Genau diesen Punkt würde ich niemals abstreiten. Ich würde sogar sagen das er größer ist als man allgemein annimmt, je nachdem was für einen Anteil Medien in der Erziehung und im Alltag einer Person haben natürlich unterschiedlich.Lord Hesketh-Fortescue hat geschrieben: Daher finde ich die Annahme, DASS es einen gewissen Einfluss durch vermittelte Bilder, Sprache und Paradigmen auf unser Denken und Handeln gibt, sogar geben muss, schon sehr vernünftig. Da lagen etliche Poststrukturalisten glaube ich schon nicht so ganz falsch. Ansonsten könnte man sich die Diskursanalyse als Instrument auch komplett schenken. Wie übrigens auf der anderen Seite (der Input-Seite) auch die Werbung, die Propaganda, den Lobbyismus, politische Leitbilder, tradierte Wertevermittlung etc. Und natürlich ist das kein aus den Fingern gesogenes Axiom, es gibt hunderte von Studien zu Rassismus, Faschismus, Sexismus, auch in ihren historischen Dimensionen, die allesamt nahelegen, dass Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort massiv von den gängigen Rollenbildern, Klischees und den entsprechenden Ableitungen (z.B. Ressentiments, Hass) geprägt wurden.
Aber es ist eine Sache das unvoreingenommen zu untersuchen. Ich denke sicher das man dort bestimmte klare Einflüsse finden kann, welche Medien (mal von Games und Filmen usw. weg, auch Nachrichten die das Weltbild prägen) der Amokläufer konsumiert, welche soziale Netzwerke er nutzt und auf welche Weise usw. usw. Vielleicht könnte man das ja sogar generalisieren. Das weiß ich nicht, aber theoretisch wäre es möglich.
Mein Problem fängt dann aber eben genau dann an, wenn man sowas gemacht hat und diese Einflüsse dann einordnen will. Das Stichwort "männlich" ist natürlich keine leere Worthülse und es gibt bestimmte Sachen die negativ wie positiv darunter zu finden sind, aber wenn es um weniger klare Dinge geht, wird es sehr fragwürdig. Ich lehne mich hier aus dem Fenster und würde behaupten das jemand wie Anita bestimmte negative Elemente schlicht als männlich deklarieren würde. Ich bin schlicht nicht der Meinung das das so klar zu bewerkstelligen ist, wie ein Element als rassistisch oder auch zum Beispiel frauenfeindlich zu deklarieren. Das sind ja schon bestimmte Kriterien die man nur treffen muss. Aber schlicht zu sagen: Das ist männlich (Beispiel Leistungsdruck)... letztendlich wäre das eben die Willkür bei der man sich vor allem die Frage stellen muss, was das eigentlich soll. Ich sehe da weder ein Erkenntnisinteresse in Bezug auf Gleichberechtigung noch Problemlösungsstrategien bei Amokläufen, ganz im Gegenteil.
Die hypothetische Untersuchung davor meinetwegen gerne, aber den Prozess danach halte ich für unsinnig. Wie ich aber schon sagte suggeriert Anita hier das sie mindestens schon mitten in diesem zweiten Teil einer solchen Untersuchung ist oder zumindest meint solche Kenntnisse zu besitzen und das ist wie ich eingangs schon sagte "lachhaft". :wink:

