Baralin hat geschrieben:1. Den Trend zu Microtransaktionen finde ich jetzt nicht gerade super. Aber Ubisoft macht ja erst mal nur ein Angebot, was man ablehnen kann - solange sich das jeweilige Spiel auch ohne Echtkohle vernünftig durchspielen lässt.
2. Ich persönlich finde es ja total bescheuert, 100 Dollar für Mikrotransaktionen auszugeben, aber wer das unbedingt machen will - bitte. Für das Geld sollte natürlich auch ein Gegenwert vorhanden sein. Wobei ich jetzt nicht weiß, ob das Problem nicht war, dass er das Paket so spät gekauft hat. Aber ein Spiel kaufen und gleich direkt am Anfang 100 Dollar auszugeben, um den Char zu pimpen, wäre ja auch ziemlich schräg. Vor allem, da die AC-Reihe bisher nicht gerade für ihren hohen Schwierigkeitsgrad bekannt war.
Ob jemand "bescheuert" oder "nicht bescheuert" ist, steht hier eigentlich nicht zur Debatte. Wenn du aber glaubst, dass du als Nichtkäufer von Mikrotransaktionen NICHT von dem Ingame-Shop betroffen bist, nur weil du kein virtuellen Schrempel kaufst, dann täuscht du dich.
Warum werden Ingameshops in Vollpreis-Titeln angeboten? Weil es der Kunde will? Nein, weil es um Erlössteigerung pro verkauftem Produkt gibt. Und weil die Presse es aktzeptiert.
Mikrotransaktionen, wie sie jetzt Ubisoft ausrollt, werden bei Erfolg natürlich Auswirkungen auf Game- und Leveldesign haben. Spiele werden zunehmend so gestaltet, dass ein möglichst großer Ingame-Kaufanreiz entsteht. Wie das erreicht wird, da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es kann sein, dass du länger brauchst für ein Level, als eigentlich für das Gamedesign sinnvoll wäre. Evtl. werden manche Levels gar nicht mehr spielbar sein, ohne dass du kurz mal 10 Euro ingame (!!) ausgibst. Wichtig dabei ist, dass es möglichst bequem von statten gehen sollte. Dabei gilt auch die Abkoppelung des echten Geldes vom Spielerlebnis - Fantasiewährung zu bezahlen, wie diese Helixcredits, tut halt weniger weh als 3 Euro für ne neue Kapuze zu bezahlen.
Um es mal konkret runterzubrechen, wie könnte das bei AC aussehen? Du stehst vor einer tollen Kirche, klickst auf "betreten" und erhälst dann die Nachricht, dass die "Wache" von dir 100.000 Dukaten will. Du kannst dir die Dukaten erspielen (dauert dann 5 Stunden Grinding) oder mal schnell für 9.99 Euro kaufen. Du willst einen Endboss besiegen scheiterst aber daran, weil dein Alter Ego nicht auf dem passenden Level ist. Kein Problem, kauf dir beim Doktor ingame ein Boost Pack. Oder grinde dich durch 40 Kampfmissionen. Das ist teilweise schon da, bzw. das wird Industriestandard ab 2015.
Unterm Strich wird dann immer das gleiche schwache Argument aus der Mottenkiste geholt: "Hey, du musst ja nicht kaufen. Du kannst es auch so lösen!"
Klar kannst du es - nur werden Produktmanager sich hinsetzen und das Gamedesing in Richtung Monetarisierung drücken bis der Spielspass ohne Kaufitems auf der Strecke bleibt. Wer es nicht glaubt, soll man die Ingame-Items zwischen AC:U und AC: BF vergleichen. Evolution im SInne des Shareholders.
Und alles so "Yeah!"
