Jetzt vermischst du für mich zwei Dinge und zwar die Bewertung von Qualität ihrer Arbeit und ihrer Arbeit als erfolgreiches Produkt. Ich würde dir auch zustimmen das sie bei letzterem Punkt vieles richtig gemacht hat. Sie hat ein Thema gefunden, was nicht besetzt war und hat es besetzt. Egal wer jetzt noch bei diesem Thema Sachen schreibt...alles orientiert sich an ihr, negativ wie positiv. Zweifellos ist sie seit den Damselvideos auch eine gefragte Frau für Vorträge usw. alles okay und das lege ich ihr nicht negativ aus, wie wir gestern schon diskutiert hatten, ist das schlicht der Beruf einer Publizistin und nichts moralisch verwerfliches.Nanimonai hat geschrieben:Michael Moore als Vergleich und Vorbild für populärwissenschaftliche Polemik auch nicht die falsche Wahl.
Sie will einen Diskurs zu diesem Thema anstoßen und genau das hat sie geschafft. Wie kein anderer Mensch vor ihr. Klar liefert sie dabei auch Angriffspunkte, will das wahrscheinlich sogar auch. Sie inszeniert sich und ihr Fachgebiet äußerst medienwirksam und sorgt so dafür, dass das Thema vermutlich deutlich länger und nachhaltiger behandelt wird als es mit einer staubtrockenen Vorlesung in einem verstaubten Hörsaal der Fall gewesen wäre.
So gesehen: Alles richtig gemacht.
Wenn ich aber über die Qualität ihrer Arbeit rede und vor allem dabei von Moore ausgehe...ne...Moore ist für mich sehr manipulativ und unsachlich. Das ist natürlich nur meine persönliche Ansicht zu ihm. Er ist ja sonst weltweit sehr beliebt. Aber er hat für mich diesen Punkt den man auch Anita vorwirft vorgegeben: Ich habe ein Thema (Games) ich sehe ein Problem (Frauenrolle) und an dem Punkt hört es im Grunde leider schon auf. Unabhängig davon ob man Recht hat und sowohl Moore als auch Anita haben bei ihren Themen ja Recht (Moore hat natürlich mehr als eines, aber nehmen wir mal Waffen und Irak...wer will da widersprechen?), aber darauf ruhen sie sich aus. Sie sind sich ihres Publikums sicher und liefern unterhaltsame Anekdoten und keine systematische Auseinandersetzung. Die berühmte vorweggenommene Antwort auf die Fragestellung. Den wissenschaftlichen Anspruch sehe ich schon bei ihr, den hat sie auch häufiger betont. Sie benutzt ja auch ihr Tropegitter...man kann halt nicht so halbgar sein, sonst ist man zu angreifbar.
Wie schon gesagt...das funktioniert als Produkt bestens, aber wenn ich mich wirklich mit dem Thema auseinander setzen will, hilft mir das nur an der Oberfläche. Ich hoffe daher auch das die Diskussion irgendwann das Ergebnis haben wird, das mehr Leute sich mit diesem Thema beschäftigen und es ebenfalls anpacken, nur besser.
PS: puritanische Sexualmoral ist in dem Falle wohl eher amerikanische Sexualmoral, die man ja manchmal damit gleichsetzt. Anita ist schlicht sehr prüde und interpretiert sehr viele Sachen dahingehend, nicht zwangsläufig bei ihren Gamingvideos. Ich müsste dazu aber auch ihre Videos nochmal ansehen um dir da noch was konkretes zu liefern, da es zu lange her ist, worauf ehrlich gesagt aber keine Lust habe. :wink:
