Kajetan hat geschrieben:mole85 hat geschrieben:Wie hier schonmal gesagt wurde, sind das Ziel von DRM weniger die Schwarz-/Raubmordkopierer. Das haben die Publisher denke ich mittlerweile eingesehen, auch wenn sie es anders kommunizieren. Was Entwicklern & Publishern wirklich Geld kostet sind die Gebrauchtspiele(ver-)käufer.
Von einer Urban Legend in die nächste, von einer Ausrede zur nächsten. Denn wie man nicht beweisen kann, dass Schwarzkopien ein Problem sind, so kann man nicht beweisen, dass der SecondHand-Handel ein Problem ist. Man kann zwar nach Herzenlust behaupten, dass dem so sei ... der Beweis steht aus.
Dass der SecondHand-Handel unglaublich nützlich ist, um gebundene Kaufkraft freizusetzen, mit denen dann neue Spiele gekauft werden können, das ist volkswirtschaftliches Grundwissen. Deswegen ist das in anderen Branchen, die verständnismäßig sehr viel weiter sind als diese von den anstregungslosen Boomjahren der 2000er geprägten Videospielbranche, auch kein Problem. Dort hat man verstanden, wie sinnvoll ein SecondHand-Handel ist.
Letztlich ist das von dir auch nur bloße Behauptung, dass ein Secondhand-Verkauf Kaufkraft freisetzt. Der Konsument kann sich ein neues Spiel auch einfach durch Konsumverzicht an anderer Stelle oder Sparverzicht kaufen. Der Secondhand-Käufer hätte sich vielleicht ein paar Spiele weniger, aber dafür Firsthand geholt. Bei welchem Modell nun mehr für die Publisher bei rumkommt, kann man wirklich schwer sagen, aber du stellst den Sekundärhandel zu einseitig positiv da.
SethSteiner hat geschrieben:Klar ist es pervers, den Gebrauchtmarkt zu unterbinden oder Steine in den Weg zu legen. Wer den Gebrauchtmarkt nicht will, hat entweder das Recht auf Eigentum grundsätzlich abzulehnen oder ist ein Heuchler. Was dazwischen kann es nicht geben.
Das Recht auf Eigentum grundsätzlich ablehnen? Geht es noch? Du hast mit Computerspielen ein Gut, dass sich durch Gebrauch so gut wie gar nicht abnutzt und damit von einem Großteil aller anderen Güter abhebt. Ich habe kein Problem damit, dass Spiele nicht als Waren verkauft werden, sondern als Service (oder altdeutsch Dienstleistung) angeboten werden und mir einfach ein Nutzungsrecht einräumen. In unserer Gesellschaft gibt es sowieso Tendenzen in diese Richtung (Carsharing, Onlinevideotheken/Streamingdienste). Trotzdem muss man nicht linksradikal und Eigentum grundsätzlich ablehnen.
Für die meisten sind Gebrauchtspiele bzw. Sekundärhandel keine fundamentalen Bedürfnisse, sondern sie wollen lieber weniger Geld für ihr Hobby ausgeben (was ja verständlich ist). Ein klares Indiz dafür ist, wie viele bei Steam bei günstigen Angeboten zuschlagen. Ich würde deshalb die flammenden Reden mal etwas zurückfahren, die glaubt sowieso keiner.