir einen Talk zum Thema Gewalt in Videospielen", könnte man ein paar Kernfragen zum Thema in den Thread posten und die User haben ein paar Tage Zeit, dazu posten. Jörg & Co. sind ja ohnehin oft im Forum unterwegs und könnten dann in dem Thread immer wieder mal ein bisschen mitlesen und Posts, die interessante Punkte ansprechen entweder selbst im Talk ansprechen - das wäre dann die passivere Methode. Oder man übernimmt die Idee mit dem TS3-Server / Skype / Steam Voicechat / Whatever und lädt sich einen oder zwei User mit in die Diskussion, die im Thread interessante Standpunkte vertreten haben.

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NomDeGuerre
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von NomDeGuerre »

mr archer hat geschrieben:
NomDeGuerre hat geschrieben:
ein gesundes Maß an Gewalt^^
Bin mir gerade nicht ganz sicher, aber konnte man Postal 2 nicht ohne einen einzigen Kill durchspielen?
Ja. Das macht ja auch den satirischen Gehalt des Spiels in seinem Kern aus. Kreiere eine Welt, in der jeder/jede Einzelne dem Protagonisten maximal und auch für den Spieler nachvollziehbar auf den Zeiger geht. Fülle diese Welt mit lauter garstigen Mordwerkzeugen und -möglichkeiten. Und dann: Start frei. Your choice. Versuche, Pazifist zu bleiben.
Verdammt, ich verspüre gerade den Zwang, das auszuprobieren. Mein erster Durchgang war jedenfalls nicht pazifistisch.
Lil Ill
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Lil Ill »

Hiri hat geschrieben:Gewalt ist völlig okay in Spielen in einem gesunden Maß.
Wenn aber Spiele Gewalt als gut oder geil darstellen dann geht es zu weit.
Gutes Beispiel find ich ist da Postal 2. Dort wird Gewalt als positiv und ganz toll dargestellt. Auf Passanten urinieren und Körperteile abhacken usw. Voll unnötig. Wer sowas lustig findet hat in meinen Augen ein an der Waffel.
Ein AC zum Beispiel wird aber auch immer gewaltgeiler.
Gut, dass du gerade Postal 2 als Beispiel aufgreifst, weil ich Postal 2 im Gegensatz zu einem Hatred gut finde.

Der Grund liegt darin, dass man in Postal 2 als Missionen alltägliche Aufgaben bekommt, welche man auch komplett ohne Gewaltanwendung lösen kann.

Das komplette Spiel ist quasi eine satirische Darstellung wie Menschen ticken.

In dem Spiel liegen z.B. überall Waffen rum, was quasi eine Anspielung auf die leichte Zugänglichkeit zu Waffen und die Schießwütigkeit in den USA ist.
Der Knackpunkt liegt dann aber darin, dass man diese Gegebenheit in den USA zwar verteufelt, sich aber in dem Spiel selbst dabei ertappt, wie man auf Grund der leichten Zugänglichkeit zu Waffen schneller dazu bereit ist von diesen Gebrauch zu machen, obwohl es garnicht nötig wäre.

Ein anderes Beispiel wären die Demonstranten, ziemlich am Anfang des Spiels, welche gegen Gewalt in Spielen protestieren aber kurz darauf mit Sturmgewehren bewaffnet einen Spieleentwicklerfirma stürmen.

Postal 2 provoziert zwar zur Gewaltanwendung, belässt diese aber rein optional. Sie ist kein Bestandteil eines Missionsziels. Ja, es gibt Features wie man gewisse Gewaltfantasien ausleben kann, ob man diese aber auch nutzt ist dem Spieler selbst überlassen. Selbst wenn man eine Person erschossen hat, ist man nicht dazu gezwungen auch noch draufzupinkeln.

Das macht meiner Meinung nach Postal 2 auch zu einem satirischen Kunstwerk. Es ist für weitreichende Interpretationen zugänglich, während Hatered ein äußerst oberflächliches Spiel ist, wo Gewalt der reine Selbstzweck ist.
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3nfant 7errible
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von 3nfant 7errible »

LePie hat geschrieben: Im Film ist man - wieder einmal, möchte man sagen - ein Stück weiter, siehe etwa Letters from Iwo Jima.
Im Film und der Literatur ist man sogar schon so weit, dass man hinten wieder rausgekommen ist ^^

Während es in beiden erstgenannten schon längst erlaubt ist Fragen offen zu lassen, den Mut zur Lücke findet und den Zuschauer/Leser über Motivationen spekulieren lässt, Freiräume für Interpretationen bietet, ihn über den psychischen Gesundheitszustand einer Figur im Unklaren lässt (ist das alles wirklich passiert oder hat er sich das ganze nur eingebildet?) oder ihn mit verstörenden Erklärungen zu einer fürchterlichen Tat zurücklässt (er tat es, weil er es konnte. Punkt.), (ich hatte eine glückliche Kindheit, wurde nie geschlagen, missbraucht oder gemobbt und trotzdem tue ich heute was ich tue), muss im Spiel noch alles haarklein erklärt und auf dem Silbertablett serviert werden. Motive müssen eindeutig dargestellt werden und für jeden nachvollziehbar sein.
Dabei ergibt sich doch gerade für ein Unterhaltungsprodukt ein extra Schock-, Horror-, Grusel-Effekt, wenn etwas auch einfach mal unerklärlich bleibt.

