Ich finde Positivbeispiele, ob es nun zu wenige oder genug sind wären eine andere Diskussion, sind nicht wirklich Verbesserungsvorschläge. Ihre Sexualmoral ist nicht vordergründig, aber wenn man ihre älteren Videos anguckt, wo sie häufiger mal über Serien spricht, kann man es deutlich durchscheinen sehen...und wenn man das verinnerlicht hat, lässt sich vieles was sie macht auch damit verbinden.Nanimonai hat geschrieben:Äußerst puritanische Sexualmoral? Wo wird das deutlich? Ich habe nichts dergleichen erkannt, aber vielleicht ist es mir auch entgangen.Wulgaru hat geschrieben: Nein, das sehe ich anders. Ich wirke hier zwar oft so als ob ich ein Anhänger bin, aber ich stimme nur ihrer Grundbeobachtung zu. Wie sie ihre Thesen vertritt, halte ich für sehr fragwürdig, was ich hier auch schon ein paarmal schrieb wenn es wirklich um das was sie macht ging. Ihr Verständnis der Realität beinhaltet unabhängig von Frau und Mann eine äußerst puritanische Sexualmoral, mit der ich persönlich nichts anfangen kann. Zudem beschäftigt sie sich nicht konstruktiv mit ihrem Thema, was gute Feministinnen können. Kritik und Verbesserungsvorschläge, auch wenn sie unrealistisch sein mögen.
Denn gerade weil sie das nicht macht, kann man ja diesen Angriffspunkte gegen sie konstruieren. Die Kritik die hauptsächlich im Umlauf ist, hat aber überhaupt nichts mit dem zu tun was sie macht, sondern ist ja viel allgemeiner und bleibt häufig bei ihrer Grundthese stehen oder wird ganz und gar persönlich, was ja auch auch der Anlass dieser News war.
Im Gegensatz dazu sind Dir aber vermutlich die Verbesserungsvorschläge entgangen, die sie in jedem ihrer Videos nennt und anhand von Positivbeispielen zeigt.
Wenn ich wirklich Anita grundsätzlich kritisiere, dann ist es hauptsächlich ihre fehlende Systematik. Gerade weil sie mit einem populärwissenschaftlichem Anspruch daherkommt, wäre es mir lieber wenn sie ihre Tropes wohlgeordnet nach Genres durchexerziert hätte, mit jeweiligen ganz konkreten Positivbeispielen oder Vorschlägen wie es besser ginge. Was sie aber macht ist der gleiche Stil den Michael Moore auch benutzt. Beispiele aneinander klatschen, die an eine eher emotionale Ebene appellieren und jeweils für sich gesehen spektakulär wirken. Das ist auch in doppelter Hinsicht dumm, weil sich die Leute dann eben genau auf diese Einzelfälle stürzen wie bei Hitman. Das halte ich alles für oberflächlich. Zudem sind viele ihrer Beispiel in der Tat dann wirklich auch nicht im Kontext erklärt, was ich ebenfalls flach finde.
Nur weil ich einem grundsätzlichem Thema zustimme bzw. einer grundsätzlichen Aussage, kann ich eben immer noch die Ausführung kritisieren. Fahrenheit 9/11 ist einer der beschissensten Propagandafilme des letzten Jahrzehnts...schreibe ich obwohl ich gegen den Irak-Krieg demonstriert habe. :wink:
Aber genau über diese inhaltliche Ebene reden wir ja wie gesagt so gut wie nie. Es wird über Anita als Sattelit doch viel grundsätzlicher. Feminismus ist scheiße, Frauen sind scheiße, es gibt keine Probleme mit Games und Frauendarstellung oder eben diese absurden Drohungen und die Nebendebatte das es diese Drohungen gar nicht gibt.
