Astraar hat geschrieben:Ist in der echten Welt doch auch so ...
als ob irgend ein Drogen-Pimp in den USA nicht 10 Frauen um sich hat im Club (GTA)
...
Wow der Hitman geht in ein Stripclub und WOW da sind Frauen als Deko? Ich fass es nicht, wie kann sowas sein.
Und Gerade Bioshock als Beispiel zu nehmen ist halt das allerbeste. In den Büchern von The Witcher ist es auch nicht anders, das Thema nur auf Videospiele zu fokusieren ist halt selten dämlich. Klar gibt es Spiele die es mit Absicht übertreiben ... aber das ist in Büchern/Filmen/TV Shows/echten Leben kein bisschen anders.
Oh böses Watchdogs zeigt wie ne Frau am Straßenrand zusammengeschlagen wird ... ja das ist ja in einer richtigen Großstadt noch nie vorgekommen...........
Die will einfach nur Aufmerksamkeit mit ihrem Feministen-"crap".
Am Ende habe ich auch genau dieses Problem mit dem aktuellen Video.
Einige ihrer Beispiele sind wirklich fragwürdig.
Z.B. Watchdogs. Natürlich gibt es Verbrechen, bei denen Frauen bedroht werden und manchmal tatsächlich auch von ihrem Ex Freund in irgendeiner Weise sexuell bedrängt oder extrem gestalkt werden. Das ist einerseits kein fiktives Problem und soll ja auch andererseits verhindert werden.
Dass Watchdogs hier nicht mehr Möglichkeiten anbietet, bspw. einen Krankenwagen zu rufen, wenn man denn zu spät einschreitet, ist ja kein spezielles Problem bei den sexualistierten Verbrechen gegen Frauen, sondern das ist schlicht und einfach grottendämliches Gameplay. Es ist ja kaum an Lächerlichkeit zu überbieten, wenn die Aufgaben als "gescheitert" gilt, weil man das Verbrechen durch seine bloße Anwesenheit verhindert, bevor etwas passiert und dass wenn tatsächlich jemand zu Schaden kommt, lediglich die Hinrichtung bzw. Niederschlagung des Täters möglich ist und nicht, wie es sein sollte, die Sorge um das Opfer, das verletzt am Boden liegt.
Das aber jetzt in den Kontext ihres Videos zu bringen, ist aus der Sicht fragwürdig, als dass Watchdogs selber das ja als sexistisch und misogyn darstellt. Es ist eine bestimmte Art des Verbrechens, und der Spieler soll dieses Verbrechen verhindern und den Täter bestrafen. Es gibt allerdings noch eine ganze Menge mehr Arten von Verbrechen, die verhindert werden sollen und auch einige, bei denen Frauen involviert sind OHNE dass ihnen sexualisierte Gewalt angetan wird.
Bei Bioshock dient die Verstümmelung von Prostituierten als Schockmittel - ein wenig plakativ, aber nur eines von vielen Schockmitteln, derer Bioshock sich bedient. Und das Thema Gewalt gegen Prostituierte ist ja im übertragenden Sinne immer Gewalt gegen Wehrlose, gegen Menschen, die so weit unten sind in der Gesellschaft, dass es niemanden gibt, der sich um sie kümmert. Der Spieler übernimmt hier quasi die Rolle des Beschützers bzw. des Rächers der Wehrlosen. Das ist ein allseits beliebtes Thema, nicht nur in Spielen. Das könnte genauso um Straßenkinder, wie in Fable 3, oder um ermordete Bettler gehen. Seit Jack the Ripper und Robin Hood ist das ein allseits beliebtes Motiv.
Und das könnte man jetzt zu vielen ihrer weiteren Beispiele schreiben. Die dargestellte Gewalt wird nie beschönigt, man soll als Spieler helfend eingreifen und außerdem dient es der Immersion, wenn auf offener Straße Gewalt an Frauen verübt wird und alle zuschauen. Das soll ja auch etwas sagen. Einerseits über den Handlungsort des Spiels und andererseits grundsätzlich über bestimmte gesellschaftliche Auswüchse.
Und zu guter Letzt sollte man festhalten, dass Spiele, die so mit Gewalt an Frauen insbesondere Prostituierten umgehen, einerseits doch recht selten sind und andererseits erzählerisch eher starke Titel sind. Sie nennt hier Titel wie Biosock, Red Dead Redemption, Hitman, Mafia und GTA. Das sind alles Titel die erzählerisch relativ ordentlich sind und zum Teil auch durchaus starke Frauen haben, aber eben auch offen mit dem Thema Prostitution, Vergewaltigung und Gewalt gegen Frauen umgehen. Das tun sie nicht immer geschickt, aber sie behandeln diese Themen überhaupt mal.
Und zu ihrem Argument, dass alle möglichen Dinge in Games vorstellbar seien, aber eben keine Gesellschaft ohne sexualisierte Gewalt gegen Frauen habe ich auch noch was zu sagen. Einerseits sind Spiele mit solchen Szenen in der Minderheit, also soviel zur fiktiven Auslebung und Abwechslung und andererseits sind das auch immer ganz spezielles Genres und Spiele mit ganz speziellen Schauplätzen, an denen so etwas passiert. Meistens sind es Gangsterspiele, oder Spiele die um dieses Milieu herum gebaut sind, wie z.B. Hitman oder Red Dead Redemption. Oder wir haben es mit fiktiven Horror und Dystopia Szenarien zu tun, wie Bioshock oder Deus Ex. Also nix da mit Alternativen zu solchen Szenarien. In dem Satz klingt das ja so, als würden Spiele generell solche Inhalte haben, dabei ist es nur eine sehr begrenzte Art an Titeln. Also der Satz in dem sie erwähnt, dass man physikalisch unmögliche Dinge tun kann, man sich einfach so wieder heilt, fliegen kann, etc. aber trotz all dieser fiktiven Dinge eine Welt ohne sexualisierte Gewalt gegen Frauen so absurd erscheint, dass man sie nicht mal fiktiv darstellen kann.
Grundsätzlich finde ich diese Auseinandersetzung gut und richtig, aber was nützten mir solchen Videos, wenn man 60 % ihrer Beispiele irgendwie nicht ernst nehmen kann. Spiele wie Saints Row zu kritisieren, halte ich ja für richtig, weil es nicht sein kann, dass man sich tatsächlich über Prostitution und sexualisierte Gewalt lustig macht. Und gerade dieser krude Humor macht die Reihe bei Spielern ja auch so beliebt.
Genauso richtig finde ich es, dass man mehr Augenmerk auf Charakterzeichnung legen sollte, auch bei weiblichen Charakteren. Aber Anita kritisiert hier NPCs dafür, dass sie keinen Charakter haben und nur als Mittel zum Zweck verwendet werden. Sie bedient sich der Prostituierten und Frauen, denen Leid angetan wird und nur dazu da sind, dem Spieler die Verdorbenheit der jeweiligen Ort zu demonstrieren. Aber tatsächlich ist es die allgemeine Aufgabe von NPCs eine immersive Welt zu erschaffen, ohne das irgendein NPC tatsächlich mit einer besonderen Charakterzeichnung in den Vordergrund tritt. Sie sollen da sein, und sind immer nur Mittel zum Zweck für alle möglichen Dinge.