Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele und Entwicklerstudios"

Hier findet ihr die entsprechenden Kommentare - inkl. Link zur News!

Moderatoren: Moderatoren, Redakteure

johndoe527990
Beiträge: 9230
Registriert: 23.10.2006 08:18
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von johndoe527990 »

Imperator Palpatine hat geschrieben: Mich stört dass man nach all dem Leid immer noch Versuch spricht als wenn aus diesem Übel doch noch etwas Gutes zu retten ist. Eine Verhöhnung der Opfer und ihrer Angehörigen.
Und gleichwohl " Utopie " an sich der Begriff für ein Zukunftsmodell ist, ist er umgangssprachlich ein Sinnbild für eine positive Zukunft im Gegensatz zur Dystopie.
Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Wenn du in das Wort "Versuch" das reininterpretierst, sorry. Wie man lesen kann, war das nicht meine Intention.
Ich wollte hier nur einige Begrifflichkeiten zurechtrücken und nichts relativieren.

Und laut der mir bekannten Definition von "Utopie" ist diese wertungsfrei. Also weder positiv noch negativ und schon gar nicht automatisch positiv.

Wohl ein begriffliches Missverständniss zw. uns.

Reicht für mich an der Stelle aber auch :) Ich teile deine Meinung und hab da nichts zu diskutieren.
Kya
Beiträge: 3016
Registriert: 01.01.1970 01:00
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Kya »

Ich mag Lorne!
Habe Anno 1997 Abe durch seine Abenteuer begleitet.
Mir fällt es im Augenblick nur schwer 20€ für New 'n' Tasty locker zu machen, wenn man fürs gleiche Geld Ori bekommt.
Benutzeravatar
Sir Richfield
Beiträge: 17249
Registriert: 24.09.2007 10:02
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Sir Richfield »

Shit, zu spät.

Wollte folgende Dinge einwerfen:

Der Videospiel Mittelstand mit Nischenfokus existiert. Man erkennt ihn an Spielen, die "Simulator" im Namen tragen.

Tetris wurde von einem Mann aus Russland entwickelt, zu einer Zeit in der das Land so gut wie völlig frei vom Verdacht des Kapitalismus war.

Aber irgendwie ist der Thread schon viergleisig, da hat das eigentlich keinen Zweck mehr.
andymk
Beiträge: 295
Registriert: 08.11.2010 17:59
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von andymk »

Kommunismus... Kapitalismus... stonk. Fakt: Es ist heutzutage nicht mehr ganz so einfach, ein Spiel zu produzieren, zumal ein "großes" - die Technologie ist einfach ressourcenintensiver geworden. Developer *brauchen* für einen Top-Titel, der den heutigen Stand der Technik representiert, einfach mehr Kapital.

Problem: Die Spiele werden dadurch nicht besser, sondern eher schlechter. Denn es ist, wie Lanning beschreibt: Dieses Geld, dieses Kapital, das kommt von Unternehmen, die der Gaming-Branche ein extrem gewinnorientiertes Handeln aufzwingen, ein Handeln, das garantieren soll, dass sich 200 Millionen verfünffachen, nicht eine oder zwei Millionen - und das bringt eben eine ganz spezielle Form des Arbeitens mit sich, eine Form des Entwickelns von Spielen, die eben zu dem führt, was wir heute haben: endlose Nachfolger von marktdominierenden Spieleserien, Mikro-Transaktionen, teilweise mangelnde Produktqualität aufgrund von extern bestimmten Veröffentlichungsdaten, massive PR anstatt steigender Qualität.

Es ist also ein zweischneidiges Schwert. Einerseits ist es für die Developer unerlässlich, sich große Mengen an Kapital zu besorgen, um die Möglichkeiten der modernen Technologie ausnutzen zu können - andererseits machen sie sich damit von Publishern abhängig, denen es nur um die Zahlen geht und die Kreativität und Qualität der Produkte bedenkenlos hintenanstellen. Eine Hollywoodisierung sozusagen.

Ein Ausweg sind natürlich die Indie-Games. Wenn man Spiele macht, die mit ähnlichen Ressourcen auskommen wie vor 10, 15, 20 Jahren (die dann aber auch nur entsprechend gestrige Technik bieten), dann kann man natürlich freier entwickeln, dann muss man sich nicht in die entsprechenden Tretmühlen begeben. - Aber ganz ehrlich: diese Indies bestimmen den Markt nicht. Den Markt bestimmen die ganz billigen (Casual, Handy-)Games und die ganz teuren AAA-Produktionen. Und noch ehrlicher: zumindest letztere will der Gamer auch haben. Ich als RPG-ler spiele zwar gerne mein Pillars of Eternity und mein Divinity: OS und meine Avernum-Serie, aber auf Skyrim und den Witcher möchte ich trotzdem nicht verzichten.