Überhaupt ist dieses Beharren auf Antworten und Rechtfertigungen nichts was Spiele zu Film & Buch aufschliessen lässt, im Gegenteil, es ist eine Bremse und hält sie unnötig in den Kinderschuhen. Gerade bei Gewalt, Sex und Tabuthemen sind die Diskussionen einfach nur erbärmlich rückständig. In einem Film kann man zeigen wie ein Schwuler von einer Gruppe homophober Hinterwäldler zusammenschlagen wird, die gleiche Szene in einem Spiel würde gleich zu einem (Twitter-)Shitstorm der Berufs-Empörten führen. Jeder nackte Nippel und jeder kleine cm nackte Haut muss sich in Spielen erklären, während man sich in Büchern schon seit Ewigkeiten durchs ganze Haus oder Dorf fickt. Ach, selbst antike Theater waren da schon weiter.
Wenn sich der Böse, oder eine verkommene Gruppe von Bösewichten an Gewalt ergötzt, dann wird diese in der Regel comichaft, überzogen, satirisch dargestellt. Borderlands, anyone? Ernst und realistisch... da traut sich kaum jemand ran.
Das Thema Rassismus wird in Fantasy- oder andere fiktive Welten verlagert, weil der realistische Rassismus unserer Welt ein zu unbequemes Thema ist.
Eine ganze Schar menschlicher Facetten können in Spielen nicht dargestellt oder thematisiert werden, weil zu viele Leute darin immer noch ein Kinderspielzeug sehen und/oder ihnen eine Verantwortung aufbürden, die zum einen nicht logisch hergeleitet werden kann und zum anderen auch kein anderes Unterhaltungsmedium tragen muss.
Auch der Drang zum "Guten Ende" scheint in Spielen im Vergleich zu den anderen Medien immer noch überdurchschnittlich hoch zu sein, was es nur noch kindischer erscheinen lässt. Nur seltenst gewinnt das Böse, nur seltenst stirbt der Held (auch weil es ja unbedingt immer eine Fortsetzung geben muss :ugly: ), die Bösewichter erhalten so gut wie immer ihre gerechte Strafe. Krankheiten bleiben ebenfalls aussen vor.

Es ist schon witzig, da bildet man sich ein mit einer "erwachsenen" Kritik den Spielen voran zu helfen, aber in Wirklichkeit hält man sie dadurch nur klein. Auch Fehler müssen erlaubt werden, dadurch lernt man nur. Man sieht es auch besonders an den Animationen. Kampfanimationen sind fast schon perfektioniert, inklusive einer überzeugenden wütenden, hasserfüllten Mimik. Weil Gewalt in Spielen immer schon da war. Dagegen sieht es immer noch unheimlich steif und dämlich aus, wenn 2 Charaktere sich küssen, Zuneigung bekunden oder poppn'.
Die Leute haben einfach keine Übung darin, und zu sagen dann sollen sie es eben ganz sein lassen, wäre einfach falsch. Und das gilt für alle Dinge und Themen, die in Spielen bislang entweder noch gar nicht oder nur oberflächlich angesprochen wurden.

Lasst die Leute einfach machen. Kommt vielleicht viel Mist bei raus, aber die Wahrscheinlichkeit ist auch höher, dass man schneller lernt, sich mehr traut und es allgemein mehr Vielfalt gibt als wenn man ihnen bei jedem kleinen Furz immer gleich auf die Finger haut.
Zuletzt geändert von 3nfant 7errible am 09.06.2015 19:05, insgesamt 1-mal geändert.
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Randall Flagg78
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Randall Flagg78 »

