Ich stimme dem zu möchte mich aber vorher noch bei allen hier für die interessante und sachliche Diskussion bedanken.Kya hat geschrieben:Dessen wäre ich mir nicht so sicher.Kajetan hat geschrieben:Wenn Madame sich das alles nur ausgedacht hätte, dann wäre eben KEINE Diskussion losgetreten worden.
mMn reiben sich die Leute an ihrer Person + der Art und Weise, wie sie ihre Videos präsentiert - nicht am Sexismus.
Das Problem ist meiner Meinung nach dass die Aussage man muss die Thesen unabhängig von der Person betrachten insofern fragwürdig ist, als dass Anita Saarkesian von Beginn ihre Person mitsamt der spezifischen Vita in den Vordergrund gestellt hat.
Die Kickstarter Kampagne wurde von ihr bzw. dem dahinter stehenden MacIntosh doch genau damit befeuert: Weiblich, Studienabschluss, Feministin, Gamerin.
Fast alle Interviews, Vorträge etc nach erfolgreichem Abschluss der Kampagne begannen quasi mit diesen
" Buzzwords : " I´m a studied feminist and a Gamer ".
Infolgedessen gab es natürlich eine gewisse Erwartungshaltung bestimmter Kreise insbesondere was die Qualität ihrer Arbeit betrifft ( wobei man von Gender Studies keine Wissenschaftlichkeit erwarten kann aber dies ist meine persönliche Meinung ).
Was am Ende folgte war jedoch eine Art schlecht recherchierter Gamingjournalismus gespickt mit Unwahrheiten der von Beginn an darunter litt dass er nicht wertfrei an die Frage herangetreten ist warum gewisse Darstellungen in Videospielen existieren sondern alles mit dem Oberbegriff Sexismus begutachtet hat.
Für einen Hammer sieht nun einmal alles aus wie ein Nagel.
Und wie Alanthir bereits richtig herausstellte geht es hier um eine Simplifizierung von Attributen, um Klischees und Stereotypen die wir alle, Männer und Frauen kennen ohne sie für unseren Umgang miteinander permanent als Folie zur Hand zu nehmen. Und in vielerlei Fällen handelt es sich um Spiegelungen der realen Welt ganz gleich wie manche Kreise uns Orwell gleich diese Realität negieren wollen.
Und der Hauptgrund liegt insbesondere im Medium selbst.
Ich gehe gerne mit einem Jörg Luibl und Co. konform das Videospiele mehr sein können ! ich betone können ! als Unterhaltung in ihrer reinsten Form aber mir scheint das mittlerweile bisweilen vergessen wird dass sie in ihrem Ursprung immer noch einem ganz bestimmten Zweck dienen: Sie sollen Freude machen, sie sollen Spass machen.
Und ja ich mag meine Stereotypen in Videospielen, ich mag meine Klischees.
Sie sollen mir Freude bringen, wenn ich mit Commander Sheppard und der Normandy Crew Captain Kirk gleich die Galaxis rette und dabei jede Dame becircen kann.
Sie sollen mir Freude bringen, wenn ich mit Clementine traurig vor dem sterbenden Lee stehe und auf ein Wunder hoffe.
Sie sollen mir Freude bringen, wenn ich als kampferfahrenes Frontschwein fluchend über ein Schlachtfeld renne während ein Spieler der auf der anderen Seite des Planeten sitzt mir eine virtuelle Kugel in den Kopf jagen will.
Sie sollen mir Freude bringen, wenn ich vorsichtig und mit verkrampftem Gesicht durch ein vermeintlich leeres Sanatorium gehe, während ich mich noch von dem letzten Herzinfarkt erhole.
Und nein ich möchte dabei keinen emotionalen Hipster spielen der während ich ihn steuere mir vom Leid der Welt berichtet. Und ich brauche auch keinen übergewichtigen Helden der schnaubend versucht sich auf die nächste Klippe zu hieven, das nehme ich dann nicht ernst.
Und Faith in einem Mirrors Edge 2 muss keine Frontfrau für einen wie auch immer gearteten Feminismus werden, die Figur ist stark so wie sie ist.
Deswegen bin aber nicht verschlossen für neues.
Ich würde mich trotzdem freuen wenn ich im nächsten Far Cry eine Extremsportlerin spiele die ihren im Rollstuhl sitzenden Freund rettet, jedoch nicht schon nach den ersten zwei Minuten wie Meister Schnitter höchstselbst durch die Gegnerreihen fegt.
Ich würde mich freuen wenn ich weitaus häufiger andere Charaktere wie z.B Tiere ( Katzen, Ameisen, Haie ) spielen dürfte.
Ich würde mich freuen wenn ich mehr Spiele im Sinne eines Spec Ops the Line sehe.
Und ja genau so würde mich auch ein WW2 Shooter mit einer deutschen Kampagne erfreuen.
Ich bin offen für jene Entscheidungen wenn sie der Phantasie und der Neugier der Entwickler entspringen, ich bin offen dafür wenn sie dem Mut des Publisher entspringen etwas neues zu testen weil er selbst bei einm Flop keinen Konkurs anmeldet.
Ich verweigere mich dem jedoch wenn ich das Gefühle habe das politische und gesellschaftliche Diskussionen mit der Brechstange ohne Rücksicht auf Verluste in das Medium eingeführt werden sollen.
Die absolut schlechte Arbeit einer Anita Saarkesian war für mich in dieser Hinsicht genau dies.
Eine Person - inklusive Gefolge - die mit einer ganz bestimmten Agenda, gesteuert von jemand anderem, laut mit Unwahrheiten um sich werfend einen " Diskussionraum " mit betreten hat zu einem Zeitpunkt bei dem sich - z.B durch Kickstarter - bereits seit längerem vernünftige " Gespräche " herausgebildet haben.
Das Ergebnis ist dementsprechend.