Und natürlich ist auch bei den Indies längst nicht alles Gold, was glänzt. Denn auch dort wird massivst mit PR gearbeitet, gerade wenn es ums Crowdfunding geht... da wird der Kunde bzw. Backer dann auch mal gerne komplett beschissen. Und auch die fertigen Produkte leiden dann oftmals unter massiven Bugproblemen, einem Zeichen für unprofessionelles Produktionsverhalten des Herstellers. - Natürlich ein Phänomen, dass uns aus der "guten alten Zeit", die die Indies ja emulieren wollen, nur zu gut bekannt ist. Retro at its best!

Fazit: Lanning macht es sich etwas zu einfach. Aber er hat prinzipiell recht, wenn er sagt, dass das hohe Investitionsvolumen, das wir in der modernen Gamingbranche vorfinden, die Endprodukte langfristig nicht besser, sondern schlechter macht: Qualität und Innovation leiden, es geht nur noch um Profit, und der muss überproportional hoch ausfallen - was man paradoxerweise eben *nicht* erreicht, in dem man gute, sondern indem man sichere Produkte herstellt. FIFA 15 verkauft sich besser als Dragon`s Dogma.
Lösen kann man das Problem allerdings nicht, denn wir Gamer wollen ja die technischen Möglichkeiten ausnutzen, und das braucht halt dickes Geld. Indies sind ein Ausweg, aber auch kein Königsweg, denn auch dort wird beschissen, auch dort wird oft genug die Qualität dem Profit untergeordnet - auch da ist man schon mit kapitalistischer Grundeinstellung unterwegs.

Alles andere wäre auch seltsam, denn auf dem Niveau, das wir heute "Indie" nennen, hat vor 20, 30 Jahren der Boom ja angefangen. Das System neigt also dazu, sich in die bekannte Richtung zu entwickeln. Auch hier kann man die Parallele zu Hollywood ziehen; immer, wenn die Filme dort so scheiße werden, dass es zu einem großen "kreativen Reboot" "gegen die Studios" kommt - kann man sicher sein, dass 10 Jahre später die einstmals kreativen Ideen zu Geldlieferprodukten der Industrie geworden sind. Siehe die Regisseur-Revolluzzer der 70er Jahre (Lucas, Coppola, Spielberg), siehe die Comic-Verfilmungen ab den Nuller Jahren.

Man entwickelt sich halt zum Profit hin. - Ist also doch der Kapitalismus das Grundproblem? Aber was ist denn die Alternative? Kunst um der Kunst willen? Ich glaube nicht... vermutlich werden wir langfristig einfach damit leben müssen, dass das produziert wird, womit man Geld verdienen kann - und vermutlich können wir froh sein, wenn dabei noch Titel sein werden, die eine gewisse spielerische Relevanz haben. Vielleicht haben wir in 10 Jahren auch nur noch Handygames. Die zwar keine 100 Millionen kosten, die ich persönlich aber auch für das Geld nicht mit der Kneifzange anpacken würde... gute Güte, wer weiß, vielleicht betreiben wir alle in 10 Jahren vor lauter Langeweile wieder analoge Hobbies! Golf, Tennis, Fußball, Angeln, Jagen, In Frankreich Einmarschieren... *das* ist echtes oldschool Retro!
johndoe984149
Beiträge: 1733
Registriert: 06.04.2010 23:02
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von johndoe984149 »

Das ist lächerlich ohne Kapitalismus keine Spiele denn das genaue gegenteil wäre der Fall.

Wie oft ist es aufgefallen das die Chef Etage sich in der Spiel Endwiecklung einmischten und sich für Experten hielten und die Progarmmierer es einfach nur umsetzten mußten und dann das Spiel gegen die Wand fuhr.

Die Naive Vorstellung alle Spieler wollen nur Casual ist wohl zumindest gestopt denn mmer mehr MMO/Spiele werden härter in der SPielweise.

Das sich der Erstelungs wert immer stärker erhöht hängt auch damit zusammen das die Chef etagen immer mehr Verdiehnen wollen und die Lizencen im Preis Explodieren.

Auch gibs keine Endwicklungen in Tools die endwiecklungen wie zum beispiel in der Güter Produktion die erstellung eines Produktes Beschleunigen.
Benutzeravatar
grisu_de
Beiträge: 518
Registriert: 22.03.2014 03:03
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von grisu_de »

Imperator Palpatine hat geschrieben: Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Halte ich für falsch. Kommunismus ist im Kern alles andere als schlecht. Im Gegenteil: Kommunismus ist stark mit Themen wie Chancengleichheit, Humanität, sozialer Gerechtigkeit und allgemeiner Bildung und Mündigkeit von Menschen assoziiert. Dass Kommunismus so unrühmlich in die Geschichtsbücher Einzug erhalten hat, liegt an den Interpretationsmonopolen der kommunistischen Parteien, die - oftmals neben Terror und Leid - dem eigentlich mündigen Proletariat keinen Raum für Selbstverwirklichung und Mitbestimmung gegeben haben.
Zuletzt geändert von grisu_de am 01.04.2015 11:21, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
JCD_Bionicman
Beiträge: 739
Registriert: 24.03.2014 19:32
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von JCD_Bionicman »

douggy hat geschrieben:Du willst auf einen Staatssozialismus hinaus. Das will keiner mehr.

Und Sozialismus ist allgemein der Oberbegriff.

Im Kommunismus sterbe laut Engels der Staat durch das wegfallende Privateigentum ab bzw. wird obsolet. Bitte nicht einfach mit anderen Sozialismusformen verwechseln.
Achso! Na wenn Engels das sagt, dann lass uns das doch machen! Ist ja nicht so, als hätten nicht bereits diverse andere Leute ganz blumige Fantasien gehabt, die realgeschichtlich betrachtet nichts als Elend über die Welt gebracht haben.
Benutzeravatar
danke15jahre4p
Beiträge: 16763
Registriert: 21.04.2006 16:18
User ist gesperrt.
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von danke15jahre4p »

kapitalismus tötet, erschafft aber auch. nicht das system ist das problem, sondern die art der anwendung dessen.

greetingz
billy coen 80
Beiträge: 1929
Registriert: 02.10.2012 03:39
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von billy coen 80 »

Imperator Palpatine hat geschrieben:Mich stört dass man nach all dem Leid immer noch Versuch spricht als wenn aus diesem Übel doch noch etwas Gutes zu retten ist. Eine Verhöhnung der Opfer und ihrer Angehörigen.
Und gleichwohl " Utopie " an sich der Begriff für ein Zukunftsmodell ist, ist er umgangssprachlich ein Sinnbild für eine positive Zukunft im Gegensatz zur Dystopie.
Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Sorry, ohne hier jetzt die bei dieser Überschrift absehbare Ideologiedebatte weiter ausarten lassen zu wollen, aber diese ewige „die armen Opfer“-Keule ist doch auch schon ein ziemlich abgeschmacktes Mittel der ideologisch eher auf der anderen Extremseite stehenden. Da wird dann gerne negiert, dass es auf der Welt auch aktuell Millionen von Menschen gibt, die unter den Exzessen des Kapitalismus leiden. Man schaue nur mal in afrikanische Landstriche, die von europäischen und amerikanischen Unternehmen unter dem Deckmantel der Förderung der dritten Welt ausgebeutet wurden und wo man die Leute vor Ort, nachdem man sie jahrelang humanitär nur geringfügig besserstehend als handelsübliche Sklaven beschäftigt hat, in Mondlandschaften sitzen ließ, in denen auf Jahrzehnte bis Jahrhunderte nix mehr wachsen wird.

Der Kapitalismus ist, was sich aus dem eben angeführten Beispiel auch ableitet, ein System, in welchem nicht zuletzt gerade ökologische Interessen kaum systematisch umsetzen lassen, weil das dem Kapitalismus eigene Wachstumsstreben gerade dem massiv widerspricht. Zudem wird er ja auch gerne, was schon fast lustig anmutet, immer quasi mit Demokratie gleichgesetzt, während man als Gegenteil von Demokratie gerne Kommunismus benennt. Lustig finde ich das deshalb, weil der Kapitalismus alles andere ist, als ein System, welches gut mit einer echten Demokratie vereinbar ist. Zwar wird in allen kapitalistischen Staaten schon so etwas wie eine repräsentative Demokratie gelebt, aber erlebt man doch in allzu vielen Bereichen, dass von den einmal gewählten dann für vier Jahre immer wieder in erster Linie Entscheidungen gefällt werden, die in ihrer Entscheidungsfindung offenkundig übergebührlich von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst worden sind. Demaskiert hat dies ja unlängst unsere Kanzlerin höchst selbst mit ihrer sinnierenden Äußerung über eine „marktkonforme Demokratie“.

Und dass diese dogmatische Huldigung des Privaten, welche dem Kapitalismus untrennbar inhärent ist, ebenso geistiger Dünnschiss ist, wie nahezu jede andere überspitzt gelebte Ideologie, zeigt nicht nur die Geschichte, sondern auch die Gegenwart. Schaut man sich allein hier in Deutschland an, in welchen Bereichen seit der Wiedervereinigung Befugnisse und Verantwortlichkeiten aus staatlicher in private Hand gegeben wurden, muss man die diesbezüglichen positiven Begleiterscheinungen für die Allgemeinheit mit der Lupe und zudem noch gegen Null tendierenden Erfolgschancen suchen.

Man muss, und das sage ich als gesellschaftspolitisch eher links stehender, versuchen, einen möglichst guten Mittelweg zu finden. Die soziale Marktwirtschaft in ihrer ursprünglichen Form war schon kein so verkehrter Versuch dessen, auch wenn ihre wesentliche Existenzberechtigung eigentlich nur der Versuch war, dem sozialistischen Ostblock ein menschliches kapitalistisches System entgegenzustellen, um zu zeigen, dass es auch im Kapitalismus allen gut gehen kann (was dadurch konterkariert wurde, dass man offensichtlich wusste, dies nur erreichen zu können, indem man ihn mit sozialistischen Instrumentarien abmildert). Diese Intention erkennt man besonders dann, wenn man mal revue passieren lässt, wie sich der Sozialabbau und die Privatisierung einst staatlicher Verantwortlichkeiten seit dem Ende des Ostblocks in Westeuropa vollzogen hat. Es gab einfach keinen Grund mehr, den Menschen den Kapitalismus noch als etwas zu verkaufen, was er nun mal einfach nicht ist.

