Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketing"

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johndoe1686305
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von johndoe1686305 »

Sir Richfield hat geschrieben:Quizfrage: Nehmen wir an, ich stehe vor der Packung im Laden und stelle für mich fest, dass ich dieses Spiel nicht kaufen möchte.
Welche Möglichkeiten hast du als Entwickler/Publisher, aus mir einen Kunden zu machen?
Gar keine. :)

Aber Gegenfrage: Wenn jemand eine Kopie spielt, wieso ist es dann für Dich Fakt dass er das Spiel auf keinen Fall gekauft hätte?
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Sarkasmus
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Sarkasmus »

Sir Richfield hat geschrieben: Quizfrage: Nehmen wir an, ich stehe vor der Packung im Laden und stelle für mich fest, dass ich dieses Spiel nicht kaufen möchte.
Welche Möglichkeiten hast du als Entwickler/Publisher, aus mir einen Kunden zu machen?
Schwarzkopierer sind aber keine Leute die das Produkt nicht haben möchten, sondern sie sind Leute die das Produkt haben wollen aber kein Geld dafür ausgeben möchten.

Ein himmelweiter Unterschied.
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Wigggenz
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Wigggenz »

Sarkasmus hat geschrieben:
Sir Richfield hat geschrieben: Quizfrage: Nehmen wir an, ich stehe vor der Packung im Laden und stelle für mich fest, dass ich dieses Spiel nicht kaufen möchte.
Welche Möglichkeiten hast du als Entwickler/Publisher, aus mir einen Kunden zu machen?
Schwarzkopierer sind aber keine Leute die das Produkt nicht haben möchten, sondern sie sind Leute die das Produkt haben wollen aber kein Geld dafür ausgeben möchten.

Ein himmelweiter Unterschied.
Rein wirtschaftlich gesehen aber nicht, und darum geht es ja.
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FuerstderSchatten
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von FuerstderSchatten »

Gibt halt Menschen, die kaufen sich keine oder nur MP Spiele, muss man sich mit abfinden. Davon ab, habe ich dass ja auch schon gemacht, gibt wohl so gut wie keinen der es noch nie gemacht hat.

Nur vom klauen würde ich abraten, aber das ist ja heute eh eher nicht mehr so aktuell. Und vielleicht sollte man auch nicht dauerladen, mein Kumpel wurde schon erwischt, kostet schon ne Menge.
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Batistuta
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Batistuta »

Wigggenz hat geschrieben: Rein wirtschaftlich gesehen aber nicht, und darum geht es ja.
Die Wirtschaft reagiert aber anders auf ein raubkopiertes Spiel als auf ein aus Nicht-Interesse nicht gekauftes Spiel ( geiler Satz :ugly: ). Sie weiß, da ist eine große Zielgruppe die unsere Spiele will aber nicht bereit ist dafür zu zahlen. Also bieten wir die Spiele lieber von vornherein kostenlos und machen das Bezahlen selber als Teil des Spielprinzips. Oder wir machen das Spiel wettbewerbsorientiert, wobei diejenigen die zahlen Vorteile gegenüber den Nicht-Zahlern geniessen.

Es ist irgendwie ironisch der Industrie vorzuwerfen dass sie diese f2p und pay-2-win Modelle aus reiner Geldgier erfunden hätte, da sie damit eigentlich nur auf den Geiz und den Betrug ihrer Kundschaft reagiert.
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Sarkasmus
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Sarkasmus »

Batistuta hat geschrieben:
Die Wirtschaft reagiert aber anders auf ein raubkopiertes Spiel als auf ein aus Nicht-Interesse nicht gekauftes Spiel ( geiler Satz :ugly: ). Sie weiß, da ist eine große Zielgruppe die unsere Spiele will aber nicht bereit ist dafür zu zahlen. Also bieten wir die Spiele lieber von vornherein kostenlos und machen das Bezahlen selber als Teil des Spielprinzips. Oder wir machen das Spiel wettbewerbsorientiert, wobei diejenigen die zahlen Vorteile gegenüber den Nicht-Zahlern geniessen.

Es ist irgendwie ironisch der Industrie vorzuwerfen dass sie diese f2p und pay-2-win Modelle aus reiner Geldgier erfunden hätte, da sie damit eigentlich nur auf den Geiz und den Betrug ihrer Kundschaft reagiert.
Nein aber nicht doch, daran sind doch nie und nimmer die Schwarzkopierer Schuld sondern ganz allein die geld- und raffgierigen Publisher.
Wie kannst du nur die Publisher in Schutz nehmen?Bist du einer ihrer Strohmänner?
An allen Leid in der Spieleindustrie sind die Publisher und die Kunden die es kaufen schuld, aber nie, wirklich nie die Schwarkopierer.


:ugly: :Häschen:
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Kajetan
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Kajetan »

Sarkasmus hat geschrieben: Nein aber nicht doch, daran sind doch nie und nimmer die Schwarzkopierer Schuld sondern ganz allein die geld- und raffgierigen Publisher.
Jetzt mal frei von Sarkasmus :) Weisst Du, wer daran Schuld ist? Die Kunden!

Die Kunden wollen für ein neues Spiel nicht mehr als 50-60 Euro ausgeben. Die Kosten sind aber gestiegen. Nicht nur im Rahmen des Budgets, sondern grundsätzlich durch Teuerungsrate und Inflation. Der Preis für neue Spiele bleibt aber gleich, weil die Kunden nicht mehr zahlen wollen. Um dieses Dilemma zu lösen, verfolgen die Majors die Strategie mit massivem Marketing und Konzentration auf einige wenige Chart-Titel den Umsatz zu erhöhen und mit DLC und Ingame-Purchases zusätzliche Einnamequellen zu erschliessen. Firmen, die es sich nicht leisten können derartig massiv Werbung zu machen, gehen auf dem PC in die andere Richtung und bieten Spiele entweder deutlich günstiger an (was hier funktioniert, weil die Produktionskosten für Nicht-AAA nicht so hoch sind). Oder man macht das Spiel komplett kostenlos und hofft genug Wale anzuziehen, deren Ingame-Käufe dann den gewünschten Umsatz erzielen. Was die Spieler machen, die nix zahlen, das kümmert die Anbieter von F2P-Spielen nicht. Denen kommt es, wie üblich, nur auf die Leute an, die bereitwillig zahlen. Bzw. durch psychologisch geschickt aufgebaute Gameplay-Mechanismen zur Zahlung "überredet" werden.

Der phöse, phöse Kopierer hat auch damit überhaupt nichts zu tun. Er spielt keine Rolle in diesen Überlegungen. Der Kopierer ist UNWICHTIG! Er dient mittlerweile nicht mal mehr als Ausrede, wenn ein Quartal verhagelt wird.
Chris Dee
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Chris Dee »

Sir Richfield hat geschrieben: Der Kern ist: Du denkst wie die Publisher sprechen: Kopie = Umsatz, der mir genommen wurde.
Ich sage: Das ist völliger Quatsch. Kopie = Umsatz, der nicht gemacht wurde.
Manchmal kann man's mit dem Diskutieren auch wirklich übertreiben und ich weiß echt nicht, worin der Sinn besteht, sich so sehr an den Wörtchen "Umsatz" oder "Verlust" oder an deren betriebs- oder volkswirtschaftlichen Definitionen aufzuhängen.

Es wurde schon gesagt: Wer gerne spielt und viel spielt und dafür ausschließlich Schwarzkopien nutzt, der würde ganz sicher nicht von heute auf morgen komplett damit aufhören, wenn es keine Schwarzkopien mehr gäbe, sondern sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit das eine oder andere Spiel einfach mal kaufen, gerade bei Preisen weit unterhalb der Zehn-Euro-Grenze, die bei etwas älteren Spielen oder in Sales an der Tagesordnung und nun wirklich für absolut jeden erschwinglich sind. Dass in einigen Fällen durch Schwarzkopierer der Umsatz geringer ist als er sein könnte, liegt doch auf der Hand, und nur um dieses Phänomen geht es doch, ob man das nun "Umsatzverlust" nennt oder wie auch immer ist doch letztlich scheißegal.

Und nur, weil sich dieses Phänomen nicht konkret quantifizieren und auf den Punkt genau in Euro und Cent ausdrücken lässt, heißt das noch lange nicht, dass es nicht existiert. In der Mathematik gibt es auch nicht-konstruktive Existenzbeweise - da weiß man, dass es etwas gibt; man weiß aber nicht, wie es aussieht. Klingt komisch, ist aber so.

Klar ist nicht jede Schwarzkopie mit entgangenem Umsatz gleich zu setzen. Aber das tun auch die Hersteller schon lange nicht mehr, wenn sie Verluste schätzen, also vielleicht einfach mal mit diesen Ammenmärchen und dieser Hexenjagd aufhören.

Parasitäre Schwarzkopieschmarotzer sind für mich exakt genau so schlimm wie die schlimmsten und dümmsten Einfälle, die die furchtbarsten aller Publisher jemals hatten; da mache ich überhaupt keinen Unterschied. Natürlich wissen wir alle, dass vieles, was die Publisher unter dem Deckmäntelchen "Kampf gegen Raubkopierer!" vom Stapel lassen (z.B. Accountbindung) mit dem Kampf gegen Schwarzkopien gar nichts zu tun hat, sondern mit ganz anderen Dingen, aber ohne die Kopierer gäb's auch dieses Deckmäntelchen nicht. Alleine das ist schon ein Grund, dieser Brut die Pest an den Hals zu wünschen.
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sabienchen.banned
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von sabienchen.banned »

ronny_83 hat geschrieben:Eine interessante Frage, die hier schon aufgekommen ist, war auch: Mal angenommen, von heut auf morgen wären Raubkopien nicht mehr möglich. Kann man davon ausgehen, dass jeder der Raubkopierer plötzlich aufhört, die Software zu konsumieren und sich andere Hobbies sucht (also nach der These Raubkopierer gleich sowieso nie verkaufte Kopie) oder kann man davon ausgehen, dass ein Teil davon die Produkte rechtmäßig erwirbt?
Die Leute hätten auf alle Fälle nicht mehr Geld.. wenn sie das Geld zuvor nicht für die Software locker machen wollten werden sie es wahrscheinlich auch dann nicht tun.
Die Person die zuvor 9/10 Spielen raubkopiert hat wird in vielen Fällen dann nurnoch 1/10 soviele Spiele spielen. :Häschen:
Darüber kann man sehrwohl streiten.. :wink:
Gesamtwirtschaftlich betrachtet ändert sich hier allerdings defintiv nichts, denn die Kaufkraft bleibt schließlich die gleiche.
Chris Dee hat geschrieben:Es wurde schon gesagt: Wer gerne spielt und viel spielt und dafür ausschließlich Schwarzkopien nutzt, der würde ganz sicher nicht von heute auf morgen komplett damit aufhören, wenn es keine Schwarzkopien mehr gäbe, sondern sich mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit das eine oder andere Spiel einfach mal kaufen, gerade bei Preisen weit unterhalb der Zehn-Euro-Grenze, die bei etwas älteren Spielen oder in Sales an der Tagesordnung und nun wirklich für absolut jeden erschwinglich sind. Dass in einigen Fällen durch Schwarzkopierer der Umsatz geringer ist als er sein könnte, liegt doch auf der Hand, und nur um dieses Phänomen geht es doch, ob man das nun "Umsatzverlust" nennt oder wie auch immer ist doch letztlich scheißegal.
Das der Schwarzkopierer "mundpropaganda" betreibt oder bei Gefallen an einer Spielemarke den nächsten Teil kaufen wird ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, der sich wie "Umsatzverluste durch Schwarzkopien" nur schwer quantifizieren lässt.
Und wenn du von 10€ Sales sprichst.. dann sind Gebrauchtspielkäufe ja genauso schlimm wie Schwarzkopien von älteren Titeln. :wink:
Zuletzt geändert von sabienchen.banned am 10.01.2015 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
Chris Dee
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Chris Dee »

ronny_83 hat geschrieben: Einige hier tun aber so, als wären alle Nutzer von Raubkopien einer Software solche, die sowieso nie rechtmäßig dafür bezahlt hätten. Nach meiner Erfahrung aus der Schule (vor 13 Jahren) stimmt das aber eben nicht.
Apropos Schule: So um 1985 herum, zu den Hochzeiten von Commodore 64 und Schneider CPC 464, war das Lieblingsargument von Schwarzkopienutzern "Aber die Hersteller sind doch selber Schuld! Die Spiele sind viel zu teuer! Wären die billiger und würden nur zehn oder zwanzig Mark kosten, würde ich auch nicht mehr kopieren, sondern nur noch kaufen!" Heute bekommt man Spiele - ob ältere oder im Sale - weit darunter und es wird trotzdem mehr kopiert als je zuvor. Ich denke, daran ist klar abzulesen, wie ernst man Aussagen dieser Art nehmen kann ...
Chris Dee
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Chris Dee »

