Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in keiner Verbindung zu sexistischem Verhalten

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Wulgaru
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von Wulgaru »

SethSteiner hat geschrieben:Ohne eine Diskussion, kann man nie einen Rahmen erarbeiten und man ist dann immer abhängig davon "dass man sich Gedanken macht" oder "sich alles von selbst regelt". Ich habe ernste Zweifel daran, ob in diesem Land unproblematisch Kinderbücher mit der Aufschrift "Für Schwarze" vertrieben werden könnte. man geht ja seit enigen Jahren nun den Weg der Antidiskriminierung, letztendlich gehört dazu aber eben auch Sexismus nicht mehr als Kleinigkeit zu behandeln und das nicht nur im Hinblick auf den Arbeitsplatz, sondern auch außerhalb. Rosa Lego ist nicht das Problem, eher im Gegenteil, es ist doch eine gute Sache, je mehr Vielfalt desto besser aber Vielfalt hört in dem Moment auf, wo eine Zuordnung erfolgt und ich bin der Meinung, dass hier in einem gewissen Rahmen auch gesetzliche Regelungen existieren sollten. Bspw. in Fällen wo direkt das Geschlecht angesprochen wird, obwohl es schlicht nicht relevant ist, wie wenn im Falle eines Deutschlernbuchs für Mädchen oder Jungen.
Siehst du...rosa Lego ist nicht das Problem...ich dagegen fand das schon immer verwerflich. Nicht das ich Lego oder irgendeinem Mädel oder auch Jungen missgönne mit seinem rosa Legopuppenhaus zu spielen.

Was findest du zum Beispiel verwerflich bzw. äquivalent zu deinem Beispiel "für Schwarze". Ich frage das nicht um dich festzunageln, aber gerade wenn du es für angebracht hieltest da gesetzgeberisch tätig zu werden, müsste man schon sehr genau wissen wovon man eigentlich reden würde. Ich hielte das schon für einen sehr großen Eingriff in Freiheitsrechte.
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SethSteiner
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von SethSteiner »

Ich halte es nicht für einen großen Eingriff in die Freiheitsrechte, wenn gegen Diskriminierung vorgegangen wird. Wir haben Einschränkungen auch in der Meinungsäußerung und da meine ich nicht gleich die Leugnung des Holocausts, es fängt ja schon bei der Beleidigung an und geht dann über das Verbreiten falscher Tatsachen und anderes, natürlich alles eingeschränkt. Rosa Lego diskriminiert nicht, auch rosa Ü-Eier nebenbei nicht und auch keine rosa Schlösser, es ist einfach nur eine Farbe und das wars. Die Diskriminierung ergibt sich erst in den Moment, wo eben eine klare Zuordnung erfolgt und Vorurteile bedient werden und das in systematischer Art und Weise. Dafür steht exemplarisch das Kinderbuch, dass es ein mal für Jungs und ein Mal für Mädchen gibt. Klar, da wo man sich direkt auf die Anatomie und Biologie bezieht, wie bei verschiedenen Kleidungsstücken oder Binden und Tampons macht eine Zuordnung Sinn, wobei wohl bei letzterem so eien Aufschrift überflüssig ist aber darüber hinaus? Das ist ja keine künstlerische Aussage die dabei getätigt wird, damit betreibt man ja nichts weiter als Ausgrenzung und die ist nicht schützenswert.
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(x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von (x_x((o---(*_*Q) Duck Hunt »

SethSteiner hat geschrieben:auch rosa Ü-Eier nebenbei nicht
Die sind auch so sexistisch, weil sie die Form eines Ei's nacheifern, das die Legehenne ablegt. Das ist deren Periode. Sexismus confirmed :lol:

Ach wie man alles stretchen kann, wenn man will. :wink:

...Erwachsene und ihre Probleme
johndoe527990
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von johndoe527990 »

SethSteiner hat geschrieben: @Wulgaru
Ich stimme dir nicht zu. Ein Verbot von sexistischen Produkten, wie pinken Überraschungseiern oder Büchern mit der Aufschrift "Für Jungen" und "Für Mädchen" halte ich für ein Thema das man von meiner Seite aus sehr gern auf die Tagesordnung setzen darf.
Sorry, aber nein. Das wäre die Büchse der Pandorra.

Ich glaube nicht, dass Verbote es bringen oder der Markt es regelt. Diese "Empfehlungen" ziehen leider bei vielen. Die Leute kaufen ja auch den teureren "Wach-auf-Kaffee" anstatt den gleichen aber günstigeren "Kaffee".