Dass dies zu diskutieren nicht immer leicht ist, liegt an der Ideoligisiertheit einiger Menschen, die sich dann an beiden Rändern immer wieder als die berühmtberüchtigte „laute Minderheit“ in den Vordergrund spielen und beginnen mit Blödsinn um sich zu werfen, wie etwa, wie auch hier im Thread demonstriert, dem in einen Topf Werfen von Sozialismus und Nationalsozialismus. Diesen Schwachsinn habe ich auch schon in anderen Foren gelesen und er wird einfach nicht plausibler, egal wie oft man ihn runterbetet. Da erscheint einigen die stalinistische, pseudokommunistische Diktatur noch nicht schlimm genug, also muss man noch irgendwie Hitler mit dem Kommunismus assoziiert bekommen. Leider sollte sich aber auch jeder, der so etwas von sich gibt, gewahr sein, dass er sich damit selbst für diesbezügliche Diskussionen disqualifiziert. Denn was war eine von Hitlers ersten Amtshandlungen? Er hat systematisch Gewerkschaften vernichtet. Schon alleine daran erkennt man natürlich den wahren Sozialisten, ne wahr?! Und was waren nach Juden die meisten Menschen, die er hat umbringen lassen? Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter. Auch daran erkennt man: Nationalsozialismus und Sozialismus ist natürlich absolut dasselbe… :roll: Aber manchen Menschen ist leider keine „Argumentation“ zu blöd, um damit am Ende doch noch ihre Weltanschauung zu verteidigen.
Flat Eric
Beiträge: 159
Registriert: 30.03.2010 09:17
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Flat Eric »

Nein, der Kapitalismus tötet keine Spiele und Entwicklerstudios.
Doch, Kapitalismus besteht aus Gewinnmaximierung, jährlichen Wachstumsquoten und reiner Gewinnorientierung. Das kann auf die Dauer nicht funktionieren und tötet folglich Spiele und Studios.

Warum gibt es denn den Trend zum Indie-Markt? Warum gibt es Entwickler, die rein für ihre eigene Existenz leben wollen und nicht für die Shareholder?

Kreativwirtschaft hat immer das Problem, dass der Mainstream bedient werden muss und der gibt nicht viel auf Kreativität und persönliche Interessen, eine eigene Idee zu verwirklichen und ein tolles Spielerlebnis zu kreieren.

Es geht im Kapitalismus rein um das Geschäft: Die Gier nach mehr muss befriedigt werden, koste es, was es wolle: Maxis, Bullfrog, Westwood,... Für den Kapitalismus müssen eben Opfer gebracht werden, damit die Umsatzzahlen steigen, der Gewinn steigt und die Verkaufszahlen steigen. Dass das nicht dauerhaft geht, sollte eigentlich klar sein, dass interessiert aber das Finanzmanagement nicht im geringsten und setzen darauf das Vertragsmanagement an: Dort werden Quoten festgehalten (Metascores, Verkaufszahlen, etc.), die zu Knebelverträgen werden. Genau das kritisiert Lanning und er hat völlig recht:
Da Spiele immer teurer würden, benötigten Entwickler beim klassischen Modell auch immer mehr Geld von den Publishern, was sie in den Verhandlungen über geschäftliche Rahmenbedingungen in eine schwache Lage versetze und letztendlich ausbluten lasse.
Ergo: Indie-Studio gründen, selbst finanzieren, kundenorientiert handeln. Alles andere ist ein Markt, der dazu dient, Arbeitskräfte so auszuquetschen, dass finanzielle Faktoren erfüllt werden. Und wenn nicht, dann wird ein Entwicklerteam halt geschlossen.
Zuletzt geändert von Flat Eric am 01.04.2015 11:46, insgesamt 1-mal geändert.
ElCapitano
Beiträge: 124
Registriert: 23.10.2012 11:07
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von ElCapitano »

M1L hat geschrieben:Was für eine schwachsinnige Aussage. Ohne den Kapitalismus würde es von vornherein keine Videospiele geben.
Diese Aussage ist Schwachsinn und zeigt nur, dass Du dich nie mit anderen Gesellschaftssystemen befasst hast.
douggy hat geschrieben:
Highnrich hat geschrieben: Wahrer Kommunismus, den hatten wir noch nie ;)
Die Frage ist aber, kriegt man das Machtstreben aus den Menschen raus, sodass ein hypothetischer Kommunismus nicht wie in der Vergangenheit (bzw. Gegenwart) eher einer Diktatur gleicht?
Reiner Kommunismus kann auch nicht funktionieren. Du brauchst trotzdem eine Führungsebene, die die Dinge leitet, aber zum Wohl des Volkes handelt. Diese Führungsebene muss aber ein moralisches Rückgrat haben. In unserer derzeitigen Demokratie haben wir sowas nicht. Da geht es auch nur um das Geld einsacken, danach die Sintflut. Jeder Politiker und Parlamentsabgeordnete bei uns und in ganz Europa ist überflüssig.

Was es braucht ist Staatsform, die weitgehend auf Kommunismus basiert, aber eine moralisch fundierte Führungsebene besitzt. Eine Führungsebene braucht man deswegen, weil die meisten Leute nicht über ihren eigenen Tellerrand hinausblicken können. Den meisten geht es nur ums eigene Wohl, um Egoismus, jeder ist sich selbst der nächste, Ellbogentechnik was auch immer.

Warum steht das Ego so stark im Vordergrund? Wegen dem Geldsystem.
1) Jeder steckt unter der Peitsche des Geldsystems, sonst landet er auf der Strasse. Miete, Strom, Rechnungen... jeder ist Sklave davon und jeder versucht sich am besten daraus wegzukommen. Aber man kommt nicht weg. Selbst Grundstücke, die man kauft, gehören nie dir, denn man zahlt immer noch Grundsteuer.
2) Ein universales Geldsystem, mit dem man alles kaufen kann, ist das beste Werkzeug für den Untergang und Verfall einer Gesellschaft. Denn das hat erst bewirkt, dass sich Leute auf Kosten anderer bereichern, ausbeuten, durch miese Tricks versuchen an das Geld anderer zu kommen, minderwertige Qualität wird haufenweise verkauft um höchstmöglichen Gewinn zu erzielen, Prostitution usw.

Also der Kapitalismus ist tatsächlich an vielem schuld. Bei obig genanntem alternativem Gesellschaftssystem bräuchte man auch kein Geldsystem, denn jeder kriegt alles. Aber man bräuchte eine Regelung die den einzelnen dazu "zwingt" (klingt jetzt böse, aber weiterlesen), für die Grundbedürfnisse der Gesellschaft gemeinnützigen Dienst zu machen bzw. zur Verfügung zu stehen. In anderen Worten: Nahrungsmittel produzieren, Unterkünfte bauen, Infrastruktur, Strom warten. Doch wenn dies alles einmal steht, dann muss nicht mehr viel gearbeitet werden. 1-2h pro Tag reichen aus!! Schaut doch selbst was heute für sinnloser Quark produziert wird: das meiste davon sind Luxusgüter, die kein Mensch braucht: 20 verschiedene Handyproduzenten, wo 1 genügen würde, 50 verschiedene Telekomableger, wo 1 genügen würde.

Für die Produktion von Luxusgütern kann man sich freiwillig melden (weil der Tag sonst ziemlich langweilig und leer wäre), und dadurch würden auch irgendwann Computer produziert werden. Die Produkte wären wahrscheinlich ein bisschen "streamlined", aber es würde passieren. Mit den Computern würden manche anfangen Spiele zu entwickeln in ihrer Freizeit (ohne dass sie sich um Geld sorgen machen müssten). Ohne Druck und Zwang. Und wenn sie nicht mehr wollen... können sie einfach zurückkehren zu ihrer 1-2h täglich Erfüllen der Grundbedürfnisse der Bevölkerung, die den Lebensstandard des Volkes sichert. Nur so kann eine gesunde Gesellschaft und Kultur entstehen.
Zuletzt geändert von ElCapitano am 01.04.2015 11:49, insgesamt 1-mal geändert.
Flat Eric
Beiträge: 159
Registriert: 30.03.2010 09:17
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Flat Eric »

Könntet ihr bitte eure Kapitalismus/Kommunismus Debatte in einem anderen Forum ausleben? Es besteht kein Bezug zum Artikel und ist im Prinzip OT...
Zuletzt geändert von Flat Eric am 01.04.2015 11:47, insgesamt 1-mal geändert.
Benutzeravatar
Krulemuk
Beiträge: 5168
Registriert: 28.11.2014 21:42
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Krulemuk »

golgi hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben: Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Halte ich für falsch. Kommunismus ist im Kern alles andere als schlecht. Im Gegenteil: Kommunismus ist stark mit Themen wie Chancengleichheit, Humanität, sozialer Gerechtigkeit und allgemeiner Bildung und Mündigkeit von Menschen assoziiert. Dass Kommunismus so unrühmlich in die Geschichtsbücher Einzug erhalten hat, liegt an den Interpretationsmonopolen der kommunistischen Parteien, die - oftmals neben Terror und Leid - dem eigentlich mündigen Proletariat keinen Raum für Selbstverwirklichung und Mitbestimmung gegeben hat.
Es ist schon komisch - Der "Kapitalismus" hat zum größten Wohlstand in der Geschichte der Menschheit geführt und trotzdem wird er von den Wohlstands-Kids in Frage gestellt. Es gibt natürlich auch negative Implikationen, um die wir uns kümmern müssen, aber generell ist unser Weg extrem erfolgreich. Der Kommunismus war auf dem Papier vielleicht eine ganz nette Idee, aber in der Tat trägt er Leid und Tod schon konzeptuell in sich. Was macht ein Staat mit einem gut ausgebildeten Ingenieuren, der ehrgeizig ist und besser verdienen will als der Müllmann? Was macht der Staat generell mit seinen Eliten, die in anderen Systemen leistungsgerecht entlohnt werden und daher in Scharen in diese Systeme übersiedeln wollen? Der einzige logische Weg ist die Errichtung einer Mauer und das Einsperren der Menschen. Kommunismus ist menschenverachtend und leistungsfeindlich.

Und Tetris wurde vielleicht von einem Programmierer in einem sozialistischen Staat erfunden, aber das Risiko eingegangen und es für andere zugänglich gemacht, hat es ein japanisches (also kapitalistisches) Unternehmen. Der Staat weiß eben nicht, welche Bedürfnisse die Bürger haben - das wissen die Bürger selber besser. Kreatives Entrepreneurship zur Bedürfnisbefriedigung ist im Kommunismus nicht angedacht, stattdessen wird zentral geregelt. Die Diskussion ist müßig, da die Planwirtschaft weltweit zu Hunger, Elend und Tristesse geführt hat und selbst China es mittlerweile geschafft hat mit einer gelenkten Marktwirtschaft ein Stück Wohlstand für seine Bürger zu erreichen. Was sich leider weniger durchsetzt ist die Demokratie, aber das ist wieder ein anderes Thema.

"Kapitalismus tötet Spiele und Entwicklungsstudios" ist ein komplett unsinniger und bescheuerter Satz, der von geringer Bildung zeugt. Lanning adressiert nämlich keinesfalls die Marktwirtschaft mit seiner Kritik, denn die macht ja auch crowdfunding und andere alternative Finanzierungskonzepte möglich, sondern eher spezifische Entwicklungen eines Industriezweiges. Dieser Industriezweig ist aber eben durch diese Alternativen gerade stark im Wandel - Seine Kritik geht völlig am Ziel vorbei...
Zuletzt geändert von Krulemuk am 01.04.2015 11:50, insgesamt 2-mal geändert.
Benutzeravatar
Imperator Palpatine
Beiträge: 1829
Registriert: 11.06.2014 14:19
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Imperator Palpatine »

billy coen 80 hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben:Mich stört dass man nach all dem Leid immer noch Versuch spricht als wenn aus diesem Übel doch noch etwas Gutes zu retten ist. Eine Verhöhnung der Opfer und ihrer Angehörigen.
Und gleichwohl " Utopie " an sich der Begriff für ein Zukunftsmodell ist, ist er umgangssprachlich ein Sinnbild für eine positive Zukunft im Gegensatz zur Dystopie.
Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Sorry, ohne hier jetzt die bei dieser Überschrift absehbare Ideologiedebatte weiter ausarten lassen zu wollen, aber diese ewige „die armen Opfer“-Keule ist doch auch schon ein ziemlich abgeschmacktes Mittel der ideologisch eher auf der anderen Extremseite stehenden. Da wird dann gerne negiert, dass es auf der Welt auch aktuell Millionen von Menschen gibt, die unter den Exzessen des Kapitalismus leiden. Man schaue nur mal in afrikanische Landstriche, die von europäischen und amerikanischen Unternehmen unter dem Deckmantel der Förderung der dritten Welt ausgebeutet wurden und wo man die Leute vor Ort, nachdem man sie jahrelang humanitär nur geringfügig besserstehend als handelsübliche Sklaven beschäftigt hat, in Mondlandschaften sitzen ließ, in denen auf Jahrzehnte bis Jahrhunderte nix mehr wachsen wird.

Der Kapitalismus ist, was sich aus dem eben angeführten Beispiel auch ableitet, ein System, in welchem nicht zuletzt gerade ökologische Interessen kaum systematisch umsetzen lassen, weil das dem Kapitalismus eigene Wachstumsstreben gerade dem massiv widerspricht. Zudem wird er ja auch gerne, was schon fast lustig anmutet, immer quasi mit Demokratie gleichgesetzt, während man als Gegenteil von Demokratie gerne Kommunismus benennt. Lustig finde ich das deshalb, weil der Kapitalismus alles andere ist, als ein System, welches gut mit einer echten Demokratie vereinbar ist. Zwar wird in allen kapitalistischen Staaten schon so etwas wie eine repräsentative Demokratie gelebt, aber erlebt man doch in allzu vielen Bereichen, dass von den einmal gewählten dann für vier Jahre immer wieder in erster Linie Entscheidungen gefällt werden, die in ihrer Entscheidungsfindung offenkundig übergebührlich von wirtschaftlichen Interessen beeinflusst worden sind. Demaskiert hat dies ja unlängst unsere Kanzlerin höchst selbst mit ihrer sinnierenden Äußerung über eine „marktkonforme Demokratie“.

Und dass diese dogmatische Huldigung des Privaten, welche dem Kapitalismus untrennbar inhärent ist, ebenso geistiger Dünnschiss ist, wie nahezu jede andere überspitzt gelebte Ideologie, zeigt nicht nur die Geschichte, sondern auch die Gegenwart. Schaut man sich allein hier in Deutschland an, in welchen Bereichen seit der Wiedervereinigung Befugnisse und Verantwortlichkeiten aus staatlicher in private Hand gegeben wurden, muss man die diesbezüglichen positiven Begleiterscheinungen für die Allgemeinheit mit der Lupe und zudem noch gegen Null tendierenden Erfolgschancen suchen.

Man muss, und das sage ich als gesellschaftspolitisch eher links stehender, versuchen, einen möglichst guten Mittelweg zu finden. Die soziale Marktwirtschaft in ihrer ursprünglichen Form war schon kein so verkehrter Versuch dessen, auch wenn ihre wesentliche Existenzberechtigung eigentlich nur der Versuch war, dem sozialistischen Ostblock ein menschliches kapitalistisches System entgegenzustellen, um zu zeigen, dass es auch im Kapitalismus allen gut gehen kann (was dadurch konterkariert wurde, dass man offensichtlich wusste, dies nur erreichen zu können, indem man ihn mit sozialistischen Instrumentarien abmildert). Diese Intention erkennt man besonders dann, wenn man mal revue passieren lässt, wie sich der Sozialabbau und die Privatisierung einst staatlicher Verantwortlichkeiten seit dem Ende des Ostblocks in Westeuropa vollzogen hat. Es gab einfach keinen Grund mehr, den Menschen den Kapitalismus noch als etwas zu verkaufen, was er nun mal einfach nicht ist.

Dass dies zu diskutieren nicht immer leicht ist, liegt an der Ideoligisiertheit einiger Menschen, die sich dann an beiden Rändern immer wieder als die berühmtberüchtigte „laute Minderheit“ in den Vordergrund spielen und beginnen mit Blödsinn um sich zu werfen, wie etwa, wie auch hier im Thread demonstriert, dem in einen Topf Werfen von Sozialismus und Nationalsozialismus. Diesen Schwachsinn habe ich auch schon in anderen Foren gelesen und er wird einfach nicht plausibler, egal wie oft man ihn runterbetet. Da erscheint einigen die stalinistische, pseudokommunistische Diktatur noch nicht schlimm genug, also muss man noch irgendwie Hitler mit dem Kommunismus assoziiert bekommen. Leider sollte sich aber auch jeder, der so etwas von sich gibt, gewahr sein, dass er sich damit selbst für diesbezügliche Diskussionen disqualifiziert. Denn was war eine von Hitlers ersten Amtshandlungen? Er hat systematisch Gewerkschaften vernichtet. Schon alleine daran erkennt man natürlich den wahren Sozialisten, ne wahr?! Und was waren nach Juden die meisten Menschen, die er hat umbringen lassen? Kommunisten, Sozialisten und Gewerkschafter. Auch daran erkennt man: Nationalsozialismus und Sozialismus ist natürlich absolut dasselbe… :roll: Aber manchen Menschen ist leider keine „Argumentation“ zu blöd, um damit am Ende doch noch ihre Weltanschauung zu verteidigen.

Es geht nicht darum den Kapitalismus heilig zu sprechen.

Nur werden gerne seine postiven Effekte als selbstverständlich wahrgenommen während die negativen überhöht werden.
Wie z.B beim Afrika Beispiel. Die Armut der Afrikanischen Staaten lag in der Mitte des 20. jahrhundert weitaus höher als heute, dies gilt auch für etliche Asiatische Staaten. Zudem vergisst man gerne dass die dortigen Staaten nach ihre Unabhängigkeit oftmals in Clan und Volksstammkämpfe verfallen sind die die Länder bis heute lähmen.
Die sogenannten " Mondlandschaften " werden heutzutage übrigens von China hinterlassen die im Zweifelsfall nicht einmal mehr Afrikaner für die Arbeit z.B in Kupferminen einstellen sondern zum Teil Chinesiche Strafgefangene einfliegen lassen.

Zitat: " Der Kapitalismus ist, was sich aus dem eben angeführten Beispiel auch ableitet, ein System, in welchem nicht zuletzt gerade ökologische Interessen kaum systematisch umsetzen lassen, weil das dem Kapitalismus eigene Wachstumsstreben gerade dem massiv widerspricht. "

Nichts ist falscher als diese Aussage. Bereits seit den 80ern gibt es keinen Widerspruch zwischen ökonomischen und ökologischen Interessen, im Gegenteil, die Ersparniss zum Beispiel durch nachhaltiges Wirtschaften, effiziente Wärmedämmung in Fabriken, wiederaufforstbare Nutzflächen etc. schafft jedem Unternehmen richtig eingesetzt einen Vorteil vor seinen Konkurrenten.

Und bei aller Liebe für die soziale Marktwirtschaft sollte man nicht vergessen dass ihr Konzeptgeber - Alfred Müller Armack - dem Nationalsozialismus mehr als nahestand und einigen seiner sozialen Grundgedanken in die soziale Marktwirtschaft mit einfliessen liess.
Sie ist etwas speziell deutsches und es wird sich zeigen ob sie den selben Erfolg im Rahmen der EU haben wird so wie es die Deutschen momentan forcieren.

Herr Lanning propagiert hier ein romantisches Image dass auch so mancher in diesem Thread lebt: Der Entwickler als geistvoller Künstler der nur darin bestrebt ist seine Kunst einem Publikum zu präsentieren.
Oh ja es mag diese Charaktere geben. Aber meistens existieren sie nicht lange genug um ohne Hilfe zu überleben. Diese Damen und Herren möchten Geld verdienen, möchten sich und ihre Familien ernähren. Wenn dies mit Produkten geht die selbst mögen/ spielen/favorisieren: umso besser.
Das ändert jeodch trotzdem nichts daran dass ein Markus Persson nicht zweimal überlegt hat als Microsoft ihm Milliarden für sein Indieprojekt Minecraft angeboten hat.
Zuletzt geändert von Imperator Palpatine am 01.04.2015 12:16, insgesamt 4-mal geändert.
Benutzeravatar
Imperator Palpatine
Beiträge: 1829
Registriert: 11.06.2014 14:19
Persönliche Nachricht:

Re: Oddworld-Schöpfer Lanning: "Kapitalismus tötet Spiele un

Beitrag von Imperator Palpatine »

Krulemuk hat geschrieben:
golgi hat geschrieben:
Imperator Palpatine hat geschrieben: Der Kommunismus und alls eine Spielarten trägt jedoch in sich bereits immer den Keim zu Leid und Tod ganz gleich welches Wunschdenken man hegt. Ich sehe darin rein gar nichts positives.
Halte ich für falsch. Kommunismus ist im Kern alles andere als schlecht. Im Gegenteil: Kommunismus ist stark mit Themen wie Chancengleichheit, Humanität, sozialer Gerechtigkeit und allgemeiner Bildung und Mündigkeit von Menschen assoziiert. Dass Kommunismus so unrühmlich in die Geschichtsbücher Einzug erhalten hat, liegt an den Interpretationsmonopolen der kommunistischen Parteien, die - oftmals neben Terror und Leid - dem eigentlich mündigen Proletariat keinen Raum für Selbstverwirklichung und Mitbestimmung gegeben hat.
Es ist schon komisch - Der "Kapitalismus" hat zum größten Wohlstand in der Geschichte der Menschheit geführt und trotzdem wird er von den Wohlstands-Kids in Frage gestellt. Es gibt natürlich auch negative Implikationen, um die wir uns kümmern müssen, aber generell ist unser Weg extrem erfolgreich. Der Kommunismus war auf dem Papier vielleicht eine ganz nette Idee, aber in der Tat trägt er Leid und Tod schon konzeptuell in sich. Was macht ein Staat mit einem gut ausgebildeten Ingenieuren, der ehrgeizig ist und besser verdienen will als der Müllmann? Was macht der Staat generell mit seinen Eliten, die in anderen Systemen leistungsgerecht entlohnt werden und daher in Scharen in diese Systeme übersiedeln wollen? Der einzige logische Weg ist die Errichtung einer Mauer und das Einsperren der Menschen. Kommunismus ist menschenverachtend und leistungsfeindlich.

Und Tetris wurde vielleicht von einem Programmierer in einem sozialistischen Staat erfunden, aber das Risiko eingegangen und es für andere zugänglich gemacht, hat es ein japanisches (also kapitalistisches) Unternehmen. Der Staat weiß eben nicht, welche Bedürfnisse die Bürger haben - das wissen die Bürger selber besser. Kreatives Entrepreneurship zur Bedürfnisbefriedigung ist im Kommunismus nicht angedacht, stattdessen wird zentral geregelt. Die Diskussion ist müßig, da die Planwirtschaft weltweit zu Hunger, Elend und Tristesse geführt hat und selbst China es mittlerweile geschafft hat mit einer gelenkten Marktwirtschaft ein Stück Wohlstand für seine Bürger zu erreichen. Was sich leider weniger durchsetzt ist die Demokratie, aber das ist wieder ein anderes Thema.

"Kapitalismus tötet Spiele und Entwicklungsstudios" ist ein komplett unsinniger und bescheuerter Satz, der von geringer Bildung zeugt. Lanning adressiert nämlich keinesfalls die Marktwirtschaft mit seiner Kritik, denn die macht ja auch crowdfunding und andere alternative Finanzierungskonzepte möglich, sondern eher spezifische Entwicklungen eines Industriezweiges, die ihm nicht gefallen. Dieser Industriezweig ist aber eben durch diese Alternativen gerade stark im Wandel - Seine Kritik geht völlig am Ziel vorbei...
Danke vielmals für diesen Beitrag !