Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

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old z3r0
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von old z3r0 »

Chibiterasu hat geschrieben:Kann jemand diese Artikel der "einflussreichen" Typen in der Spielebranche mal bitte posten. Auf Kotaku habe ich das Statement gefunden:
http://kotaku.com/in-recent-days-ive-be ... 1624707346

Da schreibt der Seitenchef, dass der Typ mit dem Zoe geschlafen hat bei ihnen erst seit nem halben Jahr als freier Mitarbeiter tätig ist und genau einen, EINEN Artikel über ein Projekt von ihr und anderen verfasst hat (nichtmal über das Spiel sondern diese gescheiterte Indiedev Reality Serie).
Vielleicht haben sie sich beim Interview zu dem Artikel erst kennengelernt und dann ein paar mal Sex gehabt? Die Tragweite für die ganze Gamingpressewelt erschließt sich aus dem Vorfall für mich nicht.


Mich würden die anderen "erkauften" Artikel interessieren.
Zu diesem Statement habe ich vor kurzen das hier gefunden.
Spoiler
Show
Bild
Da soll aufgezeigt werden, das es von den Daten her nicht stimmen kann, das beide sich erst nach dem Artikel kennen gelernt haben. Insgesamt hat Grayson laube ich zwei Artikel verfasst, in denen über Depression Quest berichtet wird. Müsst sie mal später suchen.

Und die Tragweite betreffend:
Es ist nichts neues, das Spiele-Presse und Entwickler und/oder Publisher unter einer Decke stecken. Bestimmte Spiele eher pushen und andere unter den Tisch fallen lassen. Über bestimmte Inhalte nicht berichten, weil sie "befreundeten" Entwicklern schaden könnten.

Ich persönlich glaube, dass das alles nur das Fass zum Überlaufen gebracht hat.
Dazu kommt noch die massenhafte Zensur auf verschiedenen Seiten, in denen versucht wurde darüber zu diskutieren. Zensur kommt nie gut.
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Wulgaru
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Wulgaru »

Dazu hat sich Stephen Totilo (der Autor) im Comment-Bereich des selben Artikels geäußert, scroll kurz runter, es ist sein zweiter Post im Comment-Bereich:
The image is from one of the episodes of the video podcast series Nathan was doing for Rock Paper Shotgun. That's from a GDC episode from March of this year. You can see all the episodes here: https://www.youtube.com/playlist?list=... I hadn't seen either of them saying they hadn't met each other by that point. And I even said that based on what I'd learned, they were indeed professional acquaintances.

I do think this issue has raised some good questions about what counts as relationships that need to be disclosed and what doesn't. For you, the reader, what are you aware of and what aren't you? What should you be aware of and what isn't necessary? Right? You'd want to know if the person who just reviewed a game was in fact secretly the brother-in-law of the developer of the game they just reviewed. That's easy. But what if the reporter and the developer had once talked about non-work stuff over a drink at an industry event they both needed to attend about their jobs? Small talk about their kids or something. And it was two years ago. Not in need of disclosure? What if that conversation happened the day before the review was written? Etc. etc. Like many aspects of journalism ethics it's not black and white. We'd want it to be. It would make it so much easier. But you'll find, in this job, that every situation feels different from the one before. This is something I could (and probably eventually will) go into in greater detail in the future if people are interested in me sharing experiences and thoughts about both the ethical standards I was taught to adhere to in journalism school and what I've experienced in my decade-plus of reporting, warts and all.

