Lebensmittelspekulant hat geschrieben:Nein, richtig und falsch wird immer rein subjektiv definiert. So etwas gibt es nicht. Ist es bspw. richtig oder falsch die Menschheit auszurotten? Die Menschheit würde wohl einseitig antworten, daß es falsch sei. Die Tierwelt, die von der "Krone der Schöpfung" dominiert wird, oder Aliens, für deren Schürfinteressen wir ein Hindernis darstellen, würden das hingegen richtig finden. Wer hat jetzt objektiv recht?
Da können wir Wochenlang rumschwurbeln aber letztendlich zeigt sich richtig und falsch doch daran, ob jemand geschädigt wird oder nicht und in welchem Maß. Und lass uns doch dabei beim Thema Sexualität und Homosexualität bleiben, wobei ich noch sagen möchte, dass die Tierwelt dem sicher nicht zustimmen würde, würde es doch ihr Aussterben zementieren.
Nun aber zurück zum Thema. Ich habe an keiner Stelle geschrieben, Deutschland könnte nicht Luft nach oben haben. Es geht nicht darum, dass Deutschland selbst obsolete Gesetze haben könnte. Worum es mir ging war klarzustellen, dass alles was über unsere Gesetzmäßigkeit hinausgeht grundsätzlich falsch ist und gar nicht richtig sein kann. Und das habe ich sehr wohl begründet, nämlich mit dem Fehlen eines Schadens, ja sogar mit dem Fehlen einer realen Abneigung. Nur weil jemand sagt, er fühle sich gestört, muss das ja noch lange nicht der Wahrheit entsprechen und dieser grundsätzliche Ekel bspw. beim öffentlichen Küssen kann eben nicht angeboren sein, weil wir an unserer Gesellschaft sehen, dass man selbst in den Fällen des "abschlabberns" wegsehen kann und dadurch eine Störung wie etwa durch Lärmbelästigung, die tatsächlich belegte gesundheitliche Auswirkungen haben kann, nicht stattfindet. Entsprechend ist die Gesetzgebung von Ländern Indien falsch. Gesetze die einschränken, ohne dass diese Einschränkung nötig wären, können gar nicht richtig sein. Sie haben ja gar keinen Zweck außer die Unterdrückung.
Und nein, beim Thema Homosexualität fehlen uns keine Erkenntnisse. Es gibt keine Propagandierung von Homosexualität und Toleranz ist hier wie schon dargestellt das falsche Wort, es geht um Akzeptanz und da gibt es keine negativen Auswirkungen. Da braucht man nicht abzuwarten, weil Homosexualität sowohl erforscht ist als auch ein Bestandteil der menschlichen und vieler anderer Spezies ist und es in keiner davon zu irgendwelchen negativen Folgen kam.
Russland verletzt Menschenrechte, Homosexualität ist nicht verboten (wie soll das auch gehen?) aber die Praktizierung zwischenmenschlicher Beziehungen wird ohne Sinn und Verstand eingeschränkt. Ich finde es auch langsam echt nervtötend, immer mit dem Finger auf andere Nationen zu zeigen als würden alle die vergessen. Hier und überall auf der Welt wird täglich auf die Diskriminierung von Homosexuellen und anderen Bevölkerungsgruppen hingewiesen. Russland ist ein Land und nicht das Land aber Russland ist uns schlicht näher als die meisten anderen Länder.
Wenn die Politik einschränken will, wenn etwas verboten werden soll, dann ist es an diesen Menschen, die EInschränkungen vornehmen und Verbote erlassen wollen, eine sinnvolle, valide Argumentation vorzubringen, die die Notwendigkeit belegt, weil es eine tatsächliche, relevante, negative Auswirkung gibt. Wenn das nicht belegt werden kann, sollte ein einschränkendes Gesetz oder ein Verbot nicht erlassen werden, ganz egal wie die Gefühlswelt einer lautstarken Mehr- oder Minderheit oder die Meinung einer einflussreichen Gruppe von Fundamentalisten irgendeiner Ideologie aussieht. Die Ignoranz gegenüber valider Argumentation ist nicht nur eines der größten Probleme jeder Ausprägung von Demokratie, sondern der Gesetzbildung allgemein aber nur weil es ein dauerhaftes, vielleicht in seiner Gesamtheit nicht lösbares Problem ist, macht es Entscheidungen aus dem Bauchgefühl nicht richtig, geschweige denn wünschenswert.