Liesel Weppen hat geschrieben:Nein, tu ich seit 20 Jahren nicht. Weder in Spielen, noch in Filmen/Serien. Ich kenne vereinzelte Leute, die das tun, statt "jeder" würde ich aber eher "fast niemand" setzen. (...)
Äh, sorry, aber ich verstehe nicht ganz auf welche meiner Aussagen Du dich damit beziehst. Meine Hauptaussagen waren wie folgt:
1.) Die allermeisten Deutschen gucken/zocken alles auf Deutsch - sowohl Synchro als auch Text
2.) Von den mir bekannten "Umsteigern" hat es bisher noch niemand bereut
3.) Originalton > dt. Synchro
breakibuu hat geschrieben:(...) Bei Filmen und Serien magst du recht haben (auch wenn ich Beispielsweise King of Queens im Deutschen 100 mal besser find als im Original), bei Videospielen oder Animationsfilmen gibt es aber keine schauspielerische Leistung die verloren gehen könnte. In Spielen werden Emotionen dann doch erheblich mehr über die Vertonung übertragen, als über das Zusammenspiel von Gestik, Mimik und Sprache.
Das ist wohl war, dafür haben Spiele aber zumeist aber das Problem, dass mehr Aufwand (und Geld) in die englische Fassung gesteckt wird - und manchmal, siehe GTA, passen die Originalspecher mit ihren Akzenten und Dialekten einfach besser zum Setting. Ähnliches gilt für (Amerikanische) Animationsfilme bzw. Serien - die deutsche Simpsons Synchro ist z.B. so gut wie es auf Deutsch nur werden kann.
breakibuu hat geschrieben:Von daher versteh ich auch das ständige Fordern einer japanischen Sprachausgabe nicht. Wenn mans kann, klar. Dann machts Sinn. Aber sonst? Wo liegt der Vorteil in einem "Kauderwelsch" das man nicht versteht? Jedes Spielen mit der Betonung, Zweideutigkeiten etc. bekomm ich doch garnicht mehr mit. Im Endeffekt klammert man sich nur an die Untertitel und verpasst damit das halbe Spiel.
Bei Animes bzw. Spielen mit sehr
japanischem Setting ist das Problem die große Kluft zwischen westlicher und japanischer Kultur. Vieles lässt sich nur sehr eingeschränkt übersetzen oder kling einfach mehrwürdig bis unfreiwillig komisch auf Deutsch/English (und mein Japanisch ist zwar eher bescheiden, aber es reicht um zu erkennen, wenn die dt./eng. Untertitel sich zu viele Freiheiten herausnehmen). Hier in Details zu gehen ist mir jetzt aber ehrlich gesagt zu viel Arbeit, aber ich möchte nur noch kurz anmerken dass ich eine englische Originalversion von Persona 4 (PS2) im Regal stehen habe, die ich nicht spiele, weil sie keine japanische Sprachausgabe hat (Hurra für ROM-Hacks und Emulatoren! :wink:).
breakibuu hat geschrieben:Ich hab vor kurzem Metro auf russisch angefangen, weil ich dachte auf russisch kommt die Stimmung besser rüber... tut es nicht. Ständig musste ich mich auf den Untertitel konzentrieren und hab dabei das Spiel selbst dann außer acht gelassen. Ich konnte mitunter nichtmal feststellen wann ein Satz aufgehört hat und der Nächste begonnen hat. Im Endeffekt hätte ich Metro dann auch ohne jeden Ton Spielen können. Die russischen Dialoge waren für mich kaum mehr als Störgeräusche. Da hätte auch einer nen Staubsauger nebenbei laufen lassen können, wäre der selbe Effekt gewesen.
Nun, wenn man wirklich
garkeinen Bezug zur Originalsprache hat, ist es tatsächlich wenig sinnvoll diese einzustellen...
Raskir hat geschrieben:Ich stimme dir zum Teil zu, dass man was verpasst wenn man nur die deutsche Synchro hört. Allerdings gefällt mir deine Pauschalisierung überhaupt nicht. Es gibt durchaus viele Beispiele wo die deutsche Synchro unglaublich gut gelungen ist. Sogar mit Wortwitzen und dergleichen. Klar, breaking Bad, Sherlock oder andere Serien sind auf Deutsch deutlich schlechter. Aber andere wie House of Cards, Eine schrecklich nette Familie (wie man sich fettet so wiegt man, das kann im original nicht besser sein), Black Sails, die Scharfschützen, Mentalist. Alles Serien wo man eine Super Synchro bekommt die mir teilweise besser als das Original gefällt. Auch bei manchen Anime, z.b. Samurai Champloo, Cowboy Bebop, gefällt mir die Deutsche Synchro am besten.
So auch bei Spielen. Uncharted hat eine Super Synchro, Kingdom Hearts hat sogar eine Überragende. Army of Two hat auch eine gute.
Ich kann dir wirklich nicht voll zustimmen. Klar verpasst man was, wenn man nur die Deutsche Synchro hört, aber genauso verpasst man was, wenn man die Deutsche komplett ignoriert. Als bestes Beispiel finde ich immer noch die Bud Spencer und Terrence Hill Filme, oder die von Jackie Chan.
Die deutsche Synchro ist eigentlich ziemlich gut, wenn man von vielen Serien absieht, die aufPro Sieben laufen (How i Met, BBT, Gotham und wie die alle heißen)
Und ich probiere oft beides aus, um festzustellen wo das Erlbebte besser ist
Diese Meinung muss ich so akzeptieren. Aber der Neugier halber: ist Dein Englisch wirklich so gut, dass Du dich ohne erhöhten Konzentrationsaufwand (und sei es auch nur ein bischen) vor ein Game of Thrones oder Gillmore Girls (bekannt für schnelle, auf Pop-Kultur anspielende Dialoge) setzen kannst und alles verstehst ohne Wörter nachschlagen zu müssen (ich gehe davon aus dass Du ohne UT guckst)?
Ich für meinen Teil empfinde die deutschen Dialoge in Realfilmen/-Serien als "gestelzt" und sehr unecht klingend. Und ja, das betrifft auch die "guten" Synchros wie z.B. Friends oder NCIS (oder was auch immer nach 2004 noch so gekommen ist) - ich bekomme das zwar nur mit wenn ich bei meinen Eltern bin, und die zufällig gerade irgendwas gucken, aber es ist jedes Mal zum Gruseln. Insbesondere die mitunter sehr befremdliche Verwendung von "Sie" gegenüber dem eher neutralen "you" fällt mir durch die Bank negativ auf.
Ganz zum Schluss dieses bereits überlangen Post möchte ich noch ganz kurz erwähnt haben, dass natürlich Jeder seine Unterhaltung so genießen soll, wie er will. Allerdings sollte man sich dann keine Illusionen machen - wenn man es als anstrengend empfindet, dem O-Ton zu folgen, sind die eigenen Englischkenntnissen einfach nicht gut genug. Erst wenn sich das Zuhören so natürlich anfühlt, wie bei Deutschen Dialogen, hat man einen fairen Vergleich.