Imperator Palpatine hat geschrieben:Mich stört dass man nach all dem Leid immer noch Versuch spricht als wenn aus diesem Übel doch noch etwas Gutes zu retten ist. Eine Verhöhnung der Opfer und ihrer Angehörigen.
Und gleichwohl " Utopie " an sich der Begriff für ein Zukunftsmodell ist, ist er umgangssprachlich ein Sinnbild für eine positive Zukunft im Gegensatz zur Dystopie.
Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Sorry, ohne hier jetzt die bei dieser Überschrift absehbare Ideologiedebatte weiter ausarten lassen zu wollen, aber diese ewige „die armen Opfer“-Keule ist doch auch schon ein ziemlich abgeschmacktes Mittel der ideologisch eher auf der anderen Extremseite stehenden. Da wird dann gerne negiert, dass es auf der Welt auch aktuell Millionen von Menschen gibt, die unter den Exzessen des Kapitalismus leiden. Man schaue nur mal in afrikanische Landstriche, die von europäischen und amerikanischen Unternehmen unter dem Deckmantel der Förderung der dritten Welt ausgebeutet wurden und wo man die Leute vor Ort, nachdem man sie jahrelang humanitär nur geringfügig besserstehend als handelsübliche Sklaven beschäftigt hat, in Mondlandschaften sitzen ließ, in denen auf Jahrzehnte bis Jahrhunderte nix mehr wachsen wird.
Der Kapitalismus ist, was sich aus dem eben angeführten Beispiel auch ableitet, ein System, in welchem nicht zuletzt gerade ökologische Interessen kaum systematisch umsetzen lassen, weil das dem Kapitalismus eigene Wachstumsstreben gerade dem massiv widerspricht. Zudem wird er ja auch gerne, was schon fast lustig anmutet, immer quasi mit Demokratie gleichgesetzt, während man als Gegenteil von Demokratie gerne Kommunismus benennt. Lustig finde ich das deshalb, weil der Kapitalismus alles andere ist, als ein System, welches gut mit einer echten Demokratie vereinbar ist. Zwar wird in allen kapitalistischen Staaten schon so etwas wie eine repräsentative Demokratie gelebt, aber erlebt man doch in allzu vielen Bereichen, dass von den einmal gewählten dann für vier Jahre immer wieder in erster Linie Entscheidungen gefällt werden, die in ihrer Entscheidungsfindung offenkundig übergebührlich von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst worden sind. Demaskiert hat dies ja unlängst unsere Kanzlerin höchst selbst mit ihrer sinnierenden Äußerung über eine „marktkonforme Demokratie“.
Und dass diese dogmatische Huldigung des Privaten, welche dem Kapitalismus untrennbar inhärent ist, ebenso geistiger Dünnschiss ist, wie nahezu jede andere überspitzt gelebte Ideologie, zeigt nicht nur die Geschichte, sondern auch die Gegenwart. Schaut man sich allein hier in Deutschland an, in welchen Bereichen seit der Wiedervereinigung Befugnisse und Verantwortlichkeiten aus staatlicher in private Hand gegeben wurden, muss man die diesbezüglichen positiven Begleiterscheinungen für die Allgemeinheit mit der Lupe und zudem noch gegen Null tendierenden Erfolgschancen suchen.
Man muss, und das sage ich als gesellschaftspolitisch eher links stehender, versuchen, einen möglichst guten Mittelweg zu finden. Die soziale Marktwirtschaft in ihrer ursprünglichen Form war schon kein so verkehrter Versuch dessen, auch wenn ihre wesentliche Existenzberechtigung eigentlich nur der Versuch war, dem sozialistischen Ostblock ein menschliches kapitalistisches System entgegenzustellen, um zu zeigen, dass es auch im Kapitalismus allen gut gehen kann (was dadurch konterkariert wurde, dass man offensichtlich wusste, dies nur erreichen zu können, indem man ihn mit sozialistischen Instrumentarien abmildert). Diese Intention erkennt man besonders dann, wenn man mal revue passieren lässt, wie sich der Sozialabbau und die Privatisierung einst staatlicher Verantwortlichkeiten seit dem Ende des Ostblocks in Westeuropa vollzogen hat. Es gab einfach keinen Grund mehr, den Menschen den Kapitalismus noch als etwas zu verkaufen, was er nun mal einfach nicht ist.
Dass dies zu diskutieren nicht immer leicht ist, liegt an der Ideoligisiertheit einiger Menschen, die sich dann an beiden Rändern immer wieder als die berühmtberüchtigte „laute Minderheit“ in den Vordergrund spielen und beginnen mit Blödsinn um sich zu werfen, wie etwa, wie auch hier im Thread demonstriert, dem in einen Topf Werfen von Sozialismus und Nationalsozialismus. Diesen Schwachsinn habe ich auch schon in anderen Foren gelesen und er wird einfach nicht plausibler, egal wie oft man ihn runterbetet. Da erscheint einigen die stalinistische, pseudokommunistische Diktatur noch nicht schlimm genug, also muss man noch irgendwie Hitler mit dem Kommunismus assoziiert bekommen. Leider sollte sich aber auch jeder, der so etwas von sich gibt, gewahr sein, dass er sich damit selbst für diesbezügliche Diskussionen disqualifiziert. Denn was war eine von Hitlers ersten Amtshandlungen? Er hat systematisch Gewerkschaften vernichtet. Schon alleine daran erkennt man natürlich den wahren Sozialisten, ne wahr?! Und was waren nach Juden die meisten Menschen, die er hat umbringen lassen? Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter. Auch daran erkennt man: Nationalsozialismus und Sozialismus ist natürlich absolut dasselbe…

Aber manchen Menschen ist leider keine „Argumentation“ zu blöd, um damit am Ende doch noch ihre Weltanschauung zu verteidigen.