JCD_Bionicman hat geschrieben:imiDazzol hat geschrieben:Danke, danke für diesen Beitrag. Schon beim Lesen der Nachricht war mir klar, wie sich wieder ein wütender konservativer Mob mit leichtem Rechtsdrall mokieren würde ob der überzogenen politischen Korrektheit, die diese armen Mitglieder der Mehrheitsgesellschaft in ihrem Leben ja so furchtbar einschränkt. Eine Runde Mitleid für diese armen Gebeutelten. Ob die Kritik an der vermeintlichen Vernachlässigung von Minderheiten nun gerechtfertigt ist oder nicht, mir will nicht einleuchten, warum man sich nun so künstlich aufregen muss. Vielleicht dient die News diesen Leuten ebenso als Vorwand, den sogenannten linken Spinnern und sozialistischen Gleichmachern eins auszuwischen. In jedem Fall kommt hier in den Kommentaren deutlich mehr zum Ausdruck, als es auf den ersten Blick den Anschein erweckt.
Man regt sich darüber auf, weil sich die künstliche Hochstilisierung einer solchen Thematik zum Politikum immer auch in der Qualität der Spiele widerspiegeln wird. Beispiel Dragon Age: Mit der Homosexualität eines Charakters als offenbar primär relevantes Merkmal zu werben, ihm ein lächerliches Zitat / Motto und einen Schnurrbart zu verpassen, schreit doch förmlich nach uncanny valley. Und ganz allgemein gesprochen: Keine Geschichte, die aus der Motivation heraus geschrieben wurde, jedem gerecht zu werden, wird jemals gut, glaubwürdig, packend, bewegend, ... sein.
Akzeptiert. Abgesehen davon, dass es sich bei der Thematik de facto um ein Politikum handelt (auch in vielen anderen Bereichen), wird sie in der vorliegenden Kritik in einem Maße hochstilisiert, die ins Lächerliche mündet. Auch ich wünsche mir einen reifen Umgang mit der Thematik und keinen schablonenhaften Homosexuellen, der nur Alibifunktion erfüllt. Wie das in Videospielen letztendlich bewertet wird, entscheiden doch in erster Linie Fachpresse, die auch noch in der Entwicklung steckt und Antennen dafür ausbilden muss, und Konsumenten. Daher halte ich die Angst, solche Kritik hätte negative Auswirkungen auf die Qualität von Videospielen, für reichlich überzogen. Im Gegenteil. Ich glaube, das wird dem Reifungsprozess des Mediums sogar dienlich sein. Aus vielen Kommentaren hier lese ich aber eine weiter reichende Angst heraus, fast so, als stünde das Überleben des christlichen Abendlandes auf dem Spiel :wink:
Meiner Meinung nach werden Diskriminierungsdebatten häufig viel zu emotional ausgetragen, und das von beiden Seiten. Irgendwann will ich auch Videospiele sehen, die sich damit ernsthaft auseinander setzen. Soweit ist das Medium imo noch nicht, daher begrüße ich jegliche Form von Kritik (von mir aus auch überzogene). Möge sie als Katalysator für echte Neuerungen dienen. Ob es sich jedoch schlussendlich für mich lohnt, hängt nicht von den Stimmen irgendwelcher Menschenrechtler sondern von meinem persönlichen Anspruch ab. Also keine Angst, Jungs und Mädels. Meine Prognose: alles wird gut