___gollum___ hat geschrieben:
Randall Flagg78 hat geschrieben: Da dachte ich noch: So etwas in einem Spiel und all würden ausflippen. Das wäre nicht machbar. In einem Buch dagegen, kräht kein Hahn danach und niemand würde auf die Idee kommen, mich davor schützen zu wollen..
Für mich ist der große Unterschied, dass du hier von einer einzelnen Szene im Buch redest, während bei den Spielen, bei denen mich "krasse" Gewaltdarstellung persönlich stört, das einfach die ganze Zeit im Spielablauf haben. Gegner verbrennen in Bioshock Infinite, Gliedmaße abtrennen in L4D2, etc. - jetzt mal abgesehen davon, ob man das toll findet oder nicht, ist das doch grundlegend unterschiedlich in der Art, wie Gewalt gezeigt/genutzt wird.
Das ist doch genau das, was hier kritisiert wird. Es muss eine Weiterentwicklung stattfinden und Szenarien, wo der Spieler auch mal darüber reflektiert, was er da tut und nicht einfach die nächste Combo runter rattert.
Genau darum geht es doch. Eben mal keinen "Spaß" daran zu haben, sondern sich bewusst zu machen, dass man dort gerade etwas grenzwertiges tut/erlebt.
Etwas, was auch mal nicht unbedingt unterhalten muss. Es gibt Filme/Bücher, nach denen man sich auch mal nicht so gut fühlt, schockiert ist und dergleichen.
Das geht doch in Spielen zumeist völlig unter, eben weil so beliebig integriert wird. Du rennst da also offene Türen ein. ;)
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WH173W0LF
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von WH173W0LF »

Sehr schönes Video. Ich bin überrascht welche Facetten von Gewalt besprochen wurden. Falling Down - Ein ganz normaler Tag. Exzellenter Film.
Arteas
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Arteas »

Welches Spiel hat Manson eigentlich gespielt, oder General Custer,also Massenmörder vor der "Gewaltmedien"-Zeit ?

Bloedsinn-Diskussion mit Bloedsinn-Faktor, um ein Bloedsinn-Thema.
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Nightmare King Grimm
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Nightmare King Grimm »

Randall Flagg78 hat geschrieben: Das ist doch genau das, was hier kritisiert wird. Es muss eine Weiterentwicklung stattfinden und Szenarien, wo der Spieler auch mal darüber reflektiert, was er da tut und nicht einfach die nächste Combo runter rattert.
Genau darum geht es doch. Eben mal keinen "Spaß" daran zu haben, sondern sich bewusst zu machen, dass man dort gerade etwas grenzwertiges tut/erlebt.
Etwas, was auch mal nicht unbedingt unterhalten muss. Es gibt Filme/Bücher, nach denen man sich auch mal nicht so gut fühlt, schockiert ist und dergleichen.
Das geht doch in Spielen zumeist völlig unter, eben weil so beliebig integriert wird.
Allem voran habe ich den Eindruck, dass Spiele etwas mehr der absoluten Maxime der Unterhaltung unterliegen. Historische Settings oder jedwede aufgezeigte Dystopie dient letztlich nur als Kulisse oder Mittel zum Zweck, bleibt dabei in ihrem Kern jedoch vollkommen bedeutungslos. Die meisten Spiele können mir außer einem kurzen wtf da auch keinerlei Gedanken entlocken. Da ist es egal ob ich fiktive Schauplätze besuche die angeblich in Mitleidenschaft genommen wurden oder ob ich durch die Historischen Epochen 'surfe'. Da werden schwerwiegende Themen und Probleme als Rahmensetting genannt, jedoch nie wirklich in den Spielen behandelt - ausgenommen mal hier und da paar NPCs die darüber reden.

Das erste Spiel, dass mir einfällt, welches mich wirklich etwas mehr mitgenommen hatte und eigentlich absolut nicht spaßig war (obwohl ich es mochte) war This War of Mine.

Zur Gewalt: die Grenzen dafür, wie viel Gewalt jemand in Videospielen haben mag und ertragen kann, darf letztlich nur jeder für sich treffen. Ein perfekter Kompromiss wäre da doch eben bereits erwähnter Schieberegler, der mir erlaubt alles so einzustellen, wie ich es will. Keine Seite sollte der anderen jedoch etwas aufzwingen, immerhin muss am Ende jedem klar sein, dass wir hier von einem Unterhaltungsmedium reden. Wer eine höhere Schmerzgrenze hat oder sich einfach mal gern Splatter gibt, sollte das genauso tun können wie jemand, der sowas gar nicht sehen will. Beides hat seine Daseinsberechtigung und schließt einander nicht aus.

Ich für meinen Teil finde Gewalt nur dann wirklich 'unterhaltsam' wenn sie nicht ihrer selbst willen vorkommt, wenn sie also irgendwo inmitten des Settings, des Protagonisten und der Handlung 'stimmig' ist.
duckwitz
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von duckwitz »

Die Tatsache, dass Krieg hier als gutes Beispiel für klare gut-böse Positionen benutzt wird, zeigt meiner Meinung nach deutlich inwieweit (Videospiel-)medien unsere Wahrnehmung beeinflussen.
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Herschfeldt
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Re: 4Players-Talk: Wie weit darf die Gewalt in Spielen gehen

Beitrag von Herschfeldt »

Gute Diskussion! Hatte das Gefühl ich sitze vorne am Tisch. War aber irgendwie ganz sprachlos :lol:
Warum habt ihr Max Payne und Stranglehold eigentlich nicht angesprochen? :cry:
Egal. Weiter so 4Players! Immer am Puls der Zeit. Fettes like!