Wie man sieht ist nicht alles zwangsläufig eine Verschwörung und diese Twittercollagen sind nun wirklich etwas wo man mir erklären muss wie das keine Hexenjagd ist....wenn man Videos und Photos mit Zoe Quinn sucht wo sie sich wann aufgehalten hat, hat das nichts mit ihrer Person zu tun sondern mit der Sache? Alles klar. :D
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Lebensmittelspekulant
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Usul hat geschrieben:
Aber zu deinen Aussagen über die Dame durchaus... denn sie ist in der Hinsicht, daß ihre privaten Angelegenheiten öffentlich gemacht werden, das Opfer. Und in keiner Weise die Täterin. Unabhängig von der Frage, wie korrupt die betreffenden Herrschaften sind.
Ja klar und in der Angelegenheit einer Gefängnisstrafte ist der verurteile Mörder das Opfer, denn er muss ins Gefängnis. Beim Mord war er aber dennoch der Täter, genauso wie Zoe im Falle der Bigamie die Täterin ist.
Usul hat geschrieben: Was soll ich dazu beitragen, was nicht bekannt ist oder ein Allgemeinplatz wäre?
Du könntest mal eine genauso ausschweifende Meinung über solche Redakteure formulieren, wie du es über Zoes Exfreund machst. Bei dem ist dir an Mangel an Neuheiten und ein Überfluss an Allgemeinplätzen ja auch egal. :)

Du wirst doch sicher mehr dazu sagen können als ein achselzuckendes "Naja so ist das halt".
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Usul
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Usul »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben:Ja klar und in der Angelegenheit einer Gefängnisstrafte ist der verurteile Mörder das Opfer, denn er muss ins Gefängnis. Beim Mord war er aber dennoch der Täter, genauso wie Zoe im Falle der Bigamie die Täterin ist.
Der Vergleich ist in so vielen Punkten so abstrus, daß ich schon gar nicht mehr weiß, wo ich ansetzen sollte.

Usul hat geschrieben:Du könntest mal eine genauso ausschweifende Meinung über solche Redakteure formulieren, wie du es über Zoes Exfreund machst. Bei dem ist dir an Mangel an Neuheiten und ein Überfluss an Allgemeinplätzen ja auch egal. :)
Der Punkt ist doch, daß solche Beiträge wie die von dir solche Reaktionen über den Ex-Freund herausfordern. Wenn du etwas völlig Absurdes über Spiele-Redakteure schreiben würdest, würde ich vermutlich ebenfalls reagieren. Denn die Sache ist doch die, daß sich viele darüber einig sind, daß die Spielepresse sich zum einen wichtiger nimmt als sie ist, sich zum anderen seriöser geriert als sie ist und zu guter letzt auch noch - bewußt oder unbewußt - bestechlich ist, daß sich die Balken biegen.
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Chibiterasu
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Chibiterasu »

@Wulgaru: danke für die weitere Erklärung!


Inhaltlich sind die Berichte über sie jetzt auch nicht ungewöhnlich wohlwollend geschrieben oder irgendwie sonstwie seltsam. Auf Kotaku bekommt jedes Furz-Indiespiel einmal ein-, zwei Artikel. Hier von systematischer Bevorteilung zu sprechen ist einfach weit hergeholt.
Dass so Bevorzugungen schon öfter passiert sind und noch passieren werden, keine Frage. Und gut finde ich das nicht.
Aber in dem Fall sehe ich den Skandal einfach nicht.

War jemand schon mal auf irgendeiner Convention, Fachmesse oder sonstwas?
Da macht man Party und vielleicht macht man auch rum. Das ist zunächst einfach was menschliches dort seine Zeit zu genießen.
Das sowas schnell zu "eine Hand wäscht die andere" führt ist bedauerlich, aber das muss nicht immer die Grundintention für jenes Verhalten sein.
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Nightmare King Grimm
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Nightmare King Grimm »

Also: ich denke Aussagen wie 'aber sie hätte/wäre/könnte doch' können wir abhaken. Wir wissen nicht ob sie irgendwelche "Probleme" hatte, die dazu geführt haben, was sie eben getan hat.
Auch wissen wir im Endeffekt nicht, ob da tatsächlich Vorsatz hinter alldem steckt(e). Wenn sie sonst eher ein 'scheuer' Mensch ist und ihre Partner deshalb überwiegend aus dem ihr als 'Komfortzone' bekannten Umfeld hat, dann ist es nicht zwingend ungewöhnlich, dass sie dann halt einfach mal mehrere Partner aus der Branche hat, zB. Nur um mal einen Denkansatz in eine andere Richtung zu geben.

Das ist alles noch zu wage und so sehr ich die ganzen 'tweets' auch ansehe, die da zu Collagen gebracht werden - die bleiben einfach zusammenhanglos aneinandergeklatscht und auch wenn da durchaus fragwürdige Dinge dabei stehen, so ist das alles einfach nicht genug um etwas einwandfrei zu sagen.

Das einzige, was ich meine zweifelsfrei kritisieren zu können, ist der Umgang mit dem Ganzen. Der Ex war halt ein Arsch, was solls. Sowas passiert, auch richtigen Promis. Auch Politikern und sonstwem. Es leaked ständig was und die Leute sind gezwungen damit umzugehen. Doch einfach dicht zu machen, Youtube Videos entfernen zu lassen und (eventuell sogar) eine post-Lösch-Flut auszulösen, sind definitiv die falschen Ansätze damit umzugehen. Hier greift nach der Aktion einfach nur der Streisand-Effekt und deshalb allein rotiert das www so dermaßen, wie es das gerade tut. In dem Bestreben daraus absolut kein 'Ding' zu machen, hat man daraus eben ein Mega Ding gemacht...und dass Phil Fish sich da noch eingebracht hat, hat dem ganzen nur noch mehr geschadet, der ist ohnehin ein rotes Tuch.

Ich glaube ehrlich: hätte sie sich 'normal' dazu geäußert, unabhängig davon ob sie Fehler eingeräumt hätte oder nicht, wäre das nicht so ausgeartet. Klar hätten iwelche Idioten sie auch als Sch*** betitelt und um sowas wäre sie sicher nicht rumgekommen, aber das wäre niemals so dermaßen eskaliert, denke ich.
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Lebensmittelspekulant
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Usul hat geschrieben: Der Punkt ist doch, daß solche Beiträge wie die von dir solche Reaktionen über den Ex-Freund herausfordern. Wenn du etwas völlig Absurdes über Spiele-Redakteure schreiben würdest, würde ich vermutlich ebenfalls reagieren. Denn die Sache ist doch die, daß sich viele darüber einig sind, daß die Spielepresse sich zum einen wichtiger nimmt als sie ist, sich zum anderen seriöser geriert als sie ist und zu guter letzt auch noch - bewußt oder unbewußt - bestechlich ist, daß sich die Balken biegen.
Das sind aber alles nur sehr nebulöse Vorstellungen. Solche Vorfälle wie die Quinn-Affäre jetzt machen für uns Außenstehende es viel greifbarer, wie diese Korruption tatsächlich funktioniert. Wer hätte vor 5 Jahren gewusst, wie Publisher sich Wertungen erkaufen? Die wenigsten haben richtig vermutet und den meisten wurden erst die Augen geöffnet, als Insider anfingen darüber zu berichten.
Wenn wir mehr Details erfahren, können wir eventuell auch bessere Maßnahmen dagegen planen, als nur zu sagen, wir würden boykottieren, was wir letztendlich ja doch nicht tuen.

In diesem Fall halte ich es durchaus legitim zu verlangen, daß betroffene Journalisten gekündigt werden. Wenn das nicht passiert, so haben wir wenigstens jetzt einen klaren Namen, den wir mit der Korruption verbinden können und wissen bei den nächsten Artikeln besser Bescheid.