sabienchen hat geschrieben: Die Leute hätten auf alle Fälle nicht mehr Geld.. wenn sie das Geld zuvor nicht für die Software locker machen wollten werden sie es wahrscheinlich auch dann nicht tun.
Die Person die zuvor 9/10 Spielen raubkopiert hat wird in vielen Fällen dann nurnoch 1/10 soviele Spiele spielen. :Häschen:
Darüber kann man sehrwohl streiten.. :wink:
Gesamtwirtschaftlich betrachtet ändert sich hier allerdings defintiv nichts, denn die Kaufkraft bleibt schließlich die gleiche.
Dabei sollte man Ursache und Wirkung aber nicht verwechseln: Wer seit er denken kann, daran gewöhnt ist, seine Spiele kostenlos zu saugen, der hat NATÜRLICH auch kein monatliches Budget (oder nur ein sehr geringes) hierfür in seinen Planungen, weil er sich daran gewöhnt hat, alles für umme zu bekommen. Hätte er hingegen von vorneherein für jedes seiner Spiel bezahlen müssen, sähe das vermutlich ein wenig anders aus. Außerdem ist der Anteil, den man für Spiele ausgibt, ja nicht ín Stein gemeißelt. Wer das Bedürfnis hat, eine gewisse Zahl an Spielen im Monat oder im Jahr zu spielen, der wird - je nach Stärke dieses Bedürfnisses - bis zu einem gewissen Grad sicher auch zusätzliche Ressourcen dafür aufwenden, dieses Bedürfnis zu befriedigen, wenn er seine Spiele plötzlich nicht mehr umsonst bekommt.
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sabienchen.banned
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von sabienchen.banned »

Chris Dee hat geschrieben:Apropos Schule: So um 1985 herum, zu den Hochzeiten von Commodore 64 und Schneider CPC 464, war das Lieblingsargument von Schwarzkopienutzern "Aber die Hersteller sind doch selber Schuld! Die Spiele sind viel zu teuer! Wären die billiger und würden nur zehn oder zwanzig Mark kosten, würde ich auch nicht mehr kopieren, sondern nur noch kaufen!" Heute bekommt man Spiele - ob ältere oder im Sale - weit darunter und es wird trotzdem mehr kopiert als je zuvor. Ich denke, daran ist klar abzulesen, wie ernst man Aussagen dieser Art nehmen kann ...
die Leute haben nicht mehr Geld .. es gibt einfach viel mehr Spiele.
Softwareabsätze steigen, wo wird denn bitte weniger gekauft?
Chris Dee hat geschrieben: Dabei sollte man Ursache und Wirkung aber nicht verwechseln: Wer seit er denken kann, daran gewöhnt ist, seine Spiele kostenlos zu saugen, der hat NATÜRLICH auch kein monatliches Budget (oder nur ein sehr geringes) hierfür in seinen Planungen, weil er sich daran gewöhnt hat, alles für umme zu bekommen.
Also wir haben früher in den 90ern Spiele getauscht gebrannt gezogen/gecracked usw.
Jetzt bin ich kein Schüler/Student mehr und kaufe mir alle meine Spiele..
aus meinem subjektiven Erfahrungsraum kann ich diese Aussage also nicht bestätigen.. :wink:
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gargaros
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von gargaros »

sabienchen hat geschrieben:
ronny_83 hat geschrieben:Eine interessante Frage, die hier schon aufgekommen ist, war auch: Mal angenommen, von heut auf morgen wären Raubkopien nicht mehr möglich. Kann man davon ausgehen, dass jeder der Raubkopierer plötzlich aufhört, die Software zu konsumieren und sich andere Hobbies sucht (also nach der These Raubkopierer gleich sowieso nie verkaufte Kopie) oder kann man davon ausgehen, dass ein Teil davon die Produkte rechtmäßig erwirbt?
Die Leute hätten auf alle Fälle nicht mehr Geld.. wenn sie das Geld zuvor nicht für die Software locker machen wollten werden sie es wahrscheinlich auch dann nicht tun.
Nicht unbedingt. Was ist, wenn sie nur deswegen kein Geld ausgeben wollten, weil es ja die Alternative in Form von kostenlosen Downloads gibt? Was ist, wenn eben diese Alternative wegfällt? Zocken dann alle überhaupt nicht mehr? Dass darf bezweifelt werden. Sicherlich werden die wenigsten von denen in den Laden laufen und sich Spiele zum Vollpreis kaufen, doch ich bin mir ziemlich sicher, dass sich einige im Budget-Preis-Bereich oder zumindest in Steam-Sales umschauen werden. Bringt dem Hersteller zwar auch nicht Unmengen mehr an Geld, aber Kleinvieh macht auch Mist.

