nexttothemoon hat geschrieben:Komischerweise ist es so, daß First-Person-Shooter mich nicht interessieren. Das liegt vielleicht daran, daß ich Zivildienst geleistet habe. Mit der Third-Person-Perspektive wie in "GTA" oder "Uncharted" oder bei Lara Croft kann ich mich schon eher anfreunden. Das wäre mal interessant für einen Psychologen, warum das eigentlich so ist.
Biste wohl nicht der einzige, dem das so geht. Ich für meinen Teil bevorzuge auch die dritte Person.
Gab vor etlichen Jahren mal ein mehrteiliges Gaming-Special auf MTV, wo sich neben Simon und Budi von Game One auch noch ein paar Leute aus teils völlig anderer Sicht zu dem Thema Videospiel unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten geäußert haben.
Einer kam da auch zu sprechen auf diesen gewollten aber in der Realität oft nicht erzielten Effekt der absoluten Spielereinbindung durch die Wahl der First-Person-View. Seine Vermutung dazu lautete, dass die Ego-Perspektive tatsächlich eine der abstraktesten ist, welche auch auf viele Spielmechaniken gar nicht praktikabel anwendbar ist. Der Grund ist ganz simpel: man sieht den eigenen Körper im Spiel nicht. Springen und klettern in einer etwas aufwändigeren Form sind so zum Beispiel nicht brauchbar umsetzbar. Jetzt kann man natürlich sagen, dass man sich selbst im echten Leben ja auch nicht permanent sieht, was ja auch stimmt. Aber im echten Leben hat man ein Gefühl für den eigenen Körper, welches einem ein Spiel aus der FPV nicht vermitteln kann. So fühlt es sich oft eigentlich eher an, einfach nur eine schwebende Kamera zu steuern, als tatsächlich einen Spielcharakter. Gerade in früheren Zeiten war das ganz grausig, als das einzige, was man überhaupt sehen konnte von „sich selbst“ immer nur die rechte Hand war, welche eine Kanone hielt. Was zudem noch extrem albern ist, weil man im echten Leben auch nicht permanent die Hand in dieser Art vor das eigene Gesicht hält, dass man so die gerade gehaltene Waffe sehen kann. Schaute man aber nach unten, sah man da immer nur einen runden Schatten, der die eigene Position auf dem Boden darstellte. Selbst heutzutage ist es leider, meines Wissens, nach wie vor die Ausnahme, dass man es so designet, dass man beim nach unten Schauen wenigstens auch Körperteile einer Spielfigur sieht.
Man hat zudem auch eine ganz schlechte Wahrnehmung der eigenen Größe im Spiel. Es lässt sich aus der Ego-Perspektive heraus eigentlich nur schwer ersehen, ob man einen 1,50 m Zwerg oder einen 2,10 m Riesen spielt.
Alles Aspekte, die es wohl vielen Leuten so schwierig machen, diese „totale Immersion“, die man ja theoretisch gerade mit der Ego-Perspektive erzielen kann und will, tatsächlich zu empfinden.