@Dragoner28:
Ich finde das aufgeblasen, weil es schon immer gang und gäbe war, dass einige sich nicht beherrschen können und zu Drohungen etc. übergehen. Der Normalbürger macht sowas aber sowieso nicht, aufgrund gesellschaftlicher Normen, Erziehung und Strafbarkeit. Deshalb ist der offene Brief einfach überflüssig und gibt einem Thema nur mehr Aufmerksamkeit als nötig wäre.
In gewisser Weise stimme ich Dir zu, nur bin ich da etwas differenzierter

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Die "sowas gab es schon immer"-Einstellung führt leider sehr oft zur Wiederholung der leidvollen Geschichte. Es ist bekanntlich kein fundamentales Naturgesetz, dass man von einem Shitstorm zu einer
Flucht aus der eigenen Wohnung getrieben wird. Sowas passiert, wie Du geschrieben hast, weil einige Menschen die gesellschaftliche Grenze nicht erkennen und sie übergehen. Da wir leider nicht wissen, ob dieser "Übergriff" nur zu einer größeren Lautstärke oder vielleicht gleich zu einem Molotov-Kocktail führt, und wir uns dann schlecht fühlen wenn wir zu einem "Das er so austickt und ihn umbring habe ich es ja nicht wissen können. Woher sollte ich es denn auch wissen?" greifen müssen, nur weil wir aus der ständigen Wiederholungen der "irgendwer tickt aus und bedroht -> schlägt zu -> tötet" Muster nichts daraus lernen, sollte eine gewisse Aufmerksamkeit und Lehre ständig in solchen "Sozialen Netzwerken" präsent sein. Man sollte sprichwörtlich das Schild immer an der Seite sehen dürfen, dass etwaige Reaktionen auch gewisse Konsequenzen mit sich ziehen. In unserem normalem Leben haben wir den Blickkontakt und die Körpersprache. Damit signalisieren wir, ob wir es nur aus Spaß meinen, oder ob in uns die Magensäure hochkocht und wir gleich GIft und Galle spucken. Im Schreibnetz nutzen die meisten praktisch kein Mittel um die Gemütsstimmung und Intention klarer auszudrücken. Das meiste ist schlicht mehrdeutig. Und wenn jemand "man sollte sie alle töten" schreibt, so ist der Kontext schwer zugänglich. Ist die Person ein zynischer Satiriker? Winkt er mit der Hand ab um damit zu signalisieren, dass es es nicht ernst meint, sondern übertreibt? Die meisten "Hater" setzen seltenst spezielle ASCII-Zeichen ein, um z.Bsp. per Smiley etwas anderes als das interpretierte "Drohgebärde" anzudeuten. Der "Normalbürger", wie Du schreibst, würde sowas im Alltag durch das personelle Gegenüberstehen relativ schnell erkennen. Wir Menschen sind wahnsinnig gute "Mustererkennungsmaschinen". Wir können sogar in Wolken Gesichter erkennen. Manchmal sogar welche von berühmten Spieledesignern

. Aber leider fällt es uns um ein vielfaches schwerer, ohne zusätzlich gegebene Kontext-Daten auf die "wahre" Intention eines Schreibers zu deuten. Erst recht, wenn dazu nur verf**ckte 130 Zeichen in der SMS/Twitter Zeile zur Verfügung stehen. Aber in gewisser Weise gebe ich Dir Recht. Die Adressierung der "Gamer Community" ist meiner Meinung nach Overkill. So "doof" ist diese Community nicht. Sie ist nur sehr vielseitig aufgebaut. Genauso wie die "Movie Community", die "Bier Community" oder die "Fußball Community". Das Belästigungen das "Spielgefühl" nunmal nicht stärken, sondern
personelle Angriffe sind, und Hass nichts anderes als die extreme Form einer persönlichen Meinung darstellt (solange sie nicht handgreiflich übergreift), muss leider erst anerzogen werden. Und leider sind manche Menschen in "Communities" sozial nicht so bewandert wie die meisten anderen Community-Mitmenschen. Tja, und
genau die zu adressieren, halte ich für notwendiger. Wie man dies anstellt, dazu habe leider auch ich keinen blassen Schimmer

Sollten man
uns (per offenem Brief?) erziehen, auf solchen Menschen einzureden, und zwar
bevor sie zu Drohmonstern mutieren? Wie geht sowas, wenn jeder für sich im Kämmerchen sitzt und wahrlich sprichwörtlich "aus heiterem Himmel" eine Kammer zusätzlich auftaucht - mit einem einzigem Post - welches "Pass auf! Ich weiss wo Du wohnst..." schreit und dann wieder die Tür zumacht? Wir stehen uns ja nicht gegenüber und schreiben auf der bekannten "Augenhöhe". Die Unterzeichner können hier nicht die Rolle der Eltern/Erzieher übernehmen und das "Benehmen im Netz" unterrichten. Eine bessere Möglichkeit wäre die Moderation eines Forums. Nur leidet manchmal darunter auch die Kritikmöglichkeit, da diese Reglementierung - wenn sie zu restriktiv ausfällt - nur gefilterte Meinungen zulässt, und Kritik, auch wenn sie positiv und konstruktiv ausfallen könnte, gleich vorne an der Tür aussortieren kann. Etwaige Dritte würden dort ein gefälschtes Bild bekommen. Und wer Kritik sucht, gelangt womöglich auf genau andersrum gepolte Hass-Seiten der Anti-Community. Das wäre IMO das Ende einer offenen Diskussion. Es gibt sicherlich viele Möglichkeiten. Nur ist mein eigenes Hirn leider begrenzt ... und mir fallen keine anderen ein

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Sarkeesian und Fish provozieren permanent mit Ihren Thesen und Verhalten, da lässt es sich einfach nicht vermeiden, dass ein paar zu drastischen Mitteln greifen um Ihren Unmut zu äussern.
Ich vermute wohl, Die Unterzeichner hoffen auf eine "Belehrung" der Community. Sie hoffen wohl, dass die Nicht-Phil-Fisch-Möger sich auf Kritik und pers. Meinungsäußerung beschränken. Tja, meiner Meinung tun sie dies ... meistens. Das einige eben "austicken" und persönlich werden, bis hin zur Bedrohung der Gesundheit und des Lebens, lässt sich IMO nur "vermeiden", wenn man das Internet nur noch per Führerschein und unter ständiger Beobachtung durch obrige Organe besuchen darf. Also eine Bevormundung, genauso wie Du es beschrieben hast. Die Alternative wäre eine bessere Medienerziehung und die Akzeptanz, dass Handlungen - auch im Netz - Konsequenzen mit sich führen. Wünscht man einem die Pest, so wird der Gegenüber - je nach Lust und Laune - einfach nur darüber lachen ... oder sich zutiefst getroffen fühlen und sich von der Brücke stürzen und sterben. Auch wenn man das "nicht so gemeint" hat. Dies gilt aber auch für die Menschen, die sich der Kritik getroffen fühlen. Diese Gesellschaft pauschal als "unfähige Community" zu beschimpfen, Menschen alle über den eigens konstruierten wackligen zu Kamm scheren usw., provoziert nunmal auch extreme Formen der "Kritik". Bis leider auch zu den Übergriffen der Menschen, die Grenzen nicht ausgelotet haben und sprichwörtlich über die Stränge schiessen. Wer mit dem Feuer spielt, kann sich bekanntlich schwer verbrennen. Das gilt IMO klar für beide Seiten der Gleichung. Da sind wir Virtualsportler auch nicht viel besser als die Fußballfans und die Cosplayer im Real-Life