Preis alleine ist in Zeiten, wo man PC-Spiele bereits wenige Monate nach Release praktisch hintergeworfen bekommt, kein Grund mehr für "Raubkopien". Viel mehr ist es die "alles-so-früh-wie-möglich-haben-wollen"-Mentalität + die "Geiz-ist-geil"-Mentalität.
Zuletzt geändert von gargaros am 10.01.2015 13:16, insgesamt 1-mal geändert.
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schefei
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von schefei »

Die Publisher und viele Entwickler gehen mit der Haltung an ihre Spiele das sie das beste Angebot der Welt haben.
Wenn die Leute dann nicht bereit sind zu zahlen sagt man nicht "Hoppla unser Angebot war doch nicht so gut, da müssen wir was machen.", sondern zeigt mit dem Finger auf die Randgruppe die sowieso nicht bezahlt hat und macht das Angebot für die zahlenden Kunden durch DRM und Accountbindung noch schlechter.

Schwarzkopien sind wirtschaftlich gesehen das gleiche wie Gebrauchtspiele, nur wird dem einen die Schuld an DRM und Accountbindung gegeben während das andere von zBsp. Sony (Used Game Instructional Video) als Marketinginstrument genutzt wird, weil es in der Öffentlichkeit nicht als moralisch verwerflich angesehen wird.
Hätte er hingegen von vorneherein für jedes seiner Spiel bezahlen müssen, sähe das vermutlich ein wenig anders aus.
Ja, er hätte wahrscheinlich nie etwas gespielt, :wink: zumindest ist das genauso wahrscheinlich wie "Er hätte sich ganz viele Spiele gekauft".
Chris Dee
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Re: Monument Valley: Schwarzkopien sind "kostenloses Marketi

Beitrag von Chris Dee »

sabienchen hat geschrieben: Das der Schwarzkopierer "mundpropaganda" betreibt oder bei Gefallen an einer Spielemarke den nächsten Teil kaufen wird ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, der sich wie "Umsatzverluste durch Schwarzkopien" nur schwer quantifizieren lässt.
Das ist sicher richtig. Letztlich ist ja auch nicht die Kopie das Schlimme, sondern wie man mit ihr umgeht. Ich habe auch ein paar - wirklich nur ein paar ;) - Kopien daheim, aber von jedem Spiel, das ich länger als eine halbe Stunde gespielt habe, eben auch das Original. Und generell sorgt natürlich jede Kopie für Verbreitung, Werbung und Popularität, aber es ging mir halt um die Geisteshaltung dabei: Ob man einem guten Freund ein Spiel brennt, das er unbedingt auch mal spielen sollte, oder ob man das Ding für jedermann runterladbar ins Netz stellt, ist für mich eben ein himmelweiter Unterschied und daher Kopie auch nicht gleich Kopie. Was ich massenhaft umsonst verfügbar mache, entwerte ich natürlich total - auch rein ökonomisch.
sabienchen hat geschrieben:Und wenn du von 10€ Sales sprichst.. dann sind Gebrauchtspielkäufe ja genauso schlimm wie Schwarzkopien von älteren Titeln. :wink:
Verdammt, erwischt! ;) Also ehrlich gesagt habe ich bei richtig guten Titeln - wie bei mir zuletzt die GOTYs von Fallout 3, Mafia 2 und Borderlands - schon ein etwas schlechtes Gewissen, dass die Entwickler nur so wenig Geld von mir sehen. Ernsthaft! Allerdings kenne ich aus Konsolen- und Heimcomputerzeiten auch noch einen extrem preisstabilen Spielemarkt, so dass ich da historisch auch einfach anders geprägt bin. Es gehört halt zu den Paradoxien unserer modernen Gesellschaft, dass es ökonomisch gesehen (für das einzelne Individuum) eigentlich totaler Unsinn ist, Neuwagen oder brandneue Spiele kaufen, so schnell wie die an Wert verlieren, aber ohne neue Autos und Spiele gibt es natürlich später auch keine alten/gebrauchten.

Gebrauchtspiele sind wieder ein ganz anderes Thema; das würde jetzt wirklich zu weit führen. Aber die gibt es ja - dank Accountbindung - auf dem PC eigentlich sowieso nicht mehr, von daher ist das eigentlich ziemlich irrelevant.