Ob das ansich sexistisch ist, da behalte ich meine Meinung für mich, hier hat ja jeder seine eigene Definition.

Ich könnte mir aber bei dem Beispiel Büchern eher ein Gütesiegel vorstellen. So in der Art "Unisex und pädagogisch wertvoll". So könnte man den Markt mit seinen eigenen Waffen schlagen. Wie man ja sieht, kann man Käufer beeinflussen (siehe BioSiegel).
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SethSteiner
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von SethSteiner »

Inwiefern wäre es die Büchse der Pandorra? Verbote bringen es in jedem Fall, denn welche Firma produziert dann noch etwas und schreibt etwas rauf, was sie nicht raufschreiben dürfen, wenn sie das gut Geld kostet oder das Produkt direkt aus dem Verkehr gezogen wird? Die Frage ist eben nur, wo es anfängt und wo es aufhört, gerade im Hinblick auf die Ansprache allerdings weiß ich nicht wo da die Büchse der Pandorra geöffnet werden soll.
CritsJumper
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von CritsJumper »

Ich halte Verbote für vollkommen falsch SethSteiner, mag sein das ich den Zusammenhang noch nicht Verstanden haben, aber auf mich wirkt es wie mehr "Bürokratie". Generell sollte man beiden Geschlechtern mit gleich viel Missachtung begegnen. Also dieses "Ihr macht was Sexuelles? Interessiert mich nicht". Letztlich ist das auch Toleranz. Mich schockiert es einfach wie Amerikaner mit Freiheiten, auch der sexuellen, umgehen.

Seit dem sie sich bedroht fühlen, verkapseln sich beide Parteien. Es bringt absolut nichts wenn man auf etwas mit Abneigung reagiert. Frau A.S. sollte meiner Meinung auch nicht unbedingt vor mangelnden Frauenproblemen warnen, wobei ich das eigentlich auch gut finde wenn sich das in der Videospiel Branche mehr ausgleicht. Sondern einfach den Mädchen/Frauen erklären: Die Jungs stehen drauf! Nur deswegen ist das so. Genau wie Gewalt, Horror, Machtausübung und sehr viel Haut in diesen Spielen. Aber nur weil die das besonders erregend finden heißt das nicht das sie Frauen die weniger bieten nicht lieben oder bewundern. Aber schon gar nicht das sie eine Bedrohung für andere Menschen sind. Mädchen und Frauen sollten von sich selbst nicht zu viel aufgeben um einem solchen Ideal zu entsprechen.

Für mich ist Sex genauso albern wie Gewalt. Sicher ist es schön mehr intelligentes und anspruchsvolles Material zu haben. Doch genau MKX und eigentlich auch GTA5 zeigen das diese Werke Kunstwerke sind, welche lediglich dämliche Gewaltszenen enthalten um Kritik zu üben oder der Gesellschaft eben den Spiegel vorzuhalten. Das darf man Videospielen einfach nicht nehmen. Ein Problem ist aber das vielleicht Menschen mit seeehr seehr wenig Bildung das nicht verstehen. Aber die braucht man nicht zu berücksichtigen weil es vielleicht auf 0.01% Zutrifft. Jeder der sich so ein Spiel kauft, und es nicht stiehlt hat schon mal die besten Voraussetzungen gut unterhalten zu werden.
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SethSteiner
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von SethSteiner »

Da wüsste ich schon gern, wo du mehr Bürokratie siehst. Aber mal davon ab, ja die Jungs stehen drauf aber nicht wiel sie Jugns sind, sondern weil sie Menschen sind. Menschen stehen auf all diese Dinge. Wenn man Mädchen/Frauen erklärt, die Jungs stehen drauf, impliziert es, Mädchen/Frauen dürften es nicht tun, denn sie sind ja Mädchen/Frauen. Man kann das auch zusammenfassen als Sxismus. Daneben sehen wir all das nicht einfach nur weil Menschen darauf eben stehen. Es gibt eine Vielzahl von Gründen, die zu dem führen, was wir in Spielen sehen und nicht nur Spielen, auch jedem anderen Medium. Und das liegt daran, dass viele Faktoren in die Erschaffung eines Produkts hineinfließen, die Kultur, die Zeit, die Gesellschaft, der Markt, die Nachfrage, die Erfahrung, das persönliche Umwelt und so weiter und so fort.
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Wulgaru
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von Wulgaru »

SethSteiner hat geschrieben:Inwiefern wäre es die Büchse der Pandorra? Verbote bringen es in jedem Fall, denn welche Firma produziert dann noch etwas und schreibt etwas rauf, was sie nicht raufschreiben dürfen, wenn sie das gut Geld kostet oder das Produkt direkt aus dem Verkehr gezogen wird? Die Frage ist eben nur, wo es anfängt und wo es aufhört, gerade im Hinblick auf die Ansprache allerdings weiß ich nicht wo da die Büchse der Pandorra geöffnet werden soll.
Weil du nicht definieren kannst was das betreffen würde. Es ist willkürlich. Es ist nicht so eindeutig wie ha Hakenkreuz weg damit. Gerade wenn du selbst so ein klares Signal wie rosa Lego ausschließen wollen würdest....was meinst du genau für Sachen und in welchen Zusammenhängen? Was einem gerade so sexistisch erscheint? Das dürfte jeder anders empfinden denn wie gesagt mir drehen sich die Zehennägel hoch wenn ich Mädchenüberraschungseier sehe.

Das aber auch nur im Rahmen das sowas realistisch wäre. Ich würde Regulierung hier für falsch und undemokratisch halten. Öffentliche Thematisierung ist sinnvoller.
johndoe527990
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von johndoe527990 »

SethSteiner hat geschrieben:Inwiefern wäre es die Büchse der Pandorra? Verbote bringen es in jedem Fall, denn welche Firma produziert dann noch etwas und schreibt etwas rauf, was sie nicht raufschreiben dürfen, wenn sie das gut Geld kostet oder das Produkt direkt aus dem Verkehr gezogen wird? Die Frage ist eben nur, wo es anfängt und wo es aufhört, gerade im Hinblick auf die Ansprache allerdings weiß ich nicht wo da die Büchse der Pandorra geöffnet werden soll.
Also ... nehmen wir mal folgendes an:

"Für Mädchen" / "Für Jungen" wird verboten
--> Dann bleiben halt die Farben pink und blau als Identifikation
Pink und Blau wird verboten bei Produkten
--> Dann schreiben wir halt "Für Piraten" und "Für Prinzessinnen" drauf
Auch diese Umschreibung wird verboten
--> dann kleben wir jetzt Symbole / Logos drauf, z.B. einen Hammer für Jungen und einen Feenstab für Mädchen

... das einzige was ein Verbot bewirkt, ist die steigende Nachfrage und steigende Arbeit von kreativen Marketingleuten (und Juristen), die dieses Verbot aushebeln.
(Stichwort Verbote umgehen: "Backofenlampe")

Man kann jetzt kommen und sagen, wir lassen die Behörden die Einzelfälle überprüfen. Aber ... come on ... bei der Bürokratie in Deutschland? Wer das ohne todbringende Bürokratie hinbekommt (oder allgemein die Bürokratie in Deutschland), <insert name here> for Kanzler(in).

Die andere Sache ist noch, was fallen beim Hobeln noch so für Späne runter, wenn eine Verbotsstruktur etabliert ist?
Darf es dann auch nicht mehr das Vagina-Buch oder das Penis-Buch geben? Weil, wo ist nun die Grenze? Und wer zieht die Grenze? Und wer bestimmt was sexistisch ist?

Was hier nun die Büchse der Pandorra für jemanden ist, soll jeder selbst entscheiden. Sei es die ausufernde Bürokratie, die Unklarheit was alles weitere verboten werden kann und wer das entscheidet oder andere triftige Gründe.

(Wenn ich im Müller die pinke Wand an "Mädchen"spielzeug sehe, dann finde ich das zum kotzen. Aber: das ist ein gesellschaftliches Problem, was durch Verbote nicht behoben werden kann. Weder du noch der Gesetzgeber oder die Exekutive kann hier Gedankenpolizei spielen. Die Menschen müssten sich ändern und Rollenbilder ablegen oder auch mal abseits der festgefahrenen Bahnen denken und (besonders) auch danach entscheiden/handeln. Nur: viele haben andere Prioritäten und kümmern sich nicht um zweifelhafte Verpackungsaufschriften oder andere Dinge, die in anderen/deinen Augen evtl. sexistisch sind. Und das ist sogar ihr gutes Recht.)
Abe81
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von Abe81 »

Aus der Forderung, dass mit Verboten regulieren zu wollen, spricht mehr die objektive Ohnmacht vor diesem gesellschaftlichem Verhältnis. Das Problem ist ja nicht, dass findige Marketingpsychologen wissen, wie sie erstarrte Produkte wieder neues Leben einhauchen können (durch Ausdifferenzierung eines Produktes in zwei beim Ü-Ei), sondern warum das Überhaupt auf ein Bedürfnis beim Konsumenten trifft. Es wäre also nach der Subjektkonstitution zu fragen.