Wenn die Öffentlichkeit über so etwas aufgeklärt wird, so sollte sie auch über politische Lösungen nachdenken. Ich finde nicht, daß wir uns mit dieser Korruption einfach abfinden müssen.
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Chibiterasu
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Chibiterasu »

Eridrael hat geschrieben: Das einzige, was ich meine zweifelsfrei kritisieren zu können, ist der Umgang mit dem Ganzen. Der Ex war halt ein Arsch, was solls. Sowas passiert, auch richtigen Promis. Auch Politikern und sonstwem. Es leaked ständig was und die Leute sind gezwungen damit umzugehen. Doch einfach dicht zu machen, Youtube Videos entfernen zu lassen und (eventuell sogar) eine post-Lösch-Flut auszulösen, sind definitiv die falschen Ansätze damit umzugehen.
Der Umgang von ihr mit der Situation war vielleicht nicht der klügste, aber ich denke es ist normal wenn man als betroffene Person erstmal die Threads und Posts meldet wo man demontiert wird und ich kann es auch nachvollziehen wenn eine Seitenbetreiber der Bitte nachgeht.

Dass daraus dann wieder ein "sie hat sicher auch mit allen Mods etc." geschlafen gestrickt wird, zeigt aber nur wie sehr sich die Shitstormmitträger auf einer Mission fühlen.

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: Solche Vorfälle wie die Quinn-Affäre jetzt machen für uns Außenstehende es viel greifbarer, wie diese Korruption tatsächlich funktioniert. Wer hätte vor 5 Jahren gewusst, wie Publisher sich Wertungen erkaufen?
Das war doch auch vor 5 Jahren nicht schwer vorstellbar. Man wird zu tollen Presseevents eingeladen, in nem schicken Hotel untergebracht, auf Parties geschickt usw.
So wie in fast jeder anderen Branche auch, wo es um's Geld geht. Leider.

Dass (wenn passiert) sich positive Reviews durch Sex erkaufen irgendein System hätte, sorry - das ist einfach Blödsinn.
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crewmate
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von crewmate »

Ich bedanke mich beim ganzen 4Players Forum, das es nach 10 Seiten noch zivilisiert zugeht. Ihr habt mich echt überrascht Leute. Nicht eine Verwarnung, oder? Respekt.
Eridrael hat geschrieben:Also: ich denke Aussagen wie 'aber sie hätte/wäre/könnte doch' können wir abhaken. Wir wissen nicht ob sie irgendwelche "Probleme" hatte, die dazu geführt haben, was sie eben getan hat.
Auch wissen wir im Endeffekt nicht, ob da tatsächlich Vorsatz hinter alldem steckt(e). Wenn sie sonst eher ein 'scheuer' Mensch ist und ihre Partner deshalb überwiegend aus dem ihr als 'Komfortzone' bekannten Umfeld hat, dann ist es nicht zwingend ungewöhnlich, dass sie dann halt einfach mal mehrere Partner aus der Branche hat, zB. Nur um mal einen Denkansatz in eine andere Richtung zu geben.

Das ist alles noch zu wage und so sehr ich die ganzen 'tweets' auch ansehe, die da zu Collagen gebracht werden - die bleiben einfach zusammenhanglos aneinandergeklatscht und auch wenn da durchaus fragwürdige Dinge dabei stehen, so ist das alles einfach nicht genug um etwas einwandfrei zu sagen.

Das einzige, was ich meine zweifelsfrei kritisieren zu können, ist der Umgang mit dem Ganzen. Der Ex war halt ein Arsch, was solls. Sowas passiert, auch richtigen Promis. Auch Politikern und sonstwem. Es leaked ständig was und die Leute sind gezwungen damit umzugehen. Doch einfach dicht zu machen, Youtube Videos entfernen zu lassen und (eventuell sogar) eine post-Lösch-Flut auszulösen, sind definitiv die falschen Ansätze damit umzugehen. Hier greift nach der Aktion einfach nur der Streisand-Effekt und deshalb allein rotiert das www so dermaßen, wie es das gerade tut. In dem Bestreben daraus absolut kein 'Ding' zu machen, hat man daraus eben ein Mega Ding gemacht...und dass Phil Fish sich da noch eingebracht hat, hat dem ganzen nur noch mehr geschadet, der ist ohnehin ein rotes Tuch.

Ich glaube ehrlich: hätte sie sich 'normal' dazu geäußert, unabhängig davon ob sie Fehler eingeräumt hätte oder nicht, wäre das nicht so ausgeartet. Klar hätten iwelche Idioten sie auch als Sch*** betitelt und um sowas wäre sie sicher nicht rumgekommen, aber das wäre niemals so dermaßen eskaliert, denke ich.
Das ist der Punkt. Eine Diskussion ist derzeit Sinnlos.
Die Emotionen kochen. Das Sommerloch hat viel Raum gelassen.
Die Anita Sarkisian Geschichte ist gerade eben verdaut, der Krieg zwischen 4chan und den konservativen Feministen brodelt aber noch unter der Tumblr/Twitter/Messageboard Oberfläche. Und da kommt Zoe Quinn leider dazwischen. Deswegen werden gerade auch so viele Beweise im Rekordtempo vorgelegt, vieles davon ist aber auch nur Spekulation, Schlussfolgerung und Indizien.

Sex kann Bestechnung sein. Aber Sex ist kein Geld. Die Sprache von Geld versteht jeder. Sex hat für jeden aber eine individuelle Bedeutung. Für die einen ist es Zeitvertreib, für die Anderen ist es etwas besonderes. Sex muss keine Bestechnung sein.

Wir werden hier zu keinem Schluss kommen. Nicht heute und bestimmt nicht Ende der Woche.
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Wulgaru
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Wulgaru »

Chibiterasu hat geschrieben:
Lebensmittelspekulant hat geschrieben: Solche Vorfälle wie die Quinn-Affäre jetzt machen für uns Außenstehende es viel greifbarer, wie diese Korruption tatsächlich funktioniert. Wer hätte vor 5 Jahren gewusst, wie Publisher sich Wertungen erkaufen?
Das war doch auch vor 5 Jahren nicht schwer vorstellbar. Man wird zu tollen Presseevents eingeladen, in nem schicken Hotel untergebracht, auf Parties geschickt usw.
So wie in fast jeder anderen Branche auch, wo es um's Geld geht. Leider.

Dass (wenn passiert) sich positive Reviews durch Sex erkaufen irgendein System hätte, sorry - das ist einfach Blödsinn.
Unabhängig von Gefälligkeitssex und gekauften Test usw. muss man aber auch einfach mal gucken was für Ansprüche hier gestellt werden. Man sollte sich keine Illusionen machen das man als Journalist in einer Art Vakuum lebt, indem man RobinHood-mäßig den ganzen Tag investigativ Komplotte aufdeckt. Journalisten arbeiten natürlich zwangsläufig im gewissen Maße mit den Leuten zusammen über die sie berichten. Ob es die Leute in Berlin mit der Politik, Sportjournalisten mit Vereinen oder Gamingjournalisten mit Entwicklern sind.

Das hat erstmal gar nichts mit Korruption zu tun sondern einfach damit das man langfristig Quellen hat. Natürlich versucht dabei jede Seite das beste für sich rauszuholen. Diese Twitterstalk-Mentalität ala am 23. März war sie oder er da ist daher eben auch lächerlich. Das sich irgendein Journalist irgendwann mal mit einer Person trifft über die er berichtet ist doch völlig klar, selbst wenn nicht müssen soziale Kontakte gepflegt werden usw.

Ich habe irgendwie manchmal den Eindruck das genau das nicht allen bewusst ist und auch deswegen der Vorwurf von Korruption sehr schnell da ist. Auch wenn man zum Beispiel über diese angebliche Gleichschaltung im Mainstreammedienbereich redet
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Lebensmittelspekulant
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Chibiterasu hat geschrieben: Inhaltlich sind die Berichte über sie jetzt auch nicht ungewöhnlich wohlwollend geschrieben oder irgendwie sonstwie seltsam. Auf Kotaku bekommt jedes Furz-Indiespiel einmal ein-, zwei Artikel. Hier von systematischer Bevorteilung zu sprechen ist einfach weit hergeholt.
Du siehst den Zusammenhang nicht. Ihr Spiel drohte bei Steam Greenlight zu scheitern. Dann kamen die Artikel, die ihr Spiel prominent hervorhoben und kurz darauf war das Spiel bei Greenlight akzeptiert worden.

Selbst wenn diese Artikel nicht "Hurra" schreien, so geben sie dem Spiel einen ungewöhnlich hohen Bekanntheisgrad für so ein kleines Projekt. Die meisten anderen Indie-Spiele dieser Größenordnung bekommen nicht so eine Werbung, auch wenn du jetzt gerade was anderes behauptest. :)

Wenn ich bei Kotaku die Titel von anderen Greenlightspielen suchen lasse gibt es fast nie ein Ergebnis, oder höchstens mal ein einziges. Depression Quest hingegen hat bereits in 5 Artikeln auf Kotaku Erwähnung gefunden. Ein Artikel ist sogar über Zoe Quinn selber:

http://kotaku.com/woman-puts-deus-ex-on ... 1573033542

Wieso kriegt diese Frau mehr Aufmerksamkeit von der Presse als andere kleine Indieentwickler, die weitaus talentierter sind?
Und inwiefern ist das alles mit deiner Aussage verträglich, daß auf Kotaku ja doch jedes Furzindiespiel einen Artikel bekäme? :)
Chibiterasu hat geschrieben:Der Umgang von ihr mit der Situation war vielleicht nicht der klügste, aber ich denke es ist normal wenn man als betroffene Person erstmal die Threads und Posts meldet wo man demontiert wird und ich kann es auch nachvollziehen wenn eine Seitenbetreiber der Bitte nachgeht.
Dabei ging es doch nicht nur um die Löschung einiger beleidigender Kommentare. Auf reddit sind an jenem Tag 23.000 Beiträge auf einen Schlag gelöscht worden und somit auch all diejenigen, die darüber nur sachlich diskutiert haben. Die Subreddits zu dem Thema wurden anfangs ebenfalls einfach gelöscht. Dazu ist auch noch bekannt geworden, daß der Moderator von Reddit, der diese Löschung veranlasst hat, privaten Kontakt zu Zoe hat.

Ich kann das zwar auch ein wenig nachvollziehen, aber gutheissen tue ich das noch lange nicht. So eine Zensur ist mir grundsätzlich zuwider :)
Chibiterasu hat geschrieben: Das war doch auch vor 5 Jahren nicht schwer vorstellbar. Man wird zu tollen Presseevents eingeladen, in nem schicken Hotel untergebracht, auf Parties geschickt usw.
So wie in fast jeder anderen Branche auch, wo es um's Geld geht. Leider.

Dass (wenn passiert) sich positive Reviews durch Sex erkaufen irgendein System hätte, sorry - das ist einfach Blödsinn.
Das klingt gerade ziemlich alibihaft was du da schreibst. Ich habe zum einen erklärt, daß einige wenige sich dieser Tatsachen bereits bewusst waren. Deswegen musst du das jetzt nochmal wiederholen. Und zum anderen habe ich diese Methodik nie als System beschrieben. Du gehst überhaupt nicht auf meinen Beitrag ein :(
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Lebensmittelspekulant »

Wulgaru hat geschrieben: Journalisten arbeiten natürlich zwangsläufig im gewissen Maße mit den Leuten zusammen über die sie berichten. Ob es die Leute in Berlin mit der Politik, Sportjournalisten mit Vereinen oder Gamingjournalisten mit Entwicklern sind.

Das hat erstmal gar nichts mit Korruption zu tun sondern einfach damit das man langfristig Quellen hat. Natürlich versucht dabei jede Seite das beste für sich rauszuholen. Diese Twitterstalk-Mentalität ala am 23. März war sie oder er da ist daher eben auch lächerlich. Das sich irgendein Journalist irgendwann mal mit einer Person trifft über die er berichtet ist doch völlig klar, selbst wenn nicht müssen soziale Kontakte gepflegt werden usw.

Ich habe irgendwie manchmal den Eindruck das genau das nicht allen bewusst ist und auch deswegen der Vorwurf von Korruption sehr schnell da ist. Auch wenn man zum Beispiel über diese angebliche Gleichschaltung im Mainstreammedienbereich redet
Ich kann natürlich nicht für alle sprechen, aber zumindest mir ist das durchaus alles bewusst und ich finde das grundsätzlich im Journalismus nicht gut. Ich beschwere mich auch an anderen Stellen über die Berichterstattung in Medien, nicht nur wenn es um Videospiele geht.

Ich sehe auch ein, daß so ein System aufgrund des mangelnden Zugangs zu alternativen Medien in früheren Zeiten durchaus sinnvoll war. Aber heute nicht mehr. Heute kann ein Journalist auch anderweitig recherchieren und Informationen besorgen, muss sich nicht persönlich von Regierungspolitikern mit Regierungsstandpunkten bequatschen lassen, muss nicht mit Wirtschaftsgrößen zum Essen gehen, muss nicht auf die Bilderbergerkonferenzen eingeladen werden.

Im Zeitalter des Internets braucht man so etwas nicht mehr, denn heute kann jeder zu jeder Zeit mit jedem quatschen. Es gibt nicht mehr diese Einschränkungen im Informationsaustausch.
Die Indieszene hat sich auch sehr gut entwickeln können, obwohl die großen Gamingpublikationen sich anfangs nicht dafür interessiert haben. Also warum sollte irgendein Konsument von Videospielen noch davon profitieren können, daß die Produzenten und Journalisten immer noch gemeinsame Sache machen?
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Wulgaru »

Das ist eine Illusion. Natürlich findet man im Internet viel und ich will gar nicht sagen das man wirklich ziemlich viel aus Facebook, Twitter und Co herauslesen kann, aber das bleibt immer Interpretation und Spekulation. Das ist kein richtiger Journalismus. Richtiger Journalismus arbeitet mit Primärquellen und das sind in erster Linie Personen.

Man kann daher eh diskutieren ob Gamingjournalismus wirklich richtiger ist, denn im Kern geht es dabei ja nach wie vor darum Produkte zu testen, aber genauso gut muss man sich vor Augen führen das Journalismus auch erstmal darin besteht Fakten zu präsentieren und nicht Verschwörungen hinter allem und jedem zu vermuten. Wenn man die Meinung der Bundesregierung hören will, muss man mit ihr reden, wenn ich wissen will wie Thomas Müller tickt, muss ich mit ihm reden, sonst bewegt man sich als Journalist auf dem Niveau von Klatsch und Tratsch, egal wie gut man recherchiert.

Und wenn man mit Personen redet, dann braucht es eben Regeln. Niemand redet mehr mit dir, wenn er dir etwas im Vertrauen sagt, was du dann brühwarm in einen Artikel schreibst, umgekehrt kriegt man exklusive Informationen und Interviews wenn man sich an solche Absprachen hält. Das ist nicht korrupt sondern schlicht nicht anders lösbar.
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von Chibiterasu »

Lebensmittelspekulant hat geschrieben: Du siehst den Zusammenhang nicht. Ihr Spiel drohte bei Steam Greenlight zu scheitern.

Dann kamen die Artikel, die ihr Spiel prominent hervorhoben und kurz darauf war das Spiel bei Greenlight akzeptiert worden.
Ist das Spekulation oder erwiesen? War das Spiel nicht aus eher schlechten Gründen fast am Scheitern? Ablehnung weil "Kein Spiel im eigentlichen Sinne" etc. blablabla? Spielen da nicht die Kommentare von dem Wizarddings Forum über sie rein?
Selbst wenn diese Artikel nicht "Hurra" schreien, so geben sie dem Spiel einen ungewöhnlich hohen Bekanntheisgrad für so ein kleines Projekt. Die meisten anderen Indie-Spiele dieser Größenordnung bekommen nicht so eine Werbung, auch wenn du jetzt gerade was anderes behauptest. :)
Und selbst wenn. Andere würden das als "gutes Marketing" bezeichnen. Die Frage ist, ob sie wirklich gestalkt und belästigt wurde. Wenn das nicht gelogen ist, ist auch die Berichterstattung darüber ok und der Marketingeffekt halt eine für sie positive Nebenentwicklung.
Depression Quest hingegen hat bereits in 5 Artikeln auf Kotaku Erwähnung gefunden. Ein Artikel ist sogar über Zoe Quinn selber:

http://kotaku.com/woman-puts-deus-ex-on ... 1573033542
Ja, ein Artikel wo sich die Gute irgendwas selbst in die Hand implementiert hat. Exakt so kurioses Zeug berichtet Kotaku tag ein, tag aus. Nichts ungewöhnliches.
Das ist schlicht Selbstinszenierung von der Frau. Kann man nicht gut finden, aber so funktioniert Werbung in vielen Bereichen. Und es war halt wirksam.
Und inwiefern ist das alles mit deiner Aussage verträglich, daß auf Kotaku ja doch jedes Furzindiespiel einen Artikel bekäme? :)
Wenn du dir die Mühe machst und mir ein paar Links zu ebenso oder viel talentierteren Indieentwicklern heraussuchst, die auf Kotaku systematisch außen vor gelassen werden, revidiere ich vielleicht meine Aussage. So bleibt mir nur der Eindruck, dass ich auf Kotaku über jedes noch so obskure japan-only Spiel oder Kickstarter Projekt schon mal was gelesen haben könnte.

Ausnahmen gibt es sicher. Evtl. waren die MAcher dann einfach nicht genug geschickt auf sich aufmerksam zu machen?
Es gibt auch unzählige tolle Independentkino-Filme und viele bekommen nicht die Aufmerksamkeit die sie verdienen. Aber liegt da immer böse Absicht dahinter?
Die ganze Szene ist genauso wie die Indieszene in der Musik schon ziemlich unüberschaubar und bei den Spielen wird das noch weiter zunehmen.


(Ich möchte Kotaku nicht zu sehr verteidigen. Ich mag die Artikel nicht sonderlich und das ganze Konzept finde ich eher uninteressant. Viel zu viel Füllerartikel.)

Chibiterasu hat geschrieben:Der Umgang von ihr mit der Situation war vielleicht nicht der klügste, aber ich denke es ist normal wenn man als betroffene Person erstmal die Threads und Posts meldet wo man demontiert wird und ich kann es auch nachvollziehen wenn eine Seitenbetreiber der Bitte nachgeht.
Dazu ist auch noch bekannt geworden, daß der Moderator von Reddit, der diese Löschung veranlasst hat, privaten Kontakt zu Zoe hat.
Auch sexueller Natur? Oder irgendwo im Vorbeigehen mal am Ärmel gestreift oder Hallo gesagt?
Sie kennt, manipuliert und kontrolliert also die halbe Gamingpresse?
Das nenn ich mal ambitioniert, Hut ab! :lol:
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James Dean
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Re: Fez: Phil Fish gehackt, Polytron steht zum Verkauf

Beitrag von James Dean »

Chibiterasu hat geschrieben: Sie kennt, manipuliert und kontrolliert also die halbe Gamingpresse?
Das nenn ich mal ambitioniert, Hut ab! :lol:
Offenbar schon, wenn ihretwegen bei den großen Gamingseiten wie IGN, RPS und Co der Bannhammer geschwungen wird, wenn Leute das Thema ansprechen.