Wenn wir uns jetzt mal an die Morddrohungen an die Devs von Bayo2 & CoD erinnern, haben die bei weitem nicht solche Wellen geschlagen und medial soviel Aufmerksamkeit bekommen. Ich gehe soweit und behaupte, dass es eben erst durch die weiblichen Opfer richtig interessant und newswürdig wurde. Davor hat es doch kaum jemand, vor allem abseits der einschlägigen Seiten, gekümmert.
Aber kaum kommt eine Dame von außerhalb, untersucht völlig einseitig ein paar Spiele, plus eine betroffene Indieentwickerlin meldet sich und schon hat die Branche ein Misogynie- und Sexismus-Problem?
Die Relationen und auch die Reaktionen in diesem Fall empfinde ich als stark übertrieben. Wenn es wirklich so schlimm ist, warum haben sich nicht dutzende andere Entwickelrinnen gemeldet und die Vorwürfe bestätigt oder gar schon vorher darauf aufmerksam gemacht? Sind die Handvoll wirklich die Einzigen die sich trauen aufzustehen oder wollen sie sich vielleicht einfach nur profilieren?
Wenn ich dazu noch solche unkonkreten Aussagen lese wie
oderMänner machen das nicht mit Absicht[...]aber sie legen häufig ein unbewusstes feindseliges Verhalten an den Tag
fällt es mir schwer zu glauben, dass da die ganz großen Probleme vorliegen.Man muss die Gesellschaft als Ganzes betrachten, um die subtilen und unbewussten Botschaften zu erkennen
@ Fiddlejam
In der jüngeren Vergangenheit will mir dafür grade kein Beispiel einfallen. Da sehe ich nur die Forderung nach diversen Quoten (von Führungspositionen, über bestimmte Berufsbilder, bis hin zu Straßennamen), eine etablierte Opferkultur (das klingt jetzt schlimmer als ich es meine, aber mir mag grade kein anderer Begriff dafür einfallen)* und natürlich solch komische Auswüchse ala Herr Professorin.Also finde ich es ein wenig lächerlich, daran jetzt festmachen zu wollen, dass sich Feminismus nicht um Benachteiligungen beider Seiten kümmern würde; da gibt es nun wirklich genügend Gegenbeispiele, auch im größeren politischen Leben.
Dabei lassen sich viele Probleme von Anfang an für alle Beteiligten lösen. Stereotypische Darstellung von NPCs in Videospielen? Heuert mal ein vernünftigen Director und Writer an und schwupps löst sich das Problem auf beiden Seiten.Doch, wird man, weil man ein Problem nach dem anderen angeht. Das Problem sind eher die typischen "Aber was ist mit den Männern"-Rufer und ähnliche ("nicht alle Männer", "Warum heißt es nicht Egalitarismus") Was auch heute noch so ziemlich jede sinnige Diskussion erstickt sind eben solche Nonsens-Diskussionen, statt eben mal zum Thema zu kommen und was zu machen.
Häusliche Gewalt? Ein Sorgentelefon, Ansprechpartner, Schutzhäuser etc. für alle Opfer, nicht nur für eine Seite. Schon hätte man Lösungen für alle geschaffen und der Mehraufwand dabei wäre kaum der Rede wert.
Aber man betrachtet solche gesellschaftlichen Probleme und ihre Lösungen seit Jahrzehnten relativ einseitig. Dabei hat man zwar die besten Absichten, aber ignoriert eben die Bedürfnisse der anderen Seite und wundert sich dann über den wachsenden Widerstand und die verhärtenden Fronten.
Das Ganze lässt sich auch in dem Mikrokosmus der Foren hier beobachten, wenn gemäßigte User nach und nach durch die beiden Extrempositionen in bestimmte Ecken gedrängt werden und sich dann plötzlich argumentativ auf einer Seite befinden, die sie vorher eigentlich gar nicht vertreten wollten.
*Mit Opferkultur meine ich diese teils sehr schnelle Voreingenommenheit ggü. /Vorverurteilung der männlichen Beschuldigten bei Anschuldigungen, besonders bei solchen im sexuellen Bereich.
Disclaimer :
Wie üblich spiegelt dieser Post eine Meinung wider, die durch persönliche Erfahrungen und eigene Wahrnehmungen geformt wurde und kein Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder absoluten Durchblick hat.
Und nein Drohungen sind nicht okay und nein sie hat es auch nicht so gewollt.