------------------
MrPink hat geschrieben:
Pubertäre Knilche, Perlen vor die Säue, Projektionsfläche für das Ausleben sexistischer Ressentiments.
Wie war das mit dem argumentum ad hominem?
Hinzu kommt noch das permanente Pauschalisieren.
Anders als in anderen Kreisen habe ich nicht kategorisch etwas gegen ein argumentum ad hominem (ich schrieb ja auch "obsessiv und ausschließlich", wenn du nochmal nachlesen magst); ich bin sogar ein großer Freund der Polemik, wenn sie denn auch mal ein Argument enthielte. Wenn der Sexist Gegenstand der Diskussion ist, zielt man auf seine Eigenschaften und seine geistige Konstitution, seine argumentativen Widersprüche. Die Erfahrungen vergangener Diskussionen zeigen, dass der idealtypische Hyperventilierer ein post-pubertärer Knilch ist, der nicht dazu in der Lage ist, rational Argumente vorzubringen, weil die Triebfeder seiner Äußerungen im Reich des Irrationalen anzusiedeln ist. Ich bezog das ja auch auf jene vom Kaliber der "FemNazi"-Schreier und ihrer Sekundanten (auch das magst du nochmal nachlesen; Pappkamerad aufbauen und so...). Man gewinnt durch den psychologisierenden Blick auf sie mehr Erkenntnis, als auf ihre hanebüchenen "Thesen" einzugehen, die sich obsessiv mit einer Bloggerin beschäftigen, anstatt sich z.B. mal mit der Studie zu beschäftigen, die ja eigentlich Thema des Threads ist. Aus der Obsession und wie sie sich artikuliert kann man also schon viel gewinnen. Dafür muss man 'ad hominem' diskutieren. Ich finde, Knilch ist da noch ein ausgesprochene harmlose Beleidigung für diese Art "Diskussionsteilnehmer".

Dann gibt es noch jene 'besonnenen' Kritiker, die es dann nur ganz neutral verstanden wissen wollen. Die stören und empören sich dann an meinem fiesem Vokabular, akzeptieren aber gerne die vielen misogynen Ausfälle oder Lächerlichkeiten (z.B. die obige Frage danach, ob Videos A.S. aus 'Steuergeldern' bezahlt würden; man versucht hier den geprellten Kleinbürger zu mimen, allein aus dem Motiv, Dreck zu schleudern [um die eigenen 'Steuern' kann es ja schlecht gehen]), die hier ungestört gepostet werden. Eine friedliche Ko-Existenz.
MrPink hat geschrieben:
Was die Studie anbelangt, so gehe ich richtig in der Annahme, es handelt sich um diese?
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25681166

Sofern ich demnächst die Zeit finde, gebe ich dir gern meine Meinung kund und ob sie meine skeptische Haltung zu kippen vermag.
Aber für dich ist der Fall ja schon von vornherein klar:
Abe81 hat geschrieben:Wenn man sich die Frage stellt, ob das Wissen um andere Studien irgendwas an euren Einstellungen ändern würde, muss man das verneinen*.
Ja, die Studie meine ich. Ich habe aber weder behauptet, dass diese Studie deine Meinung zu 'kippen' vermag, noch inhaltlich Bezug auf sie genommen. Du solltest schon lesen, was ich schreibe und dir keinen Pappkameraden bauen, der dann leicht umzuwerfen ist. Ich erwähnte die Studie eingänglich, um zu zeigen, dass man sie ebenso gut für eine Newsmeldung hätte nehmen können oder gar die beiden in einer Meldung kontrastieren.

Und es ist auch mehr als bezeichnend, dass niemand auf den Inhalt der Studie Bezug nimmt, um die es in der Newsmeldung geht.

Mir geht es also nicht darum, Einstellungen zu ändern (ich bin doch kein Pädagoge, den Anspruch kannst du an deine Lehrer oder Eltern stellen), da habe ich wirklich resigniert und da bin ich auch nicht für zuständig - den Anspruch an mich zu stellen, um mir dann vorzuwerfen, ich war ja schon vorher verhärmt, geht also fehl. Mir geht es mehr darum, jene Noch-Nicht-Verhärteten davon abzuhalten, sich dieser Pseudo-Plausibilität hinzugeben. Ein Wort des Widerstandes kann da schon zeigen, dass da kein Konsens besteht und das gar nicht alles so klar oder oberflächlich ist, wie das hier diskutiert wird.
Abe81
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von Abe81 »

LePie hat geschrieben:
Abe81 hat geschrieben:Just die Studie gelesen. Die Studie ist methodisch so unterirdisch, dass ich gar nicht weiß, wo man mit der Kritik anfangne könnte. Das Konstrukt Sexismus wurde umfassend und unglaublich differenziert mit ganzen drei(!) Items zu einer Skala zusammengefasst (und nicht mal mit einer Skala zur sozialen Erwünschtheit kontrolliert, wie das bei einem solchen Thema angemessen wäre). Aber hey, die Skala hatte eine hohe interne Konsitenz - ein Hoch auf die Forschung (es gibt sogar eine Skala mit nur einem Item, die hohe Paralleltest-Reliabilität aufweist, nämlich die Frage: "Sind sie ein Narzisst?")...

Auch ein Hoch auf die Berichterstattung, 4Players-Redaktion, die zu faul ist, sowas zu recherchieren, bevor sie Verallgemeinerungen in News posten. Selbst die Überschrift der News ist falsch, denn die Studie untersucht nicht das Verhalten, sondern die Einstellung (attitude).

Btw., die drei Items der Skala lauten [mit fünfstufigem semantischen Differential als Antwortmöglichkeiten]:
The man should be responsible for all major decisions made in a family.

In a group of male and female members, a man should take on the leadership.

Even if both partners work, the woman should be responsible for taking care of the household.
Nekator hat geschrieben:Gratulation an 4P.. ihr habt mal wieder die mieseste Berichterstattung mit der meisten Effekthascherei...

Diese sogenannte "Studie" hatte einen Umfang von knappen 60 Personen, von denen die Hälfte 7!! Minuten ein Rollenspiel anspielen durften. während der Rest im Net surfte.
Link
Seelenverwandtschaft?
Nee, eher Kritik vs Ressentiment, weil ich weiß, wovon ich schreibe (und das ja auch inhaltlich darlege; fällt das also nicht schon nach Augenscheinvalidität auf, nur anhand der Länge der Beiträge?) und der andere Dödel ja offensichtlich keine Ahnung hat. Sonst wüsste er sich differenzierter auszudrücken: Die bloße Erwähnung der Versuchspersonenanzahl sagt noch gar nichts aus (es gibt auch exzellente Studien mit n=1, dafür gibt es dann entsprechende Methoden). Ab wann kann man z.B. Normalverteilung unterstellen? Wurde auf Normalverteilung des Merkmals getestet? Dann ist eine Größe von n=60 mehr als ausreichend. Das würde einem in Folge erlauben, bestimmte Formen von statistischen Tests anzuwenden. Dies wiederum ist dann sogar sehr aussagekräftig, dass nur(!) sieben Minuten ausreichend waren, um die Ergebnisse Rollenspiel vs. Surfen als überzufällig in Bezug auf die abhängige Variable werden zu lassen - i.S. "schon sieben Minuten reichten aus, um..."; der vermeintliche Kritikpunkt des Dödels geht also nach hinten los, weil es sogar für die Studie spricht. Siehst du, so gehen Argumente...
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SethSteiner
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von SethSteiner »

Wulgaru hat geschrieben:Weil du nicht definieren kannst was das betreffen würde. Es ist willkürlich.
Eben nicht. Ich schreibe, dass es zur Diskussion gestellt werden muss, aus dem man einen Rahmen entwickelt. Es geht eben nicht darum, mal eben alles zu verbieten, sondern da anzusetzen, wo es tatsächlich sehr klar ist und die Bezeichnungen "Für XY" wäre bspw. eines dieser kalren Dinge. Etwas das rosa oder blau ist, kann natürlich ebenfalls ein ziemlich klares Signal sein aber es sind erst Mal nur Farben und es geht (mir) darum eben nicht willkürlich alles zu verbieten, nur weil man da etwas hineininterpretieren kann.

douggy hat geschrieben:Also ... nehmen wir mal folgendes an:

"Für Mädchen" / "Für Jungen" wird verboten
--> Dann bleiben halt die Farben pink und blau als Identifikation
Also dasselbe was wir jetzt haben, nur warum sollen wir Farben verbieten? Dann würde man tatsächlich den Schritt zur Willkür tun, weil es dann nicht mehr um die Zuordnung geht, sondern viel mehr um die Produkte. Ich kann mich nur wiederholen, wir haben bereits längst alles mögliche zum Thema Antidiskriminierung und wir haben schon etliche Einschränkungen im Bereich der Werbung und des Handelns sowieso. Bei Rassismus fiele doch auch niemanden ein zusagen, das wäre ein Gesellschaftliches Problem, man darf hier nichts verbieten oder verfolgen, die müssen von allein einsehen, dass es falsch ist. Diskriminierung und Ausgrenzung zu bekämpen, hat mit Gedankenpolizei nicht szutun.
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von Abe81 »

Aber es gibt doch bereits Produkte, die nur 'für Schwarze' sind - bestimmte Medikamente z.B.

Ich verstehe wirklich nicht, was das Resultat eines so unausgegorenen Konzeptes sein soll. Eine Gesellschaft, deren Reproduktionsbedingungen gebunden sind an die behauptete natürliche Differenz von Geschlechtern soll sich selbst verbieten, das zur Sprache zu bringen? Das, was du durchsetzen möchtest, ist ein Tabu. Warum nicht radikale Kritik?

Es gibt rationale Momente dieser Unterscheidung von Geschlechtern: Was ist mit Ratgeber-Büchern für Mädchen oder Jungs bzw. deren Eltern. Man ist ja vom Geschlecht abhängig vor ganz andere Entwicklungsaufgaben gestellt. Dass diese alles andere als 'natürlich' sind, ändert ja nichts daran, dass sie objektiv wirken. Die kann man nicht 'dekonstruieren' oder durch magisches Denken zum Verschwinden bringen.

Diese Pseudo-Natur der Geschlechterdifferenz sollte der Kritik unterzogen werden, nicht dem Verbot. Dass es nun zwei Ü-Eier gibt, die entlang der Geschlechtergrenze beworben werden, ist doch nur ein Symptom des Problems. Da mit Verboten agieren zu wollen, ist schon arg naiv; sogar naiver als ein Versuch der 'Aufklärung' sensu Anita Sarkeesian.
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Wulgaru
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von Wulgaru »

SethSteiner hat geschrieben:
Wulgaru hat geschrieben:Weil du nicht definieren kannst was das betreffen würde. Es ist willkürlich.
Eben nicht. Ich schreibe, dass es zur Diskussion gestellt werden muss, aus dem man einen Rahmen entwickelt. Es geht eben nicht darum, mal eben alles zu verbieten, sondern da anzusetzen, wo es tatsächlich sehr klar ist und die Bezeichnungen "Für XY" wäre bspw. eines dieser kalren Dinge. Etwas das rosa oder blau ist, kann natürlich ebenfalls ein ziemlich klares Signal sein aber es sind erst Mal nur Farben und es geht (mir) darum eben nicht willkürlich alles zu verbieten, nur weil man da etwas hineininterpretieren kann.

Genau darum geht es aber auch mir...du kannst alles in alles hineininterpretieren. Manchmal weit hergeholt und manchmal naheliegend. Rosa und blau ist sehr sehr naheliegend wenn es zwei äquivalente Produkte gibt. Andere Sachen sind abstrakter. Wer sollte diese Diskussionen führen und wer dann entscheiden?

Du würdest damit jemandem oder einer Gruppe die Macht in die Hände legen wollen, die dann sagt: Dieses Produkt ist schlecht aus diesen oder jenen Gründen und daher verbiete ich es. Das hier ein willkürliches Element in Verbindung mit sehr großer Macht am Start wäre, solle doch offensichtlich sein oder?
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Re: Studie aus Deutschland: Sexistische Inhalte stehen in ke

Beitrag von johndoe527990 »

@SethSteiner:

Dann müssten aber diese Formulierungen als diskriminierend eingestuft werden. Wenn ich mich nicht irre, sind Einzelfallgesetze nicht zulässig.
Und daher auch der Schwenk zur Gesellschaft. Wenn diese einsieht, dass so etwas nicht förderlich oder von mir aus auch diskriminierend ist, dann hat man die Möglichkeit Änderungen herbeizuführen, sogar Gesetze wie du es befürwortest.

Bei Rassismus hat die Gesellschaft schon ihren Konsens was strikt diskriminierend ist. Bei deinem Anliegen noch nicht.

Mich hätte es z.B. beim Ossi-Verfahren interessiert, wie das Urteil zur Diskriminierung ausfällt. Nur leider war der Anwalt so "klug" und hat sich auf die Ethnie berufen